Moderne Musik im Wandel: Lernkontrollen im Zyklus 3
Eine Lernkontrolle wird erst dann fair, wenn die Klasse vor der Prüfung genau weiss, wonach bewertet wird, nicht erst danach. Für eine Reihe zu moderner Musik im Wandel heisst das, Beurteilungskriterien vorab offenzulegen, weil das Thema mehrere gleichwertige Antworten zulässt und ohne klare Kriterien kaum objektiv korrigierbar wäre.
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Warum Kriterien vorab entscheiden, nicht die Korrektur
Wenn Beurteilungskriterien erst während der Korrektur entstehen, orientieren sie sich leicht an den tatsächlich eingereichten Antworten statt an dem, was vorher tatsächlich verlangt war. Das führt dazu, dass zufällig gewählte Formulierungen einer Klasse die Kriterien mitbestimmen, was die Lernkontrolle für spätere Klassen mit denselben Aufgaben unfair macht.
Im Fachbereich MU im Zyklus 3 ist das besonders relevant, weil viele Aufgaben zu Höreindrücken oder gesellschaftlichem Kontext von Musik mehrere plausible Antworten zulassen. Ohne vorab festgelegte Kriterien lässt sich kaum unterscheiden, welche dieser Antworten eine gute und welche eine ungenügende Leistung darstellt.
Was fehlt, wenn Kriterien erst nach der Lernkontrolle klar werden
Ohne vorab kommunizierte Kriterien weiss eine Klasse nicht, worauf sie sich konzentrieren soll: auf möglichst viele Beobachtungen, auf eine besonders tiefe Begründung oder auf eine bestimmte Fachterminologie. Diese Unsicherheit führt oft dazu, dass Schülerinnen und Schüler auf Nummer sicher gehen und möglichst viel aufschreiben, statt gezielt zu antworten.
Für die Lehrperson bedeutet das zusätzlich einen höheren Korrekturaufwand, weil sich ohne klare Kriterien schwerer entscheiden lässt, wie viele Punkte eine bestimmte Antwort verdient. Vorab festgelegte Kriterien beschleunigen die Korrektur und machen sie gleichzeitig nachvollziehbarer für die Klasse.
Hinzu kommt, dass unklare Kriterien bei Rückfragen zur Bewertung schwer zu verteidigen sind. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler nachfragt, warum eine bestimmte Antwort weniger Punkte erhalten hat als erwartet, lässt sich das mit einem vorab kommunizierten Kriterienraster deutlich einfacher und nachvollziehbarer begründen als mit einer erst im Nachhinein entwickelten Einschätzung.
Was Kriterien vorab nicht leisten müssen
Kriterien vorab bekannt zu geben heisst nicht, jede mögliche Antwort im Voraus aufzulisten. Es reicht, die Bewertungsdimensionen zu benennen, etwa Genauigkeit der Beobachtung, Verwendung von Fachbegriffen und Nachvollziehbarkeit der Begründung, ohne bereits festzulegen, welche konkrete inhaltliche Aussage darunter fällt.
So bleibt Raum für individuelle und auch unerwartete, aber gut begründete Antworten, während gleichzeitig klar ist, an welchen Massstäben sie gemessen werden. Diese Balance zwischen Offenheit und Klarheit unterscheidet ein brauchbares Kriterienraster von einer blossen Musterlösung, die keine Abweichung mehr zulässt.
Moderne Musik im Wandel als Fall mit vielen möglichen Antworten
Die Reihe «Moderne Musik im Wandel» verbindet musikalische, gesellschaftliche und teils physikalische Aspekte, was zu einer grossen Bandbreite möglicher Schülerantworten führt. Ohne klare Kriterien lässt sich schwer entscheiden, ob eine Antwort, die stark auf den gesellschaftlichen Kontext eingeht, gleich viel wert ist wie eine Antwort, die sich auf klangliche Merkmale konzentriert.
Eine mögliche Lösung liegt darin, für die Reihe «Moderne Musik im Wandel» mehrere gleichwertige Zugänge im Kriterienraster ausdrücklich zuzulassen, statt nur einen einzigen als richtig zu werten. Ergänzend eignet sich die Reihe zu Musik von 1950 bis heute, um dieselbe Offenheit an einem weiteren Beispiel zu üben, bevor die eigentliche Lernkontrolle stattfindet.
Wie sich Kriterien praktisch vorab kommunizieren lassen
Ein einfaches Mittel ist ein kurzes Kriterienblatt, das der Klasse spätestens zu Beginn der letzten Übungslektion vorliegt und benennt, wie viele Beobachtungen, welche Fachbegriffe und welcher Grad an Begründung erwartet werden. Dieses Blatt lässt sich für spätere Reihen mit ähnlichem Aufbau wiederverwenden und muss nicht bei jedem neuen Thema von Grund auf neu erfunden werden.
Eine Übersicht dazu, wie sich Lernkontrollen im Zyklus 3 grundsätzlich transparent gestalten lassen, bietet die Übersichtsseite zu Lernkontrollen im Zyklus 3. Ergänzend zeigen Hinweise zu Klanglandschaften ohne Fachraum und ein Hörprotokoll zur Programmmusik, wie sich Höraufgaben konkret vorbereiten lassen, eine Gesamtübersicht die Übersicht zu Mathematik-Unterrichtsmaterial nach Lehrplan 21 für den Zyklus 3.
Häufige Fragen
Warum sollten Beurteilungskriterien vor der Lernkontrolle bekannt sein?
Weil sich Kriterien sonst leicht an den tatsächlich eingereichten Antworten einer Klasse orientieren statt an dem, was ursprünglich verlangt war. Das macht die Korrektur unfair gegenüber späteren Klassen mit derselben Aufgabe und lässt die aktuelle Klasse im Unklaren darüber, worauf sie sich in der Vorbereitung konkret konzentrieren soll.
Wie geht man mit mehreren gleichwertigen Antworten bei Moderne Musik im Wandel um?
Am besten, indem das Kriterienraster von vornherein mehrere gültige Zugänge zulässt, etwa einen eher gesellschaftlichen und einen eher klanglichen. So wird keine Schülerin und kein Schüler benachteiligt, nur weil ein anderer, ebenso plausibler Schwerpunkt gewählt wurde als die Lehrperson ursprünglich im Kopf hatte.
Wie detailliert sollte ein Kriterienblatt für die Klasse sein?
So detailliert, dass die Klasse erkennt, wie viele Beobachtungen und welcher Grad an Begründung erwartet werden, aber nicht so eng, dass nur eine einzige Formulierung als richtig gilt. Ein kurzes, wiederverwendbares Blatt reicht meist aus und muss nicht für jede einzelne Reihe komplett neu geschrieben werden.
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