Deutschförderklassen und Deutschförderkurse in Österreich: Unterrichtsmaterial

Österreich · Volksschule und Sekundarstufe I · Deutschförderung

Material für Deutschförderklassen und Deutschförderkurse in Österreich

Sie unterrichten Kinder und Jugendliche, die noch kaum Deutsch sprechen, und brauchen Material, das sofort trägt. Diese Seite ordnet die Fördermodelle ein, zeigt Wortfelder und Basismodule für Volksschule und Sekundarstufe I und beschreibt den Weg in den Regelunterricht. Alle Angaben zu Stunden und Verfahren stammen aus den aktuellen Vorgaben.

15 bzw. 20Wochenstunden in der Deutschförderklasse
6Wochenstunden im Deutschförderkurs
1xMIKA-D pro Jahr, am Ende des Sommersemesters
12Wortfelder in der Volksschul-Reihe

In Österreich gibt es für Kinder mit Deutschförderbedarf die Deutschförderklasse mit 15 bzw. 20 Wochenstunden und den Deutschförderkurs mit 6 Wochenstunden. Seit Februar 2026 können Schulen ein schulautonomes Konzept wählen. Der Sprachstand wird mit MIKA-D erhoben, heute einmal pro Jahr am Ende des Sommersemesters. Für die Förderstunden brauchen Sie Basismodule und Wortfelder, für den Fachunterricht Sprachhilfen, die Sie schrittweise abbauen.

Deutschförderklasse und Deutschförderkurs im Überblick

Die Deutschförderklasse ist die intensivere Form. Sie umfasst 15 bzw. 20 Wochenstunden und richtet sich an Kinder, die dem Unterricht sprachlich noch nicht folgen können. Der Deutschförderkurs umfasst 6 Wochenstunden und begleitet den Unterricht in der Stammklasse. Welche Form ein Kind erhält, hängt vom Ergebnis der Sprachstandsfeststellung ab. Für Ihre Materialplanung ist der Unterschied entscheidend: In der Klasse brauchen Sie zusammenhängende Module für viele Stunden, im Kurs eher kurze Bausteine, die sich an den Stoff der Stammklasse anlehnen.

Hinzu kommen neuere Änderungen. Seit Februar 2026 dürfen Schulen ein schulautonomes Konzept wählen, und die Bezeichnungen lauten (Intensiver) Deutschförderbedarf. Fragen Sie deshalb in der Schulleitung nach, welches Modell Ihre Schule nutzt, bevor Sie Gruppengrößen und Wochenstunden festlegen. Angaben zu Stunden und Bezeichnungen können sich ändern, und Schulen setzen sie unterschiedlich um. Im Zweifel hilft die Bildungsdirektion Ihres Bundeslandes weiter. Notieren Sie sich die gültigen Wochenstunden, bevor Sie Module einplanen.

Die ersten Wochen: Basismodule statt Lehrbuchstart

In den ersten Wochen geht es um Verständigung. Kinder müssen Anweisungen verstehen, um Hilfe bitten und sich im Schulhaus zurechtfinden. Ein Lehrwerk mit Grammatikprogression hilft dabei wenig. Besser funktionieren kurze Module zu Alltagsthemen mit festem Ablauf: Wörter einführen, in Satzmustern anwenden, mit einer Partnerin oder einem Partner sprechen, einen kurzen Satz schreiben. Wiederholbare Abläufe geben Sicherheit, weil die Kinder nicht jede Stunde neu erraten müssen, was von ihnen erwartet wird.

Für die Sekundarstufe I bietet sich die Willkommensklasse-Reihe für die Sekundarstufe I an. Sie umfasst zehn Module zu Schule, Körper, Einkaufen, Wohnen, Berufen und weiteren Themen, dazu 57 Seiten Lernmaterial und 19 Seiten Lehrmaterial mit Lösungen. Sie wählen Module nach Alter und Vorwissen aus. Die Beispiele sind bewusst neutral gehalten, damit Gruppen mit sehr verschiedenen Herkunftssprachen und Schulerfahrungen gut damit arbeiten können.

