Deutsches Unterrichtsmaterial in der Schweiz einsetzen: was anzupassen ist
Material aus Deutschland für die Schweiz
Deutsches Unterrichtsmaterial in der Schweiz einsetzen: was anzupassen ist
Diese Seite ordnet, was beim Einsatz deutschen Unterrichtsmaterials in der Schweiz zu tun ist: Schreibung, Begriffe, Fachbereiche des Lehrplan 21 und die Niveaus der Sekundarstufe I.
- 3Zyklen im Lehrplan 21, nach denen sich die Fachbereichslogik richtet
- 4Fachbereiche, in die NMG im Zyklus 3 zerfällt: NT, WAH, RZG, ERG
- Richtwert: 3Prüfpunkte vor dem Einsatz — Schreibung, Fachbereich, Niveau
- 45 MinutenDauer einer Lektion, auf die sich Zeitangaben in Schweizer Material beziehen
Deutsches Unterrichtsmaterial lässt sich in der Schweiz einsetzen, wenn drei Punkte geprüft werden: die Schreibung, die durchgehend ss statt des scharfen S sowie « » statt « " verwendet, die Zuordnung zu einem Fachbereich des Lehrplan 21 und die Passung zum jeweiligen Niveau der Sekundarstufe I. Fachliche Inhalte wie Literatur, Naturwissenschaft oder Mathematik übernehmen sich dagegen meist unverändert. Wer diese drei Punkte einmal systematisch durchgeht, spart sich bei jedem weiteren Material aus Deutschland denselben Weg — auch mit Blick auf die Maturität.
Drei Punkte vor dem Einsatz: Schreibung, Fachbereich, Niveau
Der Shop, aus dem ein Grossteil des verfügbaren Unterrichtsmaterials stammt, ist ein deutscher Anbieter. Das ist weder ein Nachteil noch ein Grund zur Sorge, aber ein Fakt, der die Arbeit vor dem Einsatz bestimmt: Material, das für den deutschen Schulalltag geschrieben wurde, trifft in der Schweiz auf eine andere Schreibung, auf die Fachbereichslogik des Lehrplan 21 und auf ein Niveausystem, das es in Deutschland in dieser Form nicht gibt. An erster Stelle steht dabei die Schreibung, weil sie in praktisch jedem Satz sichtbar wird und sich damit von den beiden anderen Punkten unterscheidet, die eher punktuell auffallen.
Die Anpassung verteilt sich auf drei Punkte, die unterschiedlich viel Aufwand verlangen. Der erste betrifft die Schreibung: Deutsches Material verwendet oft das scharfe S, während die Schweizer Rechtschreibung ausnahmslos ss verlangt, dazu die Anführungszeichen « » statt der deutschen « ". Der zweite Punkt betrifft den Fachbereich: Zu welchem Fachbereich des Lehrplan 21 passt ein Thema, und stimmt die Zuordnung noch mit der aktuellen Fachbereichslogik überein? Der dritte Punkt betrifft das Niveau: Für welches Anspruchsniveau der Sekundarstufe I ist ein Material geeignet, und muss es dafür gekürzt oder erweitert werden.
Nicht jedes Material braucht alle drei Punkte gleich intensiv. Eine Unterrichtsreihe zu einem musikgeschichtlichen Thema verlangt vor allem eine Prüfung der Schreibung und einen Blick auf den passenden Fachbereich, während ein Material mit klar erkennbarem Anforderungsniveau zusätzlich beim dritten Punkt Arbeit macht. Wer das vorab einschätzt, spart sich Überraschungen mitten in der Unterrichtsvorbereitung.
Für den Einstieg genügt eine kurze Sichtung: Begleittext und Aufgabenstellungen einmal auf das scharfe S, auf einen möglichen deutschen Fachnamen und auf ein erkennbares Anforderungsniveau prüfen. Diese wenigen Minuten am Anfang entscheiden meist darüber, ob eine Reihe rasch einsatzbereit ist oder ob eine gründlichere Überarbeitung nötig wird, bevor sie in einer Klasse eingesetzt werden kann.
Schreibung zuerst: kein scharfes S, sondern durchgehend ss
Die Schweizer Rechtschreibung verzichtet ausnahmslos auf das scharfe S und schreibt stattdessen ss: Strasse, grösser, heisst, Mass, ausschliesslich. Diese Regel gilt ohne Ausnahme und unabhängig davon, ob das Wort in einem Fliesstext, in einer Aufgabenstellung oder in einer Überschrift steht. Deutsches Material, das durchgängig das scharfe S verwendet, braucht deshalb vor dem Einsatz eine vollständige Suche-und-Ersetze-Runde, keine punktuelle Korrektur einzelner Wörter.
