Unterrichtsreihe Kunst: Rezeption und Produktion verzahnen

Unterrichtsreihe im Fach Kunst

Unterrichtsreihe Kunst: Rezeption und Produktion verzahnen

Diese Seite beschreibt, wie sich Rezeption und Produktion über eine mehrwöchige Unterrichtsreihe im Fach Kunst sinnvoll abwechseln, wie die Reihe an Komplexität zunimmt und wie Prozess und Produkt am Ende getrennt bewertet werden.

  • 5–7Doppelstunden für eine Reihe mit Werkphase
  • 1Zwischenpräsentation etwa zur Hälfte der Reihe
  • 2getrennte Bewertungsanteile: Prozess und Produkt
  • 3–4Rezeptionsphasen über die gesamte Reihe verteilt

In einer Unterrichtsreihe zu Rezeption und Produktion wechseln sich Bildanalyse und eigene gestalterische Arbeit mehrfach ab, statt in einem festen Block aufeinanderzufolgen: Zu Beginn steht meist ein geführter analytischer Zugang, in der Mitte verschiebt sich das Gewicht zur Praxis, unterbrochen von kurzen Rezeptionsphasen zur Orientierung, und gegen Ende rückt eine Zwischenpräsentation die entstehenden Arbeiten noch einmal in den Bildvergleich. Bewertet werden Prozess und fertiges Produkt getrennt und mit unterschiedlichen Kriterien.

Wann Analyse vor Praxis steht und wann die Reihenfolge sich umkehrt

Am Anfang einer Unterrichtsreihe steht in der Regel die Rezeption vor der Produktion, weil die Klasse zunächst einen gemeinsamen Bezugspunkt braucht, an dem sich alle späteren eigenen Arbeiten messen lassen. Ohne diesen geteilten Ausgangspunkt entstehen in der Werkphase Ergebnisse, die zwar individuell interessant sein können, sich aber kaum noch aufeinander beziehen lassen, was eine spätere Gesamtschau erschwert.

Im weiteren Verlauf der Reihe kehrt sich diese Reihenfolge an bestimmten Stellen bewusst um. Sobald die Klasse ein Verfahren oder Medium ausreichend kennt, kann eine Doppelstunde mit eigenem Ausprobieren beginnen und die Analyse erst im Anschluss liefern, warum eine bestimmte Lösung funktioniert hat und eine andere nicht. Diese umgekehrte Reihenfolge eignet sich besonders für explorative Phasen, in denen ein zu früher analytischer Zugriff die Neugier eher bremsen würde.

Bei einem Thema, das stark technisch geprägt ist, etwa in Webdesign im Kunstunterricht, hat sich das Ausprobieren vor der systematischen Analyse bewährt: Die Klasse setzt zuerst eigene Entwürfe um und ordnet erst danach ein, welche gestalterischen Prinzipien der Nutzerführung dabei tatsächlich wirksam waren. Wie sich diese Reihenfolge über mehrere Stunden konkret staffeln lässt, zeigt die Reihenfolge der Stunden zu Webdesign und UX-Design.

Als Faustregel gilt: Je vertrauter das Verfahren, desto eher darf die Produktion vorangehen. Je fremder die Bildsprache oder je voraussetzungsreicher die Technik, desto mehr spricht dafür, mit der Rezeption zu beginnen, damit die Klasse nicht ohne Werkzeug in die eigene Arbeit startet.

Progression über die Reihe: vom geführten Blick zur eigenständigen Analyse

In den ersten Doppelstunden einer Reihe führt die Lehrkraft die Bildbetrachtung meist eng, mit konkreten Leitfragen, die den Blick auf einzelne Bildmerkmale lenken. Diese Führung ist notwendig, weil Fachbegriffe und Betrachtungsweisen erst aufgebaut werden müssen, bevor die Klasse sie selbstständig anwenden kann.

Zur Mitte der Reihe hin verschiebt sich diese Führung schrittweise: Leitfragen werden offener, und die Klasse übernimmt zunehmend selbst, welche Aspekte eines Bildes sie benennt. Ein Thema wie die Reihe zu Inszenierung, Individuum und Ideal eignet sich für diesen Schritt besonders gut, weil die Klasse eigene inszenierte Aufnahmen später mit denselben Kategorien beschreiben kann, die zuvor an fremden Werken eingeführt wurden.

