Deutsche Zweistaatlichkeit im Abitur: Ostpolitik, Stalinnote & 1989 | Sek II

Geschichte · Zweistaatlichkeit · Q1, Q2 & Abitur

Material für das Abiturthema nationale Identität unter den Bedingungen der Zweistaatlichkeit: Stalinnote und Westintegration, Neue Ostpolitik und Grundlagenvertrag, friedliche Revolution und Wiedervereinigung. Zu jeder Unterrichtsreihe gibt es ein Lernheft, mit dem die Lernenden selbstständig wiederholen können.

5Reihen & Lernhefte
Q1–Q2Stufenbereich
mit LösungenAufgaben
Einzel & BundleKaufoptionen

Kurz gesagt: Nationale Identität unter den Bedingungen der Zweistaatlichkeit gehört in mehreren Bundesländern zu den zentralen Abiturthemen. Entscheidende Wegmarken sind die Stalinnote von 1952 und die Weichenstellung zugunsten der Westintegration, die Neue Ostpolitik seit Ende der 1960er Jahre und die friedliche Revolution von 1989, die zur Wiedervereinigung führte. Die Reihen erschließen diese Etappen mit Vertrags- und Redequellen, das jeweilige Lernheft dient der Prüfungsvorbereitung.

Warum das Thema im Abitur so häufig geprüft wird

Das Thema verbindet drei Ebenen, die in Prüfungsaufgaben regelmäßig zusammengeführt werden: die internationale Konstellation des Ost-West-Konflikts, die deutsche Innenpolitik in beiden Staaten und die Frage, was Nation und nationale Zugehörigkeit unter den Bedingungen der Teilung überhaupt bedeuten konnten. Wer nur die Ereignisfolge kennt, kommt bei Aufgaben, die eine Beurteilung verlangen, nicht weit; verlangt wird das Verständnis dafür, dass jede Entscheidung Alternativen ausschloss.

Hinzu kommt die ausgezeichnete Quellenlage. Regierungserklärungen, Vertragstexte, diplomatische Noten, Reden und Karikaturen liegen in großer Zahl vor und sind gut dokumentiert. Das erlaubt Aufgabenstellungen, die über die Inhaltsangabe hinausgehen: den Adressaten einer Note bestimmen, die Wortwahl eines Vertrags auf ihre juristische Bedeutung prüfen, zwei Reden zum selben Anlass vergleichen. Genau diese Formate begegnen den Lernenden in der schriftlichen Prüfung wieder.

Unterrichtsmaterial zur Zweistaatlichkeit und ihrer Überwindung

Zu den beiden Schwerpunkten liegen jeweils eine Unterrichtsreihe für den Kurs und ein Lernheft für die Lernenden vor.

So gliedern Sie die Kursreihe

Setzen Sie am Anfang den Begriff, nicht das Ereignis. Die Leitfrage lautet, woran sich Zugehörigkeit zu einer Nation bemisst – an Sprache, Staatsangehörigkeit, gemeinsamer Geschichte oder politischer Ordnung. Erst wenn diese Frage im Raum steht, wird verständlich, warum beide deutsche Staaten sie unterschiedlich beantworteten und warum das Grundgesetz mit dem Wiedervereinigungsgebot eine andere Position einnahm als die spätere DDR-Verfassung mit ihrer Betonung der eigenen sozialistischen Nation.

Der Hauptteil folgt dann der Chronologie. Die Stalinnote von 1952 eignet sich hervorragend für eine kontroverse Erörterung, weil die Forschung bis heute uneins ist, ob es sich um ein ernsthaftes Angebot oder um einen Propagandaschritt handelte – eine Debatte, an der sich Lernende in Sachurteil und Werturteil üben können. Es folgen die Verträge der Neuen Ostpolitik mit ihrer Formel vom Verzicht auf Gewalt bei gleichzeitigem Offenhalten der nationalen Frage. Den Abschluss bildet das Jahr 1989 samt der außenpolitischen Absicherung der Einheit im Jahr 1990.

Für welche Stufe eignet sich das Material?

Stufe Einsatz Schwerpunkt
Einführungsphase Grundlagen der Teilung sichern Zeitleiste, Begriffe und Ost-West-Konflikt als Rahmen
Qualifikationsphase 1 Stalinnote und Neue Ostpolitik Vertrags- und Redequellen analysieren, Kontroversen erörtern
Qualifikationsphase 2 Friedliche Revolution und Einheit Beurteilung, Vernetzung und Klausurtraining

Klausurtraining und Differenzierung

Für die Klausurvorbereitung empfiehlt sich das Training an einer festen Aufgabenfolge: Einordnung der Quelle, strukturierte Analyse, Einbettung in den historischen Kontext, abschließende Beurteilung. Gerade der dritte Schritt fällt vielen Lernenden schwer, weil er Wissen verlangt, das nicht in der Quelle steht. Hilfreich ist deshalb ein Kontextzettel, auf dem die Lerngruppe zu jeder Etappe drei Stichworte festhält – er ersetzt keine Vorbereitung, macht aber sichtbar, welches Wissen die Prüfung voraussetzt.

