Stadtklima im Geographieunterricht: ein klimaangepasstes Quartier planen

Geographie Sek II · Stadtklima

Stadt im Klimawandel: Klimaanpassung im Geographieunterricht planen

Asphalt mit 49 °C, ein schattiger Schulhof mit 30 °C und ein Budget von 100 Planungseinheiten. Diese Seite zeigt, wie Ihr Kurs daraus ein begründetes Anpassungskonzept für ein Quartier entwickelt.

12 × 45 Min.auch als 6 Doppelstunden
25 Seitendrei A4-PDFs und bearbeitbare Fassung
100 EinheitenPlanungsbudget im Modellquartier
39,90 €Einzellizenz, Schullizenz 199,50 €

Wie behandelt man Stadtklima so, dass am Ende mehr steht als eine Liste mit Dachbegrünung und Bäumen? Die Lernenden brauchen einen Fall, an dem sie Messwerte deuten, unter knappen Mitteln entscheiden und Folgen für verschiedene Gruppen abwägen. Die Unterrichtsreihe Stadt im Klimawandel: Klimaangepasste Quartiere planen bietet dafür ein fiktives Quartier mit Übungsdaten. Die Lernenden beschreiben Messwerte samt ihrer Aussagegrenzen, entwickeln zwei Maßnahmenkombinationen innerhalb von 100 Planungseinheiten und begründen eine Auswahl nach Wirksamkeit, Nutzung und langfristiger Pflege. Im Projekt zeichnen sie einen Quartiersplan mit Legende, zwei Varianten und Kostenblatt. Zwölf Stunden zu je 45 Minuten sind vollständig geplant, das Material umfasst 25 Seiten in drei PDFs mit Lösungen und Übungsklausur. Ergänzendes Material finden Sie in der Kollektion Stadt im Klimawandel.

Worum es fachlich geht

Hitze in Städten ist ein Thema, zu dem Schülerinnen und Schüler schnell Lösungen nennen. Schwieriger wird es, wenn sie Messwerte lesen, zwischen Maßnahmen wählen und begründen sollen, wer von einer Entscheidung profitiert. Die Reihe setzt an dieser Lücke an. Sie verbindet die Auswertung räumlicher Daten mit einer Planungsentscheidung unter Budgetgrenzen. Ziel ist ein abgewogenes Anpassungskonzept, das die Lernenden selbst begründen und verteidigen können.

Drei Grundbegriffe tragen die Reihe. Stadtklima beschreibt die besonderen klimatischen Bedingungen bebauter Räume. Die Unterscheidung von Anpassung und Klimaschutz klärt, ob eine Maßnahme Folgen abmildert oder Ursachen verringert. Räumliche Gerechtigkeit fragt, wie Belastungen und Entlastungen in einem Quartier verteilt sind. Material M1 ist ein fiktives Quartier mit Übungsdaten, etwa Asphalt mit 49 °C und einem schattigen Schulhof mit 30 °C. Die Lernenden lernen, solche Werte zu beschreiben und ihre Aussagegrenzen zu benennen, bevor sie daraus Schlüsse ziehen. Auf diese Weise entsteht kein Wunschkatalog, sondern ein Konzept, das sich an Daten, Kosten und Nutzung messen lassen muss.

Das Material im Überblick

So laufen die zwölf Stunden ab

Zu Beginn notieren die Lernenden Vermutungen, legen ein Begriffsnetz an und formulieren eine eigene Lernfrage. Daraus entsteht eine überprüfbare Ausgangsthese. In der zweiten Stunde erschließen sie die Grundbegriffe über Erklärtexte und prüfen sie an Beispiel und Gegenbeispiel.

Die Stunden drei bis fünf bilden den analytischen Kern. In A1 beschreiben die Lernenden die Messwerte und ihre Aussagegrenzen. In A2 entwickeln sie zwei Maßnahmenkombinationen innerhalb des Budgets. In A3 begründen sie eine Auswahl unter Einbezug von Wirksamkeit, Nutzung und langfristiger Pflege, prüfen ein Gegenargument und überarbeiten ihr Urteil.

Ab Stunde sechs folgt das Projekt P1. Die Gruppen zeichnen einen Quartiersplan mit Legende, zwei Varianten und einem Kostenblatt. Sie prüfen beide Varianten auf Machbarkeit und arbeiten zwei Stunden an der Umsetzung. Danach präsentieren sie im Tandem, erhalten Rückmeldung und treffen eine begründete Änderungsentscheidung. Die zweite Fassung wird mit der ersten verglichen. Zum Schluss vergleichen die Gruppen ihre Pläne, beantworten eine Transferfrage und kehren mit einer individuellen Reflexion zur Ausgangsthese zurück.

Ablauf der Reihe im Überblick

Die zwölf Stunden gliedern sich in fünf Phasen mit jeweils einem festen Ergebnis.

