Zyklus 1, 2 und 3: was die Zykluslogik für die Materialauswahl bedeutet

Zykluslogik des Lehrplan 21

Zyklus 1, 2 und 3: was die Zykluslogik für die Materialauswahl bedeutet

Diese Seite ordnet, wie die drei Zyklen des Lehrplan 21 aufgebaut sind und was diese Logik für die Auswahl und den Zuschnitt von Unterrichtsmaterial bedeutet.

  • 3Zyklen im Lehrplan 21, von der Kindergartenstufe bis zur Sekundarstufe I
  • 4Fachbereiche, in die NMG im Zyklus 3 zerfällt: NT, WAH, RZG, ERG
  • 6Primarschuljahre, die sich auf Zyklus 1 (teilweise) und Zyklus 2 verteilen
  • Richtwert: 2–3Schuljahre Spanne, die ein einzelnes Material oft ohne grössere Anpassung überbrückt

Der Lehrplan 21 beschreibt Kompetenzen nicht pro Klassenstufe, sondern pro Zyklus: Zyklus 1 umfasst zwei Kindergartenjahre plus die 1. und 2. Primarklasse, Zyklus 2 die 3. bis 6. Primarklasse, Zyklus 3 die Sekundarstufe I von der 1. bis zur 3. Sek. Für die Materialauswahl heisst das, ein Material nicht an einer einzelnen Klasse festzumachen, sondern daran, wo innerhalb eines mehrjährigen Zyklus es ansetzt und welchem Fachbereich es zugeordnet ist — im Zyklus 3 zusätzlich, ob es zu NT, WAH, RZG oder ERG passt.

Drei Zyklen statt Jahrgangsstufen: der Aufbau des Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 organisiert die obligatorische Schulzeit in drei Zyklen statt in einzelne Jahrgangsstufen. Zyklus 1 umfasst die zwei Kindergartenjahre sowie die 1. und 2. Primarklasse, Zyklus 2 die 3. bis 6. Primarklasse, und Zyklus 3 entspricht der Sekundarstufe I mit der 1. bis 3. Sek. Diese Einteilung ist mehr als eine andere Zählweise: Sie bestimmt, auf welcher Zeitspanne Kompetenzen aufgebaut und überprüft werden.

Für Lehrpersonen, die aus einem jahrgangsbezogenen System kommen oder mit jahrgangsbezogenem Material arbeiten, ist die wichtigste Umstellung gedanklich: Eine Kompetenzbeschreibung im Lehrplan 21 gilt für das Ende eines ganzen Zyklus, nicht für eine bestimmte Klasse innerhalb dieses Zyklus. Wie der Weg dorthin über die einzelnen Schuljahre verteilt wird, liegt in der Verantwortung der Schule und der einzelnen Lehrperson.

Diese Zyklenlogik prägt neben den Kompetenzbeschreibungen selbst auch die Struktur der Fachbereiche: Manche Fachbereiche wie NMG existieren nur in bestimmten Zyklen, andere Module wie BO sind ausschliesslich einem Zyklus zugeordnet. Wer diesen Aufbau einmal verstanden hat, kann Material zyklusgerecht statt nur jahrgangsgerecht einordnen.

Für die praktische Materialsuche bedeutet das einen zusätzlichen Schritt gegenüber einem jahrgangsbezogenen System: Vor der Frage, welches Thema passt, steht die Frage, welcher Zyklus überhaupt gemeint ist, und innerhalb dieses Zyklus, an welcher Stelle der mehrjährigen Spanne ein Material ansetzen soll.

Was die Zykluslogik für die Kompetenzentwicklung bedeutet

Weil Kompetenzen auf das Ende eines Zyklus hin formuliert sind, verteilt sich der Weg dorthin über mehrere Schuljahre, in denen sich Lernstände innerhalb derselben Klasse deutlich unterscheiden können. Ein Material, das für die Mitte eines Zyklus entwickelt wurde, kann deshalb für eine Klasse am Anfang desselben Zyklus zu anspruchsvoll und für eine Klasse am Ende zu einfach sein, obwohl beide formal demselben Zyklus angehören.

Für die Praxis heisst das, ein Material nicht allein nach der Zyklusbezeichnung auszuwählen, sondern zusätzlich einzuschätzen, für welchen Zeitpunkt innerhalb des Zyklus es gedacht ist. Hinweise dafür liefern etwa die vorausgesetzten Vorkenntnisse, der Umfang der erwarteten Textproduktion oder die Komplexität der verwendeten Fachbegriffe.

