Lynette Yiadom-Boakye als Unterrichtsreihe: ueber den Halbjahreswechsel hinweg
In einer Unterrichtsreihe zu Lynette Yiadom-Boakye muss vor der Zeugniskonferenz nur der Leistungsnachweis vorliegen, der bereits abgeschlossenen Stoff prüft, etwa die Analyse eines Porträts. Aufgaben zur gestaltungspraktischen Umsetzung eigener Bildideen können warten, weil sie erst im zweiten Reihenteil ausgewertet werden und die Note nicht verzerren.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Zwei Arten von Leistung in derselben Reihe
Eine Reihe über mehrere Wochen produziert selten nur eine Sorte Leistung. Neben Ergebnissen, die für das Zeugnis zählen sollen, entstehen laufend Zwischenschritte, Skizzen und Übungen, die eher dem Prozess dienen als der Bewertung. Bei der Unterrichtsreihe zu Lynette Yiadom-Boakye trifft das besonders auf die frühen Stunden zu, in denen zunächst die Bildsprache der Porträts beschrieben und eingeordnet wird, bevor überhaupt von einer prüfbaren Leistung die Rede sein kann.
Wer vor der Konferenz unter Termindruck gerät, sollte zuerst klären, welche dieser Leistungen überhaupt als Note zählen soll. Nicht jede Stunde, die im Reihenverlauf stattfindet, muss auch eine Bewertungsgrundlage liefern, und diese Unterscheidung entscheidet, wie viel vor dem Notenschluss tatsächlich noch fertig sein muss. Wer das früh im Halbjahr festlegt, gerät später seltener in Erklärungsnot gegenüber der Klassenkonferenz.
Was noch vor die Konferenz muss
Tragfähig für das Zeugnis ist eine schriftliche oder mündliche Analyse, die auf bereits behandeltem Material beruht, etwa der Vergleich zweier Porträts von Yiadom-Boakye hinsichtlich Farbigkeit und Bildaufbau. Diese Aufgabe lässt sich in einer Doppelstunde erledigen und korrigieren, ohne dass die Reihe dafür angehalten werden muss, und sie liefert eine Note, die sich sauber begründen lässt, weil der zugrunde liegende Stoff zum Zeitpunkt der Prüfung längst behandelt war.
Eine solche Analyseaufgabe knüpft inhaltlich an die Unterrichtsreihe zu Manipulation in Bildmedien an, wenn im Kurs zuvor bereits über Bildwirkung gesprochen wurde, und lässt sich entsprechend verkürzt einführen. Grundsätzliche Hinweise zur Reihenplanung über einen Notenschluss hinweg bündelt die Seite Unterrichtsreihe über den Halbjahreswechsel: die Zäsur einplanen, die auch auf andere Fächer mit ähnlichem Bewertungsrhythmus übertragbar ist.
Was warten kann, ohne Substanz zu verlieren
Die gestaltungspraktische Aufgabe, in der Lernende ein eigenes Porträt im Stil der Künstlerin entwerfen, gehört inhaltlich in den zweiten Reihenteil und braucht deutlich mehr Zeit als eine Analyse. Sie vor der Konferenz abzuschließen, nur um einen zusätzlichen Notenpunkt zu erzwingen, drückt die Qualität der Arbeiten und bringt keinen echten Erkenntnisgewinn, weder für die Lerngruppe noch für die Aussagekraft der Note selbst.
Aufbau und Taktung einer solchen zweigeteilten Reihe, bei der Analyse und Praxis unterschiedlich lange brauchen, beschreibt die Seite zur Unterrichtsreihe planen: Aufbau, Länge und Sequenz ausführlicher. Wer Zeitpuffer für die eigene Korrektur einplanen will, sollte die praktische Aufgabe bewusst erst nach dem Notenschluss ansetzen, statt sie in letzter Minute vor die Konferenz zu quetschen.
Der Übergang ins zweite Reihenteil
Nach der Konferenz beginnt die praktische Arbeit ohne Zeitdruck, was ihr in der Regel guttut, weil Gestaltungsprozesse selten in eine feste Korrekturfrist passen. Die Unterrichtsreihe zu Lynette Yiadom-Boakye liefert für diesen zweiten Teil eigenes Aufgabenmaterial, das unabhängig vom Analyseteil einsetzbar ist. Für die Materialordnung über Mecklenburg-Vorpommern hinweg liefert der Beitrag zum Materialordner aufbauen: Kunst in Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Anregungen, die sich auf jede zweigeteilte Reihe übertragen lassen, auch außerhalb dieses Bundeslands.
Zur Abstimmung von Unterrichtsvorhaben zwischen den Halbjahren orientiert der Beitrag zur Kunst-Fachkonferenz in Brandenburg, auch wenn er ursprünglich Sek I betrifft. Ergänzend zeigt der Beitrag zu Kubismus in der Grundschule, wie sich ein Werkzugang stufenübergreifend vereinfachen lässt, ein Prinzip, das sich auch auf die Oberstufenreihe zu Yiadom-Boakye übertragen lässt, wenn Kursmitglieder mit unterschiedlichem Vorwissen aufeinandertreffen.
Wenn zwei Parallelkurse unterschiedlich weit sind
Unterrichtet dieselbe Lehrkraft die Reihe in zwei Kursen, geraten diese durch Feiertage, Exkursionen oder Vertretungsstunden vor der Konferenz oft unterschiedlich weit. Wichtig ist dann, dass beide Kurse dieselbe Art von Leistung liefern, auch wenn der genaue Termin dafür leicht verschoben ist, damit die Note über beide Kurse hinweg vergleichbar bleibt.
Ein Kurs, der noch nicht ganz so weit ist, bekommt die Analyseaufgabe notfalls eine Stunde später, statt sie durch eine leichtere Ersatzaufgabe zu ersetzen. So bleibt der Notenschluss für beide Kurse fachlich auf demselben Niveau, auch wenn er formal nicht exakt am selben Kalendertag liegt.
Häufige Fragen
Muss jede Reihenstunde vor dem Zeugnis benotet werden?
Nein, nur Stunden, die eine eigenständige, abgeschlossene Leistung erzeugen, eignen sich als Bewertungsgrundlage. Übungsstunden und Zwischenschritte innerhalb eines laufenden Prozesses zählen dagegen nicht mit, sonst verzerrt die Zufälligkeit des Kalenders, wie viele Noten am Ende tatsächlich vorliegen und wie belastbar sie im Zweifel sind.
Wie lässt sich Zeitdruck vor der Konferenz vermeiden?
Am besten, indem die praktische Aufgabe von vornherein für den zweiten Reihenteil eingeplant wird und nur die Analyseaufgabe als Notengrundlage vor der Konferenz steht. So bleibt Spielraum für Korrektur und Rückmeldung, ohne dass am letzten Termin vor dem Zeugnis improvisiert werden muss oder Arbeiten unfertig eingesammelt werden.
Zählt die gestaltungspraktische Arbeit später weniger?
Nein, sie zählt gleichwertig, nur zu einem anderen Zeitpunkt. Der zweite Reihenteil bekommt dadurch sogar mehr Gewicht, weil die Note nicht unter Zeitdruck vor dem Zeugnis entsteht, sondern in Ruhe erarbeitet und bewertet werden kann, was der Qualität der Ergebnisse und der Motivation der Lerngruppe meist zugutekommt.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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