Informatik· Sek I

Cybersecurity – Phishing und Social Engineering: im Modul Medien und Informatik

von Luca 19.09.2026 1 Min. Lesezeit
Cybersecurity: Phishing und Social Engineering – Informatik Unterrichtsmaterial (Sek I, Klasse 7–10)

Cybersecurity mit Phishing und Social Engineering gehört dort ins Modul Medien und Informatik, wo es um Erkennungsmerkmale, technische Mechanismen und eigenes Verhalten geht. Rechtliche und gesellschaftliche Fragen rund um Betrug und Manipulation laufen eher in einem Fachbereich wie ERG oder RZG mit. Zyklus 3 profitiert davon, wenn beide Zugänge bewusst getrennt und anschliessend im Unterricht wieder zusammengeführt werden.

Material zu diesem Artikel

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Zwei Zugänge zu einem Thema

Medien und Informatik ist im Lehrplan 21 als eigenes Modul angelegt und wird in vielen Kantonen ab Zyklus 3 zusätzlich mit einem eigenen Lektionengefäss geführt. Gleichzeitig laufen Medien- und ICT-Kompetenzen fächerübergreifend weiter mit. Bei einem Thema wie Phishing und Social Engineering trifft das direkt aufeinander: Es lässt sich technisch im Modul behandeln und gleichzeitig gesellschaftlich in einem Fachbereich einordnen.

Für die Lehrperson heisst das zuerst: unterscheiden, bevor geplant wird. Wer beides vermischt, verliert entweder die technische Tiefe oder die gesellschaftliche Einordnung. Eine klare Aufteilung erleichtert auch die spätere Lernkontrolle, weil dann von Anfang an klar ist, welches Wissen wo geprüft wird und welche Klassenlehrperson dafür zuständig bleibt. Ohne diese Vorentscheidung entsteht erfahrungsgemäss eine Reihe, die zu viel auf einmal will.

Was im Modul MI konkret Platz hat

Im Teilbereich Informatik des Moduls gehören die technischen Mechanismen von Phishing-Mails ins Zentrum: wie Absenderadressen gefälscht werden, woran manipulierte Links erkennbar sind, wie Social Engineering psychologisch funktioniert. Die Unterrichtsreihe zu Phishing und Social Engineering arbeitet genau auf dieser Ebene und lässt Klassen echte Beispiel-Mails analysieren, statt nur abstrakt darüber zu sprechen.

Ergänzend passt hier auch der Blick auf verwandte Informatik-Themen: Wie Daten grundsätzlich verarbeitet und weitergegeben werden, lässt sich mit Material zu Künstlicher Intelligenz aus dem gleichen Fachbereich verknüpfen, etwa wenn es um automatisiert generierte Phishing-Texte geht, die zunehmend schwerer von echten Mails zu unterscheiden sind. Eine Klasse, die diesen Zusammenhang einmal gesehen hat, überträgt ihn meist auch auf andere Manipulationsversuche.

Was besser in den Fachbereich gehört

Die ethische Seite — warum Manipulation funktioniert, welche Verantwortung Täter und Plattformen tragen — gehört eher in den Kompetenzbereich Ethik, Religionen, Gemeinschaft, im Kanton Zürich unter RKE geführt. Die finanzielle Seite, etwa was ein erfolgreicher Betrug für Betroffene bedeutet, lässt sich im Fachbereich WAH aufgreifen, ohne dass die Informatik-Reihe das doppelt leisten muss.

So bleibt das Modul MI entlastet von Fragen, die es allein nicht sinnvoll tragen kann, und der Fachbereich bekommt einen konkreten, aktuellen Anlass statt eines abstrakten Themas. Diese Zweiteilung lohnt sich gerade deshalb, weil beide Seiten des Themas in der Lernkontrolle sonst schwer sauber zu trennen wären und Bewertungsfragen unnötig verkomplizieren würden.

