Arnold Schönberg im Musikunterricht: Zwölftontechnik und freie Atonalität

Musik Sek II · Neue Musik · Zwölftontechnik

Arnold Schönberg im Musikunterricht: Zwölftontechnik und freie Atonalität

Von der freien Atonalität um 1910 bis zur streng geordneten Zwölftontechnik der 1920er Jahre: Arnold Schönbergs Weg zeigt, wie ein Komponist der Zweiten Wiener Schule die Auflösung der Tonalität systematisiert. Für die Oberstufe liefert das Thema Reihentechnik, Höranalyse und den Übergang zur seriellen Musik nach 1945.

Sek IIEinführungs- und Qualifikationsphase
12 Tönegleichberechtigt in der Reihe
ab 24,99 €Einzellizenz Zwölftontechnik-Material
16-teilige ReiheMusik-Zentralabitur NRW

Arnold Schönberg wird im Musikunterricht der gymnasialen Oberstufe über seinen Weg von der freien Atonalität zur Zwölftontechnik unterrichtet: Um 1908 löste er in Werken wie den Drei Klavierstücken op. 11 die Bindung an eine Tonart auf, ohne diese Freiheit zunächst systematisch zu ordnen. Ab den frühen 1920er Jahren entwickelte er mit der Zwölftontechnik eine Kompositionsmethode, in der alle zwölf Töne der chromatischen Skala in einer festen Reihe gleichberechtigt behandelt werden, bevor eine Tonwiederholung erlaubt ist. Im Fach Musik Sek II wird daran der Begriff Reihentechnik erarbeitet und mit der freien Atonalität sowie später mit der seriellen Musik nach 1945 in Beziehung gesetzt. Schönberg gehört zur Zweiten Wiener Schule und ist Teil der 16-teiligen Unterrichtsreihe zum Musik-Zentralabitur NRW im Inhaltsfeld „Entwicklungen von Musik". Das Material liegt als Arbeitsblatt mit Höraufgaben, Lösungen und Verlaufsplan vor und ist nicht ministeriell geprüft, zugelassen oder empfohlen.

Von der freien Atonalität zur Reihentechnik

Schönbergs kompositorischer Weg lässt sich in drei Phasen gliedern: eine spätromantische Frühphase bis etwa 1908, eine Phase freier Atonalität ohne festes Ordnungsprinzip bis in die frühen 1920er Jahre, und schließlich die Zwölftontechnik als bewusste Systematisierung dieser Freiheit. In der freien Atonalität verzichtete Schönberg auf ein tonales Zentrum, ohne diese Auflösung durch eine neue Regel zu ersetzen – Werke dieser Phase gelten deshalb oft als besonders kurz und verdichtet, weil ihnen die traditionellen formbildenden Mittel der Tonalität fehlten.

Die Zwölftontechnik löste dieses Problem: Eine vom Komponisten festgelegte Reihe aller zwölf Halbtöne bildet das Material für ein ganzes Werk, in Umkehrung, Krebs und Transposition. Für den Unterricht ist entscheidend, dass die Reihentechnik keine Klangregel, sondern eine Ordnungsregel für das musikalische Material ist – wie ein Werk mit dieser Reihe tatsächlich klingt, bleibt kompositorische Entscheidung.

Didaktischer Zugang: Reihentechnik hörbar machen

Der Einstieg gelingt über einen Kontrast: Die Lernenden hören zunächst ein tonales Werk und ein Werk freier Atonalität und beschreiben den Unterschied im Klangeindruck, ohne bereits Fachbegriffe zu kennen. Danach wird die Zwölftontechnik an einem einfachen Beispiel demonstriert, indem die Lernenden selbst eine Zwölftonreihe notieren und in Umkehrung sowie Krebs transformieren – eine Aufgabe, die eher mit Notenpapier als mit dem Ohr gelöst wird und den systematischen Charakter der Methode verdeutlicht.

Erst danach folgt die Höranalyse eines echten Schönberg-Werks, bei der die Lernenden versuchen, die Reihe im Klangbild wiederzuerkennen – meist mit begrenztem Erfolg, was selbst zur Erkenntnis führt, dass die Zwölftontechnik primär eine kompositorische Ordnung und kein unmittelbar hörbares Strukturprinzip ist.

Schönberg im Zentralabitur NRW: Einordnung und Weiterführung

Die Zwölftontechnik steht im Kernlehrplan Musik NRW im Inhaltsfeld „Entwicklungen von Musik" und markiert dort den Übergang von der Tonalität des 19. Jahrhunderts zu den kompositorischen Ordnungsprinzipien der Nachkriegsmoderne. Sie ist Teil der 16-teiligen Unterrichtsreihe zum Zentralabitur, die von der Wiener Klassik bis zur seriellen Musik und Minimal Music reicht. Wer die Reihe direkt mit ihrer Fortsetzung bündeln möchte, findet Zwölftontechnik, Serialismus und Minimal Music zusammen im Sparpaket Neue Musik nach 1945.