Zur Schreibung gehören zwei weitere Gewohnheiten, die sich von deutschem Material unterscheiden: Anführungszeichen werden in der Schweiz als « » mit Leerzeichen innen gesetzt, nicht als « " wie in Deutschland üblich, und grössere Zahlen erhalten als Tausendertrennzeichen einen Apostroph, etwa 1'000 oder 25'000, statt eines Punkts. Beide Gewohnheiten fallen weniger sofort auf als das scharfe S, wirken aber bei genauerem Lesen ebenso fremd, wenn sie unverändert aus deutschem Material übernommen werden.
Wer Material regelmässig aus Deutschland übernimmt, profitiert von einer festen Suchroutine: zuerst jedes scharfe S durch ss ersetzen, danach Anführungszeichen prüfen, zuletzt grössere Zahlen auf das Apostroph-Format umstellen. Diese Reihenfolge verhindert, dass eine der drei Anpassungen bei der Durchsicht übersehen wird, weil sich die Aufmerksamkeit sonst zu stark auf die auffälligste Änderung, das scharfe S, konzentriert.
Fachbereiche des Lehrplan 21: vom deutschen Fach zum Fachbereich
Der Lehrplan 21 gliedert den Unterricht in Fachbereiche, die sich nicht eins zu eins mit deutschen Fächern decken: D, MA, FS1E für Englisch, FS2F für Französisch, BG für Bildnerisches Gestalten, TTG für Textiles und Technisches Gestalten, MU und BS. In den Zyklen 1 und 2 fasst NMG naturwissenschaftliche, gesellschaftliche und weitere Inhalte zusammen, im Zyklus 3 zerfällt dieser Bereich in NT, WAH, RZG und ERG. Dazu kommen die Module MI für Medien und Informatik sowie BO für die Berufliche Orientierung im Zyklus 3.
Für Material aus Deutschland heisst das: Ein Thema, das in Deutschland unter einem einzelnen Fach wie Erdkunde oder Sozialkunde lief, kann sich im Lehrplan 21 auf mehrere Fachbereiche verteilen, je nachdem, welcher Aspekt im Vordergrund steht. Ein Thema mit starkem Bezug zu Wirtschaft und Gesellschaft gehört im Zyklus 3 eher zu WAH oder RZG, ein Thema mit ethischer oder religiöser Fragestellung eher zu ERG. Der Kanton Zürich nennt ERG dabei abweichend RKE, ein Punkt, der bei Material für Zürcher Schulen zusätzlich zu beachten ist.
Die Fachbereichszuordnung entscheidet auch darüber, wie ein Material im eigenen Ablagesystem einsortiert wird, und lohnt deshalb eine bewusste Prüfung, statt die deutsche Fachbezeichnung unverändert zu übernehmen. Wer ein Material konsequent nach Fachbereich statt nach ursprünglichem deutschem Fach ablegt, findet es später schneller wieder, wenn eine Lektionentafel nach Fachbereichen strukturiert ist.
Kompetenzcodes aus dem Lehrplan 21, wie sie in offiziellen Dokumenten vorkommen, lassen sich aus deutschem Material naturgemäss nicht ableiten und sollten auch nicht nachträglich erfunden werden. Sinnvoll ist stattdessen die Formulierung, dass sich ein Material im jeweiligen Fachbereich einsetzen lässt, ohne einen bestimmten Kompetenzcode zu behaupten, den niemand am Material selbst überprüft hat.
Was ohne Eingriff funktioniert: Inhalte ohne Landesbezug
Nicht jede Zeile in deutschem Material braucht Anpassung, sofern die Schreibung korrigiert ist. Musikgeschichtliche Themen wie Musik im Dienst politischer Ideen oder Musik im Wandel der Zeit behandeln Stoffe, die unabhängig vom Fachbereichssystem gelesen und analysiert werden, und die zugehörigen Analyseaufgaben funktionieren in der Schweiz genauso wie in Deutschland, sobald das scharfe S durch ss ersetzt ist.
Dasselbe gilt für naturwissenschaftliche und mathematische Inhalte ohne starken Alltagsbezug: Ein physikalisches Gesetz, ein biologischer Kreislauf oder ein statistisches Verfahren gilt unabhängig davon, in welchem Land oder welchem Kanton es unterrichtet wird. Auch ein Material zu Fröschen im Ökosystem oder zu Kresse im Garten lässt sich meist ohne inhaltliche Änderung übernehmen, solange die Schreibung geprüft wurde.
