Kernlehrplan Kunst NRW: Reihe zu Malerei und Bildstrategien
Eine Unterrichtsreihe zu Malerei und Bildstrategien nach dem Kernlehrplan Kunst NRW verbindet die praktische Arbeit an einem eigenen Bild mit der Analyse fremder Bildlösungen. Als Umfang haben sich acht bis zehn Doppelstunden bewährt: zwei für den Einstieg, fünf für die Gestaltung, drei für Analyse, Reflexion und Präsentation.
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Der Begriff Bildstrategie und was er im Unterricht leistet
Bildstrategie meint das planvolle Vorgehen, mit dem eine gestalterische Absicht in eine Bildlösung überführt wird. Der Begriff ist im Fach zentral, weil er die Brücke zwischen Produktion und Rezeption schlägt: Wer die Strategie eines fremden Bildes benennen kann, kann auch die eigene begründen. Umgekehrt schärft die eigene Bildentscheidung den Blick für fremde. Genau diese Verzahnung ist es, was den Kunstunterricht in der Oberstufe von reinem Gestalten unterscheidet. Das Kernlehrplan Kunst in der GoST - Nordrhein-Westfalen Materialpaket bereitet die zugehörigen Kompetenzbereiche für die Reihenplanung auf.
Aufbau der Reihe in fünf Schritten
- Einstieg (2 DS): Zwei malerische Positionen im Vergleich. Die Lernenden notieren ohne Vorgabe, was ihnen auffällt, und ordnen die Beobachtungen anschließend den Kategorien Farbe, Auftrag, Bildraum und Motivbehandlung zu.
- Technische Grundlage (1 DS): Farbaufträge im Direktvergleich. Lasur, deckender Auftrag, Nass-in-Nass. Jede Person legt einen Musterbogen an, der später als Referenz dient.
- Konzeptphase (1 DS): Schriftliche Notiz zur eigenen Absicht in maximal fünf Sätzen, dazu zwei Skizzen. Ohne diese Notiz beginnt niemand mit der Arbeit.
- Gestaltung (4 DS): Arbeit am Bild mit zwei verbindlichen Zwischenständen und einer Zwischenkritik in Kleingruppen.
- Analyse und Reflexion (2 DS): Schriftliche Bildanalyse eines fremden Werks, danach Abgleich mit der eigenen Konzeptnotiz.
Welche Aufgaben in der Analyse tragen
Die Bildanalyse scheitert selten am Sehen, meistens an der Sprache. Geben Sie deshalb einen festen Ablauf vor: Beschreibung des Bildbestands, Untersuchung der Gestaltungsmittel, Deutung, Einordnung. Trennen Sie diese Schritte in der Aufgabenstellung sichtbar voneinander, und arbeiten Sie mit denselben Operatoren, die später in der Klausur stehen. Wer im Unterricht „erläutern“ verwendet und in der Klausur „erörtern“ erwartet, produziert vermeidbare Ausfälle.
Die Unterschiede zwischen Grundkurs und Leistungskurs betreffen weniger die Themen als die Tiefe der Auseinandersetzung. Wie sich das in einem anderen Fach ausprägt und was daraus für die Aufgabenkonstruktion folgt, zeigt der Beitrag Kernlehrplan Biologie NRW: Grundkurs und Leistungskurs im Vergleich.
Bewertung der praktischen Arbeit
Legen Sie die Kriterien vor Beginn der Gestaltungsphase offen. Vier Kriterien reichen: Umsetzung der eigenen Konzeptnotiz, malerische Durcharbeitung, Bildaufbau, Reflexion. Jedes Kriterium bekommt eine kurze Beschreibung dessen, was eine gute Leistung ausmacht. Damit vermeiden Sie die Diskussion darüber, ob jemand „gut malen kann“ — bewertet wird die Passung zwischen Absicht und Ergebnis, nicht das Talent.
Ein Nebeneffekt: Die Konzeptnotiz wird ernst genommen, weil sie in die Bewertung eingeht. Ohne diesen Zusammenhang bleibt sie eine lästige Pflichtübung.
Anschluss an andere Fächer und Stufen
Kompetenzbereiche in konkrete Stunden zu übersetzen ist eine Aufgabe, die in allen ästhetischen Fächern gleich aussieht. Der Beitrag Kompetenzbereiche im Kernlehrplan Musik NRW in Stunden übersetzen zeigt das Verfahren für Musik; es lässt sich auf Kunst übertragen. Für den Unterbau in der Mittelstufe liefern die Ideen für den Kunstunterricht in der Sek I passende Vorübungen, und die Materialsammlung für Sekundarstufe I und II ordnet beide Stufen zusammen ein.
Wer die Reihe auf ein anderes Fach oder ein anderes Bundesland übertragen möchte, findet im Kernlehrplan Musik in der GoST - Nordrhein-Westfalen Paket und im Kerncurriculum Kunst in der GoST - Niedersachsen vergleichbar aufgebaute Vorlagen.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht eine Malereireihe in der Qualifikationsphase?
Acht bis zehn Doppelstunden sind realistisch, wenn eine vollständige Bildarbeit entstehen soll. Kürzer wird es nur, wenn Sie das Format verkleinern oder auf die schriftliche Analyse verzichten. Rechnen Sie zusätzlich eine Doppelstunde Puffer für Trocknungszeiten ein.
Müssen alle Lernenden dasselbe Motiv bearbeiten?
Nein. Ein gemeinsames Thema mit freier Motivwahl funktioniert besser, weil die Konzeptnotiz dann eine echte Entscheidung dokumentiert. Vorgegeben werden sollten das Format und die Technik, damit die Arbeiten vergleichbar bleiben.
Wie lässt sich die Reihe mit einer Klausur verbinden?
Setzen Sie die Klausur nach der Analysephase an und verwenden Sie ein Werk, das im Unterricht nicht behandelt wurde, aber derselben Fragestellung folgt. So prüfen Sie Übertragung statt Wiedergabe. Der Erwartungshorizont sollte dieselben vier Kriterien nutzen wie die praktische Bewertung.
Der Kernlehrplan Kunst NRW gibt den Rahmen vor, nicht die Reihenfolge. Eine Reihe zu Malerei und Bildstrategien lohnt vor allem dann, wenn Konzeptnotiz, Gestaltung und Analyse aufeinander bezogen bleiben — sonst zerfällt sie in zwei Fächer, die zufällig im selben Raum stattfinden.
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FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
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- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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