Differenzieren lässt sich über die Quellensorte. Vertragstexte sind sprachlich anspruchsvoll und eignen sich für leistungsstarke Kurse oder den Leistungskurs; Reden und Karikaturen bieten einen leichteren Zugang, verlangen aber ebenso eine begründete Deutung. Weil alle Materialien bearbeitbar sind, können Sie Quellen kürzen, Operatoren anpassen und Erwartungshorizonte an das Anforderungsniveau Ihres Kurses angleichen. Die Lernhefte übernehmen dabei die Rolle des Nachschlagewerks für die häusliche Wiederholung.

Lehrplanbezug und Abiturvorgaben

In Nordrhein-Westfalen ist die nationale Identität unter den Bedingungen der Zweistaatlichkeit als inhaltlicher Schwerpunkt des Kernlehrplans der gymnasialen Oberstufe ausgewiesen und wird regelmäßig in den Vorgaben für die Abiturprüfung aufgegriffen. Auch in anderen Ländern findet sich das Thema, dort meist unter Überschriften wie Deutschland nach 1945, deutsche Frage oder Ost-West-Konflikt. Da Zuschnitt und Gewichtung sich unterscheiden, lohnt vor der Kursplanung ein Blick in die aktuellen Vorgaben Ihres Landes.

Fachlich ist wichtig, die deutsche Entwicklung nicht isoliert zu behandeln. Die Neue Ostpolitik ist ohne die internationale Entspannungspolitik nicht zu erklären, und die Ereignisse von 1989 hängen mit der Reformpolitik in der Sowjetunion und den Umbrüchen in Polen und Ungarn zusammen. Die Reihe zu Konflikten und Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg liefert diesen Rahmen und lässt sich unmittelbar anschließen.

Wie ist das Material aufgebaut?

  • Fachlich fundiertVon Fachlehrkräften erstellte Inhalte mit korrekter Fachterminologie.
  • Direkt einsetzbarFertige Reihen mit Aufgaben – sofort im Unterricht nutzbar.
  • Mit LösungenAlle Aufgaben inklusive ausführlicher Lösungswege.
  • DifferenzierbarAufgabenformate lassen sich an unterschiedliche Lerngruppen anpassen.
  • EditierbarBearbeitbare Formate – frei an Ihre Lerngruppe anpassbar.
  • KombinierbarEinzelreihen lassen sich zu einer eigenen Unterrichtseinheit verbinden.

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Häufige Fragen

Welche Quellen gehören zur Neuen Ostpolitik?

Im Zentrum stehen die Vertragstexte der Jahre 1970 bis 1973 – der Moskauer und der Warschauer Vertrag, das Vier-Mächte-Abkommen über Berlin und der Grundlagenvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten. Ergänzend eignen sich Regierungserklärungen und Reden, weil sich an ihnen die innenpolitische Kontroverse über diesen Kurs zeigen lässt.

Wie wird die Stalinnote im Abitur behandelt?

Meist als Kontroverse: Die Lernenden prüfen anhand des Notentextes und der Reaktionen, ob das Angebot eines wiedervereinigten, aber neutralen Deutschland ernst gemeint war oder der Störung der Westintegration diente. Erwartet wird kein Urteil im Sinne einer richtigen Lösung, sondern eine Argumentation, die beide Deutungen abwägt.

Was leistet das Lernheft zusätzlich zur Unterrichtsreihe?

Die Unterrichtsreihe stellt das Material für die Erarbeitung im Kurs bereit. Das Lernheft richtet sich an die Lernenden und fasst Begriffe, Chronologie und Argumentationslinien so zusammen, dass es sich zur selbstständigen Wiederholung vor Klausur und Prüfung nutzen lässt.

Passt das Material zum Lehrplan der gymnasialen Oberstufe?

Ja. Die Reihen sind entlang der inhaltlichen Schwerpunkte aufgebaut, die in den Lehrplänen der Länder zur deutschen Nachkriegsgeschichte ausgewiesen sind, und decken sowohl das grundlegende als auch das erhöhte Anforderungsniveau ab. Die konkreten Vorgaben Ihres Abiturjahrgangs sollten Sie ergänzend prüfen.

Sind Erwartungshorizonte für Klausuren enthalten?

Zu den Aufgaben gehören Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei Beurteilungsaufgaben nennen sie die erwarteten Argumente und die Kriterien, an denen sich eine gelungene Urteilsbildung erkennen lässt, statt eine einzige zulässige Antwort vorzugeben.

Wie hängt das Thema mit der Erinnerungskultur zusammen?

Beide Themen betreffen den Umgang mit Vergangenheit, setzen aber unterschiedlich an. Die Zweistaatlichkeit fragt nach politischen Entscheidungen im Systemkonflikt, die Erinnerungskultur nach ihrer späteren Deutung im öffentlichen Gedächtnis. Im Kurs lassen sie sich gut nacheinander behandeln, weil das zweite Thema auf dem ersten aufbaut.