Neue Lerngruppe übernehmen: Unterrichtsvorbereitung ohne Vorkenntnis

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Neue Lerngruppe übernehmen: Unterrichtsvorbereitung ohne Vorkenntnis

Wie sich eine Stunde für eine neue Lerngruppe vorbereiten lässt, deren Vorwissen, Arbeitstempo und Umgangsformen noch unbekannt sind, ohne die erste Begegnung zu verschenken.

  • 1Diagnosebaustein, der in die erste Stunde eingebaut wird
  • 2–3Wochen, bis sich ein realistisches Bild der Lerngruppe ergibt
  • 10–15 Min.Anteil der ersten Stunde für Kennenlernen und Erwartungsklärung
  • 2Anspruchsniveaus, zwischen denen sich in der Stunde wechseln lässt

Unterrichtsvorbereitung für eine neue Lerngruppe gelingt nicht durch besonders aufwendiges Material, sondern durch eine Stunde, die absichtlich Spielraum für Diagnose lässt: eine Einstiegsaufgabe, an der sich Vorwissen und Arbeitstempo ablesen lassen, und ein Kernteil mit zwei Anspruchsniveaus, zwischen denen kurzfristig gewechselt werden kann. Wer die erste Stunde plant, als kenne man die Klasse bereits, riskiert, am tatsächlichen Stand vorbei zu unterrichten und diesen Fehleindruck erst spät zu bemerken.

Warum die erste Stunde anders vorbereitet wird als jede andere

Bei einer bekannten Lerngruppe stützt sich die Unterrichtsvorbereitung auf Erfahrungswerte: wie schnell die Klasse üblicherweise arbeitet, welche Rückfragen zu erwarten sind, wo typische Verständnisprobleme liegen. Bei einer neuen Lerngruppe fehlen all diese Werte, sei es durch einen Lehrerwechsel im laufenden Schuljahr, eine neu zusammengesetzte Oberstufengruppe zu Beginn der Einführungsphase, eine Vertretung über mehrere Wochen oder den Seiteneinstieg in eine bestehende Klasse. Die Vorbereitung muss diese Unsicherheit einkalkulieren, statt sie zu ignorieren.

Eine verbreitete Reaktion auf diese Unsicherheit ist es, die erste Stunde besonders vorsichtig und niedrigschwellig zu planen, in der Annahme, das sei automatisch die sichere Wahl. Das kann jedoch dazu führen, dass eine leistungsstarke Gruppe unterfordert wird und den Eindruck gewinnt, das Fach werde hier auf niedrigem Niveau unterrichtet, ein Eindruck, der sich nur schwer wieder korrigieren lässt. Die tragfähigere Alternative ist eine Stunde, die von Anfang an Diagnose und Fachinhalt verbindet, statt eine ganze Stunde allein für das Kennenlernen zu verwenden.

Grundlegende Hinweise zu Materialumfang und Stundenaufbau liefert Unterrichtsvorbereitung: Material, Zeitbedarf, Stundenaufbau. Bei einer neuen Lerngruppe kommt als zusätzliche Anforderung hinzu, dass der Stundenaufbau selbst Informationen über die Klasse liefern muss, die für die folgenden Stunden gebraucht werden.

Diese Situation betrifft den klassischen Neustart zu Beginn des Schuljahres ebenso wie Fälle mitten im Halbjahr: eine längere Elternzeitvertretung, die Übernahme eines Kurses nach einer krankheitsbedingten Ausfallzeit, oder eine Umstrukturierung der Kurswahl, die eine Lerngruppe neu zusammensetzt. In all diesen Fällen bringt die Klasse bereits Gewohnheiten aus dem bisherigen Unterricht mit, die zunächst unbekannt sind und sich erst in den ersten gemeinsamen Stunden zeigen.

Eine Einstiegsaufgabe, die gleichzeitig diagnostiziert

Der Einstieg der ersten Stunde lässt sich so anlegen, dass er in das Thema führt und gleichzeitig beiläufig sichtbar macht, worauf die Lerngruppe aufbaut. Eine kurze Aufgabe, die auf typischem Vorwissen zum Thema aufsetzt, zeigt innerhalb weniger Minuten, ob dieses Vorwissen tatsächlich vorhanden ist, in welcher Tiefe, und wie schnell die Klasse damit arbeitet. Diese Beobachtung ersetzt keinen formellen Test, liefert aber genug Anhaltspunkte für die Feinjustierung der folgenden Stunden.