Gegen Ende der Reihe steht die eigenständige Analyse im Vergleich: Die Klasse stellt eigene und fremde Arbeiten nebeneinander und wendet die im Verlauf erarbeiteten Kategorien ohne Vorgabe an. Wie sich diese Verschiebung für ein Reihenbeispiel konkret planen lässt, beschreibt die Planung der Reihe zu Inszenierung, Individuum und Ideal.

Diese Progression betrifft neben dem Inhalt der Analyse auch ihr Format: vom ausgefüllten Arbeitsblatt zu Beginn bis zur freien mündlichen oder schriftlichen Kritik am Ende der Reihe, die ohne vorgegebene Kategorien auskommt.

Zwischenpräsentationen als Taktgeber der Reihe

Eine Zwischenpräsentation etwa zur Hälfte der Reihe erfüllt eine andere Funktion als die Abschlusspräsentation: Sie dient der Standortbestimmung, nicht der abschließenden Bewertung. Die Klasse zeigt Zwischenstände, erhält Rückmeldung von Mitschülerinnen und Mitschülern und kann die eigene Arbeit danach noch verändern, was am Ende der Reihe nicht mehr möglich ist.

Zeitlich liegt diese Zwischenpräsentation meist unmittelbar nach der ersten produktiven Phase, bevor die Klasse in eine vertiefte Werkphase übergeht. So fließen die Rückmeldungen noch in die verbleibenden Doppelstunden ein, statt erst nach Abschluss der gesamten Reihe zu wirken, wenn eine Korrektur ohnehin zu spät käme.

Für Themen mit stark medialem Ausdruck, etwa der Reihe zu fotografischen und gebrauchsgrafischen Ausdrucksmitteln, eignet sich ein kurzes Rundgangsformat, bei dem jede Gruppe zwei bis drei Rückmeldungen zu konkreten, vorher festgelegten Kriterien erhält, statt eine offene Diskussion über das gesamte Werk zu führen. Wie ein solcher Zwischenschritt in die Reihenfolge der Stunden eingebettet wird, zeigt die Reihenfolge der Stunden zu fotografischen Ausdrucksmitteln.

Eine Zwischenpräsentation, die zu spät in der Reihe liegt, verliert ihren Sinn: Bleiben nach ihr nur noch ein oder zwei Doppelstunden, kann die Klasse aus der Rückmeldung kaum noch etwas machen, und die Präsentation wird faktisch zur vorgezogenen Abschlusspräsentation.

Prozess und Produkt getrennt bewerten

Prozess und Produkt verlangen unterschiedliche Bewertungskriterien, weil sie unterschiedliche Dinge zeigen. Das Produkt zeigt, was am Ende entstanden ist, unabhängig davon, wie viele Umwege dahin geführt haben. Der Prozess zeigt, wie bewusst mit dem Verfahren umgegangen wurde, auch wenn das Ergebnis technisch nicht überzeugt.

Wer beide Anteile in einer einzigen Note vermischt, benachteiligt systematisch Schülerinnen und Schüler, die viel ausprobieren und dabei sichtbar dazulernen, deren Endprodukt aber technisch hinter glatteren, aber weniger reflektierten Arbeiten zurückbleibt. Eine getrennte Gewichtung, etwa in zwei ausgewiesenen Teilnoten oder Kommentarblöcken, macht diesen Unterschied sichtbar und nachvollziehbar.

Bei politisch oder gesellschaftlich aufgeladenen Bildpositionen, wie sie die Planung der Reihe zu Ai Weiwei und politischem Aktivismus behandelt, zeigt sich die Trennung besonders deutlich: Die Qualität der eigenen kritischen Rezeption lässt sich nicht an der handwerklichen Umsetzung des Produkts ablesen, sondern nur an der Auseinandersetzung selbst, die im Prozessanteil dokumentiert werden muss.

Die Gewichtung zwischen Prozess und Produkt darf über die Reihe hinweg variieren. In stärker rezeptionsorientierten Reihenabschnitten überwiegt sinnvollerweise der Prozessanteil, in Phasen mit klar definierter Werkaufgabe darf das fertige Produkt stärker zählen, solange beide Anteile getrennt ausgewiesen bleiben. Wichtig ist, diese Gewichtung der Klasse vorab bekannt zu machen, damit sie weiß, worauf in der jeweiligen Phase tatsächlich geachtet wird, statt es erst am Ende aus der Rückmeldung zu erschließen.

