Unterrichtsreihe · Zentralabitur NRW
Das Kunstlied im 19. Jahrhundert – Wort-Ton-Verhältnis (Schubert, Schumann)
Analysiert Strophenlied und durchkomponiertes Lied an Beispielen von Schubert und Robert Schumann, mit Höraufgaben und Klausurformat.
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Musik Sek II · Romantik · Kunstlied
Robert Schumanns Liederjahr 1840 und Clara Schumanns eigenständiges Liedschaffen stehen für das Kunstlied der Romantik: die enge Verschränkung von Gedicht, Singstimme und einer Klavierbegleitung, die selbst zur Kommentatorin des Textes wird. Für die Oberstufe liefert das Wort-Ton-Verhältnis den Zugang zu Höranalyse, Partiturarbeit und Klausurformat.
Robert und Clara Schumann werden im Musikunterricht der gymnasialen Oberstufe vor allem über das Kunstlied der Romantik unterrichtet: Robert Schumanns Liederjahr 1840 mit Zyklen wie der Dichterliebe und Clara Schumanns eigenständige Lieder, etwa aus den gemeinsam mit Robert veröffentlichten Zwölf Gedichten aus Friedrich Rückerts Liebesfrühling (1841), zeigen exemplarisch, wie die Klavierbegleitung im Kunstlied nicht nur begleitet, sondern den Text deutet und weiterführt. Im Fach Musik Sek II wird daran das Wort-Ton-Verhältnis analysiert: Strophenlied gegenüber durchkomponiertem Lied, motivische Ausdeutung einzelner Textworte und die Rolle des Klaviernachspiels. Das Thema ist Teil des Inhaltsfelds „Bedeutungen von Musik" der 16-teiligen Unterrichtsreihe zum Musik-Zentralabitur NRW. Das Material liegt als Arbeitsblatt mit Höraufgaben, Lösungen und Verlaufsplan vor und ist nicht ministeriell geprüft, zugelassen oder empfohlen.
Das Kunstlied im 19. Jahrhundert verbindet ein durchkomponiertes oder strophisches Gedicht mit einer Singstimme und einer gleichberechtigten Klavierbegleitung. Anders als im Volkslied trägt das Klavier eigene musikalische Ideen bei: Vor- und Nachspiele kommentieren den Text, harmonische Rückungen unterstreichen einzelne Worte, wiederkehrende Klavierfiguren binden mehrere Strophen zusammen. Robert Schumann komponierte allein im Jahr 1840 über 130 Lieder, darunter die Zyklen Dichterliebe und Frauenliebe und -leben. Clara Schumann veröffentlichte eigene Lieder, unter anderem die Sechs Lieder op. 13 und mehrere Rückert-Vertonungen, die 1841 gemeinsam mit Roberts Liedern im Zyklus Zwölf Gedichte aus Friedrich Rückerts Liebesfrühling erschienen, ohne dass die einzelnen Beiträge auf dem Titelblatt namentlich unterschieden wurden.
Für den Musikunterricht ist dieser Befund ergiebig: Er zeigt, wie eng Komposition im Hause Schumann als gemeinsame Praxis verstanden wurde, und wirft zugleich die Frage auf, weshalb Clara Schumanns Kompositionen lange Zeit im Schatten des Ehemanns standen – ein Anknüpfungspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Kanon der Musikgeschichte.
Der Einstieg gelingt über den Vergleich von Gedichttext und Vertonung: Die Lernenden lesen ein Gedicht zunächst ohne Musik und markieren Schlüsselworte, hören danach die Vertonung und prüfen, an welchen Stellen die Musik diese Worte hervorhebt – durch Tonhöhe, Dynamik, harmonische Färbung oder eine Generalpause. Am Beispiel von Schumann-Liedern lässt sich außerdem der Unterschied zwischen Strophenlied und durchkomponiertem Lied klar zeigen: Während im Strophenlied dieselbe Musik für jede Strophe wiederkehrt, entwickelt sich die Musik im durchkomponierten Lied mit dem fortschreitenden Text weiter.
Ein zweiter Baustein ist die Klavierstimme selbst: Schumanns Nachspiele, etwa am Ende der Dichterliebe, führen musikalisch weiter, wenn der Text bereits geendet hat. Diese Beobachtung eignet sich für eine vertiefende Analyseaufgabe auf Leistungskursniveau, in der die Lernenden begründen, welche Bedeutung ein instrumentales Nachspiel für die Deutung des gesamten Liedes hat.
Unterrichtsreihe · Zentralabitur NRW
Analysiert Strophenlied und durchkomponiertes Lied an Beispielen von Schubert und Robert Schumann, mit Höraufgaben und Klausurformat.
Sparpaket
Stellt Robert Schumann neben Mahler und Berlioz in den größeren Zusammenhang der romantischen Symphonik und ergänzt die Liedbetrachtung um die Orchesterwerke.
Sparpaket
Kombiniert das Kunstlied mit den Formprinzipien und der Reihe Musik über Musik und ordnet es damit in die größere Frage nach musikalischem Bezug ein.
