Fasten nach Karneval
Erarbeitet den Übergang von Karneval zur Fastenzeit und das Fasten als religiöse Praxis.
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Religion · Ostern, Passion & Fastenzeit · Sek I
Unterrichtsmaterial für das gesamte Frühjahr des Kirchenjahres – von Karneval und dem Beginn der Fastenzeit über die Passion und den Karfreitag bis zur Osterbotschaft. Die Reihen sind für die Sekundarstufe I ausgearbeitet, einzeln einsetzbar und lassen sich zu einer durchgehenden Sequenz vor den Osterferien verbinden.
Kurz gesagt: Eine Osterreihe für die Sekundarstufe I folgt sinnvollerweise dem Kirchenjahr: Sie beginnt mit dem Übergang von Karneval zur Fastenzeit, führt über die Passionserzählung und den Karfreitag zum Ostersonntag und schließt mit der Frage, was die Auferstehung für Christinnen und Christen bedeutet. Die Materialien auf dieser Seite liefern dafür Arbeitsblätter, Stundenverläufe und Aufgaben mit Lösungen – als Gesamtsequenz oder als einzelne Bausteine.
Weihnachten hat eine Erzählung, die sich leicht nacherzählen lässt. Ostern hat das nicht. Im Zentrum stehen ein Justizmord und eine Aussage, die sich historisch nicht belegen lässt – das macht das Fest fachlich anspruchsvoll und für Jugendliche zunächst sperrig. Viele kennen Ostereier und Osterhasen, aber nicht den Zusammenhang mit Kreuzigung und Grab. Genau hier liegt die didaktische Aufgabe: den Brauchtumsteil ernst zu nehmen, ohne bei ihm stehen zu bleiben, und den theologischen Kern verständlich zu machen, ohne ihn zu verharmlosen.
Hinzu kommt, dass der Zeitraum vor Ostern deutlich länger ist als die Adventszeit und ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte bietet. Karneval und Aschermittwoch, das Fasten als religiöse Praxis, die Ereignisse der Karwoche und schließlich der Ostersonntag ergeben zusammen eine Sequenz, die sich über mehrere Wochen erstrecken kann. Weil die Termine beweglich sind und je nach Bundesland unterschiedlich viele Unterrichtsstunden übrig bleiben, sind die Reihen hier so geschnitten, dass Sie sie vollständig oder in Ausschnitten einsetzen können.
Die folgenden Reihen decken den Zeitraum von Karneval bis Ostern ab – jede mit Arbeitsblättern, Aufgabenstellungen und ausführlichen Lösungen.
Erarbeitet den Übergang von Karneval zur Fastenzeit und das Fasten als religiöse Praxis.
Klärt den Unterschied zwischen Osterbrauchtum und dem inhaltlichen Kern des Festes.
Erschließt die Ereignisse der Karwoche und die Passionserzählung Schritt für Schritt.
Führt zur theologischen Frage, warum Ostern das höchste christliche Fest ist.
Vertiefende Fassung für leistungsstarke Lerngruppen und den Übergang in die Oberstufe.
Ein guter Einstieg liegt zeitlich früher, als man denkt. Wenn Karneval vorbei ist und der Aschermittwoch die Fastenzeit eröffnet, hat Ihre Lerngruppe eine unmittelbare Erfahrung vor Augen: Erst wird gefeiert, dann wird verzichtet. Daran lässt sich klären, was Fasten religiös bedeutet, warum es diese Zeit vor Ostern gibt und wie sie sich von heutigen Verzichtsformen wie einem Handy- oder Zuckerfasten unterscheidet. Der Vergleich mit dem Ramadan bietet sich an, sofern er beschreibend geführt wird und nicht in eine Bewertung mündet.
Der Hauptteil gehört der Karwoche. Hier empfiehlt es sich, die Ereignisse zunächst chronologisch zu ordnen – Einzug in Jerusalem, letztes Abendmahl, Gefangennahme, Verurteilung, Kreuzigung, Grablegung – und erst danach nach der Bedeutung zu fragen. Die Trennung von Ablauf und Deutung entlastet Ihre Lerngruppe, weil sie zwei sehr verschiedene Anforderungen auseinanderhält. Den Abschluss bildet der Ostersonntag: Die Ostererzählungen berichten vom leeren Grab und von Begegnungen mit dem Auferstandenen. Fachlich sauber ist es, hier deutlich zu machen, dass die Texte einen Glaubenszeugnis-Charakter haben und keine Reportage sind.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 5/6 | Einstieg | Osterbräuche und Feste im Kirchenjahr einordnen, Fastenzeit als Vorbereitungszeit verstehen |
| Klasse 7/8 | Vertiefung | Passionserzählung erschließen: Ereignisse der Karwoche ordnen und im Text belegen |
| Klasse 9/EF | Deutung | Auferstehung als Glaubensaussage: theologische Deutungen vergleichen und begründet einordnen |
Die Passionserzählung ist sprachlich anspruchsvoll und für schwächere Leserinnen und Leser eine Hürde. Bewährt hat sich, den Text in nummerierte Abschnitte zu zerlegen und je nach Niveau unterschiedlich zu arbeiten: Die einen ordnen vorgegebene Überschriften den Abschnitten zu, die anderen formulieren die Überschriften selbst und begründen ihre Gliederung. Für die Deutungsebene lassen sich abgestufte Impulse einsetzen – von einer Auswahlfrage mit vorgegebenen Deutungen bis zu einer offenen Stellungnahme mit Textbelegen.
