Geschichte · Klasse 5–9 · Sekundarstufe I
Alltagsgeschichte in der Sek I: Wie lebten einfache Menschen?
Alltagsgeschichte fragt nicht nach Königen und Schlachten, sondern danach, wie Menschen arbeiteten, wohnten, aßen und aufwuchsen. Diese Seite zeigt, wie sich vier Themen – Alltag im Alten Ägypten, Bauern im Mittelalter, Industrialisierung mit Arbeiterbewegung und Schule um 1930 – als Längsschnitt mit einem gemeinsamen Vergleichsraster planen lassen.
4 ThemenÄgypten, Mittelalter, Industrialisierung, Schule um 1930
5 KategorienArbeit, Wohnen, Ernährung, Kindheit, Abhängigkeit
Klasse 5–9Einsatzbereich der vier Materialien laut Produktbeschreibung
Mehr als 4000 JahreZeitspanne vom Alten Ägypten bis zur Weimarer Republik
Alltagsgeschichte lässt sich in der Sekundarstufe I am besten als Längsschnitt mit festem Vergleichsraster unterrichten. Sie wählen zwei bis vier Zeitpunkte, an denen einfache Menschen quellenmäßig greifbar sind, etwa Bauern am Nil, abhängige Bauern im Mittelalter, Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert und Schulkinder um 1930. Für jeden Zeitpunkt beantworten die Lernenden dieselben fünf Fragen: Wie sah die Arbeit aus, wie wurde gewohnt, was aß man, wie verlief die Kindheit und wovon war man abhängig? Das Raster macht Unterschiede sichtbar und verhindert, dass Alltag zur Aneinanderreihung bunter Einzelbilder wird. Ein Problem bleibt die Quellenlage, denn einfache Menschen haben selten selbst geschrieben. Bildquellen, Funde, Statistiken, Gesetze und Zeitzeugenberichte müssen daher ausdrücklich als Fremdzeugnisse gelesen werden. Wer das früh klärt, kann Gegenwartsbezüge herstellen, ohne heutige Maßstäbe über die Vergangenheit zu legen. Welche Epochen verpflichtend sind und in welcher Klassenstufe sie stehen, regeln die Vorgaben Ihres Bundeslandes.
Längsschnitt oder Epochenbezug: Was passt zu Ihrer Planung?
Im Epochenunterricht erscheint der Alltag meist als Unterkapitel: Nach der Herrschaft der Pharaonen folgt eine Stunde zum Leben am Nil, nach Lehnswesen und Investiturstreit eine Stunde zu den Bauern. Das hat Vorteile, weil die Lernenden den Alltag im Zusammenhang mit Herrschaft und Wirtschaft einer Zeit verstehen. Der Nachteil liegt darin, dass die Alltagsstunde unter Zeitdruck als erste entfällt.
Der Längsschnitt dreht die Perspektive um. Er hält die Frage konstant und lässt die Zeit variieren. Die Lernenden verfolgen ein Thema, zum Beispiel „Abhängigkeit von anderen“, über mehrere Jahrhunderte hinweg. Das setzt voraus, dass zwei oder mehr Epochen bereits behandelt wurden, sonst fehlt das Wissen für den Vergleich. Am häufigsten wird der Längsschnitt deshalb als Abschlussmodul am Ende eines Schuljahres oder als Wiederholung vor dem Wechsel in die nächste Stufe eingesetzt.
Eine praktikable Mischform besteht darin, die Alltagsstunden in den Epochenreihen zu belassen, aber von Anfang an mit demselben Raster zu arbeiten. Dann sammeln die Lernenden über das Schuljahr hinweg Einträge in einer Tabelle, und der Längsschnitt am Ende kostet nur noch zwei bis drei Stunden. Ob Ihr Kerncurriculum, Ihr Lehrplan oder Ihr Bildungsplan Alltagsgeschichte als eigenen Schwerpunkt vorsieht oder als Bestandteil anderer Themen, entnehmen Sie den Vorgaben Ihres Bundeslandes.
Das Quellenproblem: Einfache Menschen schreiben selten
Der größte fachliche Einwand gegen Alltagsgeschichte in der Sek I lautet, dass die Quellen fehlen. Das stimmt, und es ist zugleich der beste Anlass für Quellenkritik. Bauern im Alten Ägypten oder im Mittelalter konnten in der Regel weder lesen noch schreiben. Was über sie überliefert ist, stammt von Schreibern, Grundherren, Klöstern und Beamten. Wer aus einer Urkunde über Abgaben das Leben eines Bauern rekonstruiert, liest also die Sicht dessen, der die Abgaben einforderte.
Für den Unterricht lassen sich vier Quellengruppen unterscheiden, die Sie den Lernenden als Werkzeugkasten an die Hand geben können. Erstens Bildquellen wie Grabmalereien oder Buchmalereien, die Arbeit zeigen, aber idealisieren. Zweitens Gegenstände und Funde, die Wohnen und Ernährung belegen. Drittens Texte von Verwaltung und Recht: Urkunden, Hofordnungen, Gesetze. Viertens Statistiken und Zeitzeugenberichte, die ab dem 19. Jahrhundert deutlich zahlreicher werden. Zu jeder Gruppe gehört dieselbe Anschlussfrage: Wer hat das hergestellt, und wozu?
Wie Sie diese Frage in einer Lerngruppe einführen, beschreibt der Beitrag Quellenkritik in der Sek I einführen Schritt für Schritt. Für das Alte Ägypten gibt es außerdem eine Handreichung dazu, wer in den Quellen fehlt, die sich auf die anderen Zeitpunkte übertragen lässt.
Das Vergleichsraster: fünf Fragen für alle Zeitpunkte
Ein Raster entlastet die Planung und die Lernenden. Es gibt vor, worauf bei jeder Quelle geachtet wird, und es erzeugt am Ende Vergleichbarkeit. Bewährt haben sich fünf Kategorien, die auch jüngere Lernende in Klasse 5 oder 6 sicher handhaben können. Die folgende Tabelle zeigt, wie die Kategorien an den vier Themen dieser Seite aussehen können.
| Kategorie |
Altes Ägypten |
Bauern im Mittelalter |
Industrialisierung |
Schule um 1930 |
| Arbeit |
Feldarbeit nach dem Rhythmus des Nils, Handwerk |
Bewirtschaftung von Land, Dienste für den Grundherrn |
Fabrikarbeit, feste Arbeitszeiten |
Lernen, Mithilfe zu Hause |
| Wohnen |
Lehmziegelhäuser |
Bauernhaus, Dorf |
Mietskaserne oder Arbeitersiedlung |
Familienwohnung |
| Ernährung |
Brot, Bier, was die Ernte hergibt |
Getreide, Brei, Jahreszeiten |
Lohn bestimmt den Speiseplan |
Alltagskost, Schulspeisung als Frage |
| Kindheit |
Mithilfe früh, Schulbesuch selten |
Mithilfe auf dem Hof |
Kinderarbeit als historisches Problem |
Schulpflicht, Disziplin |
| Abhängigkeit |
Abgaben und Dienste für den Staat |
Fron und Abgaben an Grundherren |
Lohnabhängigkeit, Gewerkschaften |
Eltern, Lehrkraft, Wirtschaftslage |
Die Zellen sind bewusst knapp gehalten. Sie dienen als Erwartungshorizont für Sie, nicht als Vorgabe für die Lernenden. Wichtig ist, dass Einträge begründet werden: Welche Quelle belegt das, und wie sicher ist die Aussage? Eine Zelle, in der „unbekannt“ steht, ist ein gutes Ergebnis, wenn die Lernenden erklären können, warum die Quellen dazu schweigen.
Vom Nil bis zum Dorf: Alltag in Ägypten und im Mittelalter
Für Ägypten und das Mittelalter liegt der Schwerpunkt auf der bäuerlichen Welt. Beide Gesellschaften beruhten auf Landwirtschaft, beide kannten Abgaben und Dienste. Das macht sie zu einem dankbaren Vergleichspaar. Am Nil bestimmten die jährliche Überschwemmung und die Aussaat den Jahreslauf, im mittelalterlichen Dorf waren es Saat- und Erntezeiten, die auch durch kirchliche Feiertage gegliedert wurden. Wie ein Jahr im Dorf strukturiert war, wird im Beitrag Das Leben der Bauern im Mittelalter ausführlich beschrieben.
