Unterrichtsreihe: Harlem Renaissance
Kunst, Musik und Literatur der Harlem Renaissance im gesellschaftlichen Kontext der 1920er-Jahre.
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Kunst · Diversität & Repräsentation · Klasse 7–9
Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I, das den Kanon des Kunstunterrichts um Schwarze Kunstgeschichte erweitert: die Harlem Renaissance der 1920er-Jahre, Kunst und Literatur Schwarzer Autor:innen und Künstler:innen sowie die zeitgenössische Porträtmalerei von Lynette Yiadom-Boakye. Enthalten sind Werkbeispiele, Aufgaben und ein Sparpaket für den fortlaufenden Einsatz.
Kurz gesagt: Diese Reihen erweitern den Kanon des Kunstunterrichts: Die Harlem Renaissance, Schwarze Kunst und Literatur sowie die Porträts von Lynette Yiadom-Boakye machen Repräsentation, Sichtbarkeit und Perspektivwechsel zum Unterrichtsthema. Sie eignen sich für die Klassen 7 bis 9 und lassen sich sowohl einzeln als auch als Sparpaket einsetzen.
Der klassische Kunstkanon ist über weite Strecken von europäischer und nordamerikanischer Kunst weißer Künstler:innen geprägt. Wer Repräsentation nur beiläufig thematisiert, überlässt der Lerngruppe die Deutung, dass Sichtbarkeit in der Kunstgeschichte selbstverständlich verteilt sei. Eine eigene Unterrichtsreihe macht diese Schieflage stattdessen zum expliziten Lerngegenstand: Die Klasse untersucht, wer historisch abgebildet, ausgestellt und erinnert wurde – und wer nicht.
Die Harlem Renaissance bietet dafür einen besonders ergiebigen Ausgangspunkt, weil sie Malerei, Musik und Literatur in einer gemeinsamen gesellschaftlichen Bewegung verbindet. Ergänzt um zeitgenössische Positionen wie Lynette Yiadom-Boakye, die ausschließlich fiktive Schwarze Figuren malt, wird der historische Bogen bis in die Gegenwart gespannt. So erkennt die Lerngruppe, dass Repräsentation kein abgeschlossenes Thema der 1920er-Jahre ist, sondern bis heute in der Bildproduktion verhandelt wird.
Die Auswahl verbindet die Reihe zur Harlem Renaissance mit Material zu Schwarzer Kunst und Literatur, der Porträtmalerei Lynette Yiadom-Boakyes und einem passenden Sparpaket.
Kunst, Musik und Literatur der Harlem Renaissance im gesellschaftlichen Kontext der 1920er-Jahre.
Werke und Texte Schwarzer Künstler:innen und Autor:innen im Rahmen der Reihe „Rassismus ohne uns“.
Die Porträtmalerei der britischen Künstlerin als Einstieg in fiktive Schwarze Bildnisse.
Alle Materialien zur Künstlerin gebündelt zum reduzierten Preis.
Ergänzende Reihe zur Einordnung von Rassismus als gesellschaftlichem Thema in der Sek I.
In Klasse 7/8 lohnt sich der Einstieg über das Porträt als Bildgattung: Wer wird gezeigt, in welcher Haltung, mit welchem Blick? Anhand von Werken der Harlem Renaissance und Lynette Yiadom-Boakyes beschreibt die Lerngruppe zunächst rein formal – Bildausschnitt, Blickrichtung, Farbigkeit – und fragt erst danach nach der Person hinter dem Bild. Dieser Zwischenschritt verhindert vorschnelle Zuschreibungen und schult zugleich die Bildbeschreibung als Fachmethode.
