Architektur des Bauhauses
Vollständige Reihe zu Programm, Gestaltprinzipien und Bauten des Bauhauses.
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Kunst · Architektur & Bauhaus · Sek II
Unterrichtsmaterial zur Architektur der Moderne und ihren Gegenentwürfen: von der Bauhaus-Pädagogik über die Debatte um Funktion und Ästhetik bis zu futuristischen und nachhaltigen Konzepten. Sie erhalten vollständige Unterrichtsreihen für EF bis Q2 sowie eine fertige Klausur mit Erwartungshorizont.
Kurz gesagt: Architektur lässt sich in der Oberstufe als gestalterische und zugleich gesellschaftliche Frage unterrichten: Das Bauhaus liefert das Programm der Moderne, die Theoriedebatte um Funktion und Ästhetik die Kritik daran, futuristische und nachhaltige Entwürfe den Ausblick. Die Reihen auf dieser Seite decken diesen Bogen ab und enthalten eine Klausur mit vollständigem Erwartungshorizont.
Architektur ist das einzige Kunstwerk, dem sich niemand entziehen kann. Während Malerei und Plastik den bewussten Besuch verlangen, wirkt gebauter Raum täglich und unbemerkt: über Wegeführung, Lichtmenge, Deckenhöhe und Materialoberfläche. Genau deshalb eignet sich das Thema für die Oberstufe. Die Lernenden verfügen über eine ausgeprägte Alltagserfahrung mit Räumen, haben dafür aber selten Begriffe. Wer Baukörper, Grundriss, Tragwerk, Proportion und Fassadengliederung als Analysekategorien einführt, verwandelt diffuses Empfinden in beschreibbare Beobachtung – die Grundvoraussetzung für jede Werkanalyse.
Hinzu kommt die inhaltliche Dichte des Feldes. Kaum ein anderes Thema verbindet ästhetische Entscheidungen so direkt mit gesellschaftlichen Programmen. Das Bauhaus wollte Handwerk und Kunst versöhnen und Wohnraum für viele bezahlbar machen; die Funktionalismuskritik der Nachkriegszeit warf demselben Programm Kälte und Kontextvergessenheit vor; utopische Entwürfe der Avantgarden formulierten Gesellschaftsmodelle in Bauform, und die Debatte um graue Energie, Bestandserhalt und Kreislauffähigkeit führt diese Fragen bis in die Gegenwart. Für Lerngruppen entsteht daraus ein Thema, in dem Formanalyse und begründete Beurteilung zwingend zusammengehören.
Die folgenden Reihen lassen sich einzeln einsetzen oder zu einer durchgehenden Sequenz von der Moderne bis zum nachhaltigen Entwerfen verbinden.
Vollständige Reihe zu Programm, Gestaltprinzipien und Bauten des Bauhauses.
Fertige Klausur zur Architektur der Moderne mit ausgearbeitetem Erwartungshorizont.
Reihe zur Spannung zwischen Funktionalität und Ästhetik und zur Kritik am reinen Funktionalismus.
Visionäre Entwürfe der Avantgarden als Anlass für eigene Modellarbeit.
Ökologisches Bauen und Gestalten von der Materialwahl bis zum Stadtquartier.
Bewährt hat sich ein Einstieg über den eigenen Erfahrungsraum: Die Lerngruppe fotografiert oder skizziert das Schulgebäude und beschreibt, welche Wege es nahelegt, wo es Aufenthalt zulässt und wo nicht. Aus dieser Bestandsaufnahme lassen sich die Analysekategorien induktiv gewinnen, bevor sie an einem kanonischen Beispiel geschärft werden. Das Bauhausgebäude in Dessau eignet sich dafür besonders, weil sich Funktionstrennung, Skelettbau, Vorhangfassade und die Verzahnung der Flügel am Grundriss unmittelbar zeigen lassen.
Im zweiten Schritt wird die Position gegen ihre Kritik gestellt. Adolf Loos' Ornamentkritik und Louis Sullivans Formel vom Formfolgen der Funktion markieren die eine Seite, die Einwände gegen den Funktionalismus mit ihrem Ruf nach Ortsbezug, Zeichenhaftigkeit und Aneignung die andere. Zwei Bauten im Vergleich reichen aus, um die Debatte konkret zu machen. Den Abschluss bildet die eigene Entwurfsarbeit: Die Lernenden entwickeln zu einer vorgegebenen Aufgabenstellung ein Modell aus Karton, Draht oder Papier und begründen ihre Entscheidungen schriftlich. So schließt sich der Kreis von der Analyse zur Praxis, und die Fachbegriffe werden im eigenen Tun gesichert.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| EF | Baukörper und Grundbegriffe | Grundriss, Aufriss, Proportion und Material beschreiben und in Fachsprache fassen |
| Q1 | Bauhaus und Moderne analysieren | Programm, Gestaltprinzipien und Wirkung an konkreten Bauten erschließen |
| Q2 | Utopie und Nachhaltigkeit entwerfen | Modell, Konzept und schriftliche Argumentation als eigenständige Gestaltungsleistung |
Architektur bereitet zwei typische Hürden: das räumliche Vorstellungsvermögen und den Schritt vom Bild zum Bau. Beides lässt sich stufen. Lerngruppen mit wenig Vorerfahrung arbeiten zunächst mit vorbereiteten Grundrissausschnitten, in die sie Wege, Blickachsen und Zonen eintragen; parallel hilft eine kurze Begriffsleiste am Rand des Arbeitsblattes. Fortgeschrittene erschließen denselben Bau ohne Vorstrukturierung und ergänzen die Analyse um den historischen Kontext. Weil die Dateien bearbeitbar sind, entstehen beide Fassungen aus derselben Vorlage.