Diese Einschätzung ersetzt keine Kompetenzbeschreibung aus dem Lehrplan 21 selbst, hilft aber, ein Material realistisch einzuordnen, ohne einen konkreten Kompetenzcode zu behaupten, den niemand am Material überprüft hat. Sinnvoller ist die Formulierung, dass ein Material sich für einen bestimmten Kompetenzbereich innerhalb eines Zyklus eignet, als die Behauptung einer exakten Zuordnung.

Fachbereiche je Zyklus: wo sich die Bezeichnungen ändern

Die Fachbereiche des Lehrplan 21 sind nicht über alle drei Zyklen identisch benannt. D, MA, BG, TTG, MU und BS ziehen sich durch alle Zyklen, FS1E und FS2F kommen als Fremdsprachen hinzu. NMG dagegen existiert nur in den Zyklen 1 und 2 als gemeinsamer Fachbereich für Natur, Mensch und Gesellschaft und zerfällt im Zyklus 3 in vier eigenständige Fachbereiche: NT für Natur und Technik, WAH für Wirtschaft, Arbeit, Haushalt, RZG für Räume, Zeiten, Gesellschaften und ERG für Ethik, Religionen, Gemeinschaft.

Diese Aufteilung ist für die Materialauswahl direkt relevant: Ein Material, das für Zyklus 1 oder 2 unter NMG geführt wird, muss für den Einsatz im Zyklus 3 einem der vier Nachfolgefachbereiche zugeordnet werden, je nachdem, ob der naturwissenschaftliche, wirtschaftliche, historisch-geografische oder ethisch-religiöse Aspekt im Vordergrund steht. Der Kanton Zürich nennt ERG dabei abweichend RKE, was bei Material für Zürcher Schulen zusätzlich zu beachten ist.

Neben den Fachbereichen führt der Lehrplan 21 die Module MI für Medien und Informatik sowie BO für die Berufliche Orientierung im Zyklus 3. Beide sind keine eigenen Fachbereiche im engeren Sinn, sondern Module mit eigenem Zuschnitt, was bei der Ablage von Material eine zusätzliche Kategorie neben den klassischen Fachbereichen sinnvoll macht.

Zyklus 1: zwei Kindergartenjahre und die ersten zwei Primarklassen zusammengedacht

Zyklus 1 fasst zwei Kindergartenjahre und die 1. und 2. Primarklasse zu einer gemeinsamen Einheit zusammen. Für die Materialauswahl bedeutet das eine besonders grosse Spannweite: Ein Material für den Beginn des Zyklus richtet sich an Kinder im Kindergartenalter, ein Material für das Ende des Zyklus an Kinder in der 2. Primarklasse, die bereits erste schriftsprachliche und mathematische Grundlagen erworben haben.

Ein Material zu Kunst und Gestaltung, etwa mit einem Zugang über Formen und Farben, lässt sich häufig über weite Teile des Zyklus 1 hinweg einsetzen, weil produktive und spielerische Aufgabenformate weniger stark an einen genauen Zeitpunkt gebunden sind als etwa systematische Leseaufgaben. Bei sprachlastigem Material lohnt sich dagegen ein genauerer Blick darauf, ob es Lesefertigkeiten voraussetzt, die erst gegen Ende des Zyklus aufgebaut sind.

Für Material, das ursprünglich für die deutsche Grundschule entwickelt wurde, kommt eine zusätzliche Überlegung hinzu: Die deutsche Grundschule beginnt mit der Einschulung ohne vorgelagerte Kindergartenjahre im Sinn des Zyklus 1, weshalb ein Material für die erste Grundschulklasse inhaltlich eher an das Ende von Zyklus 1 als an dessen Beginn anschliesst.

