Kunst und Musik in der Oberstufe NRW: Planung nach den Herbstferien
Nordrhein-Westfalen · Kunst und Musik in der Sekundarstufe II
Kunst und Musik in der Oberstufe NRW: Planung nach den Herbstferien
Kunst- und Musikkurse haben im November weniger Pufferzeit als andere Fächer: Praxisanteile brauchen Raum, Klausuren brauchen Analysefähigkeit. Diese Seite zeigt, wie sich Bildanalyse, Höranalyse und ein Abschlussprojekt in den sieben Wochen bis Weihnachten unterbringen lassen.
Kurz gesagt: In Kunst und Musik lohnt sich ein gemeinsamer Aufbau: zwei Wochen Analyseroutine mit festem Raster, drei Wochen Reihe mit einem Werk oder Komplex im Zentrum, zwei Wochen für Leistungsüberprüfung und ein kleines Abschlussprodukt. Das Raster aus Beschreiben, Analysieren und Deuten bleibt dabei in beiden Fächern gleich, nur das Material wechselt vom Bild zum Klang.
Warum Kunst und Musik im November eine eigene Planung brauchen
In Fächern mit starkem Praxisanteil lässt sich eine ausgefallene Stunde schlechter aufholen. Ein Kunstkurs, in dem die Gestaltungsaufgabe in der Doppelstunde begonnen und erst in der nächsten vollendet wird, verträgt keine Lücke dazwischen. Ein Musikkurs, der einen Sonatensatz gemeinsam hört und mit der Partitur abgleicht, braucht die Hörsituation im Raum. Wer die sieben Wochen bis Weihnachten plant, sollte deshalb früh festlegen, welche Stunden praktisch und welche analytisch gedacht sind, und die Klausur an die analytischen Phasen anschließen.
Gemeinsam ist beiden Fächern der Dreiklang aus Rezeption, Produktion und Reflexion. Er taugt als Planungsgerüst: In jeder Reihe sollte jeder der drei Bereiche mindestens einmal vorkommen, auch wenn der Schwerpunkt wechselt. Eine Reihe, die nur rezipiert, ermüdet den Kurs, eine Reihe, die nur produziert, lässt die Klausurkompetenz verkümmern.
Kunst: Bildanalyse als Routine, Projekt als Abschluss
Die erste Woche nach den Ferien eignet sich, um ein festes Analyseraster neu einzuüben: Beschreibung ohne Deutung, dann Bildmittel und Komposition, dann Deutung mit Kontext, zum Schluss Vergleich. Das Raster bleibt für das ganze Quartal gleich, nur die Bilder wechseln. Besonders produktiv sind Bildpaare, die dieselbe Frage auf unterschiedliche Weise beantworten.
Für die Frage, wie Bilder politische Wirkung entfalten, lohnt sich der Vergleich von Fotomontage und gezeichneter Animation, wie ihn die Reihe zu John Heartfield und William Kentridge anlegt. Wer stattdessen die Konstruktion von Wirklichkeit in den Mittelpunkt stellt, kann mit Manets Gemälden beginnen und den Weg zur inszenierten Fotografie bei Jeff Wall weiterführen. Eine dritte Linie bildet die Porträtmalerei von Lynette Yiadom-Boakye, deren Figuren erfunden sind und die gerade deshalb eine Diskussion über Darstellung und Blick eröffnen.
Als Abschluss bietet sich ein Gestaltungsprodukt an, das die Analyse umkehrt: Wer ein Raster zur Bildanalyse beherrscht, kann es nutzen, um ein eigenes Bild zu planen. Eine Fotomontage zu einem gesellschaftlichen Thema, eine Serie erfundener Porträts oder eine inszenierte Aufnahme mit begründeter Bildkomposition lassen sich in zwei bis drei Wochen realisieren und mit einem kurzen Werkkommentar bewerten.
