Classroom Management als Unterrichtsreihe: mit Portfolio begleiten
Ein Portfolio zur Unterrichtsreihe Classroom Management lässt sich klar strukturieren, wenn Pflichtbestandteile und freie Bestandteile von Anfang an getrennt sind: ein fester Kern, den alle bearbeiten, ergänzt um einen Bereich, den jede Person nach eigenem Schwerpunkt füllt. So bleibt die Sammlung vergleichbar und individuell zugleich.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Warum eine Mischung aus Pflicht und Wahl sinnvoll ist
Ein Portfolio, das ausschließlich aus Pflichtaufgaben besteht, liefert zwar Vergleichbarkeit, aber wenig Raum für eigene Schwerpunkte; ein Portfolio, das komplett frei gestaltet wird, lässt sich dagegen kaum noch fair bewerten, weil die Beiträge zu unterschiedlich ausfallen und sich kaum nebeneinander einordnen lassen.
Eine Mischung aus beiden löst dieses Spannungsfeld: Ein fester Pflichtteil sichert die inhaltliche Grundlage, ein freier Teil lässt Raum für eigene Interessen innerhalb des Themas.
Gerade bei einem praxisnahen Thema wie Classroom Management, das viele unterschiedliche Situationen im Schulalltag berührt, profitieren angehende Lehrkräfte davon, einen Teil der Reihe auf eine selbst gewählte Situation zuzuschneiden.
Pflichtbestandteile am Beispiel Classroom Management
Die Unterrichtsreihe Classroom Management behandelt mehrere Kernbereiche wie Regeletablierung, Routinen und Umgang mit Störungen; für jeden dieser Bereiche lässt sich ein verpflichtender Portfoliobaustein festlegen, etwa eine kurze schriftliche Analyse einer Unterrichtssituation.
Diese Pflichtbausteine sollten so knapp gehalten sein, dass sie über die Reihe hinweg zusammen nicht mehr Zeit beanspruchen als ein vergleichbarer schriftlicher Test, damit das Portfolio nicht zur zusätzlichen Belastung neben dem übrigen Reihenverlauf wird.
Sinnvoll ist außerdem, jeden Pflichtbaustein unmittelbar nach der zugehörigen Doppelstunde einzufordern, statt mehrere Bausteine gebündelt am Ende einer Unterrichtsreihe abzufragen, weil der Bezug zur konkreten Stunde dann noch frisch ist.
Freiraum für individuelle Schwerpunkte
Neben den Pflichtbausteinen lässt sich ein freier Bereich einrichten, in dem jede Person eine selbst gewählte Situation aus der eigenen Praxis oder einem Beobachtungsprotokoll vertieft, etwa den Umgang mit einer bestimmten Störung, die einem besonders wichtig erscheint.
Ergänzend passt die Reihe zu Pädagogischen Praxisbezügen, wenn dieser freie Bereich um einen entwicklungspsychologischen Blickwinkel erweitert werden soll, ohne dass dafür ein eigener Materialblock entwickelt werden muss.
Für die Unterrichtsreihe Classroom Management bewährt sich dabei, den freien Bereich erst in der zweiten Hälfte der Reihe zu öffnen, wenn die Pflichtbausteine bereits einen fachlichen Grundstock gelegt haben, auf den sich die eigene Wahl stützen kann.
Wie viel Wahlfreiheit die Bewertbarkeit nicht gefährdet
Damit der freie Bereich trotz individueller Themenwahl bewertbar bleibt, braucht er ein gemeinsames Bewertungsraster, das unabhängig vom gewählten Inhalt gilt, etwa Kriterien zur Begründungstiefe und zum Bezug auf die behandelten Konzepte.
Ohne ein solches gemeinsames Raster entsteht der Eindruck, dass manche Themenwahlen leichter zu einer guten Bewertung führen als andere, was die Akzeptanz des freien Bereichs in der Klasse untergräbt.
Ein kurzes Beispiel aus einer vorherigen Unterrichtsreihe, an dem sich das Raster konkret zeigen lässt, hilft zusätzlich, weil abstrakte Kriterien ohne Anschauungsbeispiel oft unterschiedlich ausgelegt werden.
Kommunikation der Aufteilung zu Beginn der Reihe
Die Aufteilung zwischen Pflicht und Wahl sollte bereits in der ersten Doppelstunde der Reihe offen liegen, damit alle Beteiligten von Anfang an wissen, worauf sie sich einrichten müssen, statt die Regeln erst nach und nach zu erfahren.
Ein einfaches Übersichtsblatt mit den Terminen für die einzelnen Pflichtbausteine und dem Zeitraum für den freien Teil reicht dafür aus und lässt sich über die gesamte Unterrichtsreihe hinweg als Orientierung an die Wand hängen oder digital bereitstellen.
Einen Überblick zur Portfolioarbeit über eine Reihe bietet die Übersicht zur Portfolioarbeit über die Unterrichtsreihe, die Grundlagen zur Planung von Aufbau und Länge einer Unterrichtsreihe hilft, den zeitlichen Rahmen für Pflicht- und Wahlteil realistisch zu setzen. Verwandt sind die Beiträge zu den ersten drei Schultagen in einer neuen Klasse 5 und zum Ämterplan in der neuen Klasse.
Häufige Fragen
Wie groß sollte der Pflichtteil im Verhältnis zum freien Teil sein?
Ein Verhältnis von etwa zwei Dritteln Pflicht zu einem Drittel Wahl hat sich in der Praxis bewährt, weil es genug gemeinsame Grundlage für eine faire Bewertung sichert und trotzdem Raum für eigene Schwerpunkte lässt. Die Unterrichtsreihe sollte dieses Verhältnis zu Beginn transparent benennen, statt es erst im Verlauf festzulegen.
Kann der freie Teil komplett entfallen?
Ja, bei einer kürzeren Unterrichtsreihe oder wenn die Klasse bereits an einem anderen Thema Portfolioarbeit geübt hat, lässt sich der freie Teil auch weglassen, ohne die Aussagekraft des Portfolios grundsätzlich zu schwächen. Der Pflichtteil allein deckt dann die zentralen Inhalte von Classroom Management bereits verlässlich ab.
Wie verhindert man, dass alle dasselbe freie Thema wählen?
Eine kurze Vorabliste möglicher Situationen, aus der jede Person eine auswählt, ohne dass sich zwei Personen doppeln, verhindert das. Alternativ lässt sich die Wahl an eine Beobachtung aus der eigenen Praxis binden, die ohnehin individuell ausfällt und deshalb kaum zu Überschneidungen innerhalb der Unterrichtsreihe führt. Eine kurze schriftliche Anmeldung des Themas zu Beginn schafft zusätzlich Verbindlichkeit.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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