Kunst· Sek II

Rebecca Horn — die Abschließende Arbeit begleiten

von Luca 18.09.2026 1 Min. Lesezeit
Rebecca Horn Unterrichtseinheit: Text, Video & Aufgaben - stifo - Students & Teachers Innovate Forward

Wer die Abschließende Arbeit zu Rebecca Horn betreut und Schülerinnen oder Schüler ohne Erfahrung in eigenständiger Quellenarbeit vor sich hat, sollte Zitieren, Belegen und das Unterscheiden von Primär- und Sekundärquelle nicht voraussetzen, sondern an konkretem Material zu Hörns Körperskulpturen und Filmen von Anfang an schrittweise und gezielt üben.

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Warum Quellenarbeit bei Rebecca Horn besonders früh geübt werden sollte

Zu Rebecca Horn existieren Interviews, Ausstellungskataloge, Filmausschnitte und kunsthistorische Einordnungen nebeneinander, ein Materialmix, der für Schülerinnen und Schüler ohne Erfahrung in eigenständiger Recherche schnell unübersichtlich wird. Wer nicht früh lernt, ein Interview von einer nachträglichen Deutung zu unterscheiden, vermischt beides später in der schriftlichen Arbeit und muss das in der Diskussion mühsam wieder auseinanderklamüsern. Eine ähnliche Beobachtung macht auch eine Reihe zu Übungsphasen im Kunstkurs zu Beuys und Kusama, die zeigt, wie wichtig ein geordneter Umgang mit Quellen gerade bei performativer und installativer Kunst ist.

Deshalb lohnt es sich, schon vor der eigentlichen Recherche eine kurze Übungseinheit einzuschieben, in der die Schülerin oder der Schüler an einem einzigen Beispiel lernt, eine Quelle zu benennen, einzuordnen und korrekt zu belegen. Die Unterrichtseinheit zu Rebecca Horn mit Text- und Videomaterial eignet sich dafür gut, weil sich Quelle und Deutung darin klar voneinander trennen lassen.

Primär- und Sekundärquelle an einem konkreten Beispiel unterscheiden

Ein Interview, in dem Horn selbst über eine Arbeit spricht, ist eine Primärquelle, ein späterer kunsthistorischer Aufsatz über dieselbe Arbeit eine Sekundärquelle — diese Unterscheidung lässt sich am einfachsten an einem konkreten Werk üben, nicht abstrakt erklären. Wer diesen Unterschied früh verinnerlicht, vermeidet später, eigene Beobachtungen mit fremden Deutungen zu verwechseln.

Zur Vertiefung eignet sich ein Vergleich mit einer thematisch verwandten Position, etwa der Reihe zu Interaktion und Transformation in der Kunst, anhand derer sich dieselbe Unterscheidung an anderem Material noch einmal einüben lässt, bevor die eigentliche Recherche zu Horn beginnt. So merkt die Schülerin oder der Schüler auch, dass sich die Unterscheidung nicht auf eine einzelne Künstlerin beschränkt, sondern sich auf jede Recherche zu zeitgenössischer Kunst übertragen lässt.

Zitieren und Belegen ohne Vorerfahrung schrittweise aufbauen

Statt gleich zu Beginn eine vollständige Zitierweise zu verlangen, hilft ein stufenweiser Aufbau: zuerst korrektes Paraphrasieren mit Quellenangabe, dann wörtliches Zitieren, zuletzt die Einbindung eines Zitats in die eigene Argumentation. Diese Reihenfolge verhindert, dass formale Fehler die inhaltliche Betreuung überlagern und wichtige Betreuungszeit beanspruchen, die eigentlich der Argumentation gelten sollte, und sie gibt der Schülerin oder dem Schüler nachvollziehbare Zwischenschritte statt einer einzigen, überfordernden Anforderung am Anfang der Recherche. Ähnliche Stufenmodelle beschreibt auch eine Reihe zur Materialbeschaffung für die Kunst-Fachkonferenz für den Umgang mit unerfahrenen Rechercheurinnen und Rechercheuren.

Die Unterrichtseinheit zu Rebecca Horn bietet dafür Textausschnitte in überschaubarer Länge, an denen sich Paraphrase und Zitat gegenüberstellen lassen, bevor die Schülerin oder der Schüler eigenständig mit längeren Interviews arbeitet. Erst wenn diese Grundtechnik sitzt, lohnt es sich, auf umfangreicheres Filmmaterial und ausführlichere kunsthistorische Texte umzusteigen, ohne dass die Betreuung dabei wieder von vorn beginnen muss.

Von sauberer Quellenarbeit zur überzeugenden Diskussion

Eine sauber geführte Quellenarbeit zahlt sich in der Diskussion aus, weil sich jede Aussage auf eine konkrete, benennbare Quelle zurückführen lässt, statt vage zu bleiben. Für die Begleitung von der Themenwahl bis zur Diskussion ist das ein zentraler Baustein, denn in maximal 25 Minuten bleibt kaum Zeit, unklare Quellenangaben nachträglich zu klären.

Wer schon in der Betreuung übt, Quellen im Gespräch korrekt zu benennen, gewinnt auch Sicherheit für spontane Rückfragen in der Diskussion. Das gilt fachübergreifend, wie auch eine Reihe zu Kubismus in der Grundschule im umgekehrten Fall für sehr junge Lernende zeigt, und passt zum Anspruch von Unterrichtsmaterialien für Österreich nach Lehrplan 2023, grundlegende Arbeitstechniken nicht vorauszusetzen, sondern aufzubauen.

Häufige Fragen

Ab wann sollte Quellenarbeit für die Abschließende Arbeit geübt werden?

Idealerweise schon vor der eigentlichen Themenwahl, spätestens aber zu Beginn der Recherche. Bei einem Thema wie Rebecca Horn mit gemischtem Quellenmaterial aus Interviews, Filmausschnitten und kunsthistorischen Texten zeigt sich Unsicherheit sonst erst spät, wenn die schriftliche Arbeit schon weit fortgeschritten ist und Korrekturen an der Argumentation nur noch mit erheblichem Aufwand möglich sind.

Wie unterscheidet man Primär- von Sekundärquellen bei einer Künstlerin wie Rebecca Horn?

Primärquellen sind Aussagen der Künstlerin selbst, etwa Interviews oder eigene Texte, Sekundärquellen sind spätere Einordnungen durch andere. Am einfachsten lässt sich das an einem einzelnen Werk üben, bevor die Schülerin oder der Schüler mit dem gesamten, deutlich umfangreicheren Materialkorpus arbeitet.

Was tun, wenn formale Zitierfehler die inhaltliche Betreuung überlagern?

Ein kurzer, gezielter Übungsblock zum Zitieren, getrennt von der inhaltlichen Betreuung, entlastet beide Seiten. So bleibt im eigentlichen Betreuungsgespräch Raum für die Argumentation, während formale Fragen an anderer Stelle geklärt werden, statt jedes Gespräch mit Formalia zu verkürzen und die eigentliche inhaltliche Arbeit an Rebecca Horn dabei zu kurz kommen zu lassen.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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