Fächerübergreifend· Sek II

Zweisprachige Ausstellungstafeln im Französischunterricht: so wird aus Analyse ein Produkt

von Luca 31.10.2026 1 Min. Lesezeit

Zweisprachige Ausstellungstafeln machen aus einer Analyse ein Produkt, das andere lesen können. In der Reihe Frankreich und Senegal erstellen die Lernenden zwei Tafeln mit französischem Haupttext und deutscher Erläuterung. Sie planen zwei Varianten, produzieren eine erste Fassung, holen Rückmeldung ein und überarbeiten. Bewertet werden Ergebnis, Überarbeitung und individuelle Reflexion. Die Tafeln greifen die Analyse aus M1 direkt auf und führen sie im eigenen Produkt weiter.

Warum zwei Sprachen auf einer Tafel

Der französische Haupttext ist die eigentliche Schreibleistung in der Zielsprache. Die deutsche Erläuterung hat eine andere Funktion. Sie richtet sich an Besucherinnen und Besucher, die kein Französisch verstehen, und verlangt, das Wesentliche knapp und verständlich zu übertragen. Damit üben die Lernenden zwei Fähigkeiten, die im Französischunterricht oft getrennt bleiben. Leistungsstarke Lernende können den französischen Haupttext ausbauen, schwächere nutzen die Erläuterung als Stütze für ihr eigenes Verständnis.

Die Zweisprachigkeit passt auch inhaltlich. Die Leitfrage der Reihe lautet, ob die französische Sprache Türen öffnet oder schließt. Eine Tafel, die nur auf Französisch informiert, schließt einen Teil des Publikums aus. Die deutsche Erläuterung öffnet sie wieder. Die Lernenden erleben so am eigenen Produkt, worüber sie in der Analyse geschrieben haben. Die Aufgabe A3 aus der Analysephase bereitet das vor: Sie verlangt einen Vorschlag für eine Ausstellung, die eine möglichst breite Beteiligung erlaubt.

Fehlende Stimmen kennzeichnen

Jede Ausstellung trifft eine Auswahl. Wer ausstellt, entscheidet, wer zu Wort kommt. Ein gutes Projekt macht diese Auswahl sichtbar. Für die Tafeln bietet sich deshalb eine feste Regel an: Jede Tafel nennt am Rand, welche Perspektive fehlt und warum. Das kann eine Stimme sein, für die keine verlässliche Quelle gefunden wurde, oder eine Sprache, die niemand in der Gruppe beherrscht. Der Hinweis gehört zur Tafel und wird mitbewertet, wenn Sie das vorher ankündigen.

Ein besonderer Fall ist Wolof. Die Reihe gibt vor, Wolof-Texte nur mit verlässlicher sprachlicher Prüfung einzusetzen. Wenn diese Prüfung nicht möglich ist, kann die Tafel die fehlende Sprache offen benennen. Das ist ehrlicher als ein Satz, dessen Richtigkeit niemand beurteilen kann. Für Lernende wird daran deutlich, dass Mehrsprachigkeit Kompetenz voraussetzt und kein bloßes Symbol ist. Hinweise zum Umgang mit mehreren Sprachen im Unterricht bietet der Beitrag Mehrsprachigkeitsdidaktik: Französisch und Englisch nebeneinander unterrichten.

Vom Entwurf zur zweiten Fassung

Die Reihe gibt den Arbeitsprozess klar vor:

  • Stunde 6: Tafeln planen, zwei Varianten entwerfen und auf Machbarkeit prüfen.
  • Stunden 7 und 8: erste Fassungen produzieren und den Zwischenstand sichern.
  • Stunde 9: Präsentation im Tandem, Rückmeldung und eine begründete Änderungsentscheidung.
  • Stunde 10: Änderung umsetzen und mit der ersten Fassung vergleichen.
  • Stunden 11 und 12: Tafeln vergleichen, Transferfrage beantworten, Reflexion schreiben.

Für die Feedbackschleife eignen sich Fragen, die Inhalt und Sprache verbinden. Ist der französische Haupttext ohne die Erläuterung verständlich? Gibt die Erläuterung das Wesentliche wieder, ohne alles zu wiederholen? Ist erkennbar, welche Stimme fehlt? Sind Quellen angegeben? Die Tandems halten ihre Rückmeldung am besten schriftlich fest, damit die Änderungsentscheidung in Stunde 10 begründet werden kann.

Bewertung der Tafeln

Die Reihe bewertet Ergebnis, Überarbeitung und individuelle Reflexion. Gerade die Überarbeitung lohnt einen eigenen Blick, weil der Vergleich von erster und zweiter Fassung zeigt, ob Rückmeldungen genutzt wurden. Die individuelle Reflexion macht zudem sichtbar, was jede Person zum gemeinsamen Produkt beigetragen hat. Ergänzend gibt es eine Übungsklausur mit 90 Minuten und 60 Punkten zum bekannten Material M1.

Die Tafeln eignen sich auch für fächerverbindende Arbeit. Mit der Reihe Imperialismus in Afrika aus dem Fach Geschichte lässt sich der historische Hintergrund vertiefen. Die Reihe Nigeria verstehen aus dem Englischunterricht arbeitet mit einem ähnlichen Projektansatz. Für literarische Arbeit im selben Halbjahr gibt es das Unterrichtsmaterial zu Jean Anouilh und dazu den Beitrag Unterrichtsvorbereitung Französisch: Jean Anouilh. Die Themenseite zur Reihe zeigt den Gesamtablauf, alle Titel stehen in der Kollektion zu Frankophonie und Senegal.

Häufige Fragen

Wie viele Tafeln erstellt jede Gruppe?

Zwei Tafeln, jeweils mit französischem Haupttext und deutscher Erläuterung.

Müssen die Tafeln gedruckt werden?

Die Reihe legt das Format nicht fest. Sie können die Tafeln ausdrucken oder digital zeigen, je nach Ausstattung Ihrer Schule. Wichtig ist, dass Haupttext und Erläuterung klar unterscheidbar bleiben.

Wird die deutsche Erläuterung mitbewertet?

Bewertet werden Ergebnis, Überarbeitung und individuelle Reflexion. Zum Ergebnis gehört die gesamte Tafel, also auch die Erläuterung.

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Frankreich und Senegal: Sprache, Zuge...Ansehen
Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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