Bei der Leistungsbewertung ist Zurückhaltung angebracht, wo es um Glaubensfragen geht. Bewertbar ist, ob Ihre Lerngruppe die Ereignisse der Karwoche korrekt wiedergibt, Fachbegriffe wie Passion, Karfreitag und Auferstehung richtig verwendet und Deutungen am Text belegt. Nicht bewertbar ist, ob jemand die Osterbotschaft persönlich teilt. Die Materialien trennen diese Ebenen in den Aufgabenstellungen konsequent, sodass Sie Lernkontrollen ohne Bekenntnisdruck zusammenstellen können.
Die Osterthematik berührt in der Sekundarstufe I gleich mehrere Inhaltsfelder. Das Kirchenjahr und seine Feste gehören zum Pflichtbestand der Jahrgangsstufen 5 und 6; die Auseinandersetzung mit Jesus Christus, seinem Wirken, seinem Tod und der Auferstehungsbotschaft bildet in den mittleren Jahrgängen einen eigenen Schwerpunkt; und die Fastenzeit lässt sich dem Bereich religiöser Praxis und Lebensgestaltung zuordnen. Eine Sequenz vor den Osterferien deckt damit Kompetenzerwartungen ab, die ohnehin im Curriculum stehen.
Für den Übergang in die Oberstufe ist die vertiefende Osterreihe für die Sekundarstufe II gedacht. Sie eignet sich für Lerngruppen, die in Klasse 9 oder 10 bereits sicher mit Bibeltexten arbeiten, und bereitet auf die christologischen Fragestellungen der EF vor. Wer beide Fassungen einsetzt, kann in einer Klassenstufe differenzieren und leistungsstarken Schülerinnen und Schülern anspruchsvollere Textgrundlagen geben, ohne eine zweite Reihe planen zu müssen.
Hilfreich ist eine klare zeitliche Ordnung: Am Karfreitag wird Jesu Kreuzigung und Tod erinnert, am Ostersonntag die Auferstehung gefeiert. Wenn Ihre Lerngruppe zuerst den Ablauf der Karwoche sichert und erst danach nach der Bedeutung fragt, bleiben Ereignis und Deutung sauber getrennt und beide Tage werden verständlich.
Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Ostern; sie versteht sich als Zeit der Vorbereitung und der Besinnung. Im Unterricht lässt sich daran gut zeigen, dass religiöse Praxis nicht nur aus Festen besteht, sondern auch aus bewusstem Verzicht – ein Zugang, den viele Jugendliche über eigene Verzichtserfahrungen nachvollziehen können.
Die Reihen stellen dar, was an Ostern erinnert und gefeiert wird, und verlangen keine persönliche Zustimmung. Wo sich evangelische und katholische Praxis unterscheiden, etwa bei Gottesdienstformen oder Bräuchen, lässt sich das als Vergleich anlegen. Damit sind die Materialien für konfessionell-kooperativen Unterricht geeignet.
Ja. Jede Reihe enthält abgeschlossene Bausteine, die sich ohne Vorwissen aus den übrigen Einheiten einsetzen lassen – etwa der Vergleich von Osterbräuchen oder die Arbeit an einem einzelnen Abschnitt der Passionserzählung. Für eine einzelne Vertretungsstunde genügt in der Regel ein Arbeitsblatt mit der zugehörigen Lösung.
Ja, zu allen Aufgaben gehören ausgearbeitete Lösungen. Bei Deutungsaufgaben liegen Erwartungshorizonte mit möglichen Antworten vor, die als Orientierung dienen und sich an Ihre Lerngruppe anpassen lassen.
Die Reihen enthalten bearbeitbare Textdateien sowie druckfertige PDF-Fassungen der Arbeitsblätter. Sie können Aufgaben also unverändert kopieren oder vorher sprachlich vereinfachen, kürzen und ergänzen.