Religion Sek I · Unterrichtsreihe
Fasten nach Karneval
Erarbeitet den Übergang von Karneval zur Fastenzeit und das Fasten als religiöse Praxis.
3 Materialien = 15 % · 4 = 20 % · 5 = 25 % Rabatt.
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Fächerübergreifend · Karneval, Fasching & Fastenzeit · Sek I
Karneval heißt nicht überall Karneval: Rheinischer Karneval, Schwäbisch-Alemannische Fastnacht und Regionen ohne nennenswerte Tradition unterscheiden sich in Namen, Herkunft und Bräuchen erheblich. Diese Seite ordnet die regionalen Unterschiede ein, zeigt, welchem Fach welcher Zugang gehört, und verlinkt zu den vertiefenden Religionsseiten des Shops.
Karneval, Fasching und Fastnacht bezeichnen je nach Region unterschiedliche Bräuche mit unterschiedlicher Herkunft: der Rheinische Karneval, die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht und die weitgehend feierfreien Gebiete Norddeutschlands. Für die religiöse Anschlussfrage nach der Fastenzeit liefert Fasten nach Karneval fertiges Material für Sek I; für gestalterische Zugänge in der Grundschule eignet sich das Masken-Malprojekt in deutscher und englischer Fassung.
Karneval, Fasching und Fastnacht sind nicht drei Namen für dasselbe Fest, sondern Ausdruck unterschiedlicher regionaler Traditionen. Der Rheinische Karneval, wie er in Köln, Düsseldorf und Mainz gefeiert wird, geht auf städtische Bürgerkarnevalsvereine des 19. Jahrhunderts zurück und ist stark von organisierten Umzügen, Sitzungen und einer eigenen Symbolik – Kappen, Orden, Dreigestirn – geprägt. Die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht in Teilen Baden-Württembergs, Bayerns und der Schweiz ist dagegen deutlich älter, folgt einem anderen Kalender und arbeitet mit Holzmasken, sogenannten Larven, und festen Figurentypen statt mit organisierten Wagen. Sie beginnt vielerorts bereits am „Schmotzigen Donnerstag" und nicht erst am Wochenende vor Aschermittwoch, was für Lerngruppen aus dem Rheinland zunächst verwirrend wirken kann.
In weiten Teilen Norddeutschlands sowie in evangelisch geprägten Regionen ist die Tradition dagegen schwach ausgeprägt oder wurde historisch durch die Reformation zurückgedrängt, die den Fastenbrauch insgesamt kritischer sah. Dieser regionale Kontrast lässt sich im Unterricht produktiv nutzen: Warum ist ein Fest, das bundesweit in den Medien präsent ist, in der eigenen Region kaum sichtbar? Die Antwort führt zu Konfessionsgeschichte, Stadtgeschichte und der Frage, wie Bräuche entstehen und sich verbreiten.
Ehrlich gesagt gibt es im Shop derzeit kein Material, das diesen regionalen Vergleich als eigene Unterrichtsreihe ausgearbeitet anbietet. Die folgende Übersicht sowie die Fächerzuordnung sind deshalb als Orientierung für die eigene Unterrichtsplanung gedacht, ergänzt um das verfügbare Material zur anschließenden Fastenzeit.
Eine dritte Ebene lohnt sich für ältere Jahrgänge: der Vergleich mit Fastenbräuchen außerhalb des Christentums, etwa dem Ramadan im Islam oder Fastentagen im Judentum. Ein solcher Vergleich funktioniert am besten rein beschreibend, ohne Wertung, welche Praxis „strenger" oder „ursprünglicher" ist, und eignet sich gut, um die Fastenzeit als eine von mehreren religiösen Verzichtspraktiken einzuordnen statt als isoliertes christliches Phänomen. Für den Einstieg genügt oft schon eine einfache Tabelle mit Dauer, Anlass und Verzichtsform je Religion, die die Lerngruppe gemeinsam aus Vorwissen und kurzer Recherche füllt.
Vier Materialien decken die religiöse Anschlussfrage der Fastenzeit sowie gestalterische Zugänge für die Grundschule ab.
Religion Sek I · Unterrichtsreihe
Erarbeitet den Übergang von Karneval zur Fastenzeit und das Fasten als religiöse Praxis.
Religion Sek I · Sparpaket
Bündelt mehrere Reihen von Karneval über die Fastenzeit bis Ostern für eine komplette Frühjahrsplanung.
Kunst Grundschule · Vorlage
Gestalterischer Zugang für Klasse 1 bis 4, wenn Karneval in der Grundschule eher praktisch als analytisch behandelt wird.