Für Klausuren steht ein eigenes Training zur Höranalyse und Partituranalyse mit Erwartungshorizont zur Verfügung, das sich auch auf Zwölfton- und serielle Werke anwenden lässt. Fachschaften, die die gesamte Zentralabitur-Reihe abdecken wollen, finden alle 16 Themen gebündelt im Sparpaket Musik Sek II XXL.

Typische Stolpersteine und Bewertung

Der häufigste Fehler ist die Annahme, man müsse die Zwölftonreihe eines Werks allein durch Hören exakt heraushören können. Das ist selbst für geübte Ohren kaum möglich, weil die Reihentechnik in erster Linie eine kompositorische Ordnung und kein unmittelbar hörbares Strukturprinzip ist. Zielführender ist es, Höreindrücke – etwa fehlendes tonales Zentrum, ungewohnte Intervallsprünge, hohe motivische Dichte – zu beschreiben und erst in einem zweiten Schritt an einer Partitur zu prüfen, wie die Reihe tatsächlich eingesetzt wurde.

Ein zweiter Stolperstein ist die Verwechslung von freier Atonalität und Zwölftontechnik: Nicht jedes atonale Werk Schönbergs verwendet bereits eine Reihe. Eine klare zeitliche Einordnung – freie Atonalität vor 1920, Zwölftontechnik danach – hilft, diese beiden Phasen sauber zu trennen. Für die Klausurbewertung gelten die üblichen Anforderungsbereiche: beschreiben, analysieren, die Kompositionsmethode erläutern und in einer Erörterung einordnen. Welche Werke als Abiturvorgabe verbindlich sind, regelt der Abitur-Erlass des jeweiligen Bundeslandes.

Werk / Theorie Kernbegriffe Einsatz
Zwölftontechnik & Dodekaphonie Reihentechnik, Zweite Wiener Schule, Umkehrung, Krebs Q1–Q2, Einstieg in die Neue Musik
Expressionismus & Neoklassizismus Vergleich Schönberg – Strawinsky, zwei Wege der Moderne Q1, Positionsvergleich
Serielle Musik & Aleatorik nach 1945 Serielle Ordnung, Zufall, Stockhausen, Cage Q2, Weiterführung der Reihentechnik
Sparpaket Neue Musik nach 1945 Zwölfton, Serialismus, Minimal Music im Zusammenhang Q2, Gesamtüberblick Neue Musik
Klausur- & Abiturtraining Musik NRW Höranalyse, Partituranalyse, Erörterung Q2, Klausurvorbereitung
  • Drei KompositionsphasenSpätromantik, freie Atonalität und Zwölftontechnik klar getrennt vermittelt.
  • Reihentechnik praktisch übenEigene Reihe notieren, Umkehrung und Krebs anwenden.
  • Anschluss an die Neue MusikDirekte Brücke zu serieller Musik, Aleatorik und Minimal Music.
  • Teil der Zentralabitur-ReiheEingeordnet in das Inhaltsfeld „Entwicklungen von Musik" NRW.
  • Klausurformat inklusiveAufgaben mit Erwartungshorizont für die Höranalyse.
  • Sofort verfügbarPDF-Download ohne Wartezeit und ohne besondere Software.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen freier Atonalität und Zwölftontechnik?

Freie Atonalität verzichtet auf ein tonales Zentrum, ohne ein neues Ordnungsprinzip zu setzen. Die Zwölftontechnik systematisiert diese Freiheit durch eine feste Reihe aller zwölf Töne, die in Umkehrung, Krebs und Transposition das gesamte musikalische Material eines Werks bildet.

Kann man eine Zwölftonreihe beim Hören erkennen?

In der Regel nicht ohne Partitur. Die Reihentechnik ist vor allem eine kompositorische Ordnung; hörbar sind eher Folgeeffekte wie fehlendes tonales Zentrum oder ungewohnte Intervallsprünge, nicht die Reihe selbst.

Was gehört zur Zweiten Wiener Schule?

Zur Zweiten Wiener Schule zählen Arnold Schönberg und seine Schüler Alban Berg und Anton Webern, die die Zwölftontechnik in unterschiedlicher Weise weiterentwickelten.

Wie ist die Zwölftontechnik im Zentralabitur NRW eingeordnet?

Sie gehört zum Inhaltsfeld „Entwicklungen von Musik" und ist Teil der 16-teiligen Unterrichtsreihe, die von der Wiener Klassik bis zur seriellen Musik und Minimal Music reicht.

Wie geht es nach der Zwölftontechnik in der Reihe weiter?

Nach 1945 entwickelten Komponisten wie Stockhausen und Boulez die serielle Musik als Weiterführung der Reihenidee, während John Cage mit der Aleatorik das Gegenprinzip des Zufalls setzte.

Passt das Material zum Lehrplan meines Bundeslandes?

Die Zwölftontechnik ist in mehreren Kernlehrplänen und Bildungsplänen der Oberstufe verankert. Welche Werke als Abiturvorgabe verbindlich sind, regelt der Abitur-Erlass Ihres Bundeslandes; die Materialien sind nicht ministeriell geprüft, zugelassen oder empfohlen.