Ein Unterschied, den Lernende oft übersehen, betrifft den Adressaten der Abgaben. In Ägypten flossen sie an einen zentralen Staat mit Verwaltung und Schreibern, im Mittelalter an einen Grundherrn, der meist zugleich Gerichtsherr war. Das Wort „Fron“ gehört in beiden Fällen in den Wortschatz, meint aber jeweils eine andere Organisation von Arbeit. Hier lohnt eine kurze Klärung im Plenum, bevor die Lernenden das Raster ausfüllen.
Für die Gegenwartsbezüge empfiehlt sich Zurückhaltung. Dass die Mehrheit der Menschen damals in der Landwirtschaft arbeitete, ist ein Befund, der sich mit heutigen Berufsstatistiken vergleichen lässt. Fragen wie „Wären die Bauern damals lieber Angestellte gewesen?“ führen dagegen in den Anachronismus und liefern keine historische Erkenntnis. Besser ist die Frage, welche Handlungsspielräume Menschen unter den damaligen Bedingungen hatten.
Fabrik und Schulbank: Industrialisierung und Schule um 1930
Mit der Industrialisierung ändert sich die Quellenlage grundlegend. Es gibt Karikaturen, Gesetze, Statistiken, Berichte von Zeitzeugen und Fotografien. Die Lernenden können erstmals selbst Quellen gegeneinander abwägen, etwa den Bericht eines Fabrikinspektors und die Darstellung eines Unternehmers. Welche Reihenfolge der Themen sich bewährt hat, behandelt der Beitrag Industrialisierung als Unterrichtsreihe aufbauen. Für die Alltagsperspektive genügt meist ein Ausschnitt: Arbeitszeit, Wohnen, Kinderarbeit und die Frage, wie sich Arbeiter organisierten.
Die Weimarer Republik wird in der Sek I häufig knapp behandelt. Der Blick in ein Klassenzimmer um 1930 kann das ausgleichen, weil er politische Geschichte an etwas Vertrautes bindet. Die Lernenden erkennen Vertrautes wie Pulte, Hefte und Pausen und stoßen auf Fremdes, etwa Disziplin und Körperstrafen. Dahinter steht die Frage, was Schule damals leisten sollte und für wen. Das Thema eignet sich als Brücke zum Nationalsozialismus, ohne ihn vorwegzunehmen: Die Lernenden sehen eine Gesellschaft, die in der Wirtschaftskrise steht und deren Zukunft offen ist.
Beide Themen eignen sich auch, um über Fiktion zu sprechen. Ein erzählender Text über einen ersten Schultag ist keine Quelle im strengen Sinn, sondern eine Rekonstruktion aus heutiger Sicht. Das ist unproblematisch, solange die Lernenden den Unterschied zu einem echten Zeitzeugenbericht benennen können.
Material für Alltagsgeschichte in der Sek I
Die vier folgenden Materialien decken je einen Zeitpunkt des Längsschnitts ab. Die Angaben beschränken sich auf das, was in den jeweiligen Produktbeschreibungen steht.
Alltag ÄgyptenAltertum · Sek I
Altertum
Die Unterrichtsreihe ist laut Beschreibung auf die gymnasiale Sekundarstufe I abgestimmt. Sie enthält Aufgaben mit unterschiedlichen Methoden, Single-Choice-Tests, Arbeitsblätter und Erwartungshorizonte. Sie eignet sich als erster Zeitpunkt im Längsschnitt.
Bauern MittelalterKlasse 6–8 · Abhängigkeit
Mittelalter
Das Paket behandelt Abhängigkeit, Fronarbeit, religiöse Weltdeutung, Jahreslauf und Versorgung. Enthalten sind Lesetexte, Arbeitsblätter mit Aufgaben der Anforderungsbereiche I bis III, Quellenmaterial, Glossar sowie Lösungen und eine editierbare Word-Version.
