Unterrichtsvorbereitung Übung und Hausaufgabe: was wirklich sitzt

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Unterrichtsvorbereitung Übung und Hausaufgabe: was wirklich sitzt

Wie Unterrichtsvorbereitung entscheidet, wie viel Übung ein bestimmtes Thema tatsächlich braucht, was davon im Unterricht und was zu Hause stattfindet und wie mit nicht gemachten Hausaufgaben verlässlich umgegangen wird.

  • 2Übungsformate: mit direkter und mit verzögerter Rückmeldung
  • 1zentrale Aufgabe je Stunde mit sofort sichtbarem Ergebnis
  • Minutenfeste, vorher festgelegte Übungszeit statt offenem Stundenende
  • 2Anspruchsstufen je Übungsaufgabe für Differenzierung

Wie viel Übung ein Thema für die Unterrichtsvorbereitung braucht, hängt davon ab, ob es automatisiert oder nur verstanden werden muss: Automatisierung verlangt viele kurze Wiederholungen, Verständnis wenige, aber genauere Aufgaben mit Rückmeldung. Übung, bei der Fehler sichtbar werden sollen, gehört in den Unterricht, wo reagiert werden kann. Übung, die bereits verstandenen Stoff festigt, eignet sich für zu Hause. Nicht gemachte Hausaufgaben werden am besten mit einer festen, vorher bekannten Reaktion behandelt, statt jedes Mal neu zu entscheiden.

Wie viel Übung ein Thema braucht

Der Übungsbedarf eines Themas hängt weniger von seiner Schwierigkeit ab als davon, ob am Ende eine automatisierte Fertigkeit oder ein Verständnis stehen soll. Ein Verfahren, das später ohne Nachdenken abrufbar sein muss, braucht deutlich mehr Wiederholung als ein Zusammenhang, der einmal verstanden werden und dann nur noch angewendet werden muss.

Bei Größen wie Gewichten, etwa in einer Reihe zum Wiegen, Schätzen und Umrechnen, zeigt sich dieser Unterschied deutlich: Das Umrechnen zwischen Einheiten profitiert von regelmäßiger, kurzer Übung über mehrere Stunden verteilt, während das Prinzip des Schätzens selbst schon nach wenigen gezielten Aufgaben verstanden sein kann. Wie sich der Übungsbedarf für ein solches Thema einschätzen lässt, beschreibt Unterrichtsvorbereitung Gewichte – wiegen, schätzen und umrechnen. Wird hier zu wenig automatisiert, zeigt sich das oft erst deutlich später, wenn dieselbe Umrechnung in einem ganz anderen Zusammenhang plötzlich wieder gebraucht wird.

Eine grobe Orientierung liefert die Frage, ob ein Fehler in diesem Bereich später an anderer Stelle noch auffällt und korrigiert werden kann, oder ob er sich in ein automatisiertes Verfahren einschleicht und dort unbemerkt bleibt. Im zweiten Fall lohnt sich mehr Übung, im ersten reicht eine punktuelle Kontrolle. Grundlegendes zur Vorbereitung einzelner Stunden, einschließlich der Frage nach dem passenden Materialumfang, liefert Unterrichtsvorbereitung: Material, Zeitbedarf, Stundenaufbau.

Ein zu langes Verharren in der Übungsphase hat ebenfalls Kosten: Ab einem bestimmten Punkt bringt eine weitere Wiederholung keinen zusätzlichen Lernfortschritt mehr, sondern kostet nur Zeit, die an anderer Stelle fehlt. Ein einfaches Signal für diesen Punkt ist, wenn die Fehlerquote in aufeinanderfolgenden Übungsdurchgängen nicht mehr sinkt, sondern etwