FachKomplett Kunst & Gestaltung Berufsschule – 20 Unterrichtsreihen
Alle 20 Unterrichtsreihen als einzelne Downloads; beim Einzelkauf kosten 20 Reihen zu je 39,90 € zusammen 798,00 €.
Kunst & Gestaltung · Berufsschule · Raumgestaltung
Wer Räume ausstattet, ausbaut oder beschildert, muss einen Raum auf dem Blatt darstellen, Materialien begründet auswählen und Menschen den Weg zeigen. Vier Unterrichtsreihen verbinden diese Aufgaben mit konkreten Kundenaufträgen und einer Praxisprüfung.
Raumgestaltung gelingt im Berufsschulunterricht, wenn Sie vier Fähigkeiten getrennt üben und dann in einem Auftrag zusammenführen: den Raum perspektivisch richtig zeichnen, Materialproben mit überprüfbaren Merkmalen beschreiben, Farbe als Orientierungssystem einsetzen und Wegweiser vom Standort der Besuchenden aus denken. Jede der vier Reihen umfasst acht Unterrichtsstunden zu 45 Minuten und eine 90-minütige Praxisprüfung. Die Lernenden brauchen keine gestalterische Vorbildung und kein CAD. Einen Einstieg bietet Raumzeichnen mit Fluchtpunkt, weil dort mit Lineal, Bleistift und Transparentpapier gearbeitet wird. Wer Material und Farbe im Raum behandeln möchte, findet in Materialcollage für einen Raum und Farbe als Orientierung die passenden Aufträge. Alle vier Reihen liegen auch im FachKomplett.
Raumzeichnen scheitert im Unterricht selten an der Zeichenfertigkeit. Häufiger fehlt die Vorstellung, was ein Fluchtpunkt festlegt. Die Reihe zum Raumzeichnen beginnt deshalb nicht mit einer Konstruktionsanleitung, sondern mit einem Auftrag: Eine Werkstatt wandelt einen Raum in einen Beratungsplatz um, und eine verständliche Ansicht mit Tisch und Rückwandregal ist gefragt. Verbindlich sind ein Fluchtpunkt, eine sichtbare Rückwand und ein Tischkörper.
Das fachliche Fundament ist knapp. Der Horizont liegt auf der Augenhöhe der betrachtenden Person. In der frontalen Einpunktperspektive bleiben Kanten parallel zur Bildebene waagerecht oder senkrecht, und nur die Kanten in die Raumtiefe laufen zum gemeinsamen Fluchtpunkt. Daraus folgt ein Verfahren, das sich in jeder Berufsgruppe bewährt: Zuerst werden Augenhöhe und Fluchtpunkt festgelegt, dann die Möbelvorderseite als Rechteck gezeichnet, danach werden die vorderen Ecken mit dem Fluchtpunkt verbunden und erst zuletzt die hintere Kante parallel zur vorderen übertragen.
Typische Schwierigkeiten lassen sich vorhersagen. Der Tisch wirkt verdreht, weil die Tiefenkanten nicht denselben Punkt treffen. Das Regal scheint zu kippen, obwohl die Wand gerade ist, weil senkrechte Stützen und Tiefenlinien vermischt wurden. Die Reihe setzt dafür auf Prüflinien: Zwei Tiefenkanten des Raums und zwei des Möbels werden mit dem Lineal verlängert. Treffen sie verschiedene Punkte, ist der Fehler sichtbar, ohne dass die Lehrkraft korrigieren muss. In der Fehlerdiagnose verlängern die Lernenden die Tiefenlinien in einer zweiten Farbe und prüfen die Stützen getrennt davon. Eine Partnerin legt Transparentpapier auf, verlängert vier Kanten und markiert diejenige, die die gemeinsame Richtung verfehlt.
Eine Rückfrage ist didaktisch ergiebig: Darf der Fluchtpunkt außerhalb eines Möbelstücks liegen? Die Antwort lautet ja, denn er folgt der Blickrichtung und nicht der Mitte des Gegenstands. Wer das erklären kann, hat verstanden, dass Perspektive eine Regel ist und kein Gefühl für Tiefe. Als Erweiterung dient die Frage, wann ein zweiter Fluchtpunkt für ein gedrehtes Möbel sinnvoll wäre.
In der Raumausstattung und im Innenausbau fällt das Wort „gemütlich“ in fast jedem Beratungsgespräch, und jede Person meint etwas anderes. Die Reihe zur Materialcollage nimmt diesen Konflikt ernst. Für die Leseecke eines Betriebs soll eine ruhige, aber nicht sterile Materialstimmung entstehen, und die Lernenden erstellen daraus eine Entscheidungshilfe für das Kundengespräch.
Der erste Lernschritt ist physikalisch und leicht zu zeigen. Glanz erzeugt gerichtete Reflexe, matte Flächen streuen das Licht breiter. Eine Farbbezeichnung allein beschreibt eine Oberfläche deshalb nicht. Proben werden unter derselben Beleuchtung verglichen, bevor jemand ihre Unterschiede benennt. Aus dem Adjektiv wird eine Liste: matte Oberfläche, weicher Hell-Dunkel-Kontrast, sichtbare Struktur. Als Gegenprobe deckt eine Testperson die Zielwörter ab, wählt zwei Wirkungsbegriffe und belegt sie an konkreten Proben. Gelingt der Beleg nicht, war die Beschreibung zu vage.
Für die Bewertung ist wichtig, dass die Collage Rollen verteilt. Eine breite matte Hauptfläche, eine kleine strukturierte Probe und ein schmaler Akzent erzeugen eine andere Stimmung als drei gleich große Muster. Im Transferfall der Reihe soll ein Beratungsraum konzentriert und einladend wirken, mit drei Mustern, einer begründeten Alternative und einer zurückhaltenden Akzentfarbe. Die Lernenden müssen also nicht „schön“ gestalten, sondern Anteile festlegen und begründen. Das entspricht dem, was eine Kundin oder ein Kunde tatsächlich verlangt: eine Entscheidung, die sich nachvollziehen lässt.
Die dritte Aufgabe betrifft Menschen, die sich in einem Raum zurechtfinden sollen. Zwei Reihen behandeln sie aus unterschiedlichen Richtungen. Bei der Farbreihe kennzeichnet ein Fachmarkt drei Abholbereiche, und das System soll auch dann funktionieren, wenn zwei Farbtöne ähnlich erscheinen. Der Kern ist ein Wahrnehmungsphänomen: Rot und Grün können verschieden aussehen und trotzdem ähnlich hell sein. Beim Entfärben verschwindet der Unterschied. Die Lernenden prüfen deshalb, ob Schrift und Grund auch als Hell-Dunkel-Paar unterscheidbar sind, und fotografieren die gemischten Karten in Graustufen. Wenn ein Auftraggeber ausschließlich Pastellfarben wünscht, bleiben die Pastelltöne als Fläche erhalten, und dunkle Schrift und markante Formen übernehmen die Unterscheidung.
Die Reihe zum Leitsystem setzt beim Standort an. Ein Plan zeigt Orte von oben, ein Pfeil richtet sich an Menschen, die an einer bestimmten Stelle stehen. Dreht man sich um, tauschen links und rechts ihre Bedeutung. Deshalb werden zuerst Standort und Blickrichtung markiert. Die Gegenprobe ist handfest: Zwei Personen gehen vom eingezeichneten Start aus mit dem Finger den Weg ab, und die Klasse zählt Fehlabbiegungen und notiert den ersten Zweifel.
Wie die vier Reihen zusammenwirken, zeigt ein Planungsbeispiel für ein Ausbauprojekt. Die Raumansicht klärt, wo Beratung, Werkstatt und Anmeldung liegen. Die Materialcollage legt die Stimmung der Flächen fest. Das Farbsystem markiert die Bereiche, und das Leitsystem führt die Besuchenden hin. Jede Reihe lässt sich einzeln unterrichten, in dieser Folge ergeben sie aber ein durchgängiges Raumprojekt über ein Schulhalbjahr.