Eine Reihe, die beides verbindet

In der Praxis bewährt sich eine kurze Absprache im Kollegium: zwei bis drei Lektionen im Modul MI für die technische Analyse, eine Anschlusslektion im Fachbereich für die Einordnung. Nochmals lohnt sich dabei ein Blick auf die Unterrichtsreihe zu Phishing und Social Engineering, weil sie beide Anschlussstellen bereits mitdenkt und der Lehrperson die Aufteilung nicht selbst überlassen bleibt.

Die Übersicht zu Medien und Informatik als Modul neben den Fachbereichen zeigt, wie sich das über mehrere Themen hinweg wiederholt planen lässt. Für den Einstieg ins ganze Themenfeld lohnt sich die Sammlung zu Medien und Informatik im Lehrplan 21, und zum Vergleich mit einem anderen Kontext dienen die Struktur eines Informatik-Fachlehrplans aus Sachsen-Anhalt und die Fachanforderungen Informatik aus Schleswig-Holstein. Beide Vergleichspunkte zeigen, dass die Aufteilung zwischen technischer und gesellschaftlicher Perspektive kein Schweizer Sonderfall ist.

Eine Stolperstelle in der Praxis

Eine häufige Stolperstelle ist die Wahl der Beispiel-Mails: Werden echte, im Internet kursierende Phishing-Mails unverändert verwendet, tauchen darin manchmal reale Namen, Firmen oder Adressen auf, die für den Unterricht ungeeignet sind. Bewährt hat sich, Beispiele leicht anzupassen oder auf bereits aufbereitetes Übungsmaterial zurückzugreifen, damit die Klasse an einem realistischen, aber unbedenklichen Fall arbeitet, statt über einzelne reale Personen oder Firmen zu diskutieren und damit vom eigentlichen Lernziel abzukommen.

Ergänzend lohnt es sich, den Beispielpool von Zeit zu Zeit zu aktualisieren, weil sich Phishing-Techniken laufend weiterentwickeln. Eine Reihe, die ausschliesslich mit mehrere Jahre alten Beispielen arbeitet, wirkt für die Klasse schnell veraltet und weniger überzeugend als aktuelle Fälle aus der jüngeren Vergangenheit. Ein kurzer Blick in aktuelle Warnmeldungen von Konsumentenschutzstellen liefert dafür regelmässig neues, unbedenkliches Anschauungsmaterial, das sich ohne grossen Aufwand in die bestehende Reihe einbauen lässt und die Aktualität der Lektion spürbar erhöht.

Häufige Fragen

Muss Phishing zwingend im Modul MI behandelt werden?

Nein, verpflichtend ist nur, dass Medien- und Informatikkompetenzen irgendwo im Zyklus 3 vorkommen. Viele Schulen legen technische Inhalte wie Phishing bewusst ins Modul, weil dort die nötige Zeit und das passende Vokabular vorhanden sind. Andere Teams verteilen das Thema stattdessen bewusst auf mehrere Fachbereiche gleichzeitig, je nach Stundenplan und Ressourcen.

Wie viel technisches Vorwissen braucht die Lehrperson dafür?

Wenig, solange das Material die Mechanismen erklärt, statt sie vorauszusetzen. Erkennungsmerkmale von Phishing-Mails lassen sich anhand von Beispielen erarbeiten, ohne dass die Lehrperson selbst Sicherheitsexpertin sein muss. Wichtiger ist, dass die Klasse aktiv Beispiele prüft, statt nur zuzuhören und Definitionen auswendig zu wiederholen.

Wie lässt sich das Thema in der Lernkontrolle prüfen?

Sinnvoll ist eine Aufgabe, in der die Klasse eine Beispiel-Mail selbst auf Merkmale hin untersucht, statt Definitionen abzufragen. Das prüft die im Modul erarbeitete Analysefähigkeit direkt und lässt sich unabhängig davon bewerten, was im Fachbereich zusätzlich zur gesellschaftlichen Seite besprochen wurde und dort separat beurteilt wird.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Häufige Fragen

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