Parteien in Deutschland: Parteiensystem, Programme & politische Strukturen | Sek I

Politik & Wirtschaft · Parteien und Parteiensystem · Sek I

Unterrichtsmaterial zu Parteien und Parteiensystem für die Klassen 5 bis 9 – von der Frage, wozu eine Partei überhaupt da ist, über die Profile der im Bundestag vertretenen Parteien bis zum Vergleich konkreter Programmpositionen. Die Reihen enthalten Arbeitsblätter, Vergleichsraster und Aufgaben mit Lösungen und lassen sich einzeln oder als zusammenhängende Sequenz einsetzen.

6Themenreihen
Klasse 5–9Stufenbereich
mit LösungenAufgaben
Einzel & BundleKaufoptionen

Kurz gesagt: Parteien versteht man in der Sekundarstufe I am besten über drei Ebenen: ihre Funktion im Grundgesetz, die Profile der einzelnen Parteien und den Vergleich konkreter Programmpositionen. Das Material auf dieser Seite führt diese drei Ebenen zusammen, ohne die Lerngruppe mit Detailwissen zu überfrachten, und hält die Darstellung der Parteien bewusst überparteilich und quellennah.

Warum Parteien im Politikunterricht der Sek I schwierig zu unterrichten sind

Parteien sind für Lernende der Mittelstufe zunächst Namen und Farben, keine Organisationen mit Aufgaben. Ohne eine geklärte Funktionsebene bleibt der Unterricht deshalb beim Aufzählen stehen: Welche Partei ist gerade wo an der Regierung, wer hat welches Kürzel. Erst wenn deutlich wird, dass Parteien Interessen bündeln, Personal für Ämter vorschlagen und politische Alternativen formulieren, wird der Unterschied zwischen einer Partei und einem Verein oder einer Behörde greifbar – und damit auch die Frage, warum das Grundgesetz Parteien überhaupt eigens erwähnt.

Die zweite Schwierigkeit ist die Aktualität. Programme ändern sich, Parteien verschieben ihre Positionen, neue Kräfte kommen hinzu. Ein Unterricht, der nur Momentaufnahmen vermittelt, veraltet schnell. Tragfähig wird die Reihe dann, wenn Ihre Lerngruppe ein Verfahren lernt: eine Position im Programm suchen, sie in eigene Worte fassen, sie mit der Position einer anderen Partei vergleichen und den Unterschied auf eine dahinterliegende Grundhaltung zurückführen. Dieses Verfahren funktioniert auch noch nach der nächsten Wahl.

Unterrichtsmaterial zu Parteien und Parteiensystem

Die Reihen decken die Funktion von Parteien im politischen System, die Profile der einzelnen Parteien, die demokratischen Grundlagen sowie den Bezug zur Bundestagswahl ab und lassen sich als Sequenz oder als einzelne Bausteine einsetzen.

So bauen Sie die Unterrichtssequenz auf

Der Einstieg gelingt zuverlässig über eine Streitfrage aus dem Erfahrungsbereich Ihrer Lerngruppe: Was soll mit dem Geld der Gemeinde geschehen, wie soll der Schulweg sicherer werden? Aus den unterschiedlichen Antworten entsteht die Beobachtung, dass Menschen mit ähnlichen Zielen sich zusammentun, um mehr Wirkung zu haben. Von dort ist der Schritt zur Definition kurz: Eine Partei bündelt Interessen, formuliert Programme, stellt Kandidatinnen und Kandidaten auf und will Ämter besetzen, um ihre Vorstellungen umzusetzen. Erst danach lohnt der Blick ins Grundgesetz.

Der zweite Block widmet sich den Profilen. Sinnvoll ist ein festes Raster für alle Parteien – Gründungszeit, Kernanliegen, typische Wählerschaft, aktuelle Rolle in Bund oder Ländern –, das die Lerngruppe arbeitsteilig ausfüllt und im Plenum zusammenträgt. Im dritten Block folgt der Positionsvergleich: Sie wählen zwei oder drei Themen, zu denen sich alle Parteien geäußert haben, und lassen die Aussagen einander gegenüberstellen. Den Abschluss bildet die Anwendung auf ein reales Wahlergebnis, an dem sich Stimmenanteile, Mandate und Koalitionsoptionen nachvollziehen lassen.

Für welche Stufe eignet sich das Material?

Stufe Einsatz Schwerpunkt
Klasse 5/6 Was ist eine Partei? Grundbegriffe: Interesse, Programm, Mitgliedschaft, Wahl
Klasse 7/8 Parteienprofile im Überblick Vergleichen und Ordnen nach einem festen Raster
Klasse 9 Programme und Positionen Analyse und begründete Bewertung einzelner Positionen

Differenzierung und Leistungsbewertung

Die Parteienprofile lassen sich gut abstufen. Lerngruppen mit Unterstützungsbedarf erhalten vorstrukturierte Steckbriefe, in die nur noch einzelne Angaben eingetragen werden, sowie eine Auswahl vorformulierter Positionssätze, die den Parteien begründet zugeordnet werden. Für leistungsstärkere Lernende geben Sie dieselben Themen ohne Vorstrukturierung aus: Sie recherchieren die Position selbst, fassen sie zusammen und belegen sie mit einer Textstelle. Eine dritte Stufe entsteht, wenn zwei Positionen zum selben Thema gegenübergestellt und die Unterschiede auf unterschiedliche Grundwerte zurückgeführt werden sollen.

