Kernlehrplan Deutsch NRW
Material nach dem Kernlehrplan Deutsch für Grund- und Leistungskurs in Nordrhein-Westfalen.
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Leistungsüberprüfung & Bewertung · Alle Fächer · Sek II
Die erste Klausur nach den Ferien trifft eine Lerngruppe, die gerade erst wieder in den Unterrichtsrhythmus findet, und eine Lehrkraft, die Aufgabenformat und Erwartungshorizont ohne den üblichen Vorlauf fertigstellen muss. Diese Seite ordnet den Aufbau einer 100-Punkte-Leistungsüberprüfung, die gängigen Operatoren, das Bewertungsraster und die Unterschiede zwischen den Bundesländern.
Kurz gesagt: Eine 100-Punkte-Leistungsüberprüfung gliedert sich in drei Anforderungsbereiche, deren Gewichtung sich am Lehrplan des jeweiligen Bundeslandes orientiert – üblich ist eine Verteilung von ungefähr 30 Punkten für Reproduktion, 40 Punkten für Transfer und 30 Punkten für Reflexion und Bewertung. Der Erwartungshorizont muss zu jedem Teil passende Operatoren und nachvollziehbare Teilpunkte enthalten. Das Lehrplan-Produkt des eigenen Bundeslandes liefert dafür die passenden Kompetenzformulierungen, eine FachKomplett-Reihe liefert zusätzliches Übungs- und Klausurmaterial für die Vorbereitung.
Nach zwei bis drei Wochen Ferien liegt der Stoff der letzten Unterrichtseinheit vor den Ferien bei vielen Schülerinnen und Schülern nicht mehr griffbereit. Eine Klausur, die unmittelbar nach den Ferien angesetzt ist, muss diesen Umstand im Aufgabenformat berücksichtigen: entweder durch eine kurze Wiederholungsphase vor dem Termin oder durch eine Aufgabenstellung, die stärker auf Transferleistung als auf reine Reproduktion des zuletzt behandelten Stoffs setzt.
Gleichzeitig steht der Erwartungshorizont unter Zeitdruck: Er muss vor dem Klausurtermin fertig sein, damit die Korrektur nachvollziehbar und einheitlich erfolgt. Wer den Erwartungshorizont erst während der Korrektur entwickelt, riskiert uneinheitliche Bewertungsmaßstäbe zwischen den ersten und den letzten korrigierten Arbeiten. Ein vorab festgelegtes Punkteraster mit klaren Operatoren je Anforderungsbereich verhindert das.
Die meisten Bundesländer orientieren sich für schriftliche Leistungsüberprüfungen in der Oberstufe an drei Anforderungsbereichen, deren Bezeichnung leicht variiert, deren Logik aber gleich bleibt: Wiedergabe, Anwendung und Beurteilung. Eine verbreitete Gewichtung für eine 100-Punkte-Klausur zeigt die folgende Übersicht.
| Anforderungsbereich | Typischer Anteil | Was verlangt wird |
|---|---|---|
| AFB I – Reproduktion | ca. 30 Punkte | Wiedergabe von Sachverhalten, Begriffen, Textstellen oder Fachbegriffen |
| AFB II – Reorganisation & Transfer | ca. 40 Punkte | Erklären, Einordnen und Übertragen auf neue Zusammenhänge |
| AFB III – Reflexion & Bewertung | ca. 30 Punkte | Beurteilen, Stellung nehmen, eigenständig argumentieren |
Diese Gewichtung ist ein verbreiteter Richtwert, kein bundesweit einheitlicher Standard: Das jeweilige Lehrplan-Produkt des Bundeslandes zeigt, welche Kompetenzformulierungen und Aufgabenformate für das eigene Fach und die eigene Kursstufe tatsächlich vorgesehen sind.
Jeder Anforderungsbereich verlangt andere Operatoren, und der Erwartungshorizont sollte diese Zuordnung von Anfang an sichtbar machen, damit die Korrektur nachvollziehbar bleibt.
| Bereich | Beispieloperatoren |
|---|---|
| AFB I | nennen, beschreiben, wiedergeben, darstellen |
| AFB II | erläutern, analysieren, einordnen, vergleichen |
| AFB III | beurteilen, bewerten, Stellung nehmen, erörtern |
Das Lehrplan-Produkt des eigenen Bundeslandes bildet die Kompetenzformulierungen und Aufgabenformate ab, an denen sich eine Klausur orientieren sollte. Die FachKomplett-Reihe des Fachs ergänzt dazu Übungsmaterial und Aufgabenformate für die Vorbereitung der Lerngruppe.
Material nach dem Kernlehrplan Deutsch für Grund- und Leistungskurs in Nordrhein-Westfalen.
100+ Reihen für Übung und Klausurvorbereitung, unabhängig vom Bundesland einsetzbar.
Material nach LehrplanPLUS für grundlegendes und erhöhtes Anforderungsniveau in Bayern.
Material nach dem hessischen Kerncurriculum für den Geschichtsunterricht der Oberstufe.
Zusätzliche Reihen für Übung, Wiederholung und Klausurvorbereitung im Fach Geschichte.
Material nach dem sächsischen Lehrplan für Gemeinschaftskunde und Wirtschaft in der Oberstufe.
Die Materialien sind nicht ministeriell geprüft oder zugelassen, sie ersetzen keine eigene fachliche Prüfung durch die Lehrkraft.
