Differenzierung vorbereiten: Unterrichtsvorbereitung für ungleiche Gruppen

Silo Unterrichtsvorbereitung, Differenzierung

Differenzierung vorbereiten: Unterrichtsvorbereitung für ungleiche Gruppen

Wie sich Differenzierung schon in der Unterrichtsvorbereitung anlegen lässt: zwei Anforderungsniveaus derselben Aufgabe entwerfen, Hilfen formulieren, die nicht die Lösung verraten, unnötige Zusatzarbeit vermeiden und den Aufwand dafür über mehrere Stunden hinweg realistisch halten.

  • 2Anforderungsniveaus je Kernaufgabe genügen meist
  • 1gemeinsamer Aufgabenkern für die ganze Klasse
  • 10–15Minuten zusätzlicher Vorbereitungsaufwand je Stunde
  • 0Aufgaben, die eine eigene Zusatzkorrektur brauchen

Differenzierung in der Unterrichtsvorbereitung bedeutet, dieselbe Kernaufgabe in zwei Anforderungsniveaus vorzubereiten, statt für unterschiedliche Lerngruppen komplett getrennte Aufgaben zu entwerfen: ein Grundniveau mit gestützten Hilfen und ein erweitertes Niveau mit größerem eigenen Anteil, beide auf dasselbe fachliche Ziel bezogen. Hilfen dürfen den Denkweg erleichtern, ohne die Lösung vorwegzunehmen. Nicht jede Phase der Stunde muss differenziert werden; Einstieg und Sicherung funktionieren meist gemeinsam für die ganze Klasse, während sich Übungs- und Erarbeitungsphasen für zwei Niveaus lohnen.

Zwei Anforderungsniveaus derselben Aufgabe entwerfen

Der praktikabelste Ausgangspunkt für Differenzierung ist eine einzige Kernaufgabe, die in zwei Fassungen vorliegt, statt zweier völlig unterschiedlicher Aufgaben für unterschiedliche Gruppen. Beide Fassungen zielen auf denselben fachlichen Kern, unterscheiden sich aber im Grad der Vorstrukturierung und im Umfang des eigenständig zu leistenden Transfers.

Bei einer Aufgabe zu Nebensatzarten erkennen und nutzen – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I lässt sich das gut zeigen: Das Grundniveau arbeitet mit vorgegebenen Beispielsätzen, in denen die Nebensätze bereits markiert sind und nur noch bestimmt werden müssen, während das erweiterte Niveau eigene Sätze mit den behandelten Nebensatzarten formuliert.

Wie sich eine solche zweigeteilte Aufgabe konkret in eine Unterrichtsvorbereitung einbauen lässt, ohne den Stundenverlauf zu zerreißen, zeigt Unterrichtsvorbereitung Nebensatzarten erkennen und nutzen: Differenzierung vorab anlegen am Beispiel dieses Themas.

Wichtig ist, dass beide Fassungen am selben Ergebnis ankommen: Wer das Grundniveau bearbeitet hat, soll dieselbe fachliche Erkenntnis mitnehmen wie jemand, der das erweiterte Niveau bearbeitet hat, nur auf einem stärker angeleiteten Weg. Zwei Aufgaben mit unterschiedlichem Ziel sind keine Differenzierung mehr, sondern zwei getrennte Unterrichtsinhalte.

In der praktischen Vorbereitung lohnt es sich, zuerst die anspruchsvollere Fassung zu entwerfen und das Grundniveau anschließend durch gezielte Vereinfachung abzuleiten, statt umgekehrt vorzugehen. Wer vom Grundniveau ausgeht und es später aufwendiger macht, verliert häufig den gemeinsamen fachlichen Kern aus dem Blick, weil beide Fassungen dann getrennt voneinander wachsen. Diese Reihenfolge kostet zunächst etwas mehr Zeit beim Entwurf, spart sie aber wieder ein, weil die Vereinfachung eines fertigen Textes schneller geht als das nachträgliche Erweitern einer bereits einfachen Fassung.