Musik: Höranalyse und Partitur ohne Verlust der Praxis
Im Musikkurs ist die Höranalyse das Gegenstück zur Bildanalyse. Auch hier hilft ein festes Raster: Besetzung und Klangfarbe, Form und Verlauf, Melodik und Harmonik, Wirkung und Deutung. In der ersten Woche genügen zwei kurze Hörbeispiele, an denen das Raster geübt wird, bevor die Reihe beginnt. Wie ein Kurs sich anschließend an Aufgabenformate heranarbeitet, beschreibt der Beitrag Klausurformen im Musik-Abitur NRW.
Als Reihe für vier Wochen eignet sich der Sonatenhauptsatz der Wiener Klassik: Exposition, Durchführung und Reprise sind hörbar, grafisch darstellbar und lassen sich mit eigenen Themenvarianten erproben. Die Reihe Wiener Klassik: Sinfonie und Sonatenhauptsatz liefert dafür Material. Wer lieber thematisch arbeitet, kann den Orpheus-Mythos über Monteverdi, Gluck und Offenbach verfolgen, wie es die Reihe Liebe und Tod im Musiktheater vorsieht. Für Kurse, die Neue Musik behandeln, bietet sich der Weg von der freien Atonalität zur Zwölftontechnik an, mit Schönberg als Bezugspunkt.
Die Sonstige Mitarbeit nicht dem Zufall überlassen
In beiden Fächern besteht die Gefahr, dass die Sonstige Mitarbeit nur aus mündlichen Beiträgen besteht und die Praxis unbewertet bleibt. Vorab bekannte Kriterien lösen das: Ein Skizzenbuch oder ein Arbeitsjournal im Kunstkurs, ein Hörprotokoll oder ein kurzer Lehrvortrag im Musikkurs. Wichtig ist, die Kriterien in Woche zwei zu veröffentlichen und in Woche vier eine Zwischenrückmeldung zu geben. So ist die Quartalsrückmeldung kein Überraschungsprodukt, und die Dokumentation bleibt für die Lehrkraft überschaubar.
Eine gemeinsame Projektphase vor Weihnachten
Kunst und Musik lassen sich in der siebten Woche koppeln. Der Orpheus-Mythos etwa bietet beiden Fächern Material: Der Musikkurs hat die Opernfassungen analysiert, der Kunstkurs ein Bildprogramm zum Mythos entwickelt, und beide stellen die Ergebnisse gemeinsam aus. Ein solches Projekt entlastet die Planung, weil die Präsentation zugleich Leistungsnachweis ist und nicht zusätzlich vorbereitet werden muss. Hinweise zur Einordnung in die Gesamtplanung finden Sie auf der Seite Sieben Wochen bis Weihnachten in NRW. Bei einer zweiten FachKomplett-Reihe, etwa Kunst und Musik zusammen, wird im Warenkorb ein Rabatt von 30 % angezeigt.
Kunst und Musik im Überblick
Die Tabelle zeigt einen Rahmen für beide Fächer. Die Wochen zählen ab Schulbeginn am 2. November 2026.
| Zeitraum | Kunst | Musik |
|---|---|---|
| Woche 1 und 2 | Bildanalyse-Raster einüben, Bildpaar vergleichen, Kriterien für die Sonstige Mitarbeit veröffentlichen | Höranalyse-Raster an zwei Hörbeispielen einüben, Kriterien für Hörprotokoll oder Lehrvortrag besprechen |
| Woche 3 bis 5 | Reihe zu Heartfield und Kentridge, Manet und Jeff Wall oder Yiadom-Boakye, begleitet von Skizzen und Werkkommentar | Reihe zur Wiener Klassik oder zum Orpheus-Mythos mit Hörprotokoll und Partituranalyse |
| Woche 6 | Klausur mit Analyse und Gestaltungsaufgabe oder Werkkommentar | Klausur mit Höranalyse, Notentextanalyse oder Erörterung |
| Woche 7 | Kleine Ausstellung im Kursraum, Berichtigung | Vorspiel oder Lehrvortrag, Berichtigung, gemeinsame Präsentation |
Material für Kunst- und Musikkurse