Industrialisierung19. Jahrhundert · Arbeiterbewegung
Neuzeit
Der Schwerpunkt liegt auf Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Beschreibung nennt Quellenarbeit mit Karikaturen, Zeitzeugenberichten und Gesetzestexten, einen Zeitstrahl, Diagramme sowie Kreativaufgaben wie einen Tagebucheintrag oder ein Streikplakat.
Schule um 1930Klasse 5–9 · Weimarer Republik
Weimarer Republik
Kern ist ein fiktiver Zeitzeugenbericht über den ersten Schultag 1930. Dazu kommen Arbeitsblätter zu Textverständnis und Einordnung, Erklärungen zur Weimarer Republik, Schreibanlässe und eine editierbare Version zur Differenzierung.
Stundenraster für einen Längsschnitt über sechs Stunden
Das folgende Raster ist ein Vorschlag für den Fall, dass die vier Themen bereits einzeln behandelt wurden und der Längsschnitt als Abschlussmodul dient. Die Zeitangaben sind Richtwerte für 45-Minuten-Stunden und lassen sich an Ihre Lerngruppe anpassen.
| Stunde |
Schwerpunkt |
Ergebnis |
| 1 |
Fragestellung klären, Raster einführen, Quellengruppen sortieren |
Leeres Raster, Liste der Quellenarten |
| 2 |
Ägypten und Mittelalter: Abgaben, Fron und Jahreslauf vergleichen |
Zwei Spalten des Rasters |
| 3 |
Industrialisierung: Arbeit, Wohnen und Organisation der Arbeiter |
Dritte Spalte, Quellenvergleich |
| 4 |
Schule um 1930: Bericht und Rekonstruktion unterscheiden |
Vierte Spalte, Quellenbewertung |
| 5 |
Auswertung: Was blieb gleich, was änderte sich? |
Kurzvortrag oder Plakat in Gruppen |
| 6 |
Reflexion und Leistungsüberprüfung |
Schriftliche Stellungnahme |
In Stunde 5 ist es hilfreich, die Frage nach Veränderung und Kontinuität nicht als Fortschrittserzählung zu stellen. Nicht jede Veränderung war eine Verbesserung, und nicht jede Kontinuität ein Mangel.
Typische Fehlvorstellungen und Bewertung
Bei Alltagsthemen treten wiederkehrende Fehlvorstellungen auf. Die erste lautet, früher sei alles schlechter gewesen. Sie führt dazu, dass Lernende Quellen nur nach Belegen für Elend absuchen. Die zweite ist das Gegenstück, die Vorstellung vom einfachen, naturnahen Leben, die vor allem beim Mittelalter auftaucht. Beide lassen sich korrigieren, indem Sie Belege für Mühe und für Stabilität im Raster zulassen und die Gewichtung diskutieren.
Eine dritte Fehlvorstellung betrifft die Gleichförmigkeit. Die Rede vom „Bauern im Mittelalter“ oder vom „Arbeiter im 19. Jahrhundert“ verdeckt, dass es große Unterschiede nach Region, Alter, Geschlecht und Besitz gab. Rollenbiografien helfen, diese Vielfalt sichtbar zu machen, wenn die Lernenden jeweils begründen, warum ihre Figur plausibel ist.
Für die Bewertung bieten sich drei Teile an: das ausgefüllte Raster mit Quellenbelegen, eine Kurzpräsentation oder ein Plakat und eine schriftliche Stellungnahme zu einer Vergleichsfrage. Als Differenzierung können Lernende mit mehr Unterstützung nur drei Kategorien bearbeiten, während andere zusätzlich die Aussagekraft ihrer Quellen einschätzen. Ein Erwartungshorizont, der Teilleistungen nennt, schützt vor einseitiger Bewertung von Sprachgewandtheit.
