Jeff Wall im Kunstunterricht: inszenierte Fotografie analysieren und gestalten

Kunst Sek II · Fotografie

Jeff Wall im Kunstunterricht: inszenierte Fotografie analysieren und selbst gestalten

Eine Unterrichtsreihe für den Grundkurs, die zwei Werke von Jeff Wall erschließt und die Fragen daraus in ein eigenes Fotoprojekt überträgt. Mehr als die Hälfte der Zeit ist praktische Bildarbeit.

12 × 45 Min.auch als 6 Doppelstunden
51 Seitendrei A4-PDFs und bearbeitbare Fassung
295 von 540 Min.praktische Bildarbeit, rund 55 %
100 PunktePraxisportfolio, dazu zwei Klausurvorschläge

Wie unterrichtet man Jeff Wall so, dass Analyse und eigene Gestaltung zusammenpassen? Die Reihe Jeff Wall: Inszenierte Fotografie beantwortet das mit einem festen Plan für 12 Stunden im Grundkurs. In den ersten Stunden untersuchen die Lernenden „A Sudden Gust of Wind (after Hokusai)“ und „The Storyteller“. Sie halten Raumschemata und Deutungsthesen fest. Danach planen sie in Teams ein eigenes inszeniertes Foto, testen Bildvariationen mit jeweils einer veränderten Größe, wählen über einen Kontaktbogen aus und setzen nach dem Feedback eine Nachaufnahme um. Die Leistung wird über ein Praxisportfolio mit 100 Punkten bewertet. Zwei Klausurvorschläge mit Erwartungshorizont liegen zusätzlich bei. Das Material umfasst 51 Seiten und kostet 39,90 € als Einzellizenz und 199,50 € als Schullizenz. Weitere Titel zum Thema finden Sie in der Kollektion zu Jeff Wall und inszenierter Fotografie.

Worum es geht: Fotografie als Entscheidung

Viele Lernende halten ein Foto für einen festgehaltenen Augenblick. Bei Jeff Wall trägt diese Annahme nicht. „A Sudden Gust of Wind (after Hokusai)“ sieht aus wie ein flüchtiger Moment, ist aber aus mehreren Aufnahmen gebaut. Die Reihe nimmt diesen Widerspruch als Ausgangspunkt. Schon in der ersten Stunde fotografieren die Lernenden zwei Ausschnitte desselben Gegenstands und vergleichen die Wirkung. So wird früh sichtbar, dass Bildwirkung aus Entscheidungen entsteht, die jemand bewusst getroffen hat.

Fachlich unterscheidet die Reihe Inszenierung, Montage und Ausschnitt. Am zweiten Werk, „The Storyteller“, untersuchen die Lernenden Gruppen, Zwischenräume und Infrastruktur und beziehen ein kurzes Künstlerzitat ein. Das Problem, das die Reihe löst, kennen viele Kunstlehrkräfte: Analyse und Praxis laufen oft nebeneinander her. Hier bereitet die Analyse die eigene Arbeit direkt vor. Wer das Raumschema eines Wall-Bildes erstellt hat, plant die eigene Szene genauer. Die Kompetenzen der Reihe reichen vom Trennen von Beschreibung und Deutung bis zum Überarbeiten des eigenen Ergebnisses nach Kriterien.

Das Material im Überblick

So laufen die 12 Stunden ab

Die Reihe ist für zwölf Einzelstunden geplant und lässt sich in sechs Doppelstunden unterrichten. Nach dem Einstieg folgen zwei Analysestunden zu den beiden Werken. In Stunde 4 grenzen die Teams ihre Bildidee ein, legen zwei Entwurfsskizzen an und halten einen Aufbauplan fest, der eine Variante ohne Personen einschließt.

Danach beginnt die Praxisphase. In Stunde 5 entstehen drei Bildpaare, bei denen jeweils genau eine Größe verändert wird: Abstand, Blickrichtung oder Kamerastandpunkt. Es folgen zwei Produktionsstunden, die zweite mit Rollenwechsel und einem bewusst veränderten Mittel. In Stunde 8 wählen die Teams sechs Aufnahmen für den Kontaktbogen aus und holen die Rückmeldung eines anderen Teams ein. Daraus planen sie eine Nachaufnahme, die sie in Stunde 9 umsetzen und im Vorher-nachher-Vergleich prüfen.

Die letzten drei Stunden dienen der Auswahl und zurückhaltenden Bearbeitung des Endbildes, dem Portfolio mit individueller Reflexion sowie einer Galerie-Runde mit Rückbezug auf Jeff Wall. Das Lehrermaterial enthält dazu minutierte Abläufe für alle zwölf Stunden.

Ablauf als Doppelstunden

Der Stoffverteilungsplan fasst die zwölf Stunden zu sechs Doppelstunden zusammen.