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Die drei Zyklen und ihre Besonderheiten für die Materialauswahl

Zyklus oder Modul Umfasst Besonderheit für die Materialauswahl
Zyklus 1 2 Kindergartenjahre plus 1. und 2. Primarklasse Grosse Spannweite zwischen Kindergarten- und Primarschulniveau
Zyklus 2 3. bis 6. Primarklasse NMG bleibt gemeinsamer Fachbereich, vier Schuljahre Spanne
Zyklus 3 1. bis 3. Sek (Sekundarstufe I) NMG zerfällt in NT, WAH, RZG und ERG
Modul MI Medien und Informatik, über alle Zyklen Ergänzt Fachbereiche, ersetzt sie nicht
Modul BO Berufliche Orientierung Nur im Zyklus 3 vorgesehen
ERG im Kanton Zürich Heisst dort RKE Bezeichnung bei Zürcher Material prüfen
Material mit « SEK II » Ausserhalb der drei Zyklen Gehört nicht zur obligatorischen Schule, eigener Rahmen

Zyklus 2: von der 3. bis zur 6. Primarklasse ein Material auswählen

Zyklus 2 umfasst die 3. bis 6. Primarklasse und damit vier Schuljahre, in denen sich der Wissensstand innerhalb desselben Fachbereichs deutlich entwickelt. Für ein Material zu Hypothesentests oder statistischen Grundbegriffen, wie es sich in vereinfachter Form auch für jüngere Klassen anbietet, lohnt sich deshalb die Prüfung, ob es eher für den Anfang oder das Ende dieser vierjährigen Spanne konzipiert wurde, bevor es einer bestimmten Klasse zugeordnet wird.

Ein Thema aus der Physik mit Experimenten, etwa zu Hebelgesetz und Flaschenzug wie in Hebelgesetz & Flaschenzug, lässt sich in vereinfachter Form bereits gegen Ende von Zyklus 2 im Fachbereich NMG behandeln, bevor eine vertiefte Auseinandersetzung im Fachbereich NT des Zyklus 3 folgt. Für die Materialauswahl bedeutet das, dieselbe fachliche Substanz je nach Zyklus unterschiedlich stark zu vereinfachen oder zu vertiefen.

Auch historische und gesellschaftliche Themen lassen sich in Zyklus 2 anlegen, meist mit stärkerem Fokus auf konkrete Beispiele als auf abstrakte Zusammenhänge, bevor sie im Zyklus 3 unter RZG systematischer vertieft werden. Wer ein Material für Zyklus 2 sucht, findet die passende Vertiefungsstufe oft, indem er dieselbe Reihe für Zyklus 3 daneben legt und die Abstraktionsstufe vergleicht.

Cluster wie Hebelgesetz und Flaschenzug zeigen an einem konkreten Beispiel, wie sich ein physikalisches Thema aus dem Fachbereich NMG des Zyklus 2 für den Fachbereich NT des Zyklus 3 weiterentwickeln lässt, ohne den fachlichen Kern zu verlieren. Der Unterschied liegt vor allem im Grad der Formalisierung: Zyklus 2 arbeitet stärker mit konkreten Experimenten, Zyklus 3 zusätzlich mit einer systematischeren Begriffsbildung.

Zyklus 3: Sekundarstufe I und die Aufteilung von NMG

Zyklus 3 entspricht der Sekundarstufe I und umfasst die 1. bis 3. Sek. Hier zerfällt NMG endgültig in die vier Fachbereiche NT, WAH, RZG und ERG, und Material muss entsprechend einem dieser vier Bereiche statt eines gemeinsamen NMG-Bereichs zugeordnet werden. Ein Thema zu Migration etwa, wie es Migration im 21. Jahrhundert behandelt, lässt sich im Zyklus 3 unter RZG einordnen, sofern der geschichtlich-gesellschaftliche Aspekt im Vordergrund steht. Der zugehörige Cluster Migration im 21. Jahrhundert geht diese Zuordnung im Detail durch.

Wichtig für die Einordnung ist die Abgrenzung zur Sekundarstufe II: Material, das mit « SEK II » gekennzeichnet ist, wie Hypothesentests & Fehlerarten, gehört nicht mehr zu den drei Zyklen der obligatorischen Schule und folgt einem eigenen Rahmen, etwa dem gymnasialen Lehrplan oder den Vorgaben der Berufsfachschule. Wer ein solches Material für Zyklus 3 einsetzen will, muss es entsprechend vereinfachen und kann nicht davon ausgehen, dass es unverändert in die Zykluslogik des Lehrplan 21 passt. Der Cluster Hypothesentests und Fehlerarten im Zyklus 3 zeigt, welche Kürzungen dafür sinnvoll sind.

