Konflikte in der Kita-Gruppe begleiten: Gefühle benennen und regulieren
Kinder streiten, weil sie etwas wollen und noch keine Worte dafür haben. Konfliktbegleitung in der Kita setzt deshalb an zwei Stellen an: am Gefühlswortschatz und an der Beruhigung. Wer benennen kann, was er fühlt, muss weniger schubsen. Und wer einen verlässlichen Ort zum Herunterkommen kennt, ist danach überhaupt erst gesprächsfähig.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Erst regulieren, dann klären: Ein aufgebrachtes Kind kann nicht verhandeln.
- Gefühlswörter werden im Alltag eingeführt, nicht erst im Streitfall.
- Rollenspiel übt Streitschlichtung in ruhigen Momenten ein.
- Erwachsene moderieren, sie sprechen Schuld nicht zu.
- Ein fester Ablauf gibt beiden Kindern gleich viel Redezeit.
- Tätigkeiten mit den Händen helfen vielen Kindern beim Herunterfahren.
Gefühlswortschatz vor dem Konflikt aufbauen
Ein Kind, das nur „gut“ und „doof“ zur Verfügung hat, kann seinen Ärger nicht beschreiben. Führen Sie deshalb im Morgenkreis nach und nach Wörter ein: wütend, enttäuscht, eifersüchtig, erleichtert. Wirksam ist die Verbindung von Wort und Ausdruck über Mimik und Körperhaltung, wie sie der Beitrag Mimik, Gestik & Gefühle beschreibt. Lassen Sie Kinder Gefühlsgesichter selbst herstellen, statt fertige Karten auszuteilen: Ausschneiden und Aufkleben verankert die Begriffe stärker. Passende Schneideübungen liefert die Reihe Die Schere und ich – Schneiden lernen, ergänzend lassen sich Gefühlsbilder mit den Schwungübungen aus Stift und Spur gestalten.
Ein Ablauf, der beiden Kindern gehört
Konfliktgespräche brauchen eine Reihenfolge, die immer gleich bleibt. Bewährt haben sich vier Schritte: trennen und beruhigen, beide Seiten nacheinander erzählen lassen, die Gefühle benennen, gemeinsam eine Lösung suchen. Ihre Aufgabe ist die Moderation. Sie fassen zusammen, was Sie gehört haben, und geben es an das andere Kind weiter, statt zu urteilen. Fragen Sie am Ende beide, ob die Lösung für sie geht. Kinder, die zuvor Gesprächsregeln geübt haben, kommen mit diesem Ablauf schneller zurecht.
Streitschlichtung im Rollenspiel üben
Im Ernstfall ist keine Zeit zum Lernen. Spielen Sie deshalb typische Situationen im ruhigen Moment durch: zwei Kinder wollen dasselbe Fahrzeug, jemand wird nicht mitgespielt, ein Turm fällt um. Die Kinder übernehmen abwechselnd beide Rollen, danach die der Schlichterin. Dieser Rollenwechsel ist der entscheidende Teil, weil er die Perspektive öffnet. Anregungen zum Aufbau solcher Spielsituationen bietet der Beitrag Rollenspiel in der Kita.
Rituale zur Beruhigung
Jede Gruppe braucht einen Ort und eine Handlung für das Herunterkommen. Das kann eine Ecke mit Kissen sein, eine Sanduhr, drei tiefe Atemzüge mit den Händen auf dem Bauch. Viele Kinder regulieren sich am besten über die Hände: kneten, fädeln, drücken. Material dafür bündelt die Reihe Kneten, Fädeln, Greifen – Handkraft & Fingergeschick, im Zusammenhang mit weiteren Bausteinen auch das Sparpaket Feinmotorik. Wichtig ist, dass die Ecke kein Strafort ist, sondern jederzeit freiwillig genutzt werden darf.
Häufige Fragen
Sollen Erwachsene bei jedem Streit eingreifen?
Nein. Kinder lösen viele Konflikte selbst, und dabei lernen sie am meisten. Greifen Sie ein, wenn jemand verletzt wird, wenn ein Kind deutlich unterlegen ist oder wenn sich dieselbe Auseinandersetzung immer wiederholt. In allen anderen Fällen bleiben Sie in Hörweite und melden sich erst, wenn die Kinder von selbst nicht weiterkommen.
Wie gehe ich mit einem Kind um, das regelmäßig zuschlägt?
Stoppen Sie das Verhalten sofort und ohne lange Erklärung, und kümmern Sie sich zuerst um das getroffene Kind. Das Gespräch folgt später, wenn beide ruhig sind. Suchen Sie nach Mustern: Tageszeit, Gruppengröße, bestimmte Situationen. Häufig fehlt dem Kind ein Wort oder eine Strategie, nicht die Einsicht. Bei anhaltendem Verhalten beziehen Sie die Eltern ein.
Ab welchem Alter können Kinder Gefühle benennen?
Grundgefühle wie Freude, Angst, Wut und Trauer erkennen und benennen viele Kinder ab etwa drei Jahren. Feinere Abstufungen wie enttäuscht oder eifersüchtig kommen im fünften und sechsten Lebensjahr dazu, wenn sie regelmäßig vorkommen. Entscheidend ist, dass Erwachsene ihre eigenen Gefühle laut benennen und so Vorbilder für die Wortwahl liefern.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
- eine Präsentation für den Unterrichtseinstieg
- einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
- je nach Reihe Klausur- oder Testvorlagen
Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.
Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.
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Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.
Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.
Eine Unterrichtsreihe deckt ein einzelnes Thema ab, etwa „Genetik" oder „Kurzgeschichten analysieren". Sie passt, wenn du gezielt eine Sequenz vorbereitest.
Ein FachKomplett-Paket bündelt die zentralen Themen eines ganzen Fachs zu einem Gesamtpreis, der deutlich unter der Summe der Einzelreihen liegt. Das lohnt sich, sobald du ein Fach dauerhaft unterrichtest. Eine Übersicht aller Reihen steht auf der FachKomplett-Seite.
Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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