Wichtig ist, diese Diagnose beiläufig zu gestalten und nicht als Test anzukündigen, weil eine neue Lerngruppe in der ersten Stunde ohnehin unter erhöhter Beobachtung steht und eine offen benannte Prüfsituation die Bereitschaft senkt, sich zu zeigen. Eine Aufgabe, die als reguläre fachliche Arbeit auftritt, liefert ehrlichere Ergebnisse als eine, die erkennbar der Einschätzung der Lehrkraft dient. Eine Reihe zu politischer Kunst wie Politische Kunst zwischen Käthe Kollwitz und Ai Weiwei bietet für einen solchen Einstieg geeignete Bildbeispiele, an denen sich sowohl Vorwissen als auch Interpretationsbereitschaft ablesen lassen. Eine ausgearbeitete erste Stunde zu diesem Thema zeigt Unterrichtsvorbereitung Politische Kunst: die erste Stunde in einer neuen Lerngruppe.

Aus den Beobachtungen der ersten Aufgabe lässt sich bereits vor Ende der Stunde eine erste Einschätzung ableiten, ob der geplante Kernteil im vorgesehenen Tempo funktioniert oder angepasst werden muss. Diese Einschätzung wird notiert, auch wenn sie vorläufig bleibt, weil sie die Grundlage für die zweite und dritte Stunde mit dieser Lerngruppe bildet.

Zwei Anspruchsniveaus für den Kernteil vorbereiten

Weil sich das tatsächliche Niveau der Lerngruppe erst während der Stunde zeigt, lohnt es sich, den Kernteil der ersten Stunde in zwei Fassungen vorzubereiten: eine mit mehr Gerüst und kleinschrittigeren Teilaufgaben, eine mit größerem Spielraum für eigenständiges Arbeiten. Zeigt die Einstiegsaufgabe, dass die Klasse schneller und sicherer arbeitet als angenommen, lässt sich ohne Umplanung zur anspruchsvolleren Fassung wechseln, zeigt sie das Gegenteil, bleibt die kleinschrittigere Fassung im Einsatz.

Dieser doppelte Vorbereitungsaufwand wirkt zunächst wie ein Widerspruch zur ohnehin schon höheren Vorbereitungslast bei einer neuen Klasse, zahlt sich aber in den folgenden Stunden aus, weil die zweite Stunde bereits auf einer belastbaren Einschätzung aufbauen kann statt wieder bei einer Annahme zu starten. Eine Reihe zum Mittelalter wie Unterrichtsreihe: Mittelalter – Sek I eignet sich für dieses Vorgehen gut, weil sich Quellentexte in unterschiedlicher Komplexität ohne großen Zusatzaufwand bereitstellen lassen. Wie sich diese Doppelfassung konkret für die erste Stunde umsetzen lässt, zeigt Unterrichtsvorbereitung Mittelalter: die erste Stunde in einer neuen Lerngruppe.

In der Praxis reicht es, für die zweite Fassung nicht komplett neues Material zu erstellen, sondern die anspruchsvollere Variante um zusätzliche Teilfragen oder eine offenere Aufgabenstellung zu ergänzen, während die Grundstruktur gleich bleibt. Das begrenzt den Mehraufwand auf ein vertretbares Maß, ohne die Flexibilität der Stunde zu verlieren.

Erwartungen und Arbeitsformen klären, ohne Zeit zu verlieren

Neben dem fachlichen Vorwissen bleibt bei einer neuen Lerngruppe unklar, welche Arbeitsformen die Klasse gewohnt ist, wie selbstständig sie in Gruppenarbeit agiert und welche Regeln für Wortmeldungen und Handyverwendung bereits etabliert sind. Diese Fragen lassen sich nicht vollständig vor der ersten Stunde klären, aber ein kurzer, klar begrenzter Abschnitt zu Beginn, in dem Erwartungen knapp benannt werden, verhindert Missverständnisse, die sonst erst in der zweiten oder dritten Stunde sichtbar werden.

Zehn bis fünfzehn Minuten für diese Klärung reichen in der Regel aus, wenn sie konkret gehalten wird, statt allgemein über Erwartungen zu sprechen. Konkrete Hinweise, etwa zur Form von Wortmeldungen oder zum Umgang mit Gruppenarbeit, lassen sich unmittelbar in der ersten fachlichen Aufgabe anwenden und damit direkt einsüben, statt als abstrakte Ansage im Raum stehen zu bleiben.