Für den Fachbereich BG, der über alle Zyklen hinweg besteht, verändert sich im Zyklus 3 vor allem der Anspruch an eigenständige Analyse und Begründung, weniger die Fachbereichsbezeichnung selbst. Ein Material zu Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption lässt sich deshalb häufig mit geringerem Anpassungsaufwand von Zyklus 2 zu Zyklus 3 weiterentwickeln als ein Material aus dem ehemaligen NMG-Bereich.

Für Lehrpersonen, die eine Klasse über den Übergang von Zyklus 2 zu Zyklus 3 hinweg begleiten, lohnt sich ein bewusster Vergleich zwischen dem alten NMG-Material und dem neuen, auf einen der vier Nachfolgefachbereiche zugeschnittenen Material, um Doppelungen zu vermeiden und Lücken frühzeitig zu erkennen.

Material für die Mitte eines Zyklus zuschneiden: ein Beispiel

Am Beispiel eines kunstbezogenen Themas lässt sich der Zuschnitt konkret zeigen. Ein Material wie Kunst Grundschule: Kubismus kreativ entdecken richtet sich vom Titel her an eine deutsche Grundschulklasse, lässt sich fachlich aber sowohl in Zyklus 1 als auch in Zyklus 2 einsetzen, je nachdem, wie stark die Aufgaben bereits eigenständige Analyse statt reiner Nachahmung verlangen. Cluster wie Kunst Grundschule im Zyklus 3 zeigen, wie sich dieselbe fachliche Substanz sogar bis in den Zyklus 3 weiterentwickeln lässt, wenn die Anforderungen entsprechend steigen.

Der erste Schritt bei einem solchen Material ist die Einordnung des fachlichen Niveaus: Verlangt die Aufgabe vor allem produktives Gestalten, passt sie eher zu Zyklus 1 oder zum Anfang von Zyklus 2. Verlangt sie eine begründete Auseinandersetzung mit einer Stilrichtung, wie es Grundlagen der Bildproduktion und -rezeption vertieft, passt sie eher zum Ende von Zyklus 2 oder zu Zyklus 3.

Der zweite Schritt ist die Fachbereichsprüfung: BG bleibt über alle Zyklen als Bezeichnung bestehen, sodass hier im Unterschied zu NMG keine Aufteilung auf mehrere Fachbereiche nötig ist. Wer diesen Unterschied kennt, weiss von vornherein, bei welchen Fachbereichen die Zyklusgrenze auch eine Bezeichnungsgrenze ist und bei welchen nicht.

Was die Zykluslogik für fachübergreifendes Material bedeutet

Fachübergreifendes Material, etwa zu institutionellen oder politischen Themen wie EU-Normen, Institutionen, verlangt eine doppelte Prüfung: erstens, für welchen Zyklus der Abstraktionsgrad der Aufgaben passt, zweitens, welchem Fachbereich das Thema in diesem Zyklus zugeordnet wird. Politische und institutionelle Themen gehören im Zyklus 3 meist zu RZG, lassen sich in vereinfachter Form aber bereits gegen Ende von Zyklus 2 unter NMG anlegen.

Für Material mit starkem Bezug zum Modul MI, etwa wenn digitale Werkzeuge Teil der Aufgabenstellung sind, kommt eine zusätzliche Überlegung hinzu: Das Modul MI ergänzt die Fachbereiche über alle Zyklen hinweg, ersetzt sie aber nicht, sodass ein Material meist sowohl einem Fachbereich als auch dem Modul MI zugeordnet werden kann, ohne dass sich beide Zuordnungen ausschliessen.

Am Ende bleibt die Zykluslogik vor allem eine Frage der Gewöhnung: Wer Material konsequent zuerst nach Zyklus, dann nach Fachbereich und erst danach nach konkretem Thema einordnet, findet auch bei einem grossen Materialfundus schneller das passende Stück, statt bei jedem einzelnen Material erneut von einer Jahrgangsstufe auf den zugehörigen Zyklus zurückzurechnen. Passendes Material für alle drei Zyklen findet sich in der Sammlung an Unterrichtsreihen, eine breitere Einordnung des Fachbereichs liefert die Übersicht zu Natur und Technik im Zyklus 3. Wer die Fragestellung eher aus österreichischer Perspektive kennt, findet eine ähnliche Systematik im Beitrag zur Semestrierten Oberstufe und der Beurteilung mit Nicht genügend, auch wenn sich beide Systeme im Detail deutlich unterscheiden.