Ein pragmatischer Test: Wer beim Querlesen eines Materials kein scharfes S, keine deutschen Anführungszeichen und keinen Hinweis auf ein spezifisch deutsches Prüfungsformat findet, kann davon ausgehen, dass die fachliche Substanz direkt einsetzbar ist. Dieser Test ersetzt keine gründliche erste Durchsicht, verkürzt sie aber erheblich.
Passende Unterrichtsreihen im Katalog




Deutsches Material für die Schweiz übersetzen
| Element in deutschem Material | Anpassung für die Schweiz | Worauf zusätzlich achten |
|---|---|---|
| Scharfes S | ss | Ausnahmslos, auch in Überschriften und Aufgabenstellungen |
| « " als Anführungszeichen | « » mit Leerzeichen innen | Gilt für wörtliche Rede und Zitate im Material |
| Punkt als Tausendertrennzeichen | Apostroph, etwa 1'000 | Betrifft vor allem Zahlen in Aufgabentexten |
| Fach als deutsche Bezeichnung | Fachbereich nach Lehrplan 21 | Zyklus beachten, NMG nur in Zyklus 1 und 2 |
| Einheitliches Anforderungsniveau | Niveau der Sekundarstufe I klären | Bezeichnungen wie Sek A/B/C wechseln je Kanton |
| Schulbuch als Bezugspunkt | Lehrmittel und Lektionentafel | Zeitangaben in Lektionen statt Unterrichtsstunden prüfen |
| Klassenlehrer/in | Klassenlehrperson | Meist reine Wortersetzung ohne inhaltliche Folgen |
Niveaus der Sekundarstufe I: dasselbe Material für unterschiedliche Ansprüche
Die Sekundarstufe I gliedert sich kantonal in unterschiedliche Niveaugruppen, häufig unter Bezeichnungen wie Sek A, B und C oder Real, Sek und Bez, wobei die genaue Bezeichnung und Zuordnung von Kanton zu Kanton wechselt. Deutsches Material kennt diese Differenzierung meist nicht und liegt in der Regel auf einem einzigen Anforderungsniveau vor, ohne erkennbare Stufung für unterschiedliche Leistungsgruppen.
Für den Einsatz in der Schweiz bedeutet das, ein deutsches Material zunächst dem eigenen Anforderungsniveau zuzuordnen und danach zu entscheiden, ob es für andere Niveaus der eigenen Klasse angepasst werden muss, etwa durch reduzierte Textmengen, vereinfachte Aufgabenstellungen oder zusätzliche Hilfestellungen für ein tieferes Niveau, beziehungsweise durch offenere Aufgabenformate für ein höheres Niveau.
Musik als Fachbereich mit vergleichsweise wenig sprachlicher Hürde eignet sich oft gut für eine erste Erprobung dieser Anpassung, etwa mit einem Material wie Musik von 1950 bis heute, weil sich Höraufgaben und produktive Aufgaben relativ leicht auf unterschiedliche Anspruchsniveaus skalieren lassen, ohne den fachlichen Kern zu verändern.
Lehrmittel und Lektionentafel: wo deutsches Material eingebettet wird
In der Schweiz ist der Begriff Lehrmittel gebräuchlich, wo deutsches Material von Schulbuch spricht, und die Lektionentafel regelt, wie viele Lektionen ein Fachbereich pro Woche erhält, statt einer Stundentafel im deutschen Sinn. Deutsches Zusatzmaterial ergänzt in der Regel ein bestehendes Lehrmittel, ersetzt es aber nicht, und sollte deshalb so eingeplant werden, dass es zum vorhandenen Lehrmittel und zur vorgesehenen Lektionenzahl passt.
Für eine Lehrperson, die eine Klasse über mehrere Lektionen hinweg begleitet, lohnt sich die Frage, wie viele Lektionen ein deutsches Material tatsächlich beansprucht, bevor es fest in die Lektionentafel eingeplant wird. Deutsches Material gibt Zeitangaben häufig in Unterrichtsstunden an, die sich inhaltlich nicht immer exakt mit einer 45-minütigen Lektion decken, weshalb ein kurzer Abgleich vor der endgültigen Planung sinnvoll ist.
Auch die Klassenlehrperson profitiert von einer klaren Übersicht, welches deutsche Material bereits geprüft und für welchen Fachbereich freigegeben wurde, besonders wenn mehrere Lehrpersonen einer Fachschaft unabhängig voneinander auf denselben Fundus zugreifen. Eine gemeinsame, laufend ergänzte Liste verhindert, dass dieselbe Prüfarbeit an mehreren Stellen doppelt geleistet wird.
