Preisbildung als Vertretungsstunde in der Berufsschule

Preisbildung lässt sich in einer Vertretungsstunde ohne lange Vorbereitung unterrichten, wenn Sie mit einem kurzen Marktspiel beginnen und das Modell aus Angebot und Nachfrage erst danach einführen. Zwanzig Minuten Handel, fünfzehn Minuten Auswertung und zehn Minuten Sicherung tragen eine Einzelstunde auch in einer fremden Klasse. Nötig sind Kärtchen mit Preisgrenzen, eine Tafel für die Kurven und ein Aufgabenblatt, das die Lerngruppe selbstständig bearbeitet.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Ablauf einer Einzelstunde ohne Vorwissen
Teilen Sie die Klasse in zwei Hälften. Die eine erhält Karten mit einer Zahlungsbereitschaft zwischen zwei und zehn Euro, die andere Karten mit einer Kostengrenze im selben Bereich. In acht Minuten sollen möglichst viele Abschlüsse zustande kommen, jeder Preis wird an der Tafel notiert. Wer unter seiner Kostengrenze oder über seiner Zahlungsbereitschaft abschließt, macht Verlust und scheidet für die Runde aus.
Danach stehen zwanzig bis dreißig Preise an der Tafel, die sich in einem engen Band bewegen. Erst jetzt kommt das Diagramm: Die Zahlungsbereitschaften ergeben die Nachfragekurve, die Kostengrenzen die Angebotskurve, der Schnittpunkt liegt dort, wo die Klasse tatsächlich gehandelt hat. Für den Schluss eignet sich eine Aufgabe mit vorgegebener Verschiebung, etwa ein teurerer Rohstoff. Passende Aufgabenblätter enthält die Reihe Preisbildung – Angebot und Nachfrage.
Typische Stolperstellen in fremden Klassen
Drei Fehler treten regelmäßig auf. Lernende tauschen ihre Karten, damit alle einen Abschluss bekommen; kündigen Sie deshalb an, dass Karten am Platz bleiben. Es wird laut, sobald alle gleichzeitig verhandeln, weshalb ein festes Stoppsignal und zwei getrennte Zonen im Raum sinnvoll sind. Und viele verwechseln Zahlungsbereitschaft und gezahlten Preis, sodass ein Rechenbeispiel vor Rundenbeginn Zeit spart.
Inhaltlich hält sich die Vorstellung, der Preis werde allein vom Verkäufer festgelegt. Fragen Sie in der Auswertung deshalb gezielt nach den Geschäften, die nicht zustande gekommen sind. Die ausgebliebenen Abschlüsse erklären das Modell besser als die erfolgreichen und führen von selbst zur Frage nach Marktmacht.
Zeitlich geraten Vertretungsstunden vor allem dann aus dem Takt, wenn die Spielregeln zu lange erklärt werden. Zwei Minuten reichen, wenn Sie eine Beispielverhandlung mit einer freiwilligen Person vorführen, statt den Ablauf abstrakt zu beschreiben. Bleiben am Ende fünf Minuten übrig, lassen Sie eine zweite kurze Runde spielen, in der die Karten getauscht werden; wer vorher gekauft hat, verkauft nun. Der Perspektivwechsel bringt regelmäßig die Beobachtung hervor, dass dieselbe Person je nach Rolle anders verhandelt.
Anschluss an die laufende Reihe
Eine Vertretungsstunde bleibt ein Einzelstück, solange sie nicht an den regulären Unterricht andockt. Lassen Sie in einer zweiten Runde nur drei Anbieter zu, dann steigen die Preise sichtbar und der Übergang zu den Marktformen ist vorbereitet. Fallbeispiele dazu liegen in Markt und Marktformen, das Polypol, Oligopol und Monopol an Beispielen aus Handwerk und Handel durchspielt.
Wer beide Reihen zusammen mit der Wirtschaftsordnung einsetzt, arbeitet mit dem Sparpaket Markt, Preis und Wirtschaftsordnung; die Einzellizenz kostet 49,99 Euro statt 74,97 Euro beim Einzelkauf. Welche weiteren Prüfungsthemen bereitstehen, zeigt die Übersicht Berufsschule WiSo und Recht. Für eine Kopplung mit dem Politikunterricht sind die Überlegungen zu Marktformen und Politik fächerübergreifend hilfreich, und wenn die Ergebnisse später vorgetragen werden sollen, hilft der Beitrag zu Präsentationen in der Berufsschule.
Häufige Fragen
Funktioniert das Marktspiel auch ohne Vorwissen?
Ja. Das Spiel setzt nur Grundrechenarten voraus. Die Begriffe Angebot, Nachfrage und Gleichgewichtspreis führen Sie in der Auswertung ein, nachdem die Klasse das Verhalten selbst beobachtet hat. In Lerngruppen ohne wirtschaftliches Vorwissen dauert die Auswertung etwa fünf Minuten länger, dafür entfällt die Wiederholung von Fachbegriffen zu Beginn der Stunde.
Wie viel muss ich vorher kopieren?
Ein Satz Preiskarten für dreißig Lernende und ein Aufgabenblatt pro Person genügen. Die Karten lassen sich mehrfach nutzen, wenn Sie sie auf festem Papier ausdrucken. Ohne Zeit für Kopien schreiben Sie die Preisgrenzen an die Tafel und lassen jede Person ihre Zahl selbst notieren; das kostet etwa drei zusätzliche Minuten.
Lässt sich die Stunde auf eine Doppelstunde erweitern?
In einer Doppelstunde spielen Sie eine zweite Runde mit veränderten Bedingungen, etwa mit einem staatlich gesetzten Höchstpreis. Die Klasse vergleicht beide Preisreihen und beschreibt die Wirkung des Eingriffs in wenigen Sätzen. Damit ist der Übergang zur Wirtschaftsordnung angelegt, ohne dass Sie zusätzliche Inhalte einführen müssen.
Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
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- einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
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- je nach Reihe Klausur- oder Testvorlagen
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