In Klasse 8/9 rückt die Harlem Renaissance als kulturelle Bewegung in den Mittelpunkt: Malerei, Musik und Literatur der 1920er-Jahre werden im Kontext der Great Migration und der gesellschaftlichen Situation Schwarzer Communitys in den USA gelesen. In Klasse 9 folgt die kritische Befragung des Kanons selbst – wer entscheidet, welche Werke als bedeutend gelten, und welche Sprache benutzen wir, um über Kunst und Herkunft zu sprechen? Diese Progression führt von der Bildbeschreibung über den historischen Kontext bis zur Reflexion der eigenen fachlichen Perspektive.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 7/8 | Einstieg über Porträt & Person | Darstellung, Blick und Perspektive formal beschreiben |
| Klasse 8/9 | Harlem Renaissance im Kontext | Kunst, Musik und Gesellschaft der 1920er-Jahre verbinden |
| Klasse 9 | Repräsentation kritisch befragen | Kanon, Sichtbarkeit und angemessene Sprache reflektieren |
Das Thema verlangt einen bewussten sprachlichen Umgang. Sinnvoll ist deshalb ein kurzer Einstieg, in dem gemeinsam geklärt wird, welche Begriffe im Unterricht verwendet werden und warum – etwa der Unterschied zwischen einer Beschreibung von Hautfarbe und einer Zuschreibung von Eigenschaften. Leistungsstärkere Lerngruppen können zusätzlich historische Quellen zur Great Migration einbeziehen, während eine Basisversion sich auf die Bildbeschreibung und den biografischen Kontext einzelner Werke konzentriert.
Für die praktische Auseinandersetzung eignet sich eine eigene Porträtarbeit, die bewusst auf Yiadom-Boakyes Prinzip der fiktiven Figur zurückgreift: Die Lernenden entwerfen ein Porträt einer erfundenen Person und begründen ihre gestalterischen Entscheidungen. So verbindet sich die kunsthistorische Analyse mit einer eigenen produktiven Auseinandersetzung, ohne dass reale Personen ungefragt abgebildet werden müssen.
Repräsentation und Diversität in der Bildenden Kunst sind in mehreren Kunstlehrplänen der Sek I als Inhaltsfeld verankert, meist im Zusammenhang mit Bildern in Geschichte und Gesellschaft. Die Reihen lassen sich zudem gut mit dem Fach Deutsch verzahnen, etwa über Lyrik und Prosa der Harlem Renaissance, sowie mit Musik über Jazz und Blues als klanglichen Ausdruck derselben Epoche. Diese fächerübergreifenden Bezüge lassen sich als Projekttage oder als kurze Kooperationseinheiten mit den Fachkolleg:innen organisieren.
Da sich die konkreten Vorgaben je Bundesland unterscheiden, prüfen Sie vor dem Einsatz, in welches Inhaltsfeld Ihres Kernlehrplans sich das Thema am passendsten einordnen lässt. Die Materialien selbst sind so aufgebaut, dass sie unabhängig von der genauen curricularen Verortung funktionieren, weil sie Bildbeschreibung, historische Einordnung und Reflexion als übertragbare Kompetenzen vermitteln.
Perspektiven & Fluchtpunkte in der Kunst
FachKomplett KunstAm besten über die Bildgattung Porträt: Die Klasse beschreibt zunächst formal, wer wie dargestellt wird, bevor historische und gesellschaftliche Fragen hinzukommen. So bleibt der Einstieg konkret und die Lerngruppe wird nicht mit abstrakten Begriffen überfordert.
Ja, die Harlem Renaissance verbindet Malerei mit Lyrik, Prosa, Jazz und Blues, sodass sich Kooperationen mit Deutsch- und Musikkolleg:innen anbieten. Die Kunstreihe funktioniert aber auch eigenständig ohne fächerübergreifende Planung.
Im Zentrum stehen Werkbeispiele der Harlem Renaissance, ausgewählte Positionen Schwarzer Kunst und Literatur sowie mehrere Porträts von Lynette Yiadom-Boakye. Die genaue Werkauswahl ist im jeweiligen Heft dokumentiert.
Jede der drei Reihen ist für mehrere Unterrichtsstunden konzipiert und lässt sich einzeln oder als zusammenhängende Sequenz über mehrere Wochen einsetzen. Der genaue Zeitbedarf hängt vom Vertiefungsgrad und den ergänzten Aufgaben ab.
Die Materialien enthalten fachliche Hintergrundinformationen zu den behandelten Werken und Kontexten sowie Hinweise zur Bearbeitung der Aufgaben. Damit ist auch eine fachfremde Vorbereitung gut möglich.
Die Reihen sind als druckfertige, im Klassensatz kopierbare Digitaldownloads angelegt. Einzelne Bestandteile lassen sich bearbeiten, um Werkbeispiele oder Aufgaben an die eigene Lerngruppe anzupassen.