Phase Stunden Was passiert Ergebnis
Einstieg und Begriffe 1–2 Vermutungen, Begriffsnetz, Erklärtexte zu den Grundbegriffen Überprüfbare Ausgangsthese
Analyse von M1 3–4 Messwerte und Aussagegrenzen (A1), zwei Maßnahmenkombinationen im Budget (A2) Zwei durchgerechnete Kombinationen
Urteil 5 Auswahl nach Wirksamkeit, Nutzung und Pflege, Gegenargument prüfen (A3) Überarbeitetes Urteil
Projekt P1 6–10 Quartiersplan mit Legende, zwei Varianten und Kostenblatt, Tandem-Rückmeldung Zweite Planfassung
Sicherung 11–12 Pläne vergleichen, Transferfrage, Rückkehr zur Ausgangsthese Individuelle Reflexion

Leistungsbewertung, Grenzen und Ergänzungen

Das Klausurtraining umfasst fünf Seiten. Die Übungsklausur dauert 90 Minuten und besteht aus drei Aufgaben mit 12, 30 und 18 Punkten, der Erwartungshorizont weist Teilpunkte aus. Sie bezieht sich auf das bekannte Material M1 und ersetzt keine Prüfung mit unbekanntem Material. Beim Quartiersplan werden Ergebnis, Überarbeitung und individuelle Reflexion bewertet.

Die Reihe ist eine kompakte Sequenz mit 25 Seiten: zwölf Seiten Lern- und Praxisheft, acht Seiten Lehrermaterial, fünf Seiten Klausurtraining. Sie konzentriert sich auf drei Grundbegriffe, einen Modellfall und ein Projekt. Die Übungsdaten in M1 reichen für alle Aufgaben aus. Wer möchte, verbindet das Transferprojekt mit eigenen Oberflächenmessungen im Schulumfeld. Das Lehrermaterial enthält Lösungsvorschläge zu A1 bis A3 mit Hinweisen, wie alternative Lösungen bewertet werden, sowie Hinweise zur Rückmeldung. Über die bearbeitbare JSON-Fassung lassen sich Texte und Aufgaben anpassen, etwa um Werte aus der eigenen Stadt einzusetzen oder Aufgaben für einzelne Lernende zu vereinfachen. Für die Grundlagen des Klimawandels eignet sich der Beitrag Folgen des anthropogen bedingten Treibhauseffekts.

  • Modellquartier mit ÜbungsdatenM1 liefert Messwerte, mit denen alle Aufgaben lösbar sind.
  • Budget von 100 PlanungseinheitenMaßnahmen müssen gegeneinander abgewogen werden.
  • Stoffverteilung mit MinutenDas Lehrermaterial plant alle zwölf Stunden mit Minutenangaben für jede Phase.
  • Lösungsvorschläge A1 bis A3Mit Hinweisen, wie alternative Lösungen bewertet werden.
  • Erwartungshorizont mit TeilpunktenFür alle drei Aufgaben der Übungsklausur.
  • Bearbeitbare FassungAlle Texte, Aufgaben und Lösungen als JSON-Datei zum Anpassen.

Weiterlesen und passende Sammlungen

Weitere Materialien und Beiträge zu Klimawandel und Stadtentwicklung in der Oberstufe finden Sie hier.

Häufige Fragen

Können wir eigene Messungen einbauen?

Ja. Das Transferprojekt lässt sich mit Oberflächenmessungen im Schulumfeld verbinden. Die Lernenden können dann prüfen, wie sich ihre Werte zu den Übungsdaten aus M1 verhalten. Notwendig ist das nicht. Die Übungsdaten in M1 reichen für alle Aufgaben und für die Übungsklausur aus, sodass Sie ohne Messgeräte arbeiten können.

Wie umfangreich ist das Material?

Die Reihe umfasst 25 Seiten in drei A4-PDFs: das Lern- und Praxisheft mit zwölf Seiten, das Lehrermaterial mit acht Seiten und das Klausurtraining mit fünf Seiten. Dazu kommt eine bearbeitbare Fassung als JSON-Datei. Die zwölf Stunden sind vollständig geplant. Die Reihe ist bewusst kompakt gehalten und lässt sich mit eigenem Material erweitern.

Ist die Übungsklausur eine Abiturklausur?

Nein. Die Übungsklausur nutzt das im Unterricht bearbeitete Material M1. Sie dient dazu, Aufgabenformat, Zeitplanung und den Umgang mit einem Erwartungshorizont zu trainieren. Die drei Aufgaben haben 12, 30 und 18 Punkte, zusammen 60 Punkte bei 90 Minuten Bearbeitungszeit. Die Gewichtung ist ein didaktischer Vorschlag.

Passt die Reihe zu den Abiturvorgaben?

Die Reihe orientiert sich an den Vorgaben für das Zentralabitur NRW 2029. Falls etwas nicht zu Ihren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen das Material für Sie an. Einen Überblick über das Thema Klimawandel im Lehrplan gibt die Lehrplanübersicht Klimawandel in Erdkunde und Geographie.

Lässt sich die Reihe in Doppelstunden unterrichten?

Ja. Die zwölf Einheiten zu je 45 Minuten lassen sich zu sechs Doppelstunden zusammenfassen. Eine mögliche Bündelung ist: Einstieg und Begriffe, Analyse, Urteil und Planung, Produktion, Überarbeitung sowie Abschluss. Die Minutenangaben im Lehrermaterial helfen dabei, die Übergänge zwischen den Phasen innerhalb einer Doppelstunde zu planen.

Ist die Reihe für Grund- und Leistungskurse geeignet?

Ja, die Reihe ist für Grund- und Leistungskurse der Oberstufe angelegt, die Stadtklima, Klimaanpassung und räumliche Gerechtigkeit an einem planerischen Fall behandeln. Wie sich das Thema in die Inhaltsfelder einordnen lässt, beschreibt der Beitrag Kernlehrplan NRW Geographie Sek II.