Für jedes Bundesland und die meisten Sek-II-Fächer liegt ein eigenes Lehrplan-Produkt vor. Die folgende Auswahl zeigt zusätzliche Beispiele aus anderen Ländern und Fächern.
Rahmenlehrplan Deutsch Berlin
Bildungsplan Englisch Bremen
Lehrplan Deutsch Rheinland-Pfalz
Rahmenplan Geschichte MV
FachKomplett Englisch
FachKomplett Politik & WirtschaftEin belastbares Bewertungsraster listet zu jeder Teilaufgabe die maximal erreichbare Punktzahl, den zugeordneten Anforderungsbereich und Stichpunkte zum erwarteten Inhalt, statt nur eine Gesamtpunktzahl vorzugeben. Für den Übergang von Punkten zu einer Note hat sich in der gymnasialen Oberstufe die 15-Punkte-Skala etabliert, in der Sekundarstufe I bleibt die klassische Notenskala von 1 bis 6 üblich. In beiden Fällen sollte die Zuordnung von Punktzahl zu Note vor der Klausur feststehen und nicht erst nach der Korrektur an die tatsächliche Verteilung angepasst werden.
Für Teilaufgaben aus AFB III empfiehlt sich zusätzlich eine kurze Beschreibung dessen, was eine überzeugende Argumentation von einer bloß korrekten Antwort unterscheidet, damit die Bewertung von Reflexionsleistung nicht allein von der Länge des Textes abhängt.
Ein verbreiteter Fehler ist ein Erwartungshorizont, der ausschließlich AFB I abdeckt, obwohl die Aufgabenstellung selbst Transfer- oder Beurteilungsleistung verlangt. Die Korrektur gerät dann uneinheitlich, weil Punkte für Aspekte vergeben werden, die im Raster gar nicht vorgesehen sind. Ebenso häufig ist ein Erwartungshorizont, der nur eine mögliche Lösung vorsieht, obwohl die Aufgabenstellung mehrere fachlich vertretbare Antworten zulässt – etwa bei Bewertungsaufgaben, die eine eigene Positionierung verlangen.
Ein dritter Fehler betrifft die Operatoren selbst: Wird in der Aufgabenstellung „erläutern“ verwendet, aber im Erwartungshorizont nur die reine Nennung bepunktet, passt die Bewertung nicht zur Aufgabenstellung. Die Formulierung der Operatoren in Aufgabe und Erwartungshorizont sollte deshalb konsistent sein und sich an den im Lehrplan des Bundeslandes verwendeten Begriffen orientieren.
Die Bezeichnung des Lehrplans variiert zwischen den Bundesländern, die grundsätzliche Struktur aus Kompetenzbereichen und Anforderungsbereichen ist jedoch vergleichbar. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Bezeichnungen den jeweiligen Ländern zu.
| Bezeichnung | Bundesländer |
|---|---|
| Kernlehrplan | Nordrhein-Westfalen |
| LehrplanPLUS | Bayern |
| Rahmenlehrplan | Berlin, Brandenburg |
| Bildungsplan | Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg |
| Kerncurriculum | Hessen, Niedersachsen |
| Rahmenplan | Mecklenburg-Vorpommern |
| Lehrplan | Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Thüringen |
| Fachlehrplan | Sachsen-Anhalt |
| Fachanforderungen | Schleswig-Holstein |
Für die Klausurpraxis relevant sind vor allem drei Unterschiede: die genaue Gewichtung der Anforderungsbereiche, die im jeweiligen Lehrplan aufgeführten verbindlichen Operatoren und die Frage, ob ein Land eigene Vorgaben zur Kombination von Kurshalbjahren macht. Das Lehrplan-Produkt des eigenen Bundeslandes ist deshalb die zuverlässigere Grundlage als eine allgemeine Vorlage, die nicht auf das jeweilige Land zugeschnitten ist.
Ein verbreiteter Richtwert für eine 100-Punkte-Klausur liegt bei etwa 30 Punkten für AFB I, 40 Punkten für AFB II und 30 Punkten für AFB III. Verbindlich ist immer die Vorgabe des jeweiligen Lehrplans, nicht ein bundesweit einheitlicher Schlüssel.
Ja, ein vorab festgelegtes Punkteraster mit Operatoren je Teilaufgabe ist die Voraussetzung für eine einheitliche Korrektur, besonders wenn die Bewertung erst einige Tage nach dem Klausurtermin erfolgt.
Die 15-Punkte-Skala ist in der gymnasialen Oberstufe verbreitet und ermöglicht eine feinere Abstufung als die klassische Notenskala von 1 bis 6, die in der Sekundarstufe I üblich bleibt. Beide Systeme benötigen eine vor der Klausur festgelegte Zuordnung von Punktzahl zu Bewertung.
Jedes Bundesland formuliert eigene Kompetenzbereiche und teils eigene verbindliche Operatoren. Das Lehrplan-Produkt des jeweiligen Landes bildet diese Vorgaben ab und liefert damit die passgenauere Grundlage als eine länderübergreifende Vorlage.
Sinnvoll ist ein Raster, das nicht eine einzelne „richtige“ Antwort vorgibt, sondern Kriterien für eine überzeugende Argumentation benennt, etwa Begründungstiefe und Bezug zum Material, unabhängig von der inhaltlichen Position.
Das Lehrplan-Produkt liefert die zum Bundesland passenden Kompetenzformulierungen und Reihen. Für zusätzliches Übungs- und Klausurmaterial über den Lehrplan hinaus ergänzt die FachKomplett-Reihe des Fachs mit über 100 weiteren Unterrichtsreihen.