Englisch/Kunst Grundschule
Englischsprachige Fassung des Masken-Malprojekts für bilingualen Unterricht oder den Englischunterricht der Grundschule.
Das Themenfeld verteilt sich sinnvoll auf mehrere Fächer, statt einem einzigen zugeordnet zu werden. In Erdkunde und Landeskunde lässt sich die Frage bearbeiten, warum bestimmte Regionen Karneval intensiv feiern und andere kaum – ein Einstieg in Konfessionsgeschichte und regionale Kulturprägung. In Deutsch bieten sich die unterschiedlichen Bezeichnungen und ihre Herkunft an, etwa der Zusammenhang zwischen „Fastnacht" und dem Vorabend der Fastenzeit, oder eine kurze Wortfeldarbeit zu Begriffen wie Jecken, Narren und Elfter Elfter. In Religion und Ethik liegt der Schwerpunkt auf der Fastenzeit selbst als religiöser Praxis der Vorbereitung und des Verzichts. In der Grundschule dominiert dagegen der gestalterische Zugang über Masken und Kostüme, während eine analytische Auseinandersetzung mit Herkunft und regionalen Unterschieden erst ab der Sekundarstufe I altersgerecht möglich ist.
Diese Aufteilung eignet sich auch für eine kurze fächerübergreifende Einheit: Eine Erdkunde- oder Deutschstunde zur regionalen Verbreitung, gefolgt von einer Religionsstunde zum Übergang in die Fastenzeit. So wird aus einem reinen Faschingsanlass ein Thema mit mehreren fachlichen Zugängen, ohne dass eine einzelne Lehrkraft die gesamte Bandbreite allein abdecken müsste.
Für die Umsetzung im Kollegium hilft es, die Zuordnung explizit in der Jahresplanung festzuhalten, statt sie stillschweigend vorauszusetzen: Wer deckt den regionalen Vergleich ab, wer die religiöse Vertiefung, wer den gestalterischen Teil in der Grundschule? Ohne diese Absprache passiert häufig entweder eine Dopplung zwischen Fächern oder das Thema fällt zwischen die Zuständigkeiten und wird gar nicht behandelt.
| Region/Tradition | Bezeichnung | Typische Merkmale |
|---|---|---|
| Rheinland (Köln, Düsseldorf, Mainz) | Karneval | Organisierte Vereine, Rosenmontagszug, Dreigestirn, Sitzungen |
| Baden-Württemberg, Teile Bayerns, Schweiz | Fastnacht/Fasnacht | Holzmasken (Larven), feste Figurentypen, eigener Kalender |
| Süddeutschland allgemein, Österreich | Fasching | Bälle, Kostümumzüge, regional unterschiedlich stark ausgeprägt |
| Norddeutschland, evangelisch geprägte Regionen | Kaum eigene Tradition | Historisch durch die Reformation zurückgedrängt, punktuelle lokale Bräuche |
Die drei Begriffe bezeichnen regional unterschiedliche Traditionen: Karneval steht meist für den organisierten Rheinischen Karneval, Fastnacht für die ältere Schwäbisch-Alemannische Tradition mit Holzmasken, Fasching für süddeutsche und österreichische Formen. Alle drei enden am Aschermittwoch mit dem Beginn der Fastenzeit.
Die Tradition wurde historisch durch die Reformation zurückgedrängt, die den vorösterlichen Fastenbrauch kritisch sah. In überwiegend evangelisch geprägten Regionen fehlt deshalb bis heute eine vergleichbar starke Karnevalskultur, auch wenn es lokale Ausnahmen gibt.
Ein eigenes Unterrichtsmaterial dazu gibt es im Shop aktuell nicht. Diese Seite liefert die Übersicht als Orientierung für die eigene Planung; für die anschließende Fastenzeit steht dagegen ausgearbeitetes Material zur Verfügung.
Die bestehenden Seiten behandeln die religiöse Tiefe von Fastenzeit und Ostern beziehungsweise die fächerübergreifende Jahreszeitenreihe. Diese Seite konzentriert sich auf den regionalen Vergleich der Karnevalstraditionen und die Zuordnung zu einzelnen Fächern und verlinkt für die Inhalte auf die bestehenden Seiten.
Ja, die regionale Verbreitung unterschiedlicher Karnevalstraditionen lässt sich gut mit Konfessionsgeschichte und Kulturraumkunde verbinden und eignet sich als kurzer Exkurs im Erdkunde- oder Landeskundeunterricht vor den Faschingsferien.
Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Ostern; sie gilt als Zeit der Vorbereitung, Besinnung und des bewussten Verzichts. Die Reihe „Fasten nach Karneval" arbeitet diesen Übergang vom Feiern zum Verzicht als eigenes Thema auf.