ABU planen: Der Lernbereich Gesellschaft in acht Aspekten
Kurz gesagt: Der allgemeinbildende Unterricht kennt zwei Lernbereiche: Sprache und Kommunikation sowie Gesellschaft. Der Lernbereich Gesellschaft wird über acht Aspekte erschlossen, aus denen sich Themenblöcke für die Berufsfachschule bauen lassen.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Wer den ABU plant, arbeitet also nicht mit einem Fächerkanon, sondern mit Perspektiven auf ein Thema. Dieser Beitrag zeigt, wie das praktisch funktioniert.
Der bildungssystemische Hintergrund: ABU an der Berufsfachschule
Der allgemeinbildende Unterricht (ABU) gehört zur beruflichen Grundbildung. Lernende besuchen ihn an der Berufsfachschule, parallel zur Arbeit im Betrieb und zu den überbetrieblichen Kursen. Grundlage sind die ABU-Verordnung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation sowie der Rahmenlehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht aus dem Jahr 2006.
Der Rahmenlehrplan unterscheidet zwei Lernbereiche. Sprache und Kommunikation zieht sich als Querschnitt durch alle Themen. Der Lernbereich Gesellschaft wird über acht Aspekte erschlossen: Ethik, Identität und Sozialisation, Kultur, Ökologie, Politik, Recht, Technologie und Wirtschaft. Ein Thema wird nicht einem Aspekt zugeordnet, sondern aus mehreren beleuchtet.
Konkretisiert wird der Rahmen durch den Schullehrplan, den jede Berufsfachschule selbst erstellt; die Kantone sichern die Qualität. Für die Qualifikation gilt beim EFZ die Kombination aus Erfahrungsnote, Vertiefungsarbeit (VA) und Schlussprüfung, beim EBA nur Erfahrungsnote und Vertiefungsarbeit ohne Schlussprüfung.
Warum das im Unterricht zählt
Die Aspektlogik ist der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Fach. Wer eine Sequenz zum Thema Wohnen plant, arbeitet automatisch mit Recht (Mietvertrag), Wirtschaft (Budget), Ökologie (Energie) und Identität (Auszug von zu Hause). Das macht den Unterricht für Lernende anschlussfähig, weil er an ihrer Lebenssituation ansetzt.
Gleichzeitig verlangt sie eine bewusste Steuerung. Ohne Übersicht bleiben einzelne Aspekte über die ganze Grundbildung hinweg unbearbeitet – typischerweise Kultur und Ethik, weil sie sich schlechter prüfen lassen als Recht oder Wirtschaft.
Konkrete Umsetzung: fünf Schritte für die Jahresplanung
- Themen aus dem Alltag wählen: Wohnen, Geld, Arbeit, Gesundheit, Medien, Zusammenleben – Themen, zu denen Lernende bereits Erfahrungen mitbringen.
- Aspekte zuordnen: Legen Sie pro Thema drei bis vier der acht Aspekte fest, statt alle acht abhaken zu wollen.
- Abdeckung prüfen: Führen Sie eine einfache Matrix Thema mal Aspekt über die gesamte Grundbildung, damit keine Perspektive verloren geht.
- Sprache mitplanen: Verankern Sie in jedem Themenblock eine Sprachhandlung – Bericht, Stellungnahme, Gespräch – aus dem Lernbereich Sprache und Kommunikation.
- Auf die Vertiefungsarbeit hinführen: Bauen Sie kleine Recherche- und Dokumentationsaufgaben ein, die auf die VA vorbereiten.
Den Aspekt Recht deckt Der Ausbildungsvertrag – Rechte und Pflichten ab; die Fallstruktur lässt sich auf den Schweizer Lehrvertrag übertragen. Für den Aspekt Wirtschaft eignet sich Markt und Marktformen, für Ökologie Nachhaltigkeit im Betrieb und CSR. Weitere Reihen für die Berufsfachschule bündelt die Themenseite ABU-Unterrichtsmaterial für die Berufsfachschule.
Beispielhafter Stundenverlauf (45 Minuten)
Einstieg (ca. 10 Min.): Schreiben Sie ein Alltagsthema an die Wandtafel, etwa „Erste eigene Wohnung“. Die Lernenden sammeln in zwei Minuten alles, was ihnen dazu einfällt.
Erarbeitung (ca. 25 Min.): Die Klasse sortiert die Stichworte den acht Aspekten zu und erkennt, welche Perspektiven stark und welche kaum vertreten sind. In Gruppen wird je ein schwacher Aspekt mit zwei Leitfragen ausgebaut.
Sicherung (ca. 10 Min.): Gemeinsam entsteht die Themenlandkarte für den kommenden Block; jede Gruppe übernimmt eine Leitfrage für die nächste Lektion.
Tipps und typische Stolpersteine
- Halten Sie die Aspekt-Matrix sichtbar im Schulzimmer – auch die Lernenden sollen die Systematik kennen.
- Prüfen Sie Material aus Deutschland auf Rechtsgrundlagen: Obligationenrecht statt BGB, Schweizer Sozialversicherungen statt deutscher Systematik.
- Bewerten Sie Sprachleistungen im ABU immer im Sachzusammenhang, nicht als isolierte Deutschprüfung.
Häufige Fehler: Ein häufiger Fehler ist, die acht Aspekte als acht Themenblöcke zu lesen und nacheinander abzuarbeiten. Sie sind Perspektiven auf ein Thema, keine Kapitelfolge. Ebenso verbreitet ist es, den Lernbereich Sprache und Kommunikation als separates Fach zu führen, statt ihn in die Themen einzubauen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Lernbereiche kennt der ABU?
Zwei: Sprache und Kommunikation sowie Gesellschaft. Der Lernbereich Gesellschaft wird über acht Aspekte erschlossen, Sprache und Kommunikation zieht sich als Querschnitt durch alle Themen.
Welches sind die acht Aspekte?
Ethik, Identität und Sozialisation, Kultur, Ökologie, Politik, Recht, Technologie und Wirtschaft. Ein Thema wird jeweils aus mehreren dieser Perspektiven bearbeitet.
Wie wird der ABU bei EFZ und EBA abgeschlossen?
Beim EFZ zählen Erfahrungsnote, Vertiefungsarbeit und Schlussprüfung. Beim EBA gibt es keine Schlussprüfung; hier zählen Erfahrungsnote und Vertiefungsarbeit.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
- eine Präsentation für den Unterrichtseinstieg
- einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
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Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.
Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.
Es gibt keinen Versand und keine Wartezeit: Der Download steht unmittelbar nach dem Abschluss der Bestellung bereit.
Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.
Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.
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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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