Für rhythmisch-sprachliche Themen wie Rhythmus und Sprache lohnt sich zusätzlich ein Blick darauf, wie viele Lektionen ein deutsches Material für den produktiven Teil einplant, weil solche Aufgaben in der Praxis oft mehr Zeit beanspruchen, als der Begleittext vermuten lässt.
Ein Beispiel Schritt für Schritt: eine deutsche Reihe für die Schweiz vorbereiten
Am Beispiel einer musikgeschichtlichen Reihe lässt sich der Ablauf konkret zeigen. Der erste Schritt ist die Schreibungsprüfung: Jedes scharfe S wird zu ss, deutsche Anführungszeichen werden zu « », grössere Zahlen erhalten das Apostroph als Tausendertrennzeichen. Der zweite Schritt ist die Fachbereichsprüfung: Ein musikgeschichtliches Thema gehört im Zyklus 3 zum Fachbereich MU, ergänzt um Bezüge zu RZG, wenn ein historischer oder gesellschaftlicher Schwerpunkt hinzukommt.
Der dritte Schritt betrifft das Niveau: Enthält die Reihe offene, sprachlich anspruchsvolle Analyseaufgaben, passt sie eher zu einem höheren Anforderungsniveau; enthält sie stärker produktive und hörbezogene Aufgaben, lässt sie sich auch für ein tieferes Niveau öffnen. Cluster wie Musik im Dienst politischer Ideen für die Schweiz gehen diesen Ablauf im Detail durch und zeigen, an welchen Stellen der ursprünglichen Reihe die meiste Arbeit anfällt.
Für Reihen zu Musik im Wandel der Zeit, Musik von 1950 bis heute oder Rhythmus und Sprache verläuft die Anpassung nach demselben Muster, nur mit unterschiedlichem Schwerpunkt je nach Anteil an sprachlichen Aufgaben. Für Themen aus anderen Fachbereichen, etwa Musik und Bewegung oder Klanginstallation und Sound Art, verschiebt sich der Aufwand stärker auf die Fachbereichszuordnung, weil beide Themen an der Grenze zwischen MU, BG und TTG liegen können.
Wer diesen dreistufigen Ablauf einmal an einer eigenen Reihe durchgespielt hat, überträgt ihn beim nächsten Material fast automatisch: Schreibung zuerst, Fachbereich als zweiter Schritt, Niveau nur dort, wo die Klasse tatsächlich in mehreren Anforderungsgruppen unterrichtet wird. Diese Reihenfolge verhindert, dass Zeit in eine aufwendige Niveaudifferenzierung fliesst, bevor überhaupt geklärt ist, ob der fachliche Kern zum eigenen Fachbereich passt.
Wann sich die Anpassung nicht lohnt: Grenzen und Alternativen
Nicht jedes deutsche Material lohnt den Aufwand der Anpassung. Enthält ein Material sehr viele Verweise auf deutsche Bildungsstandards, auf ein Kerncurriculum eines bestimmten deutschen Bundeslandes oder auf ein Prüfungsformat, das es im Schweizer Schulsystem nicht gibt, überwiegt der Umbauaufwand häufig den Nutzen gegenüber einem Material, das von vornherein für die Schweiz verfasst wurde oder ohne Landesbezug auskommt.
Ein realistischer Blick auf den eigenen Zeitaufwand hilft bei der Entscheidung: Wer für eine einzelne Lektion ein Material sucht, das nur die Schreibung betrifft, kann die Anpassung meist in wenigen Minuten erledigen. Wer dagegen eine komplette, mehrwöchige Unterrichtsreihe mit mehreren Niveaustufen aufbauen müsste, sollte den Aufwand gegen den fachlichen Gewinn abwägen, bevor die Reihe fest in die Lektionentafel eingeplant wird.
Für den Alltag hat sich eine einfache Faustregel bewährt: fachlich starke, sprachlich neutrale Inhalte — Musik, Naturwissenschaft, Mathematik ohne starken Alltagsbezug — lohnen die Anpassung fast immer, weil der Aufwand gering und der fachliche Gewinn hoch ist. Sprachlich dichte Inhalte mit starkem deutschem Alltagsbezug verdienen dagegen eine bewusste Einzelentscheidung, statt pauschal übernommen zu werden.
