Medienbildung und Medienkompetenz: in der Digitalen Grundbildung
Medienbildung und Medienkompetenz lassen sich auch in Klassen mit sehr unterschiedlicher Ausstattung unterrichten, wenn Material bewusst zwischen Einheiten mit und ohne eigene Geräte unterscheidet, statt einen einheitlichen Zugang aller Schülerinnen und Schüler zu digitalen Geräten vorauszusetzen und dadurch einzelne Kinder in der Klasse ungewollt zu benachteiligen oder vor anderen bloßzustellen.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Ausstattung ist keine Konstante
Zwischen Schulen und selbst zwischen Klassen derselben Schule unterscheidet sich die technische Ausstattung teils erheblich. Manche Klassen verfügen über schulische Geräte für alle, andere setzen auf private Smartphones oder Laptops, wieder andere haben kaum digitale Ausstattung im Klassenzimmer zur Verfügung. Material zu Medienbildung, das eine bestimmte Ausstattung voraussetzt, funktioniert dann nur an einem Teil der Schulen.
Die Unterrichtsreihe zu Medienbildung und Medienkompetenz ist so angelegt, dass sich einzelne Einheiten auch ohne Geräte im Klassenzimmer durchführen lassen, etwa über gedruckte Materialien oder mündliche Diskussion, während andere Einheiten bewusst auf digitale Werkzeuge setzen.
Was ohne Geräte funktioniert
Grundlegende Konzepte zu Medienkompetenz, etwa der kritische Umgang mit Quellen oder die Einordnung von Informationen, lassen sich auch ohne eigene Geräte vermitteln. Gedruckte Beispiele, Rollenspiele oder Diskussionen über vorgegebene Fallbeispiele funktionieren unabhängig von der technischen Ausstattung einer Klasse.
Solche Einheiten eignen sich besonders für Klassen mit geringer oder sehr uneinheitlicher Ausstattung, weil sie keine Schülerin und keinen Schüler benachteiligen, nur weil zu Hause kein eigenes Gerät zur Verfügung steht. Sie lassen sich zudem ohne größeren Aufwand kurzfristig einsetzen, wenn geplante Geräte einmal nicht funktionieren.
Wo Geräte notwendig werden
Andere Inhalte lassen sich ohne Geräte kaum sinnvoll behandeln, etwa der praktische Umgang mit einem KI-Tool. Die Reihe zum Einsatz von ChatGPT im Unterricht setzt digitale Ausstattung voraus und sollte deshalb gezielt dort eingesetzt werden, wo diese tatsächlich vorhanden ist, statt sie in einer schlecht ausgestatteten Klasse zu erzwingen.
Eine ehrliche Einschätzung der eigenen Ausstattung zu Beginn eines Schuljahres hilft, Material passend auszuwählen, statt im Unterricht selbst festzustellen, dass die geplante Einheit technisch nicht umsetzbar ist.
Soziale Unterschiede innerhalb der Klasse
Auch innerhalb einer Klasse mit grundsätzlich guter Ausstattung gibt es Unterschiede: nicht jede Schülerin und jeder Schüler besitzt ein aktuelles Smartphone oder einen eigenen Laptop. Material, das private Geräte voraussetzt, sollte deshalb Alternativen vorsehen, etwa Partnerarbeit oder schulische Leihgeräte, damit kein Kind wegen fehlender Ausstattung ausgeschlossen wird.
Wer das Thema im Elterngespräch ansprechen möchte, findet Hinweise im Beitrag zum Elterngespräch mit Ablauf, Gesprächsführung und Protokoll, während der Beitrag zum Schulstart und den ersten Wochen des Schuljahres zeigt, wann sich eine Bestandsaufnahme der Ausstattung gut einplanen lässt.
Ausstattung über das Schuljahr hinweg neu einschätzen
Ausstattung ist keine feste Größe: Ein Schulstandort erhält im Laufe eines Schuljahres neue Geräte, ein anderer verliert vorübergehend Kapazität durch defekte Leihgeräte oder Wartungsarbeiten. Wer die Unterrichtsreihe zu Medienbildung und Medienkompetenz über mehrere Monate einsetzt, sollte deshalb auch zwischendurch kurz prüfen, ob sich an der verfügbaren Ausstattung etwas verändert hat, statt sich allein auf die Einschätzung zu Schuljahresbeginn zu verlassen.
Eine solche Zwischenprüfung muss nicht aufwendig sein: Ein kurzer Blick in den Klassenraum oder eine knappe Rückfrage im Kollegium reicht meist aus, um festzustellen, ob eine für später geplante Einheit noch mit der ursprünglich angenommenen Ausstattung durchführbar ist, bevor unangenehme Überraschungen im laufenden Unterricht entstehen. Eine Übersicht über den eigenen Pflichtgegenstand bietet die Pillar-Seite zur Digitalen Grundbildung als eigenem Gegenstand neben dem Fachunterricht, gebündelt auf der Übersichtsseite zu Unterrichtsmaterial für Österreich nach Lehrplan 2023.
Hilfreich ist außerdem, sich für jede geplante Einheit eine einfache Rückfalloption zu überlegen, die auch ohne Geräte funktioniert. So bleibt der Unterricht auch dann handlungsfähig, wenn Leihgeräte kurzfristig nicht verfügbar sind oder ein technisches Problem am Unterrichtstag selbst auftritt, ohne dass die gesamte Einheit ausfallen muss.
Häufige Fragen
Wie geht man mit sehr unterschiedlicher Ausstattung in einer Klasse um?
Am besten, indem Material zwischen Einheiten mit und ohne Geräte unterscheidet. Grundlegende Konzepte wie Quellenkritik lassen sich gedruckt oder mündlich vermitteln, während praktische Übungen mit digitalen Werkzeugen nur dort eingesetzt werden, wo die Ausstattung das auch tatsächlich zulässt, ohne einzelne Schülerinnen und Schüler auszuschließen. Das gilt unabhängig davon, welche konkrete Plattform gerade im Mittelpunkt steht.
Sollten private Geräte im Unterricht vorausgesetzt werden?
Nur mit Alternative. Nicht jede Schülerin und jeder Schüler besitzt ein aktuelles Smartphone oder einen eigenen Laptop. Material, das private Geräte einsetzt, sollte Partnerarbeit oder schulische Leihgeräte als Alternative vorsehen, damit fehlende private Ausstattung niemanden vom Unterricht ausschließt oder sichtbar bloßstellt.
Wann lohnt sich eine Bestandsaufnahme der Ausstattung?
Zu Beginn des Schuljahres, bevor konkrete Einheiten geplant werden. Eine ehrliche Einschätzung, welche Geräte in einer Klasse tatsächlich verfügbar sind, verhindert, dass im laufenden Unterricht festgestellt wird, dass eine geplante Einheit an der technischen Ausstattung scheitert und kurzfristig umgeplant werden muss.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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