Bausteine für die zyklusgerechte Materialauswahl

  • Material zuerst nach Zyklus, dann nach Fachbereich und erst danach nach Thema einordnen.
  • Bei Zyklus 1 prüfen, ob ein Material eher für Kindergarten- oder für Primarschulniveau gedacht ist.
  • Bei Zyklus 2 einschätzen, ob ein Material eher zum Anfang oder zum Ende der vierjährigen Spanne passt.
  • Bei Zyklus 3 den passenden Nachfolgefachbereich von NMG bestimmen: NT, WAH, RZG oder ERG.
  • Im Kanton Zürich die abweichende Bezeichnung RKE für ERG berücksichtigen.
  • Modul MI und Modul BO als Ergänzung, nicht als Ersatz für die Fachbereiche behandeln.
  • Material mit der Kennzeichnung « SEK II » von den drei Zyklen der obligatorischen Schule klar abgrenzen.
  • Keine Kompetenzcodes aus dem Lehrplan 21 ergänzen, die im Original nicht enthalten sind.

Diese Seite bündelt, wie sich die drei Zyklen des Lehrplan 21 unterscheiden; die verlinkten Unterrichtsreihen zeigen an konkreten Beispielen, wie sich Material für den jeweiligen Zyklus zuschneiden lässt.

Häufige Fragen

Was bedeutet Zyklus 1 genau?

Zyklus 1 umfasst die beiden Kindergartenjahre sowie die 1. und 2. Primarklasse. Er bildet damit eine gemeinsame Einheit über vier Schuljahre, für die der Lehrplan 21 Kompetenzen formuliert, die am Ende dieser Spanne erreicht sein sollen, nicht bereits nach dem ersten oder zweiten Jahr.

Warum spricht der Lehrplan 21 nicht einfach von Klassenstufen?

Weil Kompetenzen sich über mehrere Schuljahre hinweg entwickeln und der Lehrplan 21 den Weg dorthin bewusst nicht auf eine einzelne Klasse festlegt. Die Zykluslogik gibt Schulen und Lehrpersonen Spielraum, wie sie die Kompetenzentwicklung über die Jahre eines Zyklus verteilen, solange die Kompetenzen am Ende des Zyklus erreicht werden.

Wieso zerfällt NMG im Zyklus 3 in vier Fachbereiche?

In den Zyklen 1 und 2 werden naturwissenschaftliche, gesellschaftliche und weitere Inhalte unter NMG gemeinsam unterrichtet. Im Zyklus 3 nimmt die fachliche Vertiefung zu, weshalb der Lehrplan 21 diesen Bereich in NT, WAH, RZG und ERG aufteilt, die jeweils einen eigenen fachlichen Schwerpunkt verfolgen.

Was bedeutet der Unterschied zwischen ERG und RKE?

ERG steht für Ethik, Religionen, Gemeinschaft und ist die im Lehrplan 21 verwendete Bezeichnung für diesen Fachbereich im Zyklus 3. Der Kanton Zürich verwendet dafür abweichend die Bezeichnung RKE, für Religionen, Kulturen, Ethik. Inhaltlich handelt es sich um denselben Fachbereich, nur mit kantonal unterschiedlichem Namen.

Gehört Sek II auch zu den drei Zyklen?

Nein. Die drei Zyklen des Lehrplan 21 decken die obligatorische Schulzeit bis zur Sekundarstufe I ab, also bis zur 3. Sek. Material, das als SEK II gekennzeichnet ist, etwa für das Gymnasium oder die Berufsfachschule, folgt einem eigenen Rahmen und lässt sich nicht ohne Weiteres in die Zykluslogik einordnen.

Wie wähle ich Material für eine bestimmte Stelle innerhalb eines Zyklus?

Am zuverlässigsten anhand der vorausgesetzten Vorkenntnisse und des Anspruchs der Aufgaben: Produktive, spielerische oder stark angeleitete Aufgaben passen eher zum Anfang eines Zyklus, offene und begründungsstarke Aufgaben eher zu dessen Ende. Ein Vergleich mit Material für den benachbarten Zyklus hilft zusätzlich, die Abstraktionsstufe realistisch einzuschätzen.