Konjunktiv & indirekte Rede: Redewiedergabe, Irrealis & Figurenrede | Deutsch Sek I

Deutsch · Konjunktiv & Redewiedergabe · Klasse 7–9

Unterrichtsmaterial zur Redewiedergabe in der Sekundarstufe I: Bildung und Gebrauch von Konjunktiv I und II, die Ersatzform mit „würde“, das Zitieren fremder Aussagen und die Gestaltung von Figurenrede in Dialogen. Sie erhalten ausgearbeitete Reihen mit Übungen, Anwendungsaufgaben und Lösungen, die sich einzeln oder als aufeinander aufbauende Sequenz einsetzen lassen.

6Unterrichtsreihen
Kl. 7–9Stufenbereich
mit LösungenAufgaben
Einzel & BundleKaufoptionen

Kurz gesagt: Der Konjunktiv I kennzeichnet die indirekte Rede und macht deutlich, dass eine Aussage von jemand anderem stammt; der Konjunktiv II drückt Irreales, Wünsche und Höflichkeit aus und springt zusätzlich ein, wenn die Form des Konjunktivs I mit dem Indikativ zusammenfällt. Diese Materialien üben die Bildung beider Modi, die zulässigen Ersatzformen und den Einsatz in Berichten, Zitaten und Dialogen.

Warum der Konjunktiv in der Sekundarstufe I oft Schwierigkeiten bereitet

Der Konjunktiv ist die einzige Verbform, die Lernende nicht aus dem alltäglichen Sprachgebrauch mitbringen. In der gesprochenen Sprache wird die indirekte Rede fast durchgängig im Indikativ oder mit „würde“ wiedergegeben, sodass die Formen des Konjunktivs I für viele zunächst fremd klingen. Hinzu kommt, dass sich Konjunktiv I und Indikativ in mehreren Personen lautlich nicht unterscheiden – „wir gehen“ bleibt „wir gehen“. Wer das nicht systematisch erarbeitet, verwendet den Modus zufällig statt funktional.

Fachlich lohnt sich die Mühe trotzdem, denn der Konjunktiv ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug der Distanzierung. Wer ihn beherrscht, kann in einem Bericht kenntlich machen, welche Information aus einer Quelle stammt und welche aus eigener Beobachtung. Damit hängt der Modus unmittelbar an Kompetenzen, die in der Sekundarstufe I ohnehin aufgebaut werden: sachlich berichten, korrekt zitieren, Aussagen anderer zusammenfassen. Der Konjunktiv gehört deshalb nicht in eine isolierte Grammatikstunde, sondern in den Zusammenhang von Schreiben und Textverstehen.

Unterrichtsmaterial zu Konjunktiv, Redewiedergabe und Figurenrede

Die folgenden Reihen decken die Verbformen, die indirekte Rede und die schriftliche Gestaltung von Redewiedergabe ab.

So bauen Sie die Unterrichtssequenz auf

Bewährt hat sich ein Einstieg über das Bedürfnis, nicht über die Form. Legen Sie der Lerngruppe eine kurze Zeugenaussage und einen daraus gebauten Bericht nebeneinander und lassen Sie prüfen, woran man erkennt, welche Sätze der Zeuge gesagt hat und welche der Berichtende hinzufügt. Erst wenn dieser Unterschied benannt ist, wird die Formenbildung erarbeitet: Konjunktiv I aus dem Präsensstamm, Konjunktiv II aus dem Präteritumstamm, mit Umlaut bei den starken Verben. Die Formen von „sein“ und „haben“ sowie die Modalverben werden gesondert gesichert, weil sie in Berichten am häufigsten vorkommen.

Im zweiten Schritt geht es um die Entscheidung zwischen den Formen. Fällt der Konjunktiv I mit dem Indikativ zusammen, tritt der Konjunktiv II ein; ist auch dieser nicht eindeutig oder wirkt er altertümlich, ist die Umschreibung mit „würde“ die reguläre Ausweichform. Diese Regel lässt sich als Entscheidungskette an der Tafel festhalten und an Zeitungsmeldungen anwenden. Den Abschluss bildet ein längerer Schreibauftrag: ein Bericht über ein Interview oder eine Inhaltsangabe mit Redewiedergabe, in der die Lernenden ihre Modusentscheidungen anschließend selbst begründen.

Für welche Stufe eignet sich das Material?

Stufe Einsatz Schwerpunkt
Klasse 7 Einführung Zeitformen sichern, Konjunktiv I und II bilden, Modalverben und Hilfsverben
Klasse 8 Anwendung Indirekte Rede im Bericht, Zitieren und Umformen direkter Rede
Klasse 9 Vertiefung Irrealis und Höflichkeitsform, stilistische Wirkung, Figurenrede in Erzähltexten

Differenzierung und Leistungsüberprüfung

Für schwächere Lerngruppen empfiehlt es sich, die Formenbildung auf die dritte Person Singular zu beschränken – genau dort ist der Konjunktiv I eindeutig und im Bericht am häufigsten nötig. Wortkarten mit Verbstämmen, Lückensätze mit vorgegebener Auswahl und farbige Markierungen für Begleitsatz und wiedergegebene Aussage geben zusätzlichen Halt. Leistungsstärkere Lernende arbeiten mit vollständigen Paradigmen, prüfen die Zeitverschiebung bei Vorzeitigkeit und untersuchen, wie sich der Modus in längeren Textpassagen über mehrere Sätze hinweg durchhält.

