Unterrichtsvorbereitung für die Vertretungsstunde: fachfremd und kurzfristig
Unterrichtsvorbereitung für Vertretungsstunden
Unterrichtsvorbereitung für die Vertretungsstunde: fachfremd und kurzfristig
Diese Seite ordnet die Unterrichtsvorbereitung für den Ernstfall Vertretung: was in kurzer Zeit entstehen kann, welches Material ohne Fachkenntnis trägt und wie der Anschluss an die reguläre Reihe erhalten bleibt.
- 15–20 Min.realistischer Vorbereitungsaufwand im akuten Vertretungsfall
- 3Materialformen, die ohne Fachkenntnis funktionieren
- 1Satz Übergabenotiz an die reguläre Fachlehrkraft
- 0inhaltliche Eingriffe in die laufende Reihe der Kollegin
Unterrichtsvorbereitung für eine Vertretungsstunde gelingt, wenn zuerst geprüft wird, ob die Klasse einen Arbeitsauftrag aus der eigenen Reihe fortsetzen kann, und erst danach fachfremd einsetzbares Material zum Zug kommt. Entscheidend ist ein kleiner, im Voraus zusammengestellter Vorrat aus Material, das ohne Fachkenntnis funktioniert, weil in zwanzig Minuten kein neues Thema fachlich durchdrungen werden kann. Der Anschluss an den regulären Unterricht bleibt erhalten, wenn keine neuen Inhalte begonnen werden, die die Kollegin später einsortieren muss.
Die ersten fünf Minuten: was vor dem Material entschieden wird
Sobald eine Vertretungsstunde auf dem Plan erscheint, entscheidet sich vieles, bevor überhaupt ein Blatt gedruckt wird. Die erste Frage lautet nicht, welches Material greifbar ist, sondern ob die Klasse aus der laufenden Reihe der abwesenden Kollegin einen Arbeitsauftrag fortsetzen kann, der ohne fachliche Anleitung auskommt. Ein Lernvideo mit Arbeitsblatt, eine bereits erklärte Übungsphase oder ein Leseauftrag aus dem laufenden Stoff lassen sich oft übernehmen, ohne dass eine fachfremde Lehrkraft in den Inhalt einsteigen muss.
Erst wenn diese Option fehlt, weil kein Hinweis vorliegt oder die Klasse mitten in einer Erklärphase steckt, die sich nicht vertreten lässt, kommt eigenes Material ins Spiel. Diese Reihenfolge spart Zeit, weil sie die aufwendigere Vorbereitung, nämlich neues Material heraussuchen, erst dann startet, wenn sie wirklich nötig ist. Wer sofort zum eigenen Vorrat greift, ohne die laufende Reihe zu prüfen, produziert unnötigen Mehraufwand und riskiert Doppelarbeit für die Kollegin.
Ein kurzer Blick ins Sekretariat oder auf die Vertretungsplan-App klärt meist, ob eine Notiz der abwesenden Lehrkraft vorliegt. Fehlt sie, bleibt für die Unterrichtsvorbereitung im Ernstfall nur die eigene Materialbasis, im Idealfall aus einer Sammlung wie der Sammlung fertiger Unterrichtsreihen, aus der sich einzelne Bausteine auch fachfremd herauslösen lassen.
Diese Reihenfolge lohnt sich auch deshalb, weil sie Enttäuschung vermeidet. Wer zuerst hofft, mit einem einzelnen Arbeitsblatt durchzukommen, und erst kurz vor Stundenbeginn merkt, dass es nicht passt, gerät unter genau den Zeitdruck, den ein geordnetes Vorgehen verhindern soll. Wer dagegen von Anfang an mit zwei parallelen Optionen plant, laufende Reihe oder eigener Vorrat, verliert im schlechteren Fall nur wenige Minuten Umsteigezeit.
Material, das ohne Fachkenntnis funktioniert
Nicht jedes Arbeitsblatt eignet sich für eine fachfremde Vertretung. Brauchbar ist Material, das seine eigene Erklärung mitliefert: ein Lesetext mit Aufgaben, deren Lösungen sich aus dem Text selbst ergeben, eine Diskussionskarte mit offener Fragestellung, die keine Vorabklärung durch die Lehrkraft braucht, oder eine Übung mit beigelegtem Lösungsblatt, das eine Kontrolle ohne fachliche Bewertung erlaubt.