Für den Praxisteil empfiehlt sich eine klare Materialbegrenzung. Graupappe, Wellpappe, Draht und Transparentpapier genügen für Volumenstudien und Fassadenmodelle im kleinen Maßstab; ein einheitlicher Maßstab macht die Arbeiten untereinander vergleichbar. Bewertet werden sollte nicht die handwerkliche Perfektion, sondern die Übereinstimmung von Konzept und Ausführung. Ein knapper Begleittext, in dem die Lernenden ihre Entwurfsentscheidungen an den erarbeiteten Kategorien belegen, macht diese Leistung sichtbar und lässt sich zusammen mit dem Modell benoten.
Architektur und Design gehören in den Lehrplänen der gymnasialen Oberstufe zu den verbindlichen Gegenstandsfeldern der Bildenden Kunst. Sie erscheinen je nach Bundesland als eigenes Inhaltsfeld zu Raum und gebauter Umwelt oder als Teilbereich innerhalb der Auseinandersetzung mit Bildern des Menschen und seiner Lebenswelt. Das Bauhaus ist dabei fast durchgängig als Referenzpunkt der Moderne gesetzt, weil sich an ihm der Zusammenhang von Gestaltungsprogramm, Produktionsbedingungen und gesellschaftlichem Anspruch exemplarisch zeigen lässt.
Im Abitur wird Architektur meist über eine Abbildungsvorlage geprüft: eine Außenansicht, ein Grundriss oder eine Fotografie im Vergleich mit einem zweiten Bau. Verlangt sind dann Beschreibung, Analyse der Gestaltungsmittel, Einordnung in einen historischen Zusammenhang und eine begründete Beurteilung. Die Klausur zur Bauhaus-Architektur bildet genau diese Abfolge ab und stellt mit dem Erwartungshorizont ein Bewertungsraster bereit, das sich an die eigenen Schwerpunkte anpassen lässt.
Im Zentrum steht das Bauhausgebäude in Dessau, an dem sich Skelettbau, Vorhangfassade und die Verzahnung funktional getrennter Flügel besonders klar zeigen lassen. Ergänzend eignen sich die Meisterhäuser für die Frage nach Wohnen und Typisierung sowie Bauten der Werkbund- und Siedlungsmoderne, um das Programm des bezahlbaren Wohnens zu diskutieren.
Ja, die Klausur „Bauhaus-Architektur – Die neue Moderne“ ist für die Sekundarstufe II ausgelegt und enthält einen vollständigen Erwartungshorizont. Sie folgt der üblichen Abfolge aus Beschreibung, Analyse der Gestaltungsmittel, Kontexteinordnung und begründeter Beurteilung.
Am tragfähigsten ist die Kopplung von Analyse und Entwurf an derselben Fragestellung: Was im Bau erarbeitet wurde, muss im eigenen Modell entschieden werden. Ein kurzer Begleittext, in dem die Lernenden ihre Entwurfsentscheidungen mit den erarbeiteten Kategorien begründen, hält Theorie und Praxis zusammen und ist zugleich bewertbar.
Für Volumen- und Fassadenstudien genügen Graupappe, Wellpappe, Draht und Transparentpapier; mit Schneidematte und Cutter lassen sich saubere Kanten erzielen. Wichtig ist ein für alle verbindlicher Maßstab, damit die Arbeiten vergleichbar bleiben und die Proportionen überhaupt diskutiert werden können.
Nachhaltiges Bauen ist im Kunstunterricht keine Zusatzethik, sondern eine Gestaltungsfrage: Materialwahl, Bestandserhalt, Umnutzung und Rückbaubarkeit haben unmittelbare formale Folgen. Die Reihe zu nachhaltiger Architektur und urbanen Konzepten führt diese Aspekte an Beispielen ein und lässt sich direkt an die Utopie-Einheit anschließen.
Zu den Aufgaben gehören ausgearbeitete Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei gestalterischen und beurteilenden Aufgaben sind sie als Orientierung formuliert, weil mehrere Wege fachlich vertretbar sind, und lassen sich an Ihre Schwerpunktsetzung anpassen.