Grundschule

Gefühle benennen lernen: SEL-Arbeitsblätter für den Anfangsunterricht

von Luca 17.08.2026 1 Min. Lesezeit

Warum Kinder Wörter für Gefühle brauchen

In Konfliktgesprächen mit Erstklässlerinnen und Erstklässlern zeigt sich schnell dasselbe Muster: Auf die Frage, wie es ihnen geht, folgt „gut“ oder „schlecht“. Weitere Unterscheidungen fehlen. Das ist kein Zeichen mangelnder Sensibilität, sondern schlicht eine Frage des Wortschatzes. Wer nur zwei Begriffe zur Verfügung hat, kann Ärger nicht von Enttäuschung und Aufregung nicht von Angst unterscheiden – weder bei sich noch bei anderen.

Damit ist der Emotionswortschatz die Grundlage für alles, was im sozialen Lernen darauf aufbaut. Konfliktgespräche, Streitschlichtung, Rücksichtnahme und Selbstberuhigung setzen voraus, dass benannt werden kann, worum es geht. Der Anfangsunterricht ist der richtige Zeitpunkt dafür, weil der Wortschatzaufbau ohnehin im Zentrum steht und sich die Arbeit an Gefühlswörtern gut mit dem Schriftspracherwerb verbinden lässt.

Die Bausteine: Arbeitsblätter, Journal und Ausdrucksspiel

Für den systematischen Aufbau eignen sich die SEL-Arbeitsblätter zu Gefühlen und Emotionen für K bis 2, die den Wortschatz schrittweise erweitern und mit Bildern arbeiten – wichtig für Kinder, die noch nicht sicher lesen. Als tägliche Routine ergänzt Mein Gefühlsjournal mit Schreibanregungen für K bis 2 das Material um eine wiederkehrende Form der Selbstwahrnehmung.

Sobald die Kinder Gefühle benennen können, folgt der nächste Schritt: der Umgang damit. Dafür bietet das Toolkit Beruhigungsstrategien für Kinder konkrete Handlungsmöglichkeiten. Für den nonverbalen Zugang – besonders geeignet für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen – eignet sich das Material Mimik, Gestik und Gefühle: Ausdruck ohne Worte.

Gefühle erkennen und unterscheiden

Der Einstieg gelingt am besten über Bilder statt über Definitionen. Die Kinder betrachten Gesichter und ordnen ihnen Wörter zu; strittige Fälle werden gemeinsam besprochen. Wichtig ist, dass es keine einzig richtige Antwort gibt – dieselbe Miene kann Ärger oder Anstrengung bedeuten. Genau diese Uneindeutigkeit ist lehrreich, weil sie das vorschnelle Deuten bremst.

Im zweiten Schritt werden Gefühlswörter nach Stärke sortiert: verärgert, wütend, außer sich. Diese Abstufung ist für Kinder überraschend zugänglich und hilft später enorm, weil sie Zwischenstufen sichtbar macht. Ein Gefühlsthermometer an der Wand, auf dem die Wörter in dieser Reihenfolge stehen, wird schnell zum meistgenutzten Hilfsmittel im Klassenraum. Wie sich der körperliche Ausdruck ergänzend erarbeiten lässt, beschreibt der Beitrag zu Mimik, Gestik und Gefühlen.

Das Gefühlsjournal als tägliche Routine

Ein Journal wirkt nur, wenn es kurz ist und regelmäßig genutzt wird. Bewährt haben sich drei bis fünf Minuten am Ende des Vormittags: Die Kinder markieren ihr Gefühl, ergänzen bei Bedarf ein Wort oder ein Bild und legen das Heft zurück. Es wird nicht bewertet und nicht vorgelesen, es sei denn, ein Kind möchte das ausdrücklich.

Für die Lehrkraft entsteht daraus über Wochen ein sehr aufschlussreiches Bild – nicht als Diagnose, sondern als Hinweis darauf, wo ein Gespräch sinnvoll wäre. Wichtig ist die klare Grenze: Ein Gefühlsjournal ist ein pädagogisches Instrument, kein therapeutisches. Bei ernsthaften Belastungen gehört die Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit oder Beratungsstellen dazu.

Damit die Routine trägt, sollte sie an ein bestehendes Ritual angedockt werden – etwa an den Abschlusskreis oder das Aufräumen. Neue Routinen, die einen eigenen Zeitpunkt brauchen, gehen im Schulalltag erfahrungsgemäß nach wenigen Wochen unter. Sinnvoll ist außerdem, die Eltern zu Beginn kurz zu informieren, damit das Heft zu Hause nicht als Beobachtungsbogen missverstanden wird.

Von der Sprache zur Selbstregulation

Sobald die Kinder benennen können, was sie spüren, lässt sich der Schritt zur Handlung gehen: Was hilft mir, wenn ich wütend bin? Der Beitrag zu Beruhigungsstrategien und Selbstregulation beschreibt, wie sich daraus ein festes Repertoire aufbauen lässt. Situationen aus dem Schulalltag – etwa Sieg und Niederlage im Spiel – bieten dafür realistische Anlässe, wie der Beitrag zum sozial-emotionalen Lernen bei Sieg und Niederlage zeigt.

Englischsprachiges Material zum selben Themenfeld – etwa für bilinguale Gruppen oder internationale Klassen – sammelt das Schwesterprojekt teachlessons.us in den Bereichen Social-Emotional Learning und frühe Bildung. Weitere deutschsprachige Reihen sind auf der Seite Soziales Lernen und Selbstregulation gesammelt.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.

Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.

Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:

  • mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
  • eine Präsentation für den Unterrichtseinstieg
  • einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
  • Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
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Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.

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Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.

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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.

Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.

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