Politik und Wirtschaft· Berufsschule

Konflikt- und Teammanagement in der Ausbildung: an der BHS einsetzen

von Luca 19.09.2026 1 Min. Lesezeit
Konflikt- und Teammanagement in der Ausbildung | Berufsschule (WiSo & Recht)

Konflikt- und Teammanagement in der Berufsschule sollte über die Ausbildung hinaus gedacht werden: Die Rolle im Team verändert sich nach dem Abschluss, wenn aus Lehrlingen Fachkräfte mit eigener Verantwortung werden, die teils selbst neue Lehrlinge anleiten. Diese Verschiebung sollte der Unterricht schon vor dem Abschluss thematisieren.

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Die Berufsschule blickt über die Lehrzeit hinaus

Konfliktmanagement wird in der Berufsschule oft mit der aktuellen Situation im Lehrbetrieb verknüpft, etwa mit dem Verhältnis zu Ausbilderinnen und Ausbildern oder zu älteren Kolleginnen und Kollegen. Diese Perspektive greift zu kurz, wenn der Unterricht die Zeit nach der Lehrabschlussprüfung ausblendet. Wer als Lehrling in einem Team eine bestimmte Rolle hat, übernimmt nach dem Abschluss oft eine andere: mehr Eigenverantwortung, teils auch Anleitung neuer Lehrlinge.

Die Reihe zu Konflikt- und Teammanagement in der Ausbildung lässt sich so einsetzen, dass sie diesen Übergang mitdenkt, statt Konfliktmanagement ausschließlich aus der Perspektive der aktuellen Lehrlingsrolle zu behandeln.

Andere Konflikte nach dem Abschluss

Als Fachkraft verändert sich die Position im Team: Erwartungen an eigenständiges Arbeiten steigen, ebenso die Möglichkeit, selbst in Konflikte mit neuen Lehrlingen zu geraten, die man vorher selbst noch in einer ähnlichen Rolle erlebt hat. Diese Verschiebung lässt sich im Unterricht ansprechen, etwa indem typische Situationen aus beiden Perspektiven gegenübergestellt werden, ohne die eine oder andere Seite von vornherein im Recht zu sehen.

Wichtig ist dabei, nicht zu unterstellen, dass jede Schülerin und jeder Schüler nach dem Abschluss automatisch mehr Verantwortung übernimmt. Die Realität in den Betrieben ist unterschiedlich, und der Unterricht sollte das offenlassen, statt eine einheitliche Berufslaufbahn vorauszusetzen. Manche erleben dabei ganz neue Konfliktsituationen, mit denen sie in ihrer eigenen Lehrzeit zuvor nie konfrontiert waren.

Konkreter Einsatz gegen Ende der Ausbildung

Gegen Ende der Ausbildung, wenn die Lehrabschlussprüfung näher rückt, eignet sich das Thema besonders gut, weil der Übergang in die Berufspraxis für die Klasse konkret spürbar wird. Eine Supplierstunde in diesem Zeitraum lässt sich gut mit einer einzelnen Fallsituation aus dem Material füllen, ohne dass eine vorherige Einheit vorausgesetzt wird.

Die Reihe zu Finanzkompetenz und Schuldenprävention passt thematisch dazu, weil auch der Übergang zu eigenständigem Einkommen nach dem Abschluss ein Thema ist, das sich parallel zum Konfliktmanagement behandeln lässt.

Weiterführende Themen für die Berufsschule

Wer im Unterricht auf aktuelle politische Ereignisse eingeht, sollte dabei zurückhaltend bleiben, wie der Beitrag zu politischer Neutralität von Lehrkräften und dem, was das Mäßigungsgebot tatsächlich verlangt beschreibt — das gilt auch, wenn ein Konflikt im Team politisch aufgeladen wirkt. Für wirtschaftliche Grundlagen im Betrieb eignet sich der Beitrag zur Umsatzsteuer im Unterrichtsbesuch der Berufsschule.

Eine Übersicht über weitere Anpassungen für BHS und BMS bietet die Pillar-Seite zum Zuschneiden von AHS-Material für berufsbildende Schulen, gebündelt auf der Übersichtsseite zu Unterrichtsmaterial für Berufsschule, HAK und HTL.

Rückmeldungen ehemaliger Lehrlinge nutzen

Manche Betriebe bleiben mit ihrer Berufsschule in losem Kontakt, etwa wenn ehemalige Lehrlinge nach der Lehrabschlussprüfung als Fachkräfte zurückkehren oder von ihrer neuen Rolle berichten. Solche Rückmeldungen lassen sich, wo sie vorliegen, gut in den Unterricht zur Reihe zu Konflikt- und Teammanagement in der Ausbildung einbauen, weil sie zeigen, wie sich Konfliktsituationen nach dem Abschluss tatsächlich verändert haben.

Wo solche Kontakte fehlen, lässt sich dieselbe Wirkung auch über fiktive, aber realistische Fallbeispiele erzielen, die zwei Situationen gegenüberstellen: eine typische Konfliktsituation während der Lehrzeit und eine vergleichbare Situation aus der Perspektive einer bereits ausgelernten Fachkraft mit mehr Verantwortung.

Ein kurzer Rollentausch in der Klasse kann diesen Perspektivwechsel zusätzlich verdeutlichen: Eine Gruppe argumentiert aus der Sicht des Lehrlings, eine andere aus der Sicht der bereits ausgelernten Fachkraft. Der anschließende Vergleich zeigt oft deutlicher als eine reine Erklärung, wie unterschiedlich sich dieselbe Situation je nach Position im Team darstellt.

Häufige Fragen

Warum reicht es nicht, Konfliktmanagement nur auf die Lehrzeit zu beziehen?

Weil sich die Rolle im Team nach dem Abschluss verändert. Aus einer Lehrlingsposition wird eine Fachkraft mit mehr Eigenverantwortung, teils auch mit der Aufgabe, selbst neue Lehrlinge anzuleiten. Wer diesen Übergang im Unterricht nicht anspricht, bereitet nur auf die aktuelle, nicht auf die kommende Situation vor.

Sollte man davon ausgehen, dass jede Schülerin nach dem Abschluss mehr Verantwortung übernimmt?

Nein. Die Realität in den Betrieben ist unterschiedlich, und nicht jede Fachkraft übernimmt sofort mehr Verantwortung oder Anleitungsaufgaben. Der Unterricht sollte verschiedene mögliche Verläufe zeigen, statt einen einheitlichen Karriereweg als selbstverständlich vorauszusetzen, weil die Entwicklung stark vom jeweiligen Betrieb abhängt. Das gilt selbst dann, wenn ein Betrieb formal eine höhere Position vorsieht.

Wann im Ausbildungsverlauf eignet sich das Thema am besten?

Gegen Ende der Ausbildung, kurz vor der Lehrabschlussprüfung, weil der Übergang in die Berufspraxis dann konkret spürbar wird. Das Thema lässt sich auch in einer einzelnen Einheit behandeln, etwa in einer Supplierstunde, ohne dass vorher bereits ausführlich darüber gesprochen worden sein muss.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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