Wortfelder in der Volksschule aufbauen

In der Volksschule beginnt vieles bei Laut und Schrift. Manche Kinder kennen die deutsche Buchstabenschrift noch nicht, andere sind in ihrer Erstsprache gerade erst alphabetisiert. Die Reihe Alphabetisierung und Basiswortschatz mit zwölf Wortfeldern setzt dort an. Acht Bausteine führen vom Verstehen und Hilfe holen über Laute, Silben und erste Wörter bis zum Schreiben nach einer Vorlage. Zum Schluss planen die Kinder ihre eigene Lernwoche, was ihnen Orientierung im Ablauf gibt.

Danach folgen zwölf Wortfelder, etwa Schule, Familie, Körper, Essen, Wohnen, Tiere, Wetter und Zeit. Jedes Wortfeld hat zwei Seiten: zuerst Wort, Bedeutung und Form, dann Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben in der Anwendung. Das Paket hat 56 Seiten Lernmaterial und 13 Seiten Lehrmaterial. Es ersetzt keine Sprachstandsdiagnose und keinen vollständigen DaZ-Lehrgang. Welche Kinder welche Bausteine bearbeiten, entscheiden Sie anhand Ihrer Beobachtung. Kinder mit mehr Vorwissen nutzen nur die Wortfelder.

Mittelschule und AHS-Unterstufe: Alltagssprache und Fachsprache

Jugendliche brauchen zwei Sprachen im Schulalltag: die Sprache für Alltag und Freizeit und die Sprache der Gegenstände. In der Mittelschule und in der AHS-Unterstufe treffen sie in der Stammklasse auf Arbeitsaufträge und Fachtexte, die sie nicht ohne Hilfe verstehen. Typische Stolpersteine sind Operatoren wie beschreiben oder begründen, Zeitangaben in Geschichte und die Frage, wie man einen Rechenweg in Worten erklärt. Das lässt sich üben, wenn man es getrennt vom Fachinhalt trainiert.

Die vier Fachwerkstätten der Willkommensklasse-Reihe tun genau das: Mathematik verstehen, Biologie beschreiben, Geschichte und Zeit sowie Arbeitsauftrag verstehen. Jede Werkstatt hat eine eigene Seite für Denkweg und Überarbeitung. Sie lassen sich ohne große Vorbereitung im Deutschförderkurs einsetzen. Wer das Deutsch in der Stammklasse parallel ausbauen möchte, findet Anregungen auf der Seite zum Deutschmaterial zum Lehrplan 2023. So bleibt die Arbeit an der Fachsprache im Förderunterricht anschlussfähig.

Fördermodelle und passende Materialbausteine

Förderform Umfang Typische Schulstufen Passender Baustein
Deutschförderklasse 15 bzw. 20 Wochenstunden Volksschule und Sekundarstufe I Basismodule und Wortfelder
Deutschförderkurs 6 Wochenstunden parallel zur Stammklasse Kurzmodule, Wortspeicher
Schulautonomes Konzept von der Schule festgelegt je nach Standort Module einzeln wählen
Fachunterricht in der Stammklasse nach Stundentafel Mittelschule, AHS-Unterstufe Scaffolding, Fachwerkstätten
Beurteilung in besuchten Gegenständen möglich alle Schulstufen Lernkontrollen, Beobachtungsbogen

Stundenangaben laut aktuellen Vorgaben; Ihre Schule und die Bildungsdirektion informieren über die gültige Fassung.

Den Übergang in den Regelunterricht vorbereiten

Der Wechsel in die Stammklasse gelingt besser, wenn die Fachlehrkräfte mitplanen. Dafür gibt es das Paket Sprachsensibler Fachunterricht mit Scaffolding. Es enthält Wortspeicher, Satzbausteine und vier Planungsvorlagen. Die Beispiele stammen aus Biologie, Geschichte und Mathematik, lassen sich aber auf andere Gegenstände übertragen. Im Zentrum steht die Frage, welche sprachlichen Handlungen ein Gegenstand verlangt: beschreiben, erklären, argumentieren, Diagramme lesen. Der Baustein Hilfen abbauen macht klar, dass Unterstützung zeitlich begrenzt sein soll.