Doppelstunde Stunden Was passiert Ergebnis
1 Erschließung 1–2 Einstieg, Analyse von A Sudden Gust of Wind Raumschema, Deutungsthese
2 Entwurf 3–4 The Storyteller, eigene Bildidee Skizzen, Aufbauplan
3 Tests und Produktion 5–6 Bildpaare mit einer Variable, erste Serie Erste Aufnahmen
4 Auswahl 7–8 Produktion mit Variante, Kontaktbogen, Feedback Plan für Nachaufnahme
5 Nachaufnahme 9–10 Änderung umsetzen, Endbild bearbeiten Endbild
6 Abschluss 11–12 Portfolio, Reflexion, Galerie Praxisportfolio

Bewertung, Grenzen und was Sie bereitstellen

Bewertet wird über ein Praxisportfolio mit 100 Punkten. Es besteht aus Endbild, Kontaktbogen, Prozessdokumentation und einer individuellen Reflexion mit 150 bis 180 Wörtern. 75 Punkte entfallen auf Gruppenprodukt und Prozess, 25 auf die Einzelleistung. Alternativ gibt es zwei Klausuren: eine Analyseklausur zu „A View from an Apartment“ mit 90 Minuten und eine gestaltungspraktische Klausur mit 135 Minuten. Beide gehören nicht zu den zwölf Stunden und brauchen eigene Prüfungszeit.

Die Originalwerke sind nicht abgedruckt. Sie stellen für Betrachtung und Klausur eine geeignete Abbildung bereit, Werkangaben, Bildlinks und QR-Codes erleichtern das. Die drei Übungsbilder sind als KI-generiert gekennzeichnet und keine Werke Jeff Walls. Zur Differenzierung gibt es eine Gegenstandsvariante für Lernende, die nicht fotografiert werden möchten. Sie wird nach denselben Kriterien bewertet und kann die volle Punktzahl erreichen. Technisch genügt ein Smartphone oder eine Kamera pro Team, ein Drucker ist nicht zwingend nötig. Kameravorkenntnisse braucht niemand, Erfahrung mit Bildbeschreibung hilft. Tageslicht und vorhandene Gegenstände reichen für die Szenen aus.

  • Hoher Praxisanteil295 von 540 Minuten sind für Bildarbeit eingeplant.
  • Zwei MusteranalysenVollständig ausformuliert zu beiden Unterrichtswerken.
  • Erwartungshorizonte je AuftragStatt einer Pauschallösung.
  • GegenstandsvarianteFür Lernende, die nicht fotografiert werden möchten.
  • Bildzugänge ohne SucharbeitWerkangaben, Bildlinks und QR-Codes.
  • Bearbeitbare FassungAlle Texte und Aufgaben als HTML und JSON.

Weiterlesen und passende Sammlungen

Weitere Materialien zur Fotografie im Kunstunterricht der Oberstufe finden Sie hier.

Häufige Fragen

Sind die Originalwerke von Jeff Wall abgedruckt?

Nein. Die Werke sind urheberrechtlich geschützt. Sie werden über genaue Werkangaben, anklickbare Bildzugänge und QR-Codes erschlossen. Für Betrachtung und Klausur stellen Sie eine geeignete Abbildung bereit. Die drei Übungsbilder sind KI-generiert, entsprechend gekennzeichnet und keine Werke Jeff Walls. Sie dienen der Analyse und den Variationsübungen.

Sind die Klausuren Teil der zwölf Stunden?

Nein. Die zwölf Stunden führen zum Praxisportfolio. Die Analyseklausur mit 90 Minuten und die gestaltungspraktische Klausur mit 135 Minuten sind zusätzliche oder alternative Leistungsformate. Beide haben einen Erwartungshorizont und einen Lösungsvorschlag und brauchen eigene Prüfungszeit. Sie entscheiden, ob Sie eine davon einsetzen.

Welche Technik brauchen die Schülerinnen und Schüler?

Ein Smartphone oder eine Kamera pro Team reicht aus. Bearbeitet wird mit vorhandenen, kostenlosen Mitteln. Ein Drucker ist nicht zwingend nötig. Tageslicht und Gegenstände, die ohnehin im Raum sind, genügen für die Szenen. Kameravorkenntnisse sind nicht nötig, Erfahrung mit Bildbeschreibung hilft.

Was, wenn jemand nicht fotografiert werden möchte?

Dann gestaltet das Team eine gleichwertige Gegenstandsszene. Sie wird nach denselben Kriterien bewertet wie eine Szene mit Personen und kann die volle Punktzahl erreichen. Schon der Aufbauplan in Stunde 4 sieht eine Variante ohne Personen vor, sodass niemand ausweichen muss.

Ist die Reihe einem bestimmten Abiturjahrgang zugeordnet?

Nein, eine amtliche Zuordnung wird nicht behauptet. Die Reihe passt dort, wo Fotografie, Inszenierung oder Bildanalyse im Grundkurs vorgesehen sind. Falls etwas nicht zu Ihren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen das Material für Sie an. Die bearbeitbare Fassung erleichtert eigene Anpassungen zusätzlich.

Wie umfangreich ist das Material?

Insgesamt 51 Seiten in drei A4-PDFs: ein Lern- und Praxisheft mit 20 Seiten, Lehrermaterial mit 21 Seiten und ein Klausurpaket mit 10 Seiten. Dazu kommen drei Übungsbilder und eine bearbeitbare Fassung als HTML und JSON, mit der Sie Texte und Aufgaben an Ihren Kurs anpassen.