Hilfen formulieren, die nicht die Lösung verraten

Eine Hilfe soll den Denkweg strukturieren, nicht das Ergebnis vorwegnehmen. Eine Hilfekarte, die bereits die richtige Antwort in anderer Formulierung enthält, differenziert nicht, sondern ersetzt die Aufgabe durch eine Abschreibübung, ohne dass die Lernenden das bemerken.

Bei einer Aufgabe zu Präpositionen und ihre Fälle – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I funktioniert eine gestufte Hilfe etwa so: Die erste Hilfsstufe nennt die relevante Präpositionsgruppe, die zweite liefert ein Beispiel mit einer anderen Präposition derselben Gruppe, aber keine der beiden nennt die konkret gesuchte Lösung für den vorliegenden Satz.

Wie sich eine solche gestufte Hilfe für ein grammatisches Thema systematisch aufbauen lässt, beschreibt Unterrichtsvorbereitung Präpositionen und ihre Fälle: Differenzierung vorab anlegen mit einer Abstufung, die sich auf ähnliche Themen übertragen lässt und auch bei anderen regelbasierten Grammatikthemen ohne größere Anpassung funktioniert.

Eine brauchbare Prüfung für jede Hilfekarte ist die Frage, ob eine Lernende, die die Karte liest, die Aufgabe danach noch selbst lösen muss oder nur noch abschreiben kann. Bleibt ein eigener Denkschritt übrig, ist die Hilfe brauchbar; verschwindet er, ist die Hilfe zu weit gegangen.

Zwei gestufte Hilfekarten reichen für die meisten Aufgaben aus: eine erste, die grob den Bereich eingrenzt, in dem die Lösung liegt, und eine zweite, die ein Beispiel mit anderen Werten liefert. Eine dritte, sehr konkrete Hilfestufe wird selten gebraucht und verleitet eher dazu, sie vorschnell auszugeben, statt der Klasse Zeit zum eigenen Ausprobieren zu lassen.

Was man nicht differenzieren muss

Nicht jede Phase einer Stunde profitiert von zwei Niveaus. Ein gemeinsamer Einstieg, der alle auf dasselbe Thema einstimmt, funktioniert in der Regel für die ganze Klasse und verliert an Wirkung, wenn er zusätzlich aufgeteilt wird, bevor überhaupt ein gemeinsamer Bezugspunkt entstanden ist.

Auch die Sicherung am Ende einer Stunde lässt sich meist gemeinsam gestalten, etwa als mündliche Zusammenfassung im Plenum, an der sich sowohl die Lernenden des Grundniveaus als auch die des erweiterten Niveaus mit ihren jeweiligen Ergebnissen beteiligen können. Eine getrennte Sicherung für zwei Gruppen kostet unnötig Zeit, ohne einen erkennbaren Vorteil zu bringen.

Bei einer Aufgabe zu Der Konjunktiv I und II – Gebrauch in indirekter Rede und Irrealis – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I genügt es beispielsweise, die Erarbeitungsphase zu differenzieren und Einstieg sowie Abschlussrunde gemeinsam zu gestalten, statt die gesamte Stunde in zwei Bahnen zu führen.

Wie eine solche punktuelle Differenzierung, die nur eine einzelne Stundenphase betrifft, konkret aussieht, zeigt Der Konjunktiv I und II vorbereiten: Differenzierung vorab anlegen an diesem Beispiel.

Auch die Hausaufgabe muss nicht zwangsläufig differenziert werden, solange sie eher der Wiederholung als der Einführung neuer Inhalte dient. Eine gemeinsame Hausaufgabe mit freiwilligem Zusatzteil erfüllt in vielen Fällen denselben Zweck wie zwei getrennte Hausaufgaben, ohne den Korrekturaufwand am nächsten Tag zu verdoppeln. Ebenso wenig muss eine kurze mündliche Wiederholungsrunde zu Beginn der Stunde differenziert werden, weil sie ohnehin nur einen groben Überblick über den Kenntnisstand der Klasse verschafft, bevor die eigentliche Erarbeitung beginnt.