Praktisch bewährt sich ein kurzer Austausch pro Quartal. Die Deutschförderlehrkraft nennt, welche Satzmuster gesichert sind. Der Klassenvorstand oder die Fachlehrkraft legt fest, welche Wortspeicher im Gegenstand liegen und welche Hilfen als Nächstes wegfallen. Das Paket eignet sich auch für eine schulinterne Fortbildung, weil die Planungsvorlagen eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für mehrere Gegenstände bieten. Wenn Sie nur einen Baustein ausprobieren wollen, starten Sie mit dem Wortspeicher.

Beurteilung und Dokumentation

In besuchten Gegenständen ist nach den aktuellen Regelungen eine Beurteilung in der Klasse möglich. Dokumentieren Sie den Fortschritt deshalb in kleinen Schritten. Ein Beobachtungsbogen pro Modul reicht oft aus: Welche Wörter versteht das Kind, welche kann es sagen und schreiben? Welche Satzmuster verwendet es ohne Hilfe? Notieren Sie dazu Datum und Situation. So entsteht über das Semester ein Bild, das Sie im Gespräch mit Eltern und Klassenvorstand belegen können.

MIKA-D findet einmal pro Jahr statt, am Ende des Sommersemesters. Zwischen den Terminen brauchen Sie eigene Belege, um Lernstände zu erkennen. Die Übungsseiten und Lernkontrollen der Pakete eignen sich dafür. Sie sind kein Ersatz für MIKA-D und keine Einstufung, zeigen aber, wo ein Kind gerade steht, und liefern Material für Förderpläne. Planen Sie am Ende jedes Moduls eine kurze Rückschau ein, in der die Kinder zeigen, was sie schon selbstständig können.

Drei Pakete für die Deutschförderung

Weitere Bausteine für gemischte Gruppen

Was die Pakete für die Förderstunden leisten

  • Feste AbläufeJedes Modul folgt denselben Schritten, Kinder wissen schnell, was erwartet wird.
  • Lehrmaterial mit LösungenSeparate Seiten für Sie, mit Lösungen und Hinweisen zum Einsatz.
  • Auswahl nach VorwissenModule und Bausteine lassen sich einzeln einsetzen.
  • Neutrale BeispieleAlltagsnahe Themen, ohne Fragen zur Lebenssituation.
  • FachwerkstättenMathematik, Biologie, Geschichte und Arbeitsaufträge sprachlich üben.
  • PlanungsvorlagenVier Vorlagen für die Zusammenarbeit mit Fachlehrkräften.

Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an.

Sie melden sich innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf, die angepasste Fassung erhalten Sie innerhalb von 10 Werktagen, ohne Zusatzkosten.

Weiterführende Seiten

Häufige Fragen

Was unterscheidet Deutschförderklasse und Deutschförderkurs?

Die Klasse umfasst 15 bzw. 20 Wochenstunden und läuft getrennt vom Regelunterricht. Der Kurs mit 6 Wochenstunden findet parallel zur Stammklasse statt.

Wie oft findet MIKA-D statt?

Heute einmal pro Jahr, am Ende des Sommersemesters. Das Verfahren wurde zu MIKA-D 2.0 modular weiterentwickelt.

Ersetzen die Pakete eine Sprachstandsdiagnose?

Nein. Sie liefern Übungsmaterial und Struktur. Den Sprachstand stellen Sie mit den vorgesehenen Verfahren fest.

Passen die Materialien zu österreichischen Schulen?

Es sind deutsche Materialien, die Sie einsetzen können. Gleichen Sie Begriffe und Formate mit Ihren eigenen Vorgaben ab.

Welche Pakete eignen sich für die Volksschule?

Die Reihe mit Alphabetisierung und zwölf Wortfeldern. Sie arbeiten mit Wörtern, Silben und kurzen Sätzen.

Wie lange darf Scaffolding bleiben?

So lange, wie es nötig ist, und nicht länger. Das Paket enthält einen Baustein zum schrittweisen Abbau der Hilfen.