Ungeeignet ist Material, das eine fachliche Einordnung während der Stunde verlangt, etwa eine Aufgabe, bei der falsche und richtige Lösungswege erst im Gespräch unterschieden werden müssen. Genauso schwierig sind Aufgaben, die auf einen bestimmten Kenntnisstand aufbauen, den die vertretende Lehrkraft nicht einschätzen kann. Die Faustregel: Je selbsterklärender die Aufgabe, desto verlässlicher trägt sie eine fremde Klasse durch die Stunde.
Diese Eigenschaft lässt sich an einem Beispiel aus der Literatur zeigen. Eine Biografie- und Werkübersicht wie die zu Annette von Droste-Hülshoff funktioniert fachfremd, weil die Aufgaben auf den mitgelieferten Materialien selbst basieren und keine literaturwissenschaftliche Einordnung durch die Lehrkraft voraussetzen. Wie sich eine solche Einheit an einem Abend fertig zusammenstellen lässt, beschreibt die Vorbereitung zu Droste-Hülshoff im Detail.
Den Anschluss an die reguläre Reihe nicht gefährden
Eine Vertretungsstunde ist kein Anlass, ein neues Thema zu beginnen, das die reguläre Lehrkraft später wieder aufgreifen oder gegen ihre eigene Planung abgrenzen muss. Wer inhaltlich in eine laufende Reihe eingreift, ohne deren Aufbau zu kennen, riskiert Dopplungen oder Widersprüche zur folgenden Stunde. Sicherer ist Material, das thematisch neben der Reihe steht und keinen Anspruch auf Fortsetzung erhebt.
Praktisch bedeutet das: kein neuer Fachbegriff, der später anders eingeführt wird, keine Bewertung, die in die reguläre Notengebung einfließen soll, und keine Hausaufgabe, die auf einer Erklärung aufbaut, die in der nächsten reguären Stunde fehlt. Eine in sich abgeschlossene Aufgabe aus einem anderen Themenfeld ist hier oft die sicherere Wahl als ein Fragment aus dem eigentlichen Stoff.
Nach der Stunde gehört eine kurze schriftliche Notiz zur Unterrichtsvorbereitung im weiteren Sinn: welches Material eingesetzt wurde, wie die Klasse reagiert hat und ob ein Punkt offenblieb, den die reguläre Lehrkraft aufgreifen sollte. Zwei bis drei Sätze reichen, mehr wird im Alltag ohnehin selten gelesen.
Auch bei einer scheinbar unproblematischen Fortführung lohnt sich Zurückhaltung an einer Stelle: Bewertungen. Eine vertretende Lehrkraft kennt die Bewertungsmaßstäbe der Kollegin nicht und sollte deshalb keine Note vergeben, die in die reguläre Notengebung einfließt. Eine formlose Rückmeldung an die Klasse ist unproblematisch, eine dokumentierte Bewertung gehört in die Hand der Fachlehrkraft, die die Lerngruppe über das Halbjahr begleitet.
Eine fremde Klasse in den ersten Minuten führen
Wer eine unbekannte Klasse übernimmt, kennt weder Namen noch Sitzordnung noch die informellen Regeln, die sich zwischen Klasse und Stammlehrkraft eingespielt haben. Die ersten Minuten entscheiden, ob die Stunde geordnet verläuft oder in Aushandlung über Zuständigkeiten kippt. Eine knappe, ruhig vorgetragene Ansage zu Ablauf und Erwartung wirkt hier verlässlicher als der Versuch, schnell Nähe herzustellen.
Hilfreich ist ein fester Einstiegssatz, der unabhängig von der Klasse funktioniert: Vorstellung, Grund der Vertretung in einem Satz, dann direkt die Arbeitsanweisung. Je länger die Einleitung, desto mehr Raum entsteht für Nebengespräche. Eine sichtbare Zeitangabe an der Tafel, bis wann ein Arbeitsschritt abgeschlossen sein soll, ersetzt viele Nachfragen und gibt der Klasse eine Orientierung, die sonst aus der Routine mit der Stammlehrkraft käme.
Bei jüngeren Klassen wirkt eine klare Sitzordnung, sofern sie über den Klassenraum ablesbar ist, disziplinierend genug, ohne dass die vertretende Lehrkraft Namen kennen muss. Bei älteren Jahrgängen genügt häufig die sachliche Ansage einer konkreten, in sich verständlichen Aufgabe, weil die Klasse die Vertretungssituation selbst einordnen kann und weniger auf persönliche Ansprache angewiesen ist.