Jede Reihe ist ein eigenständiger Download mit Lernheft, Lehrerheft, Praxisprüfung und Fallwerkstatt. Das FachKomplett enthält alle vier und 16 weitere.
Alle 20 Unterrichtsreihen als einzelne Downloads; beim Einzelkauf kosten 20 Reihen zu je 39,90 € zusammen 798,00 €.

Drei Abholbereiche eines Fachmarkts erhalten ein Farbsystem, das auch in der Graustufenprobe noch funktioniert.

Wegweiser zu Werkstatt, Beratung und Anmeldung für Besuchende, die von zwei Seiten an eine Kreuzung kommen.

Eine Entscheidungshilfe aus Materialproben für die Leseecke eines Betriebs, geeignet für das Kundengespräch.

Eine Raumansicht mit Tisch und Rückwandregal in frontaler Einpunktperspektive, mit Konstruktionslinien in separater Skizze.
| Reihe | Auftrag | Prüffrage am Ergebnis | Transferfall in der Prüfung |
|---|---|---|---|
| Raumzeichnen mit Fluchtpunkt | Beratungsplatz mit Tisch und Rückwandregal | Treffen die verlängerten Tiefenkanten denselben Punkt? | Tresen für einen Empfang in frontaler Raumansicht |
| Materialcollage für einen Raum | Leseecke eines Betriebs | Lässt sich jede Wirkung an einer konkreten Probe belegen? | Beratungsraum, konzentriert und einladend |
| Farbe als Orientierung | Drei Abholbereiche im Fachmarkt | Sind die Karten in Graustufen noch zuzuordnen? | Farbsystem für drei Räume einer Berufsschulmesse |
| Leitsysteme für einen Messestand | Wegweiser zu Werkstatt, Beratung, Anmeldung | Finden Testpersonen den Weg ohne Fehlabbiegung? | Zwei Schilder für eine T-Kreuzung |
Nein. Der Einstieg erfolgt über ein Bildlabor mit zwei Fassungen, an denen die Klasse Kanten mit dem Lineal verlängert. Gezeichnet wird mit Lineal und Bleistift, eine gestalterische Berufsausbildung wird nicht vorausgesetzt. Für Gruppen mit wenig Übung gibt es ein Gerüst, das nur das erste Kriterium untersucht, nämlich den gemeinsamen Fluchtpunkt.
Jede Reihe umfasst acht Stunden zu 45 Minuten, dazu kommt eine praktische Leistungsaufgabe von 90 Minuten. Wer zwei Reihen kombiniert, plant etwa 16 Stunden plus zwei Prüfungstermine ein. Die Reihen bauen nicht zwingend aufeinander auf, deshalb können Sie die Reihenfolge an Ihren Stundenplan anpassen.
Die Reihen sind keinem einzelnen Landeslehrplan oder Rahmenlehrplan zugeordnet, sondern als Gestaltungspraxis für Berufsschule und Berufskolleg angelegt. Lernfeldnummern werden bewusst nicht genannt. Falls etwas nicht zu Ihren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen das Material für Sie an.
Die Praxisprüfung arbeitet mit einem Raster von 40 Punkten und einem Erwartungshorizont. Zwei unterschiedliche Lösungswege können volle Punktzahl erreichen, wenn Auftrag, überprüfbare Beobachtung und Folgerung zusammenpassen. Teilpunkte sind vorgesehen.
Eine Einzelreihe kostet 39,90 € (Schullizenz 199,50 €). Das FachKomplett bündelt alle 20 Reihen, die einzeln zusammen 798,00 € kosten würden. Für ein reines Raumprojekt reichen die vier hier gezeigten Einzelreihen.
Nur die Seiten 1 bis 3 der Praxisprüfung sind für Lernende gedacht. Der Erwartungshorizont und die Seite 4 der Fallwerkstatt sind für die Lehrkraft bestimmt. Wenn Sie den Transferfall als unbekannten Auftrag nutzen, geben Sie die zugehörige Lehrerseite vorher nicht an die Klasse.