Eine Reihe zu Interaktion und Transformation in der Kunst wie Interaktion und Transformation – Kunst eignet sich für diese kombinierte Klärung gut, weil ihre erste Aufgabe ohnehin auf Austausch in Kleingruppen angelegt ist und sich Arbeitsformen dort beiläufig einsüben lassen. Eine ausgearbeitete Umsetzung dieser Kombination zeigt Unterrichtsvorbereitung Kunst: Interaktion — die erste Stunde in einer neuen Lerngruppe.

Wird diese Klärung übersprungen, weil sie als Zeitverlust erscheint, zeigt sich der Preis dafür meist erst in der dritten oder vierten Stunde, wenn unterschiedliche Vorstellungen über Gruppenarbeit oder Wortmeldungen zu wiederkehrenden kleinen Reibungen führen. Eine einmalige, klare Ansage zu Beginn ist in der Regel günstiger als mehrfaches Nachjustieren im laufenden Unterricht.

Bei Kursen, die aus mehreren vorherigen Lerngruppen neu zusammengesetzt wurden, etwa zu Beginn der Einführungsphase, kommt hinzu, dass innerhalb derselben Klasse unterschiedliche Arbeitsformen aufeinandertreffen, weil die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen oder Kursen mit unterschiedlichen Gewohnheiten kommen. Hier lohnt es sich, in der Klärungsphase ausdrücklich zu benennen, dass eine gemeinsame neue Praxis entsteht, statt stillschweigend eine der mitgebrachten Gewohnheiten zum Standard zu erklären.

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Woran sich das Niveau einer neuen Lerngruppe ablesen lässt

Beobachtung in der ersten Stunde Mögliche Deutung Reaktion in der Vorbereitung
Einstiegsaufgabe wird schnell und sicher gelöst Vorwissen vorhanden, Tempo hoch zur anspruchsvolleren Fassung des Kernteils wechseln
Einstiegsaufgabe bereitet spürbar Mühe Vorwissen lückenhaft oder Thema neu kleinschrittigere Fassung beibehalten, Grundlagen wiederholen
Klasse bleibt bei Wortmeldungen sehr zurückhaltend kann Unsicherheit gegenüber neuer Lehrkraft sein keine vorschnelle Bewertung, in Folgestunden erneut prüfen
Gruppenarbeit läuft ohne weitere Anleitung selbstständig etablierte Arbeitsformen aus vorheriger Lehrkraft vorhandene Arbeitsformen aufgreifen statt neue einzuführen
Deutliche Leistungsunterschiede innerhalb der Klasse sichtbar heterogene Lerngruppe Differenzierung von Beginn an fest einplanen
Rückmeldung der vorherigen Lehrkraft weicht von eigener Beobachtung ab Verhalten ist beziehungsabhängig eigene Beobachtung stärker gewichten als Übernahme

Ein Rückfallmaterial für den Fall einer Fehleinschätzung

Auch eine sorgfältig vorbereitete erste Stunde kann am tatsächlichen Niveau der Lerngruppe vorbeigehen, etwa wenn die Klasse sehr viel langsamer oder sehr viel schneller arbeitet, als es die Einstiegsaufgabe vermuten ließ. Für diesen Fall lohnt sich ein einfaches Rückfallmaterial, das ohne Vorbereitungszeit während der Stunde eingesetzt werden kann: eine zusätzliche, deutlich einfachere Aufgabe für den Fall der Überforderung, eine zusätzliche, offenere Aufgabe für den Fall der Unterforderung.

Dieses Rückfallmaterial muss nicht ausgearbeitet sein wie reguläres Unterrichtsmaterial, es reicht eine knappe Version, die im Zweifel handschriftlich an der Tafel notiert werden kann. Wichtig ist allein, dass sie vor der Stunde gedanklich vorbereitet ist, damit im entscheidenden Moment keine Zeit für Improvisation verloren geht. Eine Reihe zu politischen Grundwerten wie Grundwerte: Liberalismus, Demokratischer Sozialismus, Konservatismus lässt sich für ein solches Rückfallmaterial gut nutzen, weil sich einzelne Positionen unabhängig voneinander vertiefen oder vereinfachen lassen. Eine konkrete Umsetzung für die erste Stunde beschreibt Unterrichtsvorbereitung Politische Grundwerte: die erste Stunde in einer neuen Lerngruppe.