Ein Klassenbuch oder eine digitale Kursliste hilft an dieser Stelle mehr als der Versuch, sich Namen zu merken. Wer die Anwesenheit über die Liste prüft, statt einzelne Schülerinnen und Schüler direkt anzusprechen, wirkt vorbereitet, auch wenn die Klasse unbekannt ist. Auffälligkeiten während der Stunde, etwa wiederholte Störungen, lassen sich am Ende knapp in der Übergabenotiz vermerken, ohne dass die vertretende Lehrkraft vor Ort eine dauerhafte Konsequenz aussprechen müsste, die ohnehin der Stammlehrkraft obliegt.
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Materialformen für die Vertretungsstunde nach Vorbereitungszeit
| Materialform | Vorbereitungszeit | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Fortführung der laufenden Reihe | 5 Minuten | Hinweis oder Material der Kollegin liegt vor |
| Diskussionskarte mit offener Frage | 5–10 Minuten | keine fachliche Vorbereitung nötig |
| Lesetext mit Aufgaben zur Selbstkontrolle | 10 Minuten | Kopiervorlage und Lösungsblatt vorhanden |
| Einheit aus dem eigenen Vorrat | 15–20 Minuten | thematisch neutral, ohne Bezug zur laufenden Reihe |
| Gruppenarbeit mit vorbereiteten Karten | 20 Minuten | feste Gruppen, klare Zeitvorgabe |
Einen Vorrat für den Ernstfall aufbauen
Wer wiederholt kurzfristig vertritt, unterrichtet oder in einer Fachschaft mit hoher Vertretungsdichte arbeitet, profitiert von einem eigenen, thematisch neutralen Materialvorrat. Ziel ist keine Sammlung ganzer Reihen, sondern eine Handvoll einzelner Einheiten aus unterschiedlichen Fächern, die jeweils für eine Stunde reichen und ohne Vorwissen der Lehrkraft funktionieren. Der Vorrat sollte im Lehrerzimmer oder digital griffbereit liegen, nicht erst am Stundentag zusammengesucht werden.
Ein sprachliches und ein mathematisches Beispiel decken bereits einen großen Teil der Vertretungsfälle ab. Eine Einheit zu materialgestütztem Schreiben eignet sich für Deutschstunden verschiedener Jahrgänge, weil die Aufgabenstellung unabhängig vom aktuellen Unterrichtsthema der Klasse funktioniert. Wie sich diese Einheit in kurzer Zeit einsatzbereit machen lässt, zeigt die Vorbereitung zum materialgestützten Schreiben.
Für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich eignet sich eine in sich geschlossene Übungseinheit, etwa zu Exponenten und exponentiellen Funktionen, weil die Aufgaben mit Lösungsweg dokumentiert sind und eine fachfremde Lehrkraft die Kontrolle ohne eigene fachliche Bewertung leisten kann. Die dazugehörige Kurzvorbereitung beschreibt die Vorbereitung zu Exponenten und exponentiellen Funktionen.
Der Vorrat muss nicht vollständig sein, um nützlich zu werden. Schon zwei bis drei Einheiten aus unterschiedlichen Fächern decken einen großen Teil der Vertretungsfälle im Schulalltag ab, weil Vertretungen meist einzelne Stunden betreffen und selten alle Fächer gleichzeitig ausfallen. Wer den Vorrat einmal angelegt hat, ergänzt ihn am besten dann, wenn ohnehin neues Material für den regulären Unterricht gesichtet wird, statt eigens dafür Zeit einzuplanen.
Beispiele aus zwei Fächern: wie sich fachfremdes Material bewährt
Auch fremdsprachliches Material lässt sich fachfremd einsetzen, wenn die Aufgabenstellung nicht auf vertiefte Sprachkenntnisse der Lehrkraft angewiesen ist. Eine Biografie- und Werkübersicht wie zu Jean Anouilh funktioniert in einer Vertretungsstunde, wenn die Aufgaben auf Textverständnis und Rechercheleistung der Klasse zielen statt auf sprachliche Feinkorrektur durch die Lehrkraft. Die zugehörige Kurzvorbereitung an einem Abend beschreibt die Vorbereitung zu Jean Anouilh.
In der Mathematik zeigt sich derselbe Grundsatz an einfacheren Themen. Eine Übung zur direkten und indirekten Proportionalität funktioniert fachfremd, wenn Aufgaben und Lösungswege bereits ausformuliert vorliegen und die vertretende Lehrkraft lediglich den Ablauf moderiert, statt selbst Rechenschritte zu erklären.
