Informatik· Sek I

Phishing-Beispiele für den Informatikunterricht Sek I auswählen

von Luca 27.08.2026 1 Min. Lesezeit
Titelbild des Materialpakets zu Internet, Datenschutz und Cybersecurity für den Informatikunterricht der Sekundarstufe I

Brauchbare Phishing-Beispiele für die Sek I erfüllen drei Bedingungen: Sie enthalten mindestens zwei erkennbare Merkmale, sie stammen aus einem Umfeld, das Jugendliche kennen, und sie lassen sich ohne Klick auf Links besprechen. Tragfähig sind entschärfte Nachbildungen echter Nachrichten, in denen Absenderadressen, Links und Namen unkenntlich gemacht sind. Sammeln Sie dafür über das Schuljahr eigene Fälle aus dem Spam-Ordner und bereiten Sie sie als Bild auf.

Drei Kriterien für die Auswahl

Das erste Kriterium ist die Merkmalsdichte. Eine Nachricht mit ausschließlich einem Rechtschreibfehler taugt für den Einstieg, führt aber in die Irre, weil professionelle Angriffe sprachlich sauber sind. Wählen Sie Beispiele mit zwei bis vier Merkmalen: abweichende Absenderdomain, Zeitdruck, Aufforderung zur Eingabe von Zugangsdaten, ein Link, dessen Ziel nicht zum sichtbaren Text passt.

Das zweite Kriterium ist die Lebenswelt. Mails zu Bankkonten oder Steuerbescheiden sagen Vierzehnjährigen wenig. Näher liegen Nachrichten zu Paketlieferungen, Spielkonten, Streamingdiensten und angeblichen Verstößen in sozialen Netzwerken. Das dritte Kriterium ist die Besprechbarkeit: Jedes Beispiel muss als Standbild funktionieren, damit niemand im Unterricht auf einen Link tippt.

Echte Nachrichten entschärfen statt erfinden

Selbst erfundene Phishing-Mails wirken oft zu plump und trainieren damit die falsche Erwartung. Nehmen Sie lieber echte Fälle und verändern Sie sie in vier Schritten: Empfängeradresse entfernen, Absenderdomain in eine erkennbar erfundene Variante umschreiben, alle Links in reinen Text umwandeln, Anhänge löschen. Ein Screenshot mit sichtbarem Kopfbereich ist wertvoller als der abgetippte Text, weil Absender und Betreff zur Analyse gehören.

Legen Sie eine Materialsammlung mit acht bis zwölf Fällen an, geordnet nach Schwierigkeit. Vier davon brauchen Sie für die Einführungsstunde, den Rest für Übung, Vertretung und Differenzierung. Notieren Sie zu jedem Fall in einer Zeile, welche Merkmale er trägt, sonst suchen Sie im nächsten Schuljahr erneut.

Aufgabenformate über das Wiedererkennen hinaus

Wenn die Klasse nur ankreuzt, ob eine Nachricht echt ist, bleibt der Ertrag gering. Ergiebiger sind drei Formate: Begründen mit Belegstelle, Umschreiben einer erkannten Mail in eine glaubwürdigere Fassung samt Erklärung, warum sie gefährlicher wird, und das Formulieren einer Handlungsanweisung für den Ernstfall. Für die Analyse eignen sich die aufbereiteten Fälle aus Cybersecurity: Phishing und Social Engineering.

Damit Lernende verstehen, warum eine Absenderadresse gefälscht sein kann, brauchen sie ein Bild vom Weg der Daten. Dafür ist das Material aus Wie funktioniert das Internet? gedacht, und die Frage, welche Daten Angreifer überhaupt suchen, führt zu Datenschutz und Datensicherheit. Alle drei Reihen zusammen enthält das Sparpaket Sicher im Netz; einen Überblick über verwandte Reihen gibt die Themenseite Informatik in der Sek I.

Typische Fehler und die Frage der Bewertung

Der häufigste Fehler in Schülerantworten ist die Verallgemeinerung: Eine Mail gilt als Betrug, weil sie "komisch aussieht". Verlangen Sie deshalb bei jeder Einschätzung eine Belegstelle aus dem Material, etwa die Domain oder die Formulierung mit Fristsetzung. Der zweite Fehler betrifft die Gegenrichtung, wenn echte Nachrichten pauschal für Angriffe gehalten werden. Nehmen Sie darum zwei unverdächtige Mails in jede Übung auf.

Bewerten lässt sich diese Kompetenz gut über eine kurze schriftliche Arbeit mit drei Fällen und der Anforderung, jeweils Einschätzung, zwei Belege und eine Handlungsempfehlung zu formulieren. Wie sich das Thema auf einen Projekttag ausweiten lässt, zeigt der Beitrag zum Projekttag Datenschutz in Jahrgang 8. Für den Einstieg in strukturiertes Vorgehen ohne Rechner eignen sich die Anregungen zu Algorithmen unplugged.

Häufige Fragen

Darf ich echte Phishing-Mails im Unterricht zeigen?

Zeigen Sie sie nur in entschärfter Form. Entfernen Sie personenbezogene Angaben, machen Sie Links unklickbar und verzichten Sie auf Anhänge. Verwenden Sie keine Nachrichten, die an Lernende oder Kolleginnen und Kollegen gerichtet waren, ohne deren Einverständnis. Im Zweifel greifen Sie auf aufbereitete Beispiele aus Unterrichtsmaterial zurück, das für diesen Zweck erstellt wurde.

Ab welcher Klassenstufe lohnt sich das Thema?

Ab Klasse 7 arbeiten die meisten Lernenden mit eigenen Konten für Spiele, Messenger und Streaming, damit ist der Anlass gegeben. In Klasse 7 und 8 stehen Merkmale und Handlungsregeln im Vordergrund, ab Klasse 9 kommen die technischen Hintergründe gefälschter Absender und der Blick auf Social Engineering dazu.

Wie viele Stunden sollte ich einplanen?

Für eine tragfähige Einheit reichen vier bis fünf Unterrichtsstunden: eine Stunde Merkmale, zwei Stunden Analyse in Partnerarbeit, eine Stunde Social Engineering über Telefon und Messenger, eine Stunde Sicherung mit schriftlicher Überprüfung. Kürzere Wiederholungen von zehn Minuten lassen sich später als Einstieg in andere Stunden einbauen.

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Cybersecurity: Phishing und Social En...Ansehen
Über den Autor
✏️
Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Häufige Fragen

FAQ zu den Unterrichtsmaterialien

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