Das Kunstlied steht im Kernlehrplan Musik NRW im Inhaltsfeld „Bedeutungen von Musik" und ist damit Teil der 16-teiligen Unterrichtsreihe zum Zentralabitur, die von der Wiener Klassik über die Programmmusik bis zur Neuen Musik nach 1945 reicht. In Klausuren wird das Wort-Ton-Verhältnis meist an einem unbekannten Liedausschnitt geprüft: Die Lernenden sollen Auffälligkeiten in der Vertonung benennen, mit dem Text in Verbindung bringen und ihre Beobachtungen mit Fachbegriffen belegen. Ein eigenes Klausur- und Abiturtrainingsmaterial für NRW übt diese Höranalyse mit Erwartungshorizont und Punktevergabe.
Wer die gesamte Zentralabitur-Reihe im Blick hat, findet sie gebündelt im Sparpaket Musik Sek II XXL mit allen 16 Unterrichtsreihen von der Wiener Klassik bis zur Neuen Musik. Für die Ausstattung der ganzen Fachschaft steht zusätzlich das FachKomplett Musik mit mehreren tausend Seiten Material für Sek I und Sek II zur Verfügung.
Klausurtraining
Übt das Klausurformat für unbekannte Liedausschnitte mit Erwartungshorizont und Punktevergabe, passend zum Kunstlied-Thema.
XXL-Sparpaket
Bündelt alle 16 Reihen zum Musik-Zentralabitur NRW, darunter das Kunstlied, in einem Gesamtpaket für die Oberstufe.
FachKomplett
Über 1.500 Seiten Material für Sek I und Sek II, einschließlich der Kunstlied-Reihe und der gesamten Zentralabitur-Reihe.
Der häufigste Fehler bei der Kunstlied-Analyse ist, den Text allein zu interpretieren und die Musik nur als Hintergrund zu behandeln. Umgekehrt beschreiben manche Lernende harmonische oder rhythmische Auffälligkeiten, ohne sie mit einer konkreten Textstelle zu verknüpfen. Beide Fehler lassen sich vermeiden, wenn die Analyse konsequent von einzelnen Textworten ausgeht und dann fragt, was die Musik an dieser Stelle tut.
Ein zweiter Stolperstein betrifft die Autorschaft: Weil Robert und Clara Schumann 1841 gemeinsam veröffentlichten und beide im selben Umfeld komponierten, verwechseln Lernende gelegentlich, welches Lied von wem stammt. Eine klare Kennzeichnung der Werke auf dem Arbeitsblatt schafft hier Abhilfe und eröffnet zugleich das Gespräch darüber, warum Clara Schumanns Anteil lange weniger bekannt war als der ihres Mannes.
Für die Klausurbewertung gelten die üblichen Anforderungsbereiche: beschreiben, analysieren, das Wort-Ton-Verhältnis deuten und die Analyse in einer Erörterung einordnen. Welche Werke im Detail als Abiturvorgabe gelten, regelt der Abitur-Erlass des jeweiligen Bundeslandes; Auskunft erteilt die zuständige Stelle.
| Werk / Thema | Stufe | Kernbegriffe und Einsatz |
|---|---|---|
| Das Kunstlied im 19. Jahrhundert | EF–Q1 | Wort-Ton-Verhältnis, Strophenlied, durchkomponiertes Lied |
| Meisterwerke der Musikgeschichte | Q1–Q2 | Romantische Symphonik im Vergleich, Schumann neben Mahler und Berlioz |
| Sparpaket Form & Bezug in der Musik | Q1–Q2 | Kunstlied im Zusammenhang mit Formprinzipien und musikalischem Zitat |
| Klausur- & Abiturtraining Musik NRW | Q2 | Höranalyse, Partituranalyse, Erörterung im Klausurformat |
| Sparpaket Musik Sek II XXL | EF–Q2 | Gesamtreihe zum Zentralabitur NRW, alle 16 Themen |
Beide veröffentlichten 1841 gemeinsam den Zyklus Zwölf Gedichte aus Friedrich Rückerts Liebesfrühling. Das Beispiel zeigt exemplarisch, wie eng Komposition im Hause Schumann als gemeinsame Praxis verstanden wurde, und öffnet zugleich die Frage nach Clara Schumanns eigenständigem Werk.
Es beschreibt, wie die Musik einzelne Worte oder Stimmungen eines Gedichts durch Tonhöhe, Dynamik, Harmonik oder Klavierfiguren hörbar und deutbar macht. Im Kunstlied ist die Klavierbegleitung dabei gleichberechtigt und nicht nur Begleitung.
Im Strophenlied wird dieselbe Musik für jede Textstrophe wiederholt. Im durchkomponierten Lied entwickelt sich die Musik mit dem Text weiter und wiederholt sich nicht identisch, was komplexere Textausdeutungen ermöglicht.
Das Kunstlied gehört zum Inhaltsfeld „Bedeutungen von Musik" und ist Teil der 16-teiligen Unterrichtsreihe, die von der Wiener Klassik bis zur Neuen Musik nach 1945 reicht.
Üblich ist die Höranalyse eines unbekannten Liedausschnitts: Die Lernenden beschreiben das Wort-Ton-Verhältnis, belegen ihre Beobachtungen mit Fachbegriffen und ordnen sie in einer Erörterung ein, bewertet mit Erwartungshorizont und Punkteverteilung.
Das Kunstlied ist in mehreren Kernlehrplänen und Bildungsplänen der Oberstufe verankert. Welche Werke als Abiturvorgabe verbindlich sind, regelt der Abitur-Erlass Ihres Bundeslandes; die Materialien sind nicht ministeriell geprüft, zugelassen oder empfohlen.