KI verstehen in der Digitalen Grundbildung – Unterrichtsmaterial für Österreich

Digitale Grundbildung · Österreich · 3. und 4. Klasse Mittelschule und AHS

KI verstehen in der Digitalen Grundbildung: Material für die 7. und 8. Schulstufe

Schülerinnen und Schüler nutzen Sprachmodelle längst, bevor sie erklären können, wie diese entstehen. Diese Seite zeigt, wie Sie Trainingsdaten, Testdaten, Verzerrung und Sprachmodelle in der Digitalen Grundbildung behandeln und die Leistung über Produkte feststellen.

4Schulstufen mit Digitaler Grundbildung (5–8)
33Seiten Lernmaterial zu KI
8Bausteine von Merkmalen bis Sprachmodellen
6Verification files auf Englisch

Digitale Grundbildung ist in Österreich ein Pflichtgegenstand der Schulstufen 5 bis 8. Wie Maschinen lernen, lässt sich in der dritten und vierten Klasse mit Merkmalen, Trainingsdaten, Testdaten und Fallkarten verständlich machen. Schularbeiten gibt es in diesem Gegenstand nicht, die Leistung zeigt sich in Produkten wie Fallanalysen, Plakaten und Präsentationen. Die Materialien dieser Seite liefern dafür Bausteine, Fälle und Lösungen.

Digitale Grundbildung in der 3. und 4. Klasse: Rahmen und Spielraum

Die Digitale Grundbildung ist ein Pflichtgegenstand der Schulstufen 5 bis 8, also der 1. bis 4. Klasse an Mittelschule und AHS-Unterstufe. Laut Stundentafel ist pro Jahr eine Wochenstunde vorgesehen, Schulen können autonom mehr Stunden einplanen. Das Lehrplanwerk gilt seit 2023 und ist im Schuljahr 2026/27 in allen vier Schulstufen in Kraft. Konkrete Stundenzahlen entnehmen Sie dem Standortkonzept Ihrer Schule.

Wenig Zeit bedeutet: Sie müssen auswählen. Ein Thema wie Künstliche Intelligenz füllt leicht zehn Stunden, doch häufig stehen nur drei oder vier zur Verfügung. Planen Sie deshalb Kernideen statt Vollständigkeit: Was ist ein Merkmal, was ein Trainingsbeispiel, woran erkennt man einen Fehler? Prüfen Sie im Lehrplantext Ihrer Schulform, wie das Thema dort verankert ist, und ordnen Sie die Bausteine entsprechend zu.

Sinnvoll ist ein kurzer Jahresplan: zwei Stunden zu Daten und Merkmalen, zwei zu Training und Test, eine zu Verzerrung, eine zu Sprachmodellen. Wer weniger Zeit hat, streicht Vertiefungen und behält die Fallkarten, weil an ihnen die Begründungen entstehen, die Sie später beurteilen. Legen Sie Termine für Produkte früh fest, damit sie nicht gegen Ende des Semesters zusammenfallen.

Wie Maschinen lernen: Trainingsdaten und Testdaten

Der Einstieg gelingt ohne Computer. Die Lernenden beschreiben Gegenstände mit Merkmalen und ordnen sie Klassen zu. Genau das tut ein lernendes System. Danach erleben sie, warum Beispiele die Grundlage sind und warum man ein System an neuen Beispielen prüfen muss. In „Wie lernt eine Maschine?“ übernehmen das die Bausteine zu Trainingsdaten, Testdaten und Verzerrung, mit 33 Seiten Lernmaterial und 13 Seiten Lehrmaterial samt Lösungen.

Typischer Fehler in der Praxis: Schülerinnen verwechseln Testdaten mit Trainingsdaten und halten ein System für gut, weil es seine Beispiele kennt. Lassen Sie die Gruppen eigene Karten erstellen, eine Hälfte zum Lernen, eine zum Prüfen, und die Trefferquote vergleichen. Diese Erfahrung bleibt länger haften als jede Erklärung an der Tafel und ist ein guter Anlass für Gespräche über Fehlerarten.

