English as a Global Language: Varieties, Lingua franca & Sprachwandel in der Oberstufe
Wie Englisch zur Weltsprache wurde
Das Abiturthema English as a Global Language beginnt sinnvollerweise nicht bei Zahlen, sondern bei der Frage, warum ausgerechnet diese Sprache diese Rolle übernommen hat. Die Antwort ist nicht sprachlicher, sondern historischer und ökonomischer Natur: die koloniale Expansion Grossbritanniens, die Industrialisierung und im 20. Jahrhundert die politische, wirtschaftliche und kulturelle Reichweite der USA. Diese Einsicht — eine Sprache verbreitet sich nicht wegen ihrer Grammatik, sondern wegen der Macht ihrer Sprecherinnen und Sprecher — trägt die gesamte Reihe.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Ein guter Einstieg ist deshalb kartenbasiert: Wo wird Englisch als Erstsprache gesprochen, wo als Zweitsprache mit offiziellem Status, wo als Fremdsprache gelernt? Aus dieser Dreiteilung ergibt sich fast von selbst das Modell der konzentrischen Kreise nach Braj Kachru, das im Unterricht als Ordnungsraster dient und in Klausuren regelmässig als Ausgangspunkt für Materialaufgaben auftaucht. Die Lesson Series zu English as a Global Language führt diesen Aufbau in aufeinander aufbauenden Stunden durch.
Varieties und World Englishes
Der zweite Baustein ist der wichtigste und zugleich der heikelste. Es geht darum, Varietäten nicht als Abweichung von einer Norm zu behandeln, sondern als eigenständige Systeme. Indisches Englisch, nigerianisches Englisch, singapurisches Englisch oder Aussie English folgen jeweils eigenen Regelmässigkeiten in Aussprache, Wortschatz und teils auch Syntax.
Methodisch bewährt sich die Arbeit mit Hörbeispielen und kurzen Textausschnitten: Die Lernenden beschreiben zunächst, was ihnen auffällt, und ordnen erst danach zu. So entsteht ein sprachbeschreibender statt eines wertenden Blicks. Ergänzen Sie die Beobachtungen um Begriffe, die in der Klausur gebraucht werden — pronunciation, lexis, syntax, code-switching, pidgin und creole. Das Lernheft zu English as a Global Language stellt diese Terminologie in kompakter Form bereit und eignet sich auch für die selbstständige Wiederholung.
Lingua franca im Alltag der Lernenden
Der dritte Baustein holt das Thema in die Gegenwart. English as a Lingua Franca meint den Gebrauch des Englischen zwischen Menschen, für die es jeweils nicht die Erstsprache ist — in der Wissenschaft, im internationalen Handel, in der Luftfahrt, in Onlineforen und in der Popkultur. Genau in dieser Konstellation verliert die Frage nach der „richtigen" Norm an Gewicht: Verständigung wird zum entscheidenden Massstab.
Für den Unterricht sind hier eigene Sprachbiographien der Lernenden ein starker Ausgangspunkt. Wo haben sie selbst Englisch als Verkehrssprache genutzt? Welche Anglizismen begegnen ihnen im Deutschen, und was passiert dabei mit der Bedeutung? Aus diesen Beobachtungen lässt sich der Bogen zu Globalisierungsprozessen schlagen, wie sie das bestehende Material im Beitrag zu Globalization im Unterricht aufbereitet.
Sprache und Identität
Der vierte Baustein ist der literarisch und diskursiv ergiebigste. Wenn eine ehemalige Kolonialsprache zur Verkehrssprache eines Landes wird, stellt sich die Frage, wessen Sprache das eigentlich ist. Autorinnen und Autoren aus Nigeria, Indien oder der Karibik haben darauf sehr unterschiedliche Antworten gegeben: Aneignung, Ablehnung, bewusste Mischung. Kurze Auszüge, Interviews und Essays eignen sich hier besser als lange Romanauszüge, weil die Position schnell greifbar wird.
Ergänzend lohnt der Blick auf eine konkrete Region. Irland etwa zeigt das Nebeneinander von Irisch und Englisch samt den damit verbundenen Identitätsfragen — der Beitrag zu Ireland als Landeskundethema liefert dafür einen Reihenvorschlag.
Klausurformate und Abiturbezug
Im Abitur begegnet das Thema meist in drei Aufgabenteilen: einer Analyse eines Sachtexts oder einer Rede zur Rolle des Englischen, einer Vergleichs- oder Einordnungsaufgabe und einem Comment zu einer wertenden Aussage. Trainieren Sie deshalb gezielt die Verknüpfung von Modellwissen und Textbeleg: Eine gute Antwort benennt nicht nur das Kachru-Modell, sondern zeigt am Material, wo dessen Grenzen liegen.
Als Schreibaufträge eignen sich Aussagen wie „English no longer belongs to England" — sie zwingen zur Argumentation statt zur Wiedergabe. Für die strukturierte Wiederholung im letzten Halbjahr bieten sich der Englisch-Abitur-Komplettkurs für die Oberstufe und die kompaktere Abitur-Vorbereitung Englisch an. Welche Operatoren dabei welche Leistung verlangen, klärt der Beitrag zu Textanalyse und Operatoren im Englisch-Abitur. Weiteres Material zum thematischen Umfeld finden Sie auf der Themenseite Globalisation im Englischunterricht.
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FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
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