Sek II

Aufführung und Theaterkritik: Präsentation planen und Ergebnisse bewerten

von Luca 17.08.2026 1 Min. Lesezeit

Die Aufführung als Lernanlass

Am Ende eines Kurses im Darstellenden Spiel steht in der Regel eine Präsentation. Sie ist mehr als ein feierlicher Abschluss: Erst vor Publikum zeigt sich, ob Timing, Verständlichkeit und Konzentration tragen. Zugleich ist die Aufführung der Punkt, an dem die Bewertung heikel wird – ein gelungener Abend sagt wenig über die Leistung einzelner Kursmitglieder aus, und ein misslungener Moment auf der Bühne ist kein Beleg für fehlende Kompetenz.

Deshalb lohnt es sich, die Schlussphase von Anfang an zweigleisig zu denken: die Aufführung als gemeinsames Produkt und die schriftliche Reflexion als individuellen Leistungsnachweis. Beides greift ineinander, wird aber getrennt bewertet. Das entlastet die Probenphase erheblich, weil niemand fürchten muss, dass eine vergessene Textzeile die Note bestimmt.

Die Bausteine: Aufführung, Theaterkritik und Projektarbeit

Die Reihe Aufführung, Präsentation und Theaterkritik deckt genau diese Doppelstruktur ab: Sie führt durch die Endprobenphase und liefert zugleich das Handwerkszeug für die schriftliche Kritik. Wer die gesamte Projektphase strukturieren möchte, findet im Sparpaket Projekt und Aufführung drei aufeinander aufbauende Reihen.

Für die gestalterischen Anteile ist Bühnenbild, Licht und Kostüm hilfreich, weil es Kursmitgliedern, die nicht spielen möchten, eine verantwortliche Aufgabe gibt. Wer den Kurs über mehrere Halbjahre plant, kann auf das XXL-Sparpaket Darstellendes Spiel für die Sek II zurückgreifen, das die Reihen von der Grundlagenarbeit bis zur Produktion umfasst. Wie der Weg zur Eigenproduktion aussieht, beschreibt der Beitrag Theaterprojekt in der Oberstufe. Wer den Kurs fachfremd übernommen hat, findet eine längerfristige Orientierung im Beitrag dazu, Darstellendes Spiel fachfremd zu unterrichten und den Kursaufbau über drei Schuljahre zu planen.

Generalprobe, Technik und Ablaufplan

Die letzten drei Wochen brauchen einen schriftlichen Plan, der allen zugänglich ist. Legen Sie darin fest, wann welche Szene durchgelaufen ist, wann Technik und Kostüm dazukommen und wann die Generalprobe stattfindet. Eine Generalprobe ohne Unterbrechung ist Pflicht – sie ist der einzige Testlauf für Übergänge, Umbauten und Wartezeiten hinter der Bühne.

  • Ablaufregie: Ein Kursmitglied führt Protokoll über Einsätze, Licht- und Tonwechsel.
  • Umbauten: Wer trägt was wohin? Schriftlich festhalten, sonst kostet jeder Umbau Minuten.
  • Notfallregel: Vereinbaren Sie ein Signal, mit dem die Gruppe eine hängende Szene rettet.
  • Publikumsführung: Einlass, Sitzplätze, Programmzettel und eine kurze Begrüßung gehören zum Ablauf.

Die Theaterkritik als schriftliche Leistung

Die Theaterkritik verbindet Beobachtung, Fachsprache und Urteil und eignet sich deshalb gut als Klausurersatz oder als zweite Leistung neben dem Spiel. Führen Sie das Format an einem Beispiel ein – einer Aufzeichnung oder einem Besuch am Stadttheater – und arbeiten Sie den Aufbau gemeinsam heraus: knappe Information zur Produktion, Beschreibung ausgewählter Mittel, Deutung der Wirkung, begründetes Urteil.

Entscheidend ist die Trennung von Beschreibung und Bewertung. Lassen Sie die Lernenden in einer Übung dieselbe Szene zuerst rein beschreibend und danach wertend darstellen. Wer diesen Unterschied beherrscht, schreibt automatisch präziser. Die Grundlagen der szenischen Analyse, auf die eine Kritik zurückgreift, behandelt der Beitrag Dramaturgie und Inszenierung in der Sek II.

Bewertungsraster für Spiel und Reflexion

Planen Sie zusätzlich einen Termin für die Nachbesprechung, idealerweise in der Woche nach der Aufführung. Die Gruppe schaut sich eine Aufzeichnung oder Fotos an und ordnet ein, was funktioniert hat und woran es lag. Diese Sitzung ist keine Kür: Sie überführt die emotionale Erfahrung des Abends in überprüfbare Erkenntnisse und liefert zugleich Material für die schriftliche Reflexion.

Ein transparentes Raster nimmt der Bewertung die Willkür. Bewährt haben sich vier bis fünf Kriterien mit jeweils drei Niveaustufen, die schon zu Beginn der Probenphase ausgegeben werden: Präsenz und Verständlichkeit, Genauigkeit in der Umsetzung, Zusammenspiel im Ensemble, Verlässlichkeit im Prozess sowie die schriftliche Reflexion.

Wichtig ist, den Prozess mitzubewerten und nicht nur das Ergebnis am Abend. Ein Arbeitsjournal, in dem Entscheidungen und Probenerfahrungen festgehalten werden, macht die individuelle Leistung sichtbar – auch bei Kursmitgliedern, die vor allem hinter der Bühne gearbeitet haben. Wie sich Ensembleleistungen fair einschätzen lassen, greift auch der Beitrag zum chorischen Spiel auf.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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