Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption vorbereiten: Hausaufgabe und Übungsauftrag
Unterrichtsvorbereitung zu Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption plant Übungsaufträge bewusst mit Abstand: Eine bereits behandelte Begrifflichkeit wird nicht sofort, sondern erst zwei oder drei Wochen später erneut in einer neuen Aufgabe abgefragt. So bleibt Bildsprache über das gesamte Halbjahr präsent, statt nach der ersten Übung wieder in Vergessenheit zu geraten.
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Wiederholen statt neu erarbeiten
Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption bauen auf einem Begriffsapparat auf, der über mehrere Wochen hinweg gebraucht wird, von Bildaufbau bis Rezeptionsästhetik. Ein einmalig gestellter Übungsauftrag direkt nach der Einführung eines Begriffs sichert selten, dass dieser Begriff auch Wochen später noch abrufbar ist.
Wer die Vorbereitung entsprechend plant, sieht bewusst eine zweite Bearbeitung vor, die nicht unmittelbar nach der Erarbeitung, sondern erst mit zeitlichem Abstand erfolgt und dadurch eher einer echten Wiederholung als einer bloßen Fortsetzung gleicht. Der Effekt ist bekannt, wird bei der Unterrichtsvorbereitung aber häufig zugunsten neuer Inhalte vernachlässigt.
Aufgaben mit Abstand zur letzten Bearbeitung
Konkret bedeutet das: Ein Begriff wie Bildkomposition wird in der Einführungswoche einmal geübt und taucht danach erst wieder auf, wenn ein neues Werk analysiert wird, das denselben Begriff erneut verlangt. Der Abstand macht sichtbar, ob der Begriff wirklich verinnerlicht wurde oder nur kurzfristig präsent war.
Für die Vorbereitung lohnt sich dafür zusätzlich eine einfache Liste der bereits eingeführten Begriffe, die bei jedem neuen Übungsauftrag kurz durchgesehen wird. So lässt sich gezielt entscheiden, welcher ältere Begriff sich für die aktuelle Aufgabe eignet, statt die Auswahl allein dem Zufall oder der aktuellen Tagesform zu überlassen.
Die Unterrichtsreihe zu Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption legt ihre Übungsaufträge bereits mit solchen Wiederholungsabständen an, sodass sich die passenden Zeitpunkte nicht erst in der eigenen Vorbereitung finden lassen müssen und die Reihe von selbst einen sinnvollen Rhythmus vorgibt.
Wie man Vergessen einplant
Statt Vergessen als Störfaktor zu behandeln, lässt es sich in der Vorbereitung bewusst einplanen: Ein Begriff, der nach drei Wochen noch sicher sitzt, ist stabiler gelernt als einer, der nur in der Woche der Einführung präsent war. Für die Aufgabenstellung bedeutet das, ältere Begriffe gezielt in neue Übungsaufträge einzubauen, statt sich ausschließlich auf den jeweils aktuellen Stoff zu konzentrieren.
Bei Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption eignet sich dafür besonders die Rezeptionsseite: Ein früher besprochenes Werk taucht in einem späteren Übungsauftrag als Vergleichsbeispiel erneut auf, ohne dass die ursprüngliche Analyse vollständig wiederholt werden muss oder erneut Unterrichtszeit dafür eingeplant werden müsste.
Rhythmus der Wiederholungsaufträge über das Halbjahr
Für die Praxis reicht ein grober Rhythmus: Jeder dritte oder vierte Übungsauftrag greift bewusst einen älteren Begriff auf, statt ausschließlich neuen Stoff zu üben. Dieser Rhythmus lässt sich in einer laufenden Reihe leicht mitführen, sobald die grundsätzliche Entscheidung dafür einmal getroffen ist. Der Überblick zu Hausaufgabe und Übungsauftrag in der Unterrichtsvorbereitung beschreibt diesen Rhythmus als eigenständiges Prinzip neben anderen Übungsformaten.
Ergänzend bietet die Reihe zu Grafik im Fach Kunst weiteres Material mit ähnlich verzögerten Wiederholungsaufträgen, falls das Prinzip über die Grundlagenreihe hinaus fortgeführt werden soll.
Einordnung in die Stundenplanung
Der Überblick zu Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau in der Unterrichtsvorbereitung zeigt darüber hinaus, wie sich solche Wiederholungsaufträge in die laufende Stundenplanung einfügen lassen, ohne den eigentlichen inhaltlichen Fortschritt der Reihe spürbar zu verlangsamen.
Für den technischen Anschluss liefert die Unterrichtsreihe zu Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption bereits passende Übergänge. Ergänzend zeigt Beitrag zum Linolschnitt in Klasse 8, wie sich Wiederholungsaufträge auch bei praktischen Techniken sinnvoll einsetzen lassen, während Beitrag zur Druckgrafik von Dürer und Rembrandt in der Vertretungsstunde zeigt, wie ältere Werkbeispiele auch in ganz anderen Unterrichtssituationen erneut aufgegriffen werden können.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ein Übungsauftrag einen älteren Begriff wiederholen?
Ein Richtwert ist etwa jeder dritte bis vierte Auftrag, damit ältere Begriffe regelmäßig, aber nicht auf Kosten neuer Inhalte präsent bleiben. Zu häufige Wiederholung wirkt schnell ermüdend und bremst den inhaltlichen Fortschritt der Reihe spürbar, während zu seltene Wiederholung den eigentlichen Zweck verfehlt, Begriffe über das gesamte Halbjahr hinweg zuverlässig verfügbar zu halten.
Welche Begriffe eignen sich besonders für verzögerte Wiederholung?
Grundbegriffe wie Bildkomposition, Perspektive oder Rezeptionsästhetik eignen sich gut, weil sie in fast jeder späteren Werkanalyse erneut gebraucht werden und sich flexibel auf ganz neue Bildbeispiele anwenden lassen. Sehr spezifische Begriffe, die nur zu einem einzelnen Werk passen, lohnen sich für diese Art der Wiederholung dagegen seltener, da ihr Nutzen später begrenzt bleibt.
Wie lässt sich prüfen, ob ein Begriff wirklich sitzt?
Am zuverlässigsten zeigt sich das, wenn der Begriff in einem neuen, noch nicht besprochenen Bildbeispiel korrekt und selbstständig angewendet wird, statt nur in der ursprünglichen Übung wiederzukehren. Eine kurze Anwendungsaufgabe mit gänzlich unbekanntem Bildmaterial ist dafür deutlich aussagekräftiger als eine reine Definitionsabfrage des zuvor eingeführten Begriffs.
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