FachKomplett Kunst: 100+ Unterrichtsreihen
Über 100 Unterrichtsreihen für Kunst, aus denen sich Bildanalyse und Gestaltungsprojekt für das Quartal zusammenstellen lassen.

FachKomplett Musik: Unterrichtsreihen für den Musikunterricht
Reihen für den Musikunterricht, die sich für Höranalyse, Werkvergleich und Praxisphasen kombinieren lassen.

FachKomplett Geschichte: 100+ Unterrichtsreihen
Für Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Geschichte, etwa bei politischen Bildern und Propaganda.
John Heartfield und William Kentridge
Fotomontage und Animation im Vergleich, mit Aufgaben zur politischen Bildwirkung.

Wiener Klassik: Sinfonie und Sonatenhauptsatz
Sinfonie und Sonatenhauptsatz der Wiener Klassik mit Hörbeispielen und Formanalyse.

Liebe und Tod im Musiktheater: Der Orpheus-Mythos
Der Orpheus-Mythos von Monteverdi bis Offenbach, geeignet für eine Kooperation mit dem Kunstkurs.
Weitere Reihen für Kunst und Musik
- Lynette Yiadom-Boakye

- Édouard Manet: Künstlerische Wirklichkeit und Gesellschaftskritik

- Jeff Wall: Fotografien

- Expressionismus und Neoklassizismus: Schönberg und Strawinsky

- Kernlehrplan Kunst GoST NRW

- Kernlehrplan Musik GoST NRW

Was die Reihen für den Unterricht leisten
- AnalyserasterWiederkehrende Raster für Bild- und Höranalyse, die über das ganze Quartal tragen.
- Abbildungen und HörbeispieleMaterial, das im Unterricht direkt einsetzbar ist, ohne langes Recherchieren.
- Aufgaben mit NiveaustufenAufgaben für Grund- und Leistungskurs, mit Hilfen für die Differenzierung.
- ErwartungshorizonteBewertungskriterien, die sich auf Klausur oder Werkkommentar übertragen lassen.
- Editierbare DateienAlle Materialien lassen sich auf Ihren Kurs und die Stundenzahl zuschneiden.
- Sofort verfügbarDownload direkt nach dem Kauf, ohne Wartezeit vor der nächsten Woche.
Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an.
Meldung innerhalb von 30 Tagen nach Kauf, die angepasste Fassung folgt innerhalb von 10 Werktagen ohne Zusatzkosten. Die Materialien sind nicht ministeriell geprüft oder zugelassen.
Weiterführende Seiten
- stifo-Garantie
- NRW: Sieben Wochen bis Weihnachten
- Musik Sek II Abitur NRW
- Lehrplan-Navigator
- FachKomplett-Übersicht
- Schullizenz für die Fachschaft
Häufige Fragen
Wie plane ich Kunst und Musik in den sieben Wochen bis Weihnachten?
Zwei Wochen Analyseroutine, drei Wochen Reihe, eine Woche Leistungsüberprüfung und eine Woche Abschlussprodukt und Berichtigung. Beginnen Sie mit dem Klausurtermin aus dem Plan Ihrer Schule und planen Sie von dort rückwärts.
Welche Reihe eignet sich für eine Fotomontage im Kunstunterricht?
Die Reihe zu John Heartfield und William Kentridge verbindet Fotomontage und gezeichnete Animation und eignet sich für Kurse, die politische Bildwirkung untersuchen. Als Gestaltungsaufgabe lässt sich eine eigene Montage zu einem aktuellen Thema anschließen.
Wie bereite ich eine Höranalyse vor?
Mit einem festen Raster aus Besetzung, Form, Melodik und Harmonik, Wirkung und Deutung. Üben Sie das Raster in der ersten Woche an kurzen Hörbeispielen, bevor die Reihe beginnt, und besprechen Sie anschließend, wie ein Erwartungshorizont aufgebaut ist.
Wie lässt sich die Praxis in Kunst und Musik bewerten?
Über vorab bekannte Kriterien für Skizzenbuch, Werkkommentar, Hörprotokoll oder Lehrvortrag. Eine Zwischenrückmeldung in der vierten Woche macht die Bewertung nachvollziehbar und verteilt den Dokumentationsaufwand.
Passt das Material zu meinem schulinternen Lehrplan?
Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut. Weicht Ihr schulinterner Lehrplan ab, melden Sie sich innerhalb von 30 Tagen nach Kauf, die angepasste Fassung kommt innerhalb von 10 Werktagen ohne Zusatzkosten.
Können Kunst und Musik gemeinsam an einem Projekt arbeiten?
Ja, etwa beim Orpheus-Mythos: Der Musikkurs analysiert Opernfassungen, der Kunstkurs entwirft ein Bildprogramm, und beide präsentieren gemeinsam. Die Präsentation dient zugleich als Leistungsnachweis.