Informatik· Sek I

Daten und Codierung: für Medien und Informatik nutzen

von Luca 19.09.2026 1 Min. Lesezeit
Daten und Codierung: Binärsystem und digitale Bilder – Informatik Unterrichtsmaterial (Sek I, Klasse 7–10)

Daten und Codierung lassen sich für das Modul Medien und Informatik nutzen, wenn die Beurteilung im Modul anders angelegt wird als eine klassische Lernkontrolle im Fachbereich: eher aufgabenbezogen und nachvollziehbar am Prozess statt allein am Endergebnis. Der Unterschied lohnt sich, bevor eine Reihe zum Binärsystem geplant wird.

Material zu diesem Artikel

Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.

Zwei unterschiedliche Beurteilungslogiken

In vielen Fachbereichen prüft eine Lernkontrolle in erster Linie das Endergebnis: die richtige Lösung einer Aufgabe. Im Modul MI, gerade bei einem Thema wie Daten und Codierung, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf den Weg dorthin — etwa ob eine binäre Umrechnung nachvollziehbar dokumentiert wurde und ob das Ergebnis stimmt.

Diese zusätzliche Ebene lässt sich als Prozessbeurteilung fassen, ohne die eigentliche Lernkontrolle unübersichtlich zu machen. Wichtig ist nur, dass die Klasse vorher weiss, dass auch der Rechenweg selbst gewertet wird und nicht allein das Endresultat zählt.

Ein weiterer Grund für die getrennte Beurteilungslogik liegt darin, dass Codierung anders als viele Mathematikaufgaben oft mehrere gleichwertige richtige Wege kennt. Zwei Lernende können auf unterschiedliche Weise zum selben korrekten Binärcode gelangen. Eine reine Ergebniskontrolle würde diesen Unterschied nicht abbilden, eine Prozessbeurteilung dagegen macht sichtbar, welcher Weg tatsächlich verstanden und welcher nur zufällig richtig war.

Was sich bei Codierung konkret beurteilen lässt

Bei einem Thema wie Binärsystem und digitalen Bildern bietet sich eine prozessorientierte Aufgabe an: eine kleine Zahl selbst in Binärcode umrechnen, ein einfaches Bild aus Pixelwerten zusammensetzen, den eigenen Rechenweg kurz erklären. Die Unterrichtsreihe zu Daten und Codierung liefert dafür Aufgaben, die sich sowohl formativ begleiten als auch am Ende punktuell abfragen lassen.

So entsteht am Ende der Reihe kein einzelnes Prüfungsblatt, sondern ein kleiner Nachweis über mehrere Lektionen hinweg, der leichter zeigt, ob die Klasse den Weg wirklich verstanden hat. Auch dieser Nachweis lässt sich direkt aus der Unterrichtsreihe zu Daten und Codierung ableiten.

Wie sich das vom Fachbereich unterscheidet

Würde dasselbe Thema im Fachbereich Mathematik behandelt, läge der Fokus eher auf der korrekten Rechenoperation selbst. Im Modul MI kommt dazu, ob die Klasse versteht, wozu Codierung überhaupt dient — etwa für die Speicherung eines digitalen Bildes. Diese zusätzliche Ebene lässt sich in der Beurteilung sichtbar machen, ohne die Rechenaufgabe zu verkomplizieren.

Ergänzend eignet sich Material zu Datenschutz und Datensicherheit, um dieselbe Beurteilungslogik über ein weiteres Thema im Modul hinweg konsequent anzuwenden und so eine gewohnte Struktur über das ganze Semester beizubehalten.

Eine Beurteilung, die im Kollegium nachvollziehbar bleibt

Damit unterschiedliche Lehrpersonen im Modul MI ähnlich beurteilen, hilft ein kurzer gemeinsamer Massstab: Was zählt als nachvollziehbarer Rechenweg, was als vollständige Aufgabe. Die Übersicht zu Medien und Informatik als Modul neben den Fachbereichen geht auf solche Beurteilungsfragen über mehrere Themen hinweg ein.

Für den Gesamtüberblick dient die Sammlung zu Medien und Informatik im Lehrplan 21. Für einen weiteren Blick auf Beurteilung im Fach Informatik siehe den Kernlehrplan Informatik aus Nordrhein-Westfalen und die Beschaffung von Material durch eine Informatik-Fachkonferenz in Rheinland-Pfalz.

Eine Stolperstelle in der Praxis

Eine häufige Stolperstelle entsteht, wenn die Prozessbeurteilung zu aufwendig dokumentiert werden soll, etwa mit einer eigenen Checkliste pro Lernperson für jede einzelne Aufgabe. Das kostet mehr Zeit, als es Nutzen bringt. Ein kurzer handschriftlicher Vermerk, ob der Rechenweg nachvollziehbar war, reicht in den meisten Fällen bereits aus, um die zusätzliche Beurteilungsebene sinnvoll zu nutzen.

Eine zweite Stolperstelle betrifft die Kommunikation gegenüber der Klasse: Wird nicht klar angekündigt, dass auch der Weg zählt, konzentrieren sich manche Lernenden ausschliesslich auf ein schnelles Ergebnis. Eine kurze mündliche Ansage zu Beginn der Reihe verhindert dieses Missverständnis zuverlässig und schafft von Anfang an klare Erwartungen.

Eine dritte Stolperstelle zeigt sich, wenn die Prozessbeurteilung ausschliesslich am Ende der Reihe eingeführt wird, ohne dass die Klasse vorher damit geübt hat. Ein kurzer Testdurchlauf mitten in der Reihe, der nicht benotet wird, gewöhnt die Klasse an das Format und verhindert Überraschungen in der eigentlichen Lernkontrolle.

Häufige Fragen

Muss die Beurteilung im Modul MI immer prozessorientiert sein?

Nein, das hängt vom Thema und von der Schule ab. Bei Daten und Codierung lohnt sich der Blick auf den Rechenweg besonders, weil sich sonst schwer erkennen lässt, ob ein Ergebnis wirklich verstanden oder nur übernommen wurde. Andere Themen im Modul lassen sich auch klassisch abfragen.

Zählt diese Beurteilung in ein Zeugnis oder nur formativ?

Das regelt jede Schule beziehungsweise jeder Kanton unterschiedlich, dazu lässt sich hier keine allgemeine Aussage treffen. In der Praxis wird eine solche Aufgabe häufig zunächst formativ eingesetzt und erst später, wenn die Klasse geübt ist, auch summativ bewertet und benotet.

Wie unterscheidet sich das von einer Mathematik-Lernkontrolle zum selben Thema?

Eine Mathematik-Lernkontrolle würde vor allem die korrekte Umrechnung prüfen. Im Modul MI kommt dazu, ob der Zweck der Codierung verstanden wurde, etwa im Zusammenhang mit digitalen Bildern. Beide Prüfungsformen lassen sich unabhängig voneinander in derselben Reihe einsetzen. Das gilt für beide Beurteilungsformen gleichermassen.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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