Verzerrung sichtbar machen

Verzerrung ist das Thema, an dem Jugendliche am meisten über Fairness nachdenken, weil sie das Ergebnis eines Systems sofort mit ihrem Gerechtigkeitsempfinden abgleichen. Wenn Trainingsdaten unausgewogen sind, fallen die Ergebnisse unfair aus. Fallkarten helfen, diese Aussage zu prüfen: Die Gruppen lesen einen Fall, entscheiden, ob die Daten ausgewogen sind, und begründen ihr Urteil schriftlich. Das ergibt ein Produkt, das Sie beurteilen können, und es dauert nicht länger als eine Unterrichtsstunde, wenn die Karten vorbereitet sind.

Achten Sie auf die Moderation. Es geht um Daten und Entscheidungen, nicht um Schuldzuweisungen an Gruppen oder Personen in der Klasse. Wählen Sie Beispiele mit Abstand zur Lebenswelt, etwa Bilderkennung bei Tieren oder Bewerbungen in einer erfundenen Firma. Erst im zweiten Schritt übertragen die Lernenden die Erkenntnis auf Empfehlungen in sozialen Netzwerken oder auf Sprachmodelle.

Sprachmodelle verstehen statt verbieten

Ein Verbot von Sprachmodellen löst im Unterricht wenig. Besser ist es, die Funktionsweise zu klären: Ein Sprachmodell erzeugt Text, der plausibel klingt, und keine geprüfte Auskunft. Die Lernenden sollen Ausgaben kritisch lesen, Quellen prüfen und Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen. Das lässt sich mit kleinen Aufträgen üben, die jeweils nur zehn Minuten dauern. Das Material behandelt Sprachmodelle in einem eigenen Baustein, mit Hinweisen zur Erklärbarkeit und zur Verantwortung.

Für Gruppen mit guten Englischkenntnissen, etwa im bilingualen Zweig, bietet sich Spotting Misinformation and Deepfakes an. Die Einheit für Grades 6–8 übt das Prüfen von Behauptungen, lateral reading und das Erkennen synthetischer Medien. Alle Texte sind auf Englisch, der Teacher Guide umfasst 19 Seiten. Für den regulären Englischunterricht ist die Einheit nur mit Unterstützung geeignet.

Bausteine für die Digitale Grundbildung im Überblick

Thema Material Schulstufe Produktidee
Wie lernt eine Maschine? KI verstehen 7–9 Fallanalyse zu Verzerrung
Daten und Abfragen Daten und Datenbanken 8–9 Abfragen mit Begründung
Desinformation und Deepfakes Spotting Misinformation (Englisch) 6–8 Verification file
Gesamter Jahresplan FachKomplett Informatik nach Auswahl Portfolio

Schulstufen laut Materialangabe. Gleichen Sie die Zuordnung mit Ihrem Lehrplan ab.

Daten und Datenbanken als Fundament

Wer verstehen will, wie Maschinen lernen, braucht ein Gefühl für Daten. Datensätze, Felder und Schlüssel sind dafür das Vokabular, und dieses Vokabular lässt sich ohne Rechner einüben. Daten und Datenbanken für die Mittelstufe führt Tabellen, Primärschlüssel und Beziehungen ein und lässt die Lernenden mit SELECT und WHERE Fragen an eine Übungsdatenbank stellen. Das Lernmaterial umfasst 42 Seiten, das Lehrmaterial 21 Seiten.

Die Verbindung zu KI ergibt sich fast von selbst: Wer Datenqualität prüft, versteht, warum Trainingsdaten schlecht sein können, und wer Datenschutz bespricht, versteht, welche Daten in ein Training gehören. Baustein für Baustein lassen sich so Daten, Abfragen und Datenschutz mit der KI-Reihe verknüpfen. Für Schulen, in denen Informatik fachfremd unterrichtet wird, bündelt FachKomplett Informatik die Reihen zu einem durchgängigen Jahresplan.