Wer für Österreich nach einer vergleichbaren Einordnung sucht, findet sie in der Seite Deutsches Unterrichtsmaterial in Österreich einsetzen, die dieselbe Fragestellung für das österreichische Schulsystem durchgeht. Für die passende Ergänzung in der Schweiz lohnt sich ein Blick in die Sammlung an Unterrichtsreihen oder in die Übersicht zu deutschem Unterrichtsmaterial für die Schweiz.
Bausteine für die Übernahme deutschen Materials
- Schreibung im gesamten Material konsequent vom scharfen S auf ss umstellen.
- Anführungszeichen und Tausendertrennzeichen auf « » und Apostroph umstellen.
- Fachbereich nach Lehrplan 21 und Zyklus prüfen, statt die deutsche Fachbezeichnung zu übernehmen.
- Im Kanton Zürich die abweichende Bezeichnung RKE für ERG berücksichtigen.
- Material dem passenden Niveau der Sekundarstufe I zuordnen, ohne kantonale Bezeichnungen zu erfinden.
- Keine Kompetenzcodes aus dem Lehrplan 21 ergänzen, die im Original nicht enthalten sind.
- Zeitangaben in Lektionen statt in Unterrichtsstunden gegenprüfen.
- Das angepasste Material einmal vollständig querlesen, bevor es im Unterricht eingesetzt wird.
Diese Seite bündelt die drei Prüfpunkte von Schreibung bis Niveau; die verlinkten Unterrichtsreihen zeigen an konkreten Beispielen, wie sich der Umbau für den Schweizer Unterricht in der Praxis gestaltet.
Häufige Fragen
Reicht es, das scharfe S durch ss zu ersetzen?
Als erster Schritt ja, aber nicht als einziger. Die Schweizer Schreibung verlangt zusätzlich die Anführungszeichen « » statt « " und den Apostroph als Tausendertrennzeichen, etwa bei 1'000. Wer nur das scharfe S ersetzt, die übrige Schreibung aber unverändert lässt, hat die Anpassung nur zur Hälfte erledigt.
Wie finde ich den passenden Fachbereich nach Lehrplan 21?
Ein erster Anhaltspunkt ist der inhaltliche Schwerpunkt des Materials: naturwissenschaftliche Fragen führen im Zyklus 3 meist zu NT, gesellschaftlich-historische zu RZG, wirtschaftliche zu WAH und ethisch-religiöse zu ERG, im Kanton Zürich RKE genannt. In den Zyklen 1 und 2 fasst NMG diese Bereiche zusammen. Im Zweifel hilft ein Blick in die eigene Lektionentafel, welchem Fachbereich ein Thema an der eigenen Schule zugeordnet wird.
Welche Niveaubezeichnung gilt für die Sekundarstufe I?
Das lässt sich nicht allgemein sagen, weil die Bezeichnungen von Kanton zu Kanton wechseln, etwa Sek A, B und C oder Real, Sek und Bez. Eine kantonale Zuordnung sollte deshalb nicht pauschal übernommen, sondern für die eigene Schule direkt geklärt werden, bevor Material einem bestimmten Niveau zugeschrieben wird.
Darf ich Kompetenzcodes aus dem Lehrplan 21 ergänzen?
Nein, jedenfalls nicht ohne Beleg. Kompetenzcodes sind Teil des urheberrechtlich geschützten Lehrplan 21 und lassen sich aus deutschem Material nicht zuverlässig ableiten. Sinnvoll ist die Formulierung, dass sich ein Material im jeweiligen Fachbereich einsetzen lässt, ohne einen konkreten Code zu nennen, der nicht geprüft wurde.
Was mache ich mit Zeitangaben aus deutschem Material?
Deutsches Material gibt Zeitangaben meist in Unterrichtsstunden an, die inhaltlich nicht exakt einer 45-minütigen Lektion entsprechen müssen. Ein kurzer Abgleich vor der Planung zeigt, ob eine Aufgabe in eine Lektion passt oder auf zwei Lektionen verteilt werden sollte, bevor sie fest in die Lektionentafel eingeplant wird.
Lohnt sich die Anpassung für jedes Thema gleich?
Nein. Fachlich starke, sprachlich neutrale Inhalte wie Musik oder Naturwissenschaft lassen sich meist mit geringem Aufwand anpassen. Material mit starkem deutschem Alltagsbezug oder vielen Verweisen auf deutsche Bildungsstandards verlangt dagegen mehr Arbeit und sollte im Einzelfall gegen den fachlichen Gewinn abgewogen werden, bevor es fest in die Lektionentafel aufgenommen wird.