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Wechsel von Rezeption und Produktion über die Reihe

Reihenabschnitt Schwerpunkt Sicherungsform
Einstieg geführte Rezeption, gemeinsamer Bezugspunkt Arbeitsblatt mit Leitfragen
Erste Werkphase angeleitete Produktion kurze Selbsteinschätzung
Zwischenpräsentation Rückmeldung zu Zwischenständen Rundgang mit festen Kriterien
Vertiefung eigenständigere Rezeption und Produktion Kritik ohne Vorgabe
Abschluss Gesamtschau, Vergleich eigener und fremder Werke kurzer schriftlicher Rückblick

Wie die Bildgattung den Wechsel von Rezeption und Produktion prägt

Fotografie, digitale Gestaltung und klassische Druckgrafik verlangen unterschiedlich schnelle Wechsel zwischen Betrachten und Herstellen. Digitale Arbeiten lassen sich in kurzen Zyklen überarbeiten, sodass Rezeption und Produktion innerhalb einer einzigen Doppelstunde mehrfach aufeinanderfolgen können, ohne dass dafür ein Medienwechsel nötig wäre. Wer eine Reihe ausschließlich anhand eines einzigen Mediums plant, kann diesen Rhythmus einmal festlegen und über mehrere Doppelstunden beibehalten, was die Planung insgesamt vereinfacht.

Bei technisch voraussetzungsreichen Verfahren wie der klassischen Druckgrafik ist dieser schnelle Wechsel kaum möglich, weil die Herstellung selbst mehrere Arbeitsschritte und oft mehrere Stunden braucht. Eine Reihe zu Kunst und Medien im Wandel muss deshalb medienabhängig unterschiedliche Taktungen vorsehen, statt ein einheitliches Wechselmuster über die gesamte Reihe zu legen.

Wie sich dieser medienabhängige Wechsel für ein Thema mit mehreren historischen Medienbrüchen konkret ordnen lässt, zeigt die Reihenfolge der Stunden zu Kunst und Medien im Wandel. Historische Drucktechniken wie in der Reihenfolge der Stunden zu Albrecht Dürer brauchen entsprechend längere, geschlossene Rezeptionsblöcke vor der ersten eigenen praktischen Annäherung.

Für die Reihenplanung bedeutet das: Der Rhythmus von Rezeption und Produktion wird nicht einmal für die gesamte Reihe festgelegt, sondern für jeden Medienabschnitt neu justiert, abhängig davon, wie schnell sich ein Zwischenergebnis erzeugen und wieder betrachten lässt.

Einzelne Künstlerpositionen in den Bogen der Reihe einordnen

Reihen, die Rezeption und Produktion verzahnen, arbeiten häufig mit einzelnen Künstlerpositionen als Baustein innerhalb eines größeren thematischen Bogens. Eine einzelne Position liefert dabei den konkreten Analysegegenstand, während der übergeordnete Bogen die Fragestellung liefert, unter der mehrere solcher Bausteine miteinander verglichen werden.

Im Sortiment der Unterrichtsreihen lassen sich solche Bausteine gezielt nach dem gewünschten Schwerpunkt auswählen, etwa nach Medium, nach historischer Einordnung oder nach dem Grad der gesellschaftlichen Aufladung des Werks, und in eine bestehende Rezeptions-Produktions-Struktur einsetzen, ohne die Gesamtreihe neu konzipieren zu müssen.

Wie eine einzelne Doppelstunde innerhalb eines solchen Bausteins konkret aussieht, von der Bildauswahl bis zur formulierten Gestaltungsaufgabe, beschreibt die Seite zur Unterrichtsvorbereitung vom Bild zur Gestaltungsaufgabe für die einzelne Stunde, während diese Seite die Abfolge mehrerer solcher Stunden über die gesamte Reihe in den Blick nimmt.