Leistungsfeststellung über Produkte

Weil es keine Schularbeiten gibt, entsteht Leistung in Produkten und Mitarbeit, und das verlangt eine saubere Planung der Kriterien. Geeignet sind eine Fallanalyse mit Begründung, ein Plakat zu Verzerrung, ein kurzer Vortrag oder ein Lerntagebuch. Legen Sie vorab drei bis vier Kriterien fest und geben Sie sie den Lernenden bekannt: Inhalt richtig, Begründung nachvollziehbar, Darstellung verständlich. So bleibt die Beurteilung transparent.

Die Lernkontrolle im Material und die Erwartungshorizonte im Lehrmaterial können Sie dafür nutzen, etwa als Grundlage für ein kurzes Gespräch mit jeder Gruppe. Sie ersetzen jedoch nicht die Vorgaben Ihrer Schule zur Leistungsbeurteilung. Dokumentieren Sie, welche Lernprodukte entstanden sind, und halten Sie Rückmeldungen kurz. Differenzieren Sie über die Fälle: Einfache Fallkarten für den Einstieg, offene Fragen für schnelle Gruppen.

Ein Gespräch von fünf Minuten pro Gruppe ersetzt oft eine längere schriftliche Rückmeldung. Fragen Sie nach der Begründung und lassen Sie die Gruppe selbst entscheiden, welches Lernprodukt sie für ihre beste Arbeit hält. Das stärkt die Selbsteinschätzung und gibt Ihnen ein Bild davon, wie sicher die Lernenden das Gelernte anwenden. Notieren Sie sich pro Gruppe einen Satz, auf den Sie in der nächsten Stunde zurückkommen.

Material zu KI, Daten und Medien

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Was Sie für Ihre Planung bekommen

  • Lösungen und ErwartungshorizonteDas Lehrmaterial enthält Lösungen zu allen Bausteinen.
  • FallkartenLernende prüfen Aussagen und begründen ihr Urteil.
  • Hinweise zur DifferenzierungAufgaben lassen sich für verschiedene Niveaus anpassen.
  • LernkontrolleMit Rückmeldung für die Auswertung der Produkte.
  • Ohne ProgrammierungDie Reihen vermitteln Grundideen, keine Produktschulung.
  • Englische OptionEine vollständige Einheit für bilinguale Gruppen.

Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an.

Sie melden sich innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf, die angepasste Fassung erhalten Sie innerhalb von 10 Werktagen, ohne Zusatzkosten.

Weiterführende Seiten

Häufige Fragen

Gibt es in der Digitalen Grundbildung Schularbeiten?

Nein. Die Leistung zeigt sich in Produkten und Mitarbeit. Die Kriterien legen Sie vorab fest und machen sie den Lernenden bekannt.

Für welche Schulstufen passt das KI-Material?

Es ist für Informatik in Klasse 7–9 geschrieben, in Österreich also für die Schulstufen 7 bis 9. Die Auswahl gleichen Sie mit Ihrem Lehrplan ab.

Brauche ich Computer für die KI-Reihe?

Nicht zwingend. Die Fallkarten und Aufgaben funktionieren auf Papier, Geräte können Sie ergänzend einsetzen.

Ist das Material für Österreich angepasst?

Es sind deutsche Materialien, die Sie in Österreich einsetzen können. Begriffe und Formate gleichen Sie mit Ihren eigenen Vorgaben ab.

Wie viele Stunden brauche ich?

Das hängt von der Auswahl ab. Sie können die acht Bausteine komplett einsetzen oder auf einzelne kürzen.

Wann passt die englische Einheit?

Im bilingualen Zweig oder in starken Englischgruppen. Im regulären Englischunterricht gelingt der Einsatz nur mit Unterstützung.