Wird das Rückfallmaterial in einer Stunde tatsächlich gebraucht, lohnt sich eine kurze Notiz danach, damit die zweite Stunde bereits auf der korrigierten Einschätzung aufbaut, statt erneut von der ursprünglichen Annahme auszugehen. Ein solches Rückfallmaterial lässt sich über mehrere Themen hinweg als feste Routine anlegen, sodass es nicht jedes Mal neu überlegt werden muss, sondern für vergleichbare Situationen wiederverwendbar bereitliegt.

Wie sich das Bild der Lerngruppe über mehrere Wochen schärft

Eine einzelne erste Stunde liefert nur einen vorläufigen Eindruck, der sich in den folgenden zwei bis drei Wochen deutlich verändern kann, sobald die Klasse sich an die neue Lehrkraft gewöhnt hat und offener arbeitet. Wer aus der ersten Stunde bereits ein festes Bild ableitet und die folgenden Stunden strikt danach ausrichtet, läuft Gefahr, frühe Fehleinschätzungen unnötig lange fortzuschreiben.

Sinnvoller ist es, die Einschätzung aus der ersten Stunde als Ausgangspunkt zu behandeln, der in den folgenden Stunden laufend nachjustiert wird, bis sich ein stabiles Bild ergibt. Eine Reihe zu Medien und Literatur im Wandel eignet sich für diese Phase, weil ihre frühen Bausteine bewusst so offen angelegt sind, dass sich unterschiedliche Vertiefungsgrade ohne große Umstellung einbauen lassen. Eine Umsetzung für die ersten Wochen mit einer neuen Lerngruppe zeigt Medien und Literatur im Wandel vorbereiten: die erste Stunde in einer neuen Lerngruppe.

Nach diesen ersten Wochen wechselt der Zeithorizont der Vorbereitung: Statt einzelner Stunden lässt sich zunehmend über mehrere Doppelstunden hinweg planen, weil Arbeitstempo und Vorwissen inzwischen bekannt sind. Wie sich dieser Übergang zur Reihenplanung über den Wochenrhythmus gestaltet, beschreibt Unterrichtsreihe und Stundenplan: Ein- und Doppelstunden im Wochenrhythmus.

Bis dieser Übergang gelingt, bleibt es sinnvoll, jede einzelne Stunde noch mit etwas Spielraum zu planen, statt bereits fest auf eine mehrwöchige Sequenz festzulegen. Ein zu früh fixierter Plan über mehrere Doppelstunden lässt sich schwerer korrigieren als eine einzelne Stunde, die bei Bedarf noch angepasst wird, bevor die Reihe insgesamt Form annimmt.

Typische Fehleinschätzungen bei neuen Lerngruppen

Eine häufige Fehleinschätzung entsteht, wenn Rückmeldungen der vorherigen Lehrkraft unkritisch übernommen werden, ohne sie an der eigenen Beobachtung zu überprüfen. Eine Klasse, die bei einer Lehrkraft als schwierig galt, verhält sich bei einer anderen häufig deutlich anders, weil sich Erwartungen, Ansprache und Beziehungsgestaltung unterscheiden. Übernommene Einschätzungen sollten deshalb als Hinweis, nicht als feststehendes Urteil behandelt werden.

Eine zweite verbreitete Fehleinschätzung besteht darin, das Verhalten in der ersten Stunde als repräsentativ zu werten, obwohl es stark von der besonderen Situation des ersten Zusammentreffens geprägt ist. Zurückhaltung in der ersten Stunde kann Unsicherheit gegenüber der neuen Lehrkraft bedeuten und muss nichts über das übliche Arbeitsverhalten der Klasse aussagen. Material aus der Sammlung fertiger Unterrichtsreihen mit klar getrennten Anspruchsstufen hilft, solche ersten Eindrücke nicht vorschnell festzuschreiben, weil sich die Stufe unabhängig vom ersten Eindruck im Verlauf der folgenden Stunden anpassen lässt.

Eine dritte Falle liegt darin, bei Unsicherheit über das Niveau automatisch das niedrigere Anspruchsniveau als Standard zu setzen und dort zu verbleiben, auch wenn sich zeigt, dass die Klasse mehr leisten könnte. Ein bewusster Testpunkt nach zwei bis drei Wochen, an dem das Niveau noch einmal überprüft wird, verhindert, dass eine vorsichtige erste Einschätzung über das ganze Halbjahr bestehen bleibt. Wie sich eine solche Überprüfung bei einem Thema wie der Existenzfrage Gottes im Religionsunterricht gestalten lässt, zeigt Unterrichtsvorbereitung Die Frage nach: die erste Stunde in einer neuen Lerngruppe.