Ein weiteres Beispiel liefert eine Einheit zu linearen Funktionen, die sich über Gruppenarbeit strukturieren lässt: Die Klasse arbeitet in festen Gruppen an vorbereiteten Aufgabenkarten, während die vertretende Lehrkraft vor allem für Zeittakt und Ruhe im Raum sorgt, nicht für fachliche Erklärung. Genau diese Verlagerung der Rolle, von der Erklärenden zur Organisierenden, unterscheidet eine funktionierende fachfremde Vertretungsstunde von einer, die scheitert.
Auffällig an allen genannten Beispielen ist, dass sie aus unterschiedlichen Fächern stammen und trotzdem demselben Muster folgen: Die Aufgabe ist so formuliert, dass die Klasse eigenständig arbeiten kann, das Material liefert Kontrolle oder Lösung mit, und die vertretende Lehrkraft übernimmt eine organisatorische statt einer fachlich erklärenden Rolle. Dieses Muster lässt sich auf nahezu jedes Fach übertragen, unabhängig davon, ob die vertretende Lehrkraft darin ausgebildet ist.
Grenzen der Kurzfristigkeit: wenn zwanzig Minuten nicht reichen
Nicht jede Vertretung lässt sich in einer Viertelstunde lösen. Fällt eine Kollegin für mehrere Tage oder eine ganze Woche aus, reicht ein einzelnes Vorratsheft nicht mehr, weil die Klasse über mehrere Stunden hinweg sinnvoll beschäftigt werden muss statt nur einmalig überbrückt zu werden. In diesem Fall verschiebt sich die Aufgabe von der einzelnen Unterrichtsvorbereitung hin zu einer kleinen, mehrtägigen Struktur mit eigenem Ablauf und einem sichtbaren Ergebnis am Ende.
Diese Situation unterscheidet sich deutlich von der akuten Vertretungsstunde, weil jetzt eine Zeitschiene über mehrere Tage entsteht, Gruppenarbeit über einen längeren Zeitraum betreut werden muss und am Ende ein Produkt stehen sollte, das die Vertretungsphase sinnvoll abschließt. Wie sich eine solche mehrtägige Ausnahmesituation wie eine kleine Reihe strukturieren lässt, mit Zeitbudget, Gruppenbetreuung und Präsentation, beschreibt die Seite zur Projektwoche als Unterrichtsreihe.
Für die einzelne, kurzfristige Vertretungsstunde bleibt die hier beschriebene Logik gültig: fachfremd einsetzbares Material, keine inhaltlichen Eingriffe in fremde Reihen und eine knappe Übergabe. Erst wenn der Zeithorizont über einen Tag hinausgeht, lohnt sich der Wechsel in eine andere Planungslogik.
Zwischen diesen beiden Fällen, der einzelnen Stunde und der mehrtägigen Ausnahme, liegt ein Graubereich: die Vertretung über zwei bis drei Tage. Hier reicht ein einzelnes Vorratsheft meist noch aus, wenn es sich auf mehrere Stunden strecken lässt, etwa indem eine Aufgabe in einen Rechercheteil und einen Präsentationsteil aufgeteilt wird. Wird daraus mehr als eine Woche, lohnt sich der Blick auf eine Struktur mit eigenem Zeitplan und einem Abschluss.
Übergabe und Dokumentation nach der Stunde
Eine Vertretungsstunde endet nicht mit dem Klingeln, sondern mit einer kurzen Übergabe an die reguläre Fachlehrkraft. Diese Notiz sollte festhalten, welches Material verwendet wurde, wie weit die Klasse gekommen ist und ob es Auffälligkeiten gab, etwa einzelne Schülerinnen oder Schüler, die besonderer Aufmerksamkeit bedurften. Eine handschriftliche Zeile auf dem Klassenbuch oder eine kurze Nachricht reicht meist aus.
Wer regelmäßig vertritt, profitiert davon, diese Notizen zu sammeln: Welches Material hat in welcher Klassenstufe gut funktioniert, welches eher nicht. Über einige Vertretungsstunden hinweg entsteht so eine persönliche Einschätzung, die die nächste Unterrichtsvorbereitung im Ernstfall beschleunigt, weil die Auswahl aus dem eigenen Vorrat nicht jedes Mal neu getroffen werden muss.
