Musik

Kunstlied im Musik-Grundkurs als Thema mündlicher Prüfungen

von Luca 27.08.2026 1 Min. Lesezeit
Titelbild des Sparpakets Form und Bezug in der Musik für den Musikunterricht der Oberstufe

Das Kunstlied eignet sich als Prüfungsthema im Grundkurs, weil es in 20 Minuten vollständig behandelt werden kann: ein überschaubarer Notentext, ein Gedicht als Bezugsgröße und eine klare Leitfrage nach dem Wort-Ton-Verhältnis. Für den ersten Prüfungsteil geben Sie ein unbekanntes Lied mit Text vor, im zweiten Teil folgt der Vergleich mit einem im Unterricht behandelten Stück. Die Vorbereitungszeit beträgt in der Regel 20 bis 30 Minuten.

Warum das Format zum Grundkurs passt

Im Grundkurs ist die Analysefähigkeit am Notentext oft begrenzt, die Textkompetenz aus dem Fach Deutsch dagegen vorhanden. Das Kunstlied erlaubt den Einstieg über den Text und führt von dort zur Musik. Prüflinge, die den Notentext nur eingeschränkt lesen, können über Deklamation, Tonhöhenverlauf und Begleitfigur trotzdem substanzielle Aussagen treffen.

Hinzu kommt die überschaubare Länge. Ein Lied von drei Minuten lässt sich in der Vorbereitungszeit zweimal hören und im Prüfungsgespräch abschnittsweise besprechen. Bei einem Sinfoniesatz ist das nicht möglich, ohne den Gegenstand künstlich zu beschneiden.

Aufgabenstellung für den ersten Prüfungsteil

Formulieren Sie die Aufgabe in zwei Sätzen und geben Sie den Gedichttext vollständig aus. Bewährt hat sich: Beschreiben Sie das Verhältnis von Text und Musik in den ersten beiden Strophen und begründen Sie an zwei Stellen, wie die Vertonung die Textaussage stützt oder ihr widerspricht. Diese Formulierung lässt sowohl beschreibende als auch deutende Antworten zu.

Legen Sie dem Material eine Hörfassung und den Klavierauszug bei. Die Reihe Das Kunstlied im 19. Jahrhundert – Wort-Ton-Verhältnis enthält Vertonungen von Schubert und Schumann mit Textausgaben und Analysehinweisen, die sich als Prüfungsmaterial verwenden lassen. Für den zweiten Prüfungsteil bietet sich ein Rückgriff auf die Formenlehre an, wie sie die Reihe Reihungs-, Variations- und dialektisches Prinzip aufbereitet. Beide sind mit dem Material zu Zitat und Parodie im Sparpaket Form und Bezug in der Musik zusammengefasst.

Der zweite Prüfungsteil und die Bewertung

Der zweite Teil prüft den Zusammenhang zum Kurshalbjahr. Sinnvolle Fragen sind der Vergleich zweier Vertonungen desselben Textes oder die Einordnung des Liedes in die Entwicklung des Klavierparts im 19. Jahrhundert. Halten Sie zwei Alternativfragen bereit, falls der Prüfling im ersten Teil bereits vorgegriffen hat. Notieren Sie beide Fragen vorab im Prüfungsprotokoll, damit die Zweitprüfenden den geplanten Verlauf nachvollziehen können.

Für die Bewertung trennen Sie drei Bereiche: fachsprachliche Beschreibung, Belegdichte am Material, Selbstständigkeit im Gespräch. Die genaue Gewichtung und die formalen Vorgaben zur mündlichen Prüfung regelt Ihr Bundesland; klären Sie insbesondere, wie stark der zweite Teil eingehen darf.

Vorbereitung im Kurs

Üben Sie das Format zweimal im Halbjahr als Probeprüfung mit vertauschten Rollen. Zwei Punkte sind dabei wichtig.

  1. Der Prüfling spricht die ersten drei Minuten ohne Unterbrechung; das trainiert den zusammenhängenden Vortrag.
  2. Rückfragen kommen erst danach und beziehen sich nur auf Aussagen, die bereits gefallen sind.

Für Kurse mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen lässt sich die Vorbereitung stufen, wie der Beitrag zur differenzierten Formanalyse beschreibt. Wo Prüflinge beim Hören regelmäßig fehlgehen, zeigt der Text über typische Hörfehler bei Zwölftonmusik, dessen Korrekturübungen sich auf das Kunstlied übertragen lassen. Passende Reihen für die übrigen Halbjahre sind auf der Themenseite Musik Sek II – Epochen, Analyse, Neue Musik gesammelt.

Häufige Fragen

Darf das Prüfungslied im Unterricht behandelt worden sein?

Für den ersten Teil sollte es unbekannt sein, damit die Übertragungsleistung sichtbar wird. Der zweite Teil bezieht sich dagegen ausdrücklich auf Bekanntes. Wählen Sie deshalb einen Komponisten, der im Kurs behandelt wurde, aber ein Lied, das nicht besprochen worden ist.

Wie gehe ich mit Prüflingen um, die den Notentext kaum lesen?

Lassen Sie die Beschreibung am Hörbeispiel beginnen und verweisen Sie erst danach auf einzelne Takte. Fragen Sie gezielt nach Richtung der Melodie, Dichte der Begleitung und Verhältnis von Silben zu Tönen. Diese Aspekte sind auch ohne sicheres Notenlesen zugänglich und liefern belegbare Aussagen, die sich im Gespräch weiter vertiefen lassen.

Wie lang sollte das Gedicht sein?

Zwei bis vier Strophen sind angemessen. Längere Texte kosten Vorbereitungszeit, die für das Hören fehlt. Wenn Sie ein umfangreiches Lied verwenden möchten, grenzen Sie den Prüfungsgegenstand in der Aufgabenstellung ausdrücklich auf einen Abschnitt ein und geben Sie die Taktzahlen an.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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