Zur Überprüfung eignen sich drei Formate, die unterschiedliche Anforderungsbereiche abdecken: eine kurze Formenübung mit vorgegebenen Verben, eine Umformungsaufgabe von direkter in indirekte Rede und ein eigener kurzer Bericht auf der Grundlage von Notizen. Bei der Bewertung sollte der funktionale Gebrauch stärker gewichtet werden als die vollständige Formenbeherrschung: Entscheidend ist, dass Fremdaussage und eigene Aussage im Text unterscheidbar bleiben. Die zulässige Ersatzform mit „würde“ darf dabei nicht als Fehler gelten.

Lehrplanbezug und Anschluss an die Oberstufe

Konjunktiv und Redewiedergabe gehören in allen Ländern zum Kompetenzbereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ und werden dort meist für die Jahrgänge 7 bis 9 ausgewiesen. Sie stehen selten allein: Die Lehrpläne verknüpfen den Modus mit dem Berichten, mit der Inhaltsangabe und mit dem Zitieren aus Sachtexten. Genau diese Verbindung nehmen die Reihen dieser Seite auf, indem sie neben der Formenarbeit immer auch Textsorten anbieten, in denen die Redewiedergabe gebraucht wird.

Für die Oberstufe ist der Konjunktiv eine stille Voraussetzung. Wer materialgestützt schreibt, muss fremde Positionen referieren, ohne sie sich zu eigen zu machen; wer literarische Texte analysiert, trifft in der erlebten Rede auf eine Form, die sich nur im Kontrast zu direkter und indirekter Rede beschreiben lässt. Eine solide Sequenz in der Sekundarstufe I erspart in der Qualifikationsphase langwierige Nacharbeit – und macht den Unterschied zwischen Wiedergabe und eigener Wertung im eigenen Schreiben sichtbar.

Wie ist das Material aufgebaut?

  • Fachlich fundiertVon Fachlehrkräften erstellte Inhalte mit korrekter Fachterminologie.
  • Direkt einsetzbarFertige Reihen mit Aufgaben – sofort im Unterricht nutzbar.
  • Mit LösungenAlle Aufgaben inklusive ausführlicher Lösungswege.
  • DifferenzierbarAufgabenformate lassen sich an unterschiedliche Lerngruppen anpassen.
  • EditierbarBearbeitbare Formate – frei an Ihre Lerngruppe anpassbar.
  • KombinierbarEinzelreihen lassen sich zu einer eigenen Unterrichtseinheit verbinden.

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Häufige Fragen

Wann brauche ich Konjunktiv I, wann Konjunktiv II?

Der Konjunktiv I steht in der indirekten Rede und markiert, dass eine Aussage von jemand anderem stammt. Der Konjunktiv II drückt dagegen Irreales, Wünsche und Höflichkeit aus. Zusätzlich übernimmt er die Aufgabe des Konjunktivs I, wenn dessen Form mit dem Indikativ übereinstimmt und die Wiedergabe dadurch missverständlich würde.

Welche Ersatzformen sind zulässig?

Fällt der Konjunktiv I mit dem Indikativ zusammen, tritt regulär der Konjunktiv II ein. Ist auch dieser nicht eindeutig oder wirkt er veraltet, ist die Umschreibung mit „würde“ die anerkannte Ausweichform. In der Bewertung sollte diese Umschreibung deshalb nicht als Fehler gelten, solange die Wiedergabe eindeutig bleibt.

Wie übe ich indirekte Rede mit Zeitungstexten?

Geeignet sind kurze Meldungen, in denen Aussagen von Beteiligten zitiert werden. Die Lerngruppe markiert zunächst Begleitsätze und wiedergegebene Aussagen, formt anschließend einzelne Passagen in direkte Rede um und vergleicht die Wirkung. Umgekehrt lässt sich ein Interviewausschnitt zu einer Meldung verarbeiten, in der jede fremde Aussage im Konjunktiv steht.

Wie hängen Konjunktiv und Redewiedergabe zusammen?

Redewiedergabe ist die Aufgabe, der Konjunktiv eines der Mittel dafür. Neben der indirekten Rede stehen die direkte Rede mit Anführungszeichen, der dass-Satz und die zusammenfassende Wiedergabe zur Verfügung. Im Unterricht lohnt es sich, diese Varianten nebeneinanderzustellen, weil erst der Vergleich zeigt, welche Wirkung der Modus erzeugt.

Sind Lösungen enthalten?

Ja, zu allen Aufgaben gehören Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei Formenübungen sind sie eindeutig, bei Schreibaufgaben als Musterlösung mit den entscheidenden Kriterien angelegt, sodass abweichende, aber korrekte Formulierungen anerkannt werden können.

Für welche Jahrgangsstufen eignet sich das Material?

Der Schwerpunkt liegt auf den Klassen 7 bis 9. Die Reihe zu den Zeitformen lässt sich bereits ab Klasse 6 zur Wiederholung einsetzen, die Arbeit an Irrealis, Höflichkeitsform und Figurenrede eignet sich auch noch für den Übergang in die Einführungsphase.