Was eine erste Stunde bei unbekannter Lerngruppe trägt

  • Eine Einstiegsaufgabe, die fachlich arbeitet und gleichzeitig Vorwissen und Tempo sichtbar macht.
  • Zwei vorbereitete Anspruchsniveaus für den Kernteil, zwischen denen ohne Umplanung gewechselt werden kann.
  • Ein kurzer, konkreter Abschnitt zur Klärung von Arbeitsformen und Erwartungen zu Beginn der Stunde.
  • Ein einfaches Rückfallmaterial für den Fall einer deutlichen Fehleinschätzung des Niveaus.
  • Eine schriftliche Notiz der Beobachtungen direkt nach der Stunde, solange der Eindruck noch frisch ist.
  • Ein bewusster Verzicht darauf, Rückmeldungen früherer Lehrkräfte unkritisch als feststehendes Urteil zu übernehmen.
  • Ein fester Prüfpunkt nach zwei bis drei Wochen, an dem die erste Einschätzung noch einmal überprüft wird.
  • Eine Bereitschaft, die Vertiefung einzelner Themen nach oben oder unten zu korrigieren, sobald sich ein stabileres Bild ergibt.

Die folgenden Reihen sind so aufgebaut, dass sich einzelne Bausteine je nach beobachtetem Niveau der neuen Lerngruppe unterschiedlich vertiefen lassen.

Häufige Fragen

Wie plant man eine erste Stunde, wenn man das Niveau der Klasse nicht kennt?

Sinnvoll ist eine Einstiegsaufgabe, die auf typischem Vorwissen zum Thema aufsetzt und dabei beiläufig zeigt, wie sicher und wie schnell die Klasse arbeitet. Für den anschließenden Kernteil lohnt sich eine Fassung mit mehr Gerüst und eine mit mehr Eigenständigkeit, zwischen denen sich je nach Beobachtung ohne Umplanung wechseln lässt.

Wie viel Zeit sollte die erste Stunde für Kennenlernen statt Fachinhalt verwenden?

Zehn bis fünfzehn Minuten für eine konkrete Klärung von Erwartungen und Arbeitsformen reichen in der Regel aus, wenn sie unmittelbar mit der ersten fachlichen Aufgabe verbunden werden. Eine ganze Stunde allein für das Kennenlernen zu reservieren, kostet unnötig Zeit, ohne belastbarere Informationen über die Klasse zu liefern als eine kombinierte Vorgehensweise.

Wie geht man mit Rückmeldungen der vorherigen Lehrkraft um?

Solche Rückmeldungen liefern nützliche Hinweise, sollten aber als vorläufig behandelt werden, weil sich das Verhalten einer Klasse je nach Lehrkraft deutlich unterscheiden kann. Die eigene Beobachtung in den ersten Stunden verdient mehr Gewicht als eine übernommene Einschätzung, besonders wenn beide voneinander abweichen.

Was tun, wenn die erste Stunde zeigt, dass das Niveau nicht passt?

Ein vorbereitetes Rückfallmaterial, das ohne zusätzliche Vorbereitungszeit während der Stunde eingesetzt werden kann, überbrückt eine solche Fehleinschätzung. Nach der Stunde lohnt sich eine kurze Notiz, damit die folgende Stunde bereits auf der korrigierten Einschätzung aufbaut, statt wieder von der ursprünglichen Annahme auszugehen.

Wie lange dauert es, bis man eine neue Lerngruppe realistisch einschätzen kann?

In der Praxis schärft sich das Bild über zwei bis drei Wochen, weil sich die Klasse erst an die neue Lehrkraft gewöhnen muss, bevor sie offener arbeitet. Eine feste Einschätzung sollte deshalb frühestens nach diesem Zeitraum getroffen werden, mit einem bewussten Prüfpunkt, an dem die erste Annahme noch einmal überprüft wird.

Ab wann lässt sich für eine neue Lerngruppe über mehrere Stunden hinweg planen?

Sobald Vorwissen und Arbeitstempo nach den ersten Wochen einigermaßen verlässlich eingeschätzt werden können, verschiebt sich die Planung von der einzelnen Stunde hin zu einer Abfolge über mehrere Doppelstunden. Dieser Übergang lässt sich nutzen, um eine Reihe an den Wochenrhythmus der Klasse anzupassen, statt weiter stundenweise zu improvisieren.