Einen fachübergreifenden Überblick über Materialbedarf, Zeitbudget und typischen Stundenaufbau jenseits der akuten Vertretungssituation bietet die Seite zu Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau der Unterrichtsvorbereitung, die die hier beschriebenen Grundsätze auf die reguläre Unterrichtsvorbereitung überträgt.
Was einen Vertretungsvorrat trägt
- Ein Arbeitsblatt mit Selbstkontrolle für mindestens zwei Kernfächer bereithalten.
- Diskussionskarten, die ohne Vorwissen der Lehrkraft auskommen.
- Einen kurzen Übergabesatz an die reguläre Fachlehrkraft immer mitdenken.
- Klare Ansagen für den Einstieg in eine unbekannte Klasse vorbereiten.
- Material meiden, das eine fachliche Bewertung während der Stunde verlangt.
- Lesetexte mit Aufgaben wählen, die sich aus dem Text selbst beantworten lassen.
- Den Vorrat griffbereit halten, digital oder im Lehrerzimmer, nicht erst am Stundentag zusammensuchen.
- Nach jeder Vertretung kurz notieren, welches Material sich bewährt hat.
Wer einen kleinen Vorrat an fachfremd einsetzbarem Material bereithält, reduziert den Zeitdruck im Vertretungsfall. Die hier genannten Einheiten eignen sich als Ausgangspunkt für einen eigenen Bestand über mehrere Fächer hinweg.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit sollte für die Unterrichtsvorbereitung einer Vertretungsstunde realistisch eingeplant werden?
Im akuten Fall bleiben oft nur fünfzehn bis zwanzig Minuten, meist zwischen Kenntnisnahme des Vertretungsplans und Stundenbeginn. In dieser Zeit lässt sich kein neues Thema fachlich durchdringen, wohl aber eine vorbereitete Einheit aus dem eigenen Vorrat auswählen und kopieren. Wer regelmäßig vertritt, sollte diesen Vorrat unabhängig von der akuten Situation vorher aufbauen.
Darf ich in der Vertretungsstunde einfach den Stoff der Kollegin fortsetzen?
Nur, wenn eine Notiz oder ein Material der abwesenden Lehrkraft vorliegt, das ohne Fachkenntnis anwendbar ist, etwa eine bereits erklärte Übungsphase. Ohne diesen Hinweis besteht das Risiko, den Stoff falsch fortzusetzen oder eine Erklärung vorwegzunehmen, die die reguläre Lehrkraft anders geplant hatte. Im Zweifel ist thematisch neutrales Material die sicherere Wahl.
Wie führe ich eine Klasse, die ich noch nie unterrichtet habe?
Eine kurze, sachliche Ansage zu Ablauf und Erwartung wirkt verlässlicher als der Versuch, schnell persönliche Nähe herzustellen. Ein fester Einstiegssatz, eine sichtbare Zeitangabe für den Arbeitsschritt und eine in sich verständliche Aufgabe ersetzen die Routine, die sonst zwischen Klasse und Stammlehrkraft besteht, weitgehend.
Welches Material eignet sich nicht für eine fachfremde Vertretung?
Ungeeignet ist alles, was eine fachliche Einordnung während der Stunde verlangt, etwa Aufgaben, bei denen unterschiedliche Lösungswege erst im Gespräch bewertet werden müssen, oder Übungen, die auf einen bestimmten Kenntnisstand der Klasse aufbauen, den die vertretende Lehrkraft nicht einschätzen kann. Selbsterklärendes Material mit Lösungsblatt ist die verlässlichere Wahl.
Was mache ich, wenn die Vertretung mehrere Tage statt einer einzelnen Stunde dauert?
Ab einer mehrtägigen Vertretung reicht ein einzelnes Vorratsheft nicht mehr aus, weil die Klasse über mehrere Stunden hinweg sinnvoll beschäftigt werden muss. Dann lohnt sich eine kleine, in sich geschlossene Struktur mit eigenem Zeitplan und einem Ergebnis am Ende, ähnlich einer kurzen Projektphase, statt einer Aneinanderreihung einzelner Einzelstunden.
Wie baue ich mir einen eigenen Vorrat auf, ohne dafür viel Zeit zu investieren?
Es genügt, über einige Wochen hinweg zwei bis drei Einheiten aus unterschiedlichen Fächern zusammenzustellen, die jeweils für eine Stunde reichen und ohne Vorwissen funktionieren, etwa ein sprachlicher und ein mathematischer Baustein. Diese Auswahl griffbereit im Lehrerzimmer oder digital abzulegen, spart im akuten Vertretungsfall die gesamte Suchzeit.