Was diese Seite bereitstellt
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VergleichsrasterFünf Kategorien, die auf alle vier Themen anwendbar sind
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QuellengruppenVier Gruppen von Bild bis Statistik mit Leitfrage
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StundenrasterSechs Stunden als Richtwert für das Abschlussmodul
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FehlvorstellungenTypische Schülerfehler und Hinweise zur Korrektur
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BewertungDrei Teilleistungen und Ansätze zur Differenzierung
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MaterialüberblickVier Materialien mit Angaben aus der Produktbeschreibung
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Die folgenden Beiträge und Seiten vertiefen einzelne Aspekte, die hier nur angerissen wurden.
Häufige Fragen
Ab welcher Klassenstufe ist Alltagsgeschichte als Längsschnitt sinnvoll?
Der Längsschnitt setzt Vorwissen aus mehreren Epochen voraus. Deshalb liegt er meist am Ende von Klasse 8 oder in Klasse 9, wenn Altertum, Mittelalter und Industrialisierung behandelt wurden. In Klasse 5 und 6 funktioniert dagegen der einzelne Alltagszugang je Epoche gut, etwa mit einem Tagesablauf oder einer Rollenbiografie. Das Raster können Sie schon früh einführen, damit es später vertraut ist. Welche Themen in welcher Klassenstufe vorgesehen sind, hängt von den Vorgaben Ihres Bundeslandes ab.
Wie gehe ich damit um, dass es kaum Quellen von einfachen Menschen gibt?
Behandeln Sie die Lücke als Unterrichtsthema. Lassen Sie die Lernenden benennen, wer eine Quelle verfasst hat und welches Interesse er hatte. Bildquellen, Funde, Urkunden und Statistiken werden dann als Fremdzeugnisse gelesen, aus denen sich Alltag nur indirekt erschließen lässt. Ab dem 19. Jahrhundert stehen mehr Zeugnisse der Betroffenen selbst zur Verfügung. Ein Vergleich dieser Quellenlagen ist selbst ein gutes Ergebnis des Längsschnitts.
Wie vermeide ich Anachronismen bei Gegenwartsbezügen?
Stellen Sie Fragen, die nach den Bedingungen und Handlungsspielräumen der damaligen Menschen suchen, statt nach heutigen Wertungen. Vergleiche mit der Gegenwart gelingen gut bei messbaren Größen wie Arbeitszeit, Anteil der Landwirtschaft oder Schulpflicht. Moralische Urteile über die Vergangenheit sollten begründet und als Urteil gekennzeichnet werden. Lernende dürfen heutige Maßstäbe anlegen, wenn sie sich bewusst sind, dass sie es tun.
Passt das Material zu den Lehrplänen meines Bundeslandes?
Lehrpläne heißen je nach Land Kernlehrplan, LehrplanPLUS, Bildungsplan, Kerncurriculum oder Rahmenlehrplan und ordnen die Themen unterschiedlich zu. Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an. Das Material ist nicht ministeriell geprüft. Gleichen Sie die Themen bitte mit den Vorgaben Ihres Bundeslandes und den Beschlüssen Ihrer Fachkonferenz ab.
Kann ich nur ein Thema einsetzen und nicht alle vier?
Ja. Jedes Material ist für sich nutzbar und folgt den Themen der jeweiligen Epoche. Wenn Sie nur die Industrialisierung behandeln, können Sie das Raster dennoch für die Kategorien Arbeit, Wohnen und Abhängigkeit verwenden. Für einen echten Vergleich sollten mindestens zwei Zeitpunkte vorliegen, sonst fehlt der Kontrast, der Veränderung sichtbar macht.
Wie differenziere ich bei sehr unterschiedlichen Lerngruppen?
Reduzieren Sie das Raster für einen Teil der Gruppe auf drei Kategorien und geben Sie Satzanfänge vor. Eine stärkere Gruppe bearbeitet alle fünf Kategorien und bewertet zusätzlich die Aussagekraft der Quellen. Bei den Materialien mit editierbarer Version können Sie Texte und Aufgaben selbst anpassen. Halten Sie den Erwartungshorizont stets nach Teilleistungen getrennt, damit die Bewertung die inhaltliche Leistung erfasst.