Wer mehrere Künstlerpositionen innerhalb einer Reihe kombiniert, sollte vorab festlegen, mit welchen Kategorien sie verglichen werden sollen, statt diese Verbindung erst am Ende improvisieren zu müssen. Eine gemeinsame Frage, etwa nach dem Verhältnis von Bild und Öffentlichkeit oder nach dem Umgang mit einem bestimmten Material, trägt dann über mehrere Positionen hinweg und macht aus einer Aneinanderreihung von Einzelstunden tatsächlich eine Reihe im engeren Sinn.

Wiederkehrende Formate für die Verzahnung von Rezeption und Produktion

Über mehrere Reihen hinweg lohnt es sich, einige wenige Formate für den Wechsel von Rezeption und Produktion einzuführen und wiederzuverwenden, statt für jede Reihe ein neues Format zu entwickeln. Wiederkehrende Formate entlasten die Klasse, weil sie sich nicht bei jeder neuen Reihe zusätzlich an eine neue Arbeitsweise gewöhnen muss, sondern die Aufmerksamkeit ganz auf den neuen Bildgegenstand richten kann.

Ein bewährtes Format ist der kurze Bildvergleich zu zweit: Zwei Schülerinnen oder Schüler erhalten je ein Bild aus demselben thematischen Umfeld und tauschen sich in wenigen Minuten über Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus, bevor die Ergebnisse im Plenum zusammengetragen werden. Dieses Format lässt sich sowohl in frühen, geführten Phasen als auch in späteren, offeneren Phasen der Reihe einsetzen, ohne dass die Klasse jedes Mal neu erklärt bekommen muss, wie es funktioniert.

Ein zweites wiederkehrendes Format ist der kurze Schreibimpuls direkt nach einer Werkphase: ein bis zwei Sätze dazu, welche Entscheidung während der Arbeit am wichtigsten war und warum. Dieser knappe Text dient später als Grundlage für die Prozessbewertung und verhindert, dass wichtige Entscheidungen aus der Werkphase nur mündlich erinnert und beim Bewerten wieder vergessen werden.

Ein drittes Format betrifft die Zwischenpräsentation selbst: eine feste, immer gleiche Rückmelderunde mit zwei oder drei Kategorien, die über verschiedene Reihen hinweg gleich bleiben. Die Klasse lernt dieses Format nur einmal und kann es danach in jeder weiteren Reihe ohne erneute Einführung nutzen, was Zeit für den eigentlichen inhaltlichen Austausch freimacht.

Abschluss der Reihe: von der letzten Werkphase zur Gesamtschau

Die letzte Werkphase einer Reihe unterscheidet sich von den vorangegangenen dadurch, dass keine weitere Rückmeldeschleife mehr folgt. Entsprechend sollte die Zwischenpräsentation deutlich vor diesem Abschnitt liegen, damit die dort gewonnenen Hinweise noch tatsächlich einfließen können, statt erst nach Abgabe des fertigen Produkts sichtbar zu werden.

Die Gesamtschau am Ende bringt Rezeption und Produktion noch einmal zusammen: Die Klasse betrachtet die eigenen und fremden Endergebnisse mit denselben Kategorien, die zu Beginn der Reihe eingeführt wurden, und schließt damit den analytischen Bogen, der die Reihe eröffnet hat. Allgemeine Hinweise zu Aufbau und Länge einer solchen Reihe unabhängig vom Fach bietet die Seite zum Planen von Aufbau, Länge und Sequenz einer Unterrichtsreihe.

Für die Dokumentation reicht am Ende ein knapper Rückblick, welche Bildmerkmale die Klasse zu Beginn kaum benennen konnte und am Ende selbstständig anwendet. Dieser Vergleich liefert einen konkreteren Beleg für den Lernzuwachs über die Reihe als eine reine Bewertung der letzten Werkphase allein.

Eine letzte Doppelstunde ausschließlich für die Gesamtschau einzuplanen, hat sich gegenüber einem beiläufigen Abschluss innerhalb der letzten Werkphase bewährt. Nur mit eigener Zeit dafür lässt sich der Rückbezug auf den Anfang der Reihe tatsächlich herstellen, statt ihn der letzten, ohnehin oft knappen Minute zu überlassen.

