Musik· Sek II

Zwölftontechnik und Dodekaphonie: Schönberg und die Zweite Wiener Schule

von Luca 15.08.2026 1 Min. Lesezeit

Als Arnold Schönberg um 1920 die Zwölftontechnik entwickelt, gibt er der zuvor „frei“ atonalen Musik ein neues, streng geordnetes Ordnungsprinzip. Das Thema „Zwölftontechnik und Dodekaphonie“ führt einen der radikalsten Paradigmenwechsel der Musikgeschichte vor und macht ihn über Reihenkonstruktion und Werkanalyse konkret nachvollziehbar. Weil hier Hören, Konstruktion und ästhetische Reflexion zusammenkommen, ist das Thema ein anspruchsvoller, aber lohnender Baustein der Oberstufe. Das Zwölftontechnik und Dodekaphonie begleitet den Weg von der Tonalität zur Reihe Schritt für Schritt.

Zentrale Werke und Begriffe

Grundlage ist die Grundreihe, eine feste Anordnung aller zwölf chromatischen Töne, aus der sich vier Formen ableiten: Grundgestalt, Krebs, Umkehrung und Krebsumkehrung. Der Weg dorthin führt über die „Emanzipation der Dissonanz“, wie sie Schönbergs Pierrot lunaire op. 21 mit seinem Sprechgesang zeigt.

In der Suite für Klavier op. 25 und im Klavierstück op. 33a lässt sich die Reihenkonstruktion unmittelbar am Notentext nachvollziehen. Die Zweite Wiener Schule teilt sich dabei in drei ästhetische Wege: Alban Berg verbindet die Technik in seinem Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ mit tonalen Anklängen und großem Ausdruck, während Anton Webern in seiner Symphonie op. 21 zu äußerster Konzentration und zur Klangfarbenmelodie findet. So wird deutlich, dass die Zwölftontechnik kein starres Rezept, sondern ein individuell nutzbares Verfahren ist.

Zentrale Hörbeispiele der Reihe:

  • Arnold Schönberg – „Pierrot lunaire“ op. 21 (Sprechgesang)
  • Arnold Schönberg – „Suite für Klavier“ op. 25
  • Arnold Schönberg – „Klavierstück“ op. 33a
  • Alban Berg – Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“
  • Anton Webern – Symphonie op. 21

So gelingt der Unterricht

Die Reihe geht vom Hören zum Begriff: Zunächst erfahren die Lernenden an kurzen Klangbeispielen den Bruch mit der Tonalität und erarbeiten am Kontrast von spätromantischer Chromatik und freier Atonalität die „Emanzipation der Dissonanz“. Von diesem hörenden Zugang aus wird verständlich, warum ein neues Ordnungsprinzip nötig wurde, bevor die Zwölftontechnik selbst als kompositorische Antwort eingeführt wird.

Die Lernenden beschreiben und analysieren dodekaphone Werke im Hinblick auf Grundreihe, Reihenformen und Satzstruktur. Die Lernenden bilden eine eigene Zwölftonreihe, leiten Krebs, Umkehrung und Krebsumkehrung ab und erproben eine kurze Reihenkomposition. Die Lernenden erörtern den Paradigmenwechsel von der Tonalität zur Zwölftontechnik und beurteilen dessen Wirkung und Rezeption. Die Lernenden ordnen die Zweite Wiener Schule historisch ein und unterscheiden die ästhetischen Wege von Schönberg, Berg und Webern.

Methodisch führt die Reihe konsequent vom Hören zur begründeten Beurteilung: Zuerst sichern kurze, prägnante Hörbeispiele die zentralen Begriffe, dann folgt die genaue Analyse am Noten- oder Hörtext, und schließlich münden die Stunden in eine abiturnahe Erörterung. Das Komplettpaket enthält dafür fünf Arbeitsblätter mit ausführlichen Lösungen, einen Verlaufsplan für Lehrkräfte inklusive Modellstunde, drei Lerntexte für die Hand der Lernenden, eine unterrichtsfertige Präsentation und einen A4-Überblick. Alle Dateien sind differenziert angelegt und in bearbeitbaren Formaten (DOCX und PPTX) enthalten, sodass sie sich an Lerngruppe, fachlichen Schwerpunkt und verfügbare Stundenzahl anpassen lassen.

Relevanz für Klausur und Zentralabitur NRW

Das Zentralabitur NRW (Inhaltsfeld „Entwicklungen von Musik“) verlangt das Erkennen von Reihenformen im Notentext sowie die Erörterung, ob die Zwölftontechnik Fortschritt oder Sackgasse bedeutet. Den Bruch mit der Dur-Moll-Tonalität bereitet die Impressionismus – Debussys Klangfarbenrevolution vor; die Auflösung des einzelnen Tons in Klangflächen greift die Neue Klangvorstellungen auf. Der komplette Themenkanon steht in der Themenreihe zum Zentralabitur Musik NRW.

Fazit

Mit klaren Begriffen, präzisen Hörbeispielen und prüfungsnahen Aufgaben lässt sich dieses Thema vom ersten Höreindruck bis zur eigenständigen Analyse durchdringen. Gerade in der Oberstufe zahlt sich dieser strukturierte Dreischritt aus Rezeption, Analyse und Reflexion aus, weil er die Lernenden befähigt, auch unbekannte Werke souverän zu erschließen und ihr Urteil fachsprachlich zu begründen. Das Zwölftontechnik und Dodekaphonie liefert dafür alle Materialien – sofort einsetzbar, differenziert und vollständig editierbar –, sodass Lehrkräfte den Fokus auf die Lerngruppe statt auf die Vorbereitung legen können. Einen Überblick über die verwandten Themen der Reihe bietet die Themenreihe zum Zentralabitur Musik NRW.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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