Für die Bewertung eignen sich Vergleichs- und Beurteilungsaufgaben besser als Wissensabfragen, weil sie überparteilich bleiben: Bewertet wird nicht die politische Meinung, sondern die Qualität der Begründung und der Beleg am Material. Alle Aufgaben liegen mit Lösungen vor und sind bearbeitbar, sodass Sie Themen austauschen, den Materialumfang kürzen oder das Raster an Ihre Bewertungsvorgaben anpassen können.

Lehrplanbezug und Anschlussthemen

Parteien gehören in allen Bundesländern zum Kernbestand des Politikunterrichts der Sekundarstufe I und tauchen dort meist im Inhaltsfeld zu politischer Ordnung, Demokratie und Wahlen auf. Die üblichen Formulierungen betreffen die Aufgaben von Parteien im demokratischen System, das Verhältnis von Wahlen, Mandaten und Regierungsbildung sowie die Fähigkeit, politische Positionen zu vergleichen und begründet Stellung zu nehmen. Rechtlich schließt das an Artikel 21 des Grundgesetzes an, der Parteien die Mitwirkung an der politischen Willensbildung zuweist und zugleich innerparteiliche Demokratie und Rechenschaft über die Finanzen verlangt.

Für den Unterricht ist außerdem der Beutelsbacher Konsens maßgeblich: kein Überwältigungsverbot missachtender Unterricht, Kontroversität dort, wo in Wissenschaft und Politik kontrovers diskutiert wird, und die Befähigung der Lernenden, eigene Interessen zu erkennen. Die Reihen sind entsprechend angelegt und stellen Positionen nebeneinander, statt sie zu bewerten. Als Anschlussthemen bieten sich Wahlsysteme und Regierungsbildung, Verbände und Medien als weitere Akteure der Willensbildung sowie in der Oberstufe die Frage nach Repräsentation und Beteiligung an.

Wie ist das Material aufgebaut?

  • Fachlich fundiertVon Fachlehrkräften erstellte Inhalte mit korrekter Fachterminologie.
  • Direkt einsetzbarFertige Reihen mit Aufgaben – sofort im Unterricht nutzbar.
  • Mit LösungenAlle Aufgaben inklusive ausführlicher Lösungswege.
  • DifferenzierbarAufgabenformate lassen sich an unterschiedliche Lerngruppen anpassen.
  • EditierbarBearbeitbare Formate – frei an Ihre Lerngruppe anpassbar.
  • KombinierbarEinzelreihen lassen sich zu einer eigenen Unterrichtseinheit verbinden.

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Häufige Fragen

Wie stelle ich Parteien neutral und überparteilich dar?

Bewährt hat sich, für alle Parteien dasselbe Raster und dieselbe Textmenge zu verwenden und Positionen möglichst mit Formulierungen aus den Programmen wiederzugeben. Bewertet wird im Unterricht dann nicht die Partei, sondern die Begründung der Lernenden. Damit ist auch dem Überwältigungsverbot des Beutelsbacher Konsenses entsprochen.

Welche Parteien werden im Material behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die im Bundestag vertretenen Parteien mit ihrer Entstehung, ihren Kernanliegen und ihrer Rolle im Parteiensystem. Kleinere Parteien kommen dort vor, wo sie für das Verständnis des Systems wichtig sind, etwa bei der Frage nach der Fünf-Prozent-Hürde. Da die Materialien bearbeitbar sind, können Sie regionale Besonderheiten ergänzen.

Wie verbinde ich Parteien mit dem Thema Wahlen?

Am tragfähigsten ist die Reihenfolge Partei, Programm, Stimme, Mandat: Zuerst klären Sie, wofür eine Partei steht, dann, wie aus Stimmen Sitze werden und wie daraus eine Regierung entsteht. Die Materialien zur Bundestagswahl 2025 liefern dafür ein konkretes Ergebnis, an dem sich Stimmenanteile und Koalitionsoptionen durchrechnen lassen.

Gibt es Aufgaben zum Positionsvergleich?

Ja, der Vergleich von Programmpositionen ist ein eigener Aufgabenschwerpunkt. Die Lernenden ordnen Aussagen zu, stellen sie in einer Tabelle gegenüber und begründen, worin sich die Vorstellungen unterscheiden. Für die Auswertung liegen Lösungen vor, die typische Zuordnungsfehler mitbedenken.

Sind Lösungen enthalten?

Ja, zu allen Aufgaben der Unterrichtsreihen gehören ausgearbeitete Lösungen; bei offenen Aufgaben in Form von Erwartungshorizonten mit möglichen Argumenten. Sie können diese kürzen oder an Ihre Bewertungsvorgaben anpassen, da die Dateien bearbeitbar sind.

Für welche Klassenstufen eignet sich das Material?

Der Schwerpunkt liegt auf den Klassen 5 bis 9. Die Grundlagenreihen zu Demokratie und Parteiensystem lassen sich bereits ab Klasse 5 oder 6 einsetzen, der Positionsvergleich und die Auswertung von Wahlergebnissen sind eher ab Klasse 8 sinnvoll. Über den Umfang der vorgegebenen Hilfen steuern Sie die Anforderung innerhalb Ihrer Lerngruppe.