Was den Wechsel von Rezeption und Produktion trägt

  • Rezeption vor Produktion, solange ein gemeinsamer Bezugspunkt fehlt.
  • Produktion vor Rezeption, sobald das Verfahren vertraut genug ist.
  • Leitfragen im Verlauf der Reihe schrittweise öffnen statt konstant eng führen.
  • Zwischenpräsentation deutlich vor der letzten Werkphase ansetzen.
  • Prozess und Produkt getrennt bewerten, auch bei unterschiedlicher Gewichtung.
  • Taktung von Rezeption und Produktion je Medium neu justieren.
  • Einzelne Künstlerpositionen als Baustein in einen übergeordneten Bogen einordnen.
  • Gesamtschau am Ende mit denselben Kategorien führen wie der Einstieg.

Wie sich der Wechsel von Rezeption und Produktion für einzelne Themen konkret über mehrere Doppelstunden ordnen lässt, zeigen die verlinkten Reihenartikel jeweils am eigenen Beispiel.

Häufige Fragen

Muss eine Unterrichtsreihe im Fach Kunst immer mit Bildanalyse beginnen?

Nicht zwingend, aber meist sinnvoll, weil die Klasse zu Beginn einen gemeinsamen Bezugspunkt braucht, an dem sich spätere eigene Arbeiten messen lassen. Bei sehr vertrauten Verfahren kann eine Reihe auch mit einer kurzen explorativen Produktionsphase starten, der die systematische Analyse erst im Anschluss folgt. Entscheidend ist, dass die Klasse nicht ohne jedes Werkzeug in die erste Werkphase geht.

Wann sollte die Zwischenpräsentation innerhalb der Reihe liegen?

Am sinnvollsten unmittelbar nach der ersten produktiven Phase, deutlich vor der letzten Werkphase. Liegt sie zu spät, kann die Klasse aus den Rückmeldungen kaum noch etwas für das eigene Produkt machen, und die Präsentation wirkt eher wie eine vorgezogene Abschlusspräsentation. Als grobe Orientierung eignet sich der Bereich um die Hälfte der geplanten Doppelstunden.

Wie lassen sich Prozess und Produkt in der Bewertung sinnvoll trennen?

Am praktikabelsten mit zwei ausgewiesenen Anteilen: einem für die dokumentierte Auseinandersetzung während der Werkphase, einem für das fertige Ergebnis. So wird sichtbar, wenn eine Schülerin oder ein Schüler viel ausprobiert und dazulernt, das Endprodukt aber technisch nicht überzeugt, statt beides in einer einzigen, wenig aussagekräftigen Gesamtnote zu vermischen und damit den eigentlichen Lernzuwachs unsichtbar zu machen.

Wie verändert sich das Verhältnis von Rezeption und Produktion über die Reihe?

Zu Beginn überwiegt meist die geführte Rezeption, weil Fachbegriffe und Betrachtungsweisen erst aufgebaut werden müssen. Zur Mitte hin verschiebt sich das Gewicht zur Produktion, unterbrochen von kürzeren Rezeptionsphasen zur Orientierung. Gegen Ende steht eine eigenständige, vergleichende Analyse eigener und fremder Arbeiten, die die zuvor erarbeiteten Kategorien ohne Vorgabe anwendet.

Muss der Wechsel von Rezeption und Produktion für die ganze Reihe gleich getaktet sein?

Nein. Digitale oder fotografische Verfahren erlauben kurze Zyklen aus Betrachten und Herstellen innerhalb einer Doppelstunde, während technisch aufwendigere Verfahren wie klassische Druckgrafik längere, geschlossene Phasen brauchen. Die Taktung wird deshalb je Medienabschnitt neu justiert, statt ein einziges Wechselmuster über die gesamte Reihe zu legen. Wer mehrere Medien innerhalb einer Reihe kombiniert, plant diesen Wechsel für jeden Abschnitt getrennt und legt ihn nicht im Voraus für die gesamte Reihe einheitlich fest.

Was gehört an das Ende einer solchen Unterrichtsreihe?

Eine Gesamtschau, in der eigene und fremde Endergebnisse mit denselben Kategorien betrachtet werden, die zu Beginn der Reihe eingeführt wurden. Ergänzend lohnt sich ein knapper Rückblick darauf, welche Bildmerkmale die Klasse anfangs kaum benennen konnte und am Ende selbstständig anwendet, weil dieser Vergleich den Lernzuwachs über die Reihe konkreter zeigt als die Bewertung der letzten Werkphase allein.