Den Vorbereitungsaufwand realistisch halten

Differenzierung, die für jede Stunde eine vollständig neue zweite Aufgabe verlangt, ist auf Dauer nicht durchzuhalten. Realistisch ist ein Aufwand von etwa zehn bis fünfzehn zusätzlichen Minuten je Stunde, wenn die zweite Fassung durch gezielte Veränderung der bereits vorbereiteten Aufgabe entsteht, statt komplett neu entworfen zu werden.

Bei einer Aufgabe zu Dialoge schreiben: Figurenrede lebendig und korrekt gestalten – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I lässt sich das erweiterte Niveau beispielsweise erzeugen, indem eine vorgegebene Dialogsituation im Grundniveau entfällt und durch eine offenere Ausgangslage ersetzt wird, ohne dass ein zweites, eigenständiges Aufgabenblatt nötig wird.

Wie sich dieser Umbau einer bestehenden Aufgabe in zwei Niveaus mit vertretbarem Zeitaufwand organisieren lässt, zeigt Unterrichtsvorbereitung Deutsch: Dialoge schreiben — Differenzierung vorab anlegen an diesem Beispiel.

Eine zusätzliche Zeitersparnis ergibt sich, wenn beide Niveaus mit demselben Korrekturschema bewertet werden können, statt für das erweiterte Niveau eine eigene Bewertungslogik zu entwickeln. Eine differenzierte Aufgabe, die eine eigene Zusatzkorrektur erfordert, verdoppelt den Aufwand nach der Stunde und ist deshalb selten die praktikabelste Lösung.

Wer die zweite Fassung einer Aufgabe einmal sorgfältig entworfen hat, kann sie bei ähnlich gelagerten Themen als Vorlage wiederverwenden, statt bei jedem neuen Thema wieder bei null zu beginnen. Diese Wiederverwendung reduziert den Aufwand über ein Schulhalbjahr betrachtet deutlich stärker als eine einzelne gut gemeinte, aber einmalige Differenzierungsidee.

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Nebensatzarten erkennen und nutzen – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I
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Präpositionen und ihre Fälle – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I
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Der Konjunktiv I und II – Gebrauch in indirekter Rede und Irrealis – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I (Kopie)Digitaler DownloadZur Reihe
Dialoge schreiben: Figurenrede lebendig und korrekt gestalten – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK I
Dialoge schreiben: Figurenrede lebendig und korrekt gestalten – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK IDigitaler DownloadZur Reihe
Projektmanagement für Schüler – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK IKonjunktionen und Konnektoren – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK IBertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK IIIngeborg Bachmann: Der gute Gott von Manhattan – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK IIE.T.A. Hoffmann: Der goldne Topf – Unterrichtsmaterial Deutsch SEK IIDer Besuch der alten Dame im Unterricht | Unterrichtsmaterial Deutsch SEK II

Zwei Anforderungsniveaus einer Kernaufgabe im Vergleich

Merkmal Grundniveau Erweitertes Niveau
Vorstrukturierung Beispiele teilweise vorgegeben Eigene Beispiele werden entwickelt
Hilfestellung Zwei bis drei gestufte Hilfekarten Keine oder nur eine offene Hilfekarte
Transferanteil Anwendung auf ähnliche Fälle Übertragung auf neue, offenere Fälle
Bearbeitungszeit Vergleichbar mit erweitertem Niveau Vergleichbar mit Grundniveau
Korrektur Gemeinsames Schema mit erweitertem Niveau Gemeinsames Schema mit Grundniveau

Sehr starke und sehr schwache Lernende in derselben Stunde

Zwei Anforderungsniveaus reichen für die meisten Klassen aus, auch wenn die Spannweite an Leistungsständen größer erscheint. Statt für einzelne besonders starke oder besonders schwache Lernende eine dritte oder vierte Fassung zu entwerfen, lohnt sich eine offene Zusatzaufgabe am oberen Ende, die freiwillig bearbeitet werden kann, wenn die reguläre Aufgabe bereits abgeschlossen ist.

Für sehr schwache Lernende ist häufiger eine zusätzliche mündliche Rückversicherung während der Erarbeitungsphase hilfreicher als ein drittes schriftliches Niveau: Ein kurzer Zwischencheck, ob der erste Schritt der Aufgabe verstanden wurde, verhindert, dass die gesamte Bearbeitungszeit an einem Missverständnis verloren geht. Ein solcher Zwischencheck lässt sich beiläufig während der Gruppenarbeit einschieben, ohne die übrige Klasse dabei zu unterbrechen.

Bei einem grammatischen Thema mit klar abgrenzbaren Teilaufgaben bewährt sich diese Kombination aus zwei schriftlichen Niveaus und einer offenen Zusatzaufgabe für besonders schnelle Lernende, ohne dass dafür ein drittes Aufgabenblatt vorbereitet werden muss.

Bei einer einzelnen sehr schwachen Lernenden, deren Rückstand deutlich über dem der übrigen Klasse liegt, reicht eine punktuelle Differenzierung innerhalb einer Stunde selten aus. Ein solcher Fall gehört eher in ein längerfristiges Fördergespräch als in die Vorbereitung einer einzelnen Stunde, auch wenn eine gestufte Hilfekarte für den Moment eine kurzfristige Entlastung bietet.

Umgekehrt lohnt es sich bei einer einzelnen sehr starken Lernenden, die regelmäßig deutlich schneller fertig ist als der Rest der Klasse, eine feste Rolle in der Gruppenarbeit einzuplanen, etwa als Person, die Rückfragen anderer Gruppen zuerst aufnimmt, bevor die Lehrkraft hinzugezogen wird. Das nutzt den Vorsprung sinnvoll, ohne eine eigene dritte Aufgabenfassung zu erfordern.

Differenzierung ankündigen, ohne sie zu einem Thema zu machen

Wie die beiden Niveaus einer Klasse vorgestellt werden, beeinflusst, ob Differenzierung als selbstverständlich oder als Etikettierung wahrgenommen wird. Bewährt hat sich eine neutrale Bezeichnung der beiden Fassungen, etwa nach Buchstaben oder Farben, statt Begriffen wie leicht und schwer, die die Zuordnung sofort sichtbar machen.

Ebenso hilfreich ist es, wenn die Wahl der Fassung nicht ausschließlich von der Lehrkraft vorgegeben wird, sondern die Lernenden in bestimmten Stunden selbst entscheiden dürfen, welche Fassung sie bearbeiten möchten. Das verringert den Eindruck einer festen Einteilung und lässt Raum für Tagesform.

Bei einer grammatischen Übungsaufgabe hat sich diese freie Wahl bewährt, weil die beiden Niveaus sich im Umfang, nicht im Thema unterscheiden und ein Wechsel zwischen ihnen deshalb ohne fachlichen Bruch möglich ist.

Vermeiden sollte man außerdem, dieselbe Sitzordnung oder Tischgruppe dauerhaft mit einem bestimmten Niveau zu verknüpfen. Eine feste Zuordnung von Plätzen zu Niveaus wird von der Klasse schnell durchschaut und wirkt stärker etikettierend als eine Bezeichnung, die von Stunde zu Stunde neu vergeben wird.

Wann sich zusätzlicher Aufwand für Differenzierung nicht lohnt

Nicht jede Stunde verlangt eine eigens vorbereitete zweite Fassung. Bei einer Aufgabe, die ohnehin in kleinen Schritten mit vielen Beispielen arbeitet, genügt häufig eine natürliche Differenzierung über die Anzahl der bearbeiteten Beispiele, ohne eigens zwei Aufgabenversionen zu entwerfen.

Auch bei einer einmaligen Vertretungsstunde ohne bekannte Klasse lohnt sich der zusätzliche Vorbereitungsaufwand selten, weil die tatsächliche Leistungsspanne der Gruppe vorab nicht bekannt ist. Hier ist eine einzige Aufgabe mit offenem Schwierigkeitsgrad, die sich in unterschiedlicher Tiefe bearbeiten lässt, die praktikablere Lösung als zwei vorbereitete Niveaus.

Wie sich ein Thema mit natürlicher Differenzierung über die Aufgabenmenge organisieren lässt, zeigt Unterrichtsvorbereitung Projektmanagement für Schüler: Differenzierung vorab anlegen an einem Thema, das sich durch seine offene Struktur für unterschiedliche Bearbeitungstiefen eignet, ohne dass eigene Niveaustufen formuliert werden müssen.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Zusatzaufwand nicht lohnt, ist eine sehr homogene Lerngruppe, in der die tatsächlichen Leistungsunterschiede gering ausfallen. Wird für eine solche Gruppe trotzdem aufwendig differenziert, entsteht ein Vorbereitungsaufwand, dem im Unterricht kaum ein messbarer Nutzen gegenübersteht. Ob eine Gruppe tatsächlich homogen ist, lässt sich zuverlässiger aus den Ergebnissen der letzten ein bis zwei Stunden ablesen als aus einem allgemeinen Eindruck zu Schuljahresbeginn, der sich im Lauf des Halbjahres durchaus noch ändern kann.

Differenzierung in den größeren Zusammenhang einordnen

Differenzierung für eine einzelne Stunde unterscheidet sich von Differenzierung über eine ganze Unterrichtsreihe hinweg, bei der sich unterschiedliche Niveaus über mehrere Doppelstunden hinweg konsistent fortsetzen müssen, statt in jeder Stunde neu entschieden zu werden. Wie eine Reihe über mehrere Wochen Zwischenstände sichert, an denen sich auch der Differenzierungsbedarf ablesen lässt, beschreibt die Seite Sicherung über die Unterrichtsreihe: was am Ende jeder Stunde bleibt.

Wie sich der Zeitbedarf für Material, Stundenaufbau und zusätzliche Vorbereitungsschritte wie Differenzierung insgesamt einschätzen lässt, ist auf der Seite Unterrichtsvorbereitung: Material, Zeitbedarf, Stundenaufbau zusammengefasst.

Konjunktionen und Konnektoren gehören zu den Themen, bei denen sich zwei Anforderungsniveaus besonders leicht über den Komplexitätsgrad der verwendeten Sätze erzeugen lassen; wie das im Detail funktioniert, zeigt Konjunktionen und Konnektoren vorbereiten: Differenzierung vorab anlegen. Weiteres Material mit ähnlich klar abgrenzbaren Teilaufgaben findet sich in der Sammlung der Unterrichtsreihen im Shop.

Wer Differenzierung für eine einzelne Stunde zum ersten Mal vorbereitet, sollte nicht versuchen, alle hier beschriebenen Bausteine gleichzeitig umzusetzen. Sinnvoller ist es, mit der gestuften Hilfekarte für eine bereits bestehende Aufgabe zu beginnen und die übrigen Bausteine erst nach und nach zu ergänzen, sobald sich die erste Anpassung im Unterricht bewährt hat.

Was eine vorbereitete Differenzierung trägt

  • Eine gemeinsame Kernaufgabe mit demselben fachlichen Ziel für beide Niveaus.
  • Gestufte Hilfen, die den Denkweg unterstützen, ohne die Lösung zu verraten.
  • Ein gemeinsamer Einstieg und eine gemeinsame Sicherung für die ganze Klasse.
  • Ein Zeitaufwand von etwa zehn bis fünfzehn zusätzlichen Minuten je Stunde.
  • Ein gemeinsames Korrekturschema für beide Niveaus statt doppelter Bewertungsarbeit.
  • Eine offene Zusatzaufgabe für besonders schnelle Lernende ohne eigenes Aufgabenblatt.
  • Eine neutrale Bezeichnung der Niveaus statt einer sichtbaren Etikettierung.
  • Der Verzicht auf Differenzierung dort, wo eine Aufgabe ohnehin offen genug ist oder die Lerngruppe erkennbar homogen arbeitet.

Die vorgestellten Materialien zu grammatischen und kommunikativen Themen im Deutschunterricht lassen sich mit vertretbarem Zusatzaufwand in zwei Anforderungsniveaus derselben Kernaufgabe vorbereiten, ohne den Stundenverlauf zu zerreißen oder die Korrektur spürbar zu verlängern.

Häufige Fragen

Wie viele Anforderungsniveaus braucht eine differenzierte Aufgabe?

Für die meisten Klassen genügen zwei Niveaus derselben Kernaufgabe, ergänzt um eine offene Zusatzaufgabe für besonders schnelle Lernende. Eine dritte oder vierte eigens vorbereitete Fassung lohnt sich selten, weil der Vorbereitungsaufwand stärker steigt, als es der zusätzliche Nutzen für einzelne Lernende rechtfertigt, und weil sich einzelne Ausreißer in der Leistungsspanne besser über punktuelle Maßnahmen auffangen lassen.

Wie formuliert man eine Hilfe, die nicht die Lösung verrät?

Eine Hilfe soll den Denkweg strukturieren, etwa durch das Benennen einer relevanten Kategorie oder ein Beispiel mit anderen Werten, ohne die konkrete Lösung des vorliegenden Falls zu nennen. Eine brauchbare Prüfung ist die Frage, ob nach dem Lesen der Hilfe noch ein eigener Denkschritt zur Lösung übrig bleibt.

Welche Phasen einer Stunde muss man nicht differenzieren?

Einstieg und Sicherung funktionieren in der Regel gemeinsam für die ganze Klasse, weil sie auf einen gemeinsamen Bezugspunkt zielen, nicht auf individuellen Transfer. Differenzierung lohnt sich vor allem in der Erarbeitungs- und Übungsphase, in der Lernende unterschiedlich viel eigenständigen Anteil übernehmen.

Wie hält man den Vorbereitungsaufwand für Differenzierung realistisch?

Ein Aufwand von zehn bis fünfzehn zusätzlichen Minuten je Stunde ist realistisch, wenn die zweite Fassung durch gezielte Veränderung der bereits vorbereiteten Aufgabe entsteht, statt komplett neu entworfen zu werden. Ein gemeinsames Korrekturschema für beide Niveaus verhindert zusätzlich doppelte Bewertungsarbeit nach der Stunde.

Wie geht man mit sehr starken und sehr schwachen Lernenden in derselben Stunde um?

Für besonders schnelle Lernende reicht meist eine offene Zusatzaufgabe ohne eigenes Aufgabenblatt. Für sehr schwache Lernende ist ein kurzer mündlicher Zwischencheck während der Erarbeitungsphase häufig hilfreicher als ein drittes schriftliches Niveau, weil er Missverständnisse frühzeitig aufdeckt, statt sie erst am Ende sichtbar werden zu lassen.

Wie kündigt man Differenzierung an, ohne Lernende zu etikettieren?

Eine neutrale Bezeichnung der beiden Fassungen, etwa nach Buchstaben oder Farben statt nach Begriffen wie leicht und schwer, verringert die sichtbare Zuordnung. Wenn Lernende in bestimmten Stunden selbst wählen dürfen, welche Fassung sie bearbeiten, wirkt die Einteilung zusätzlich weniger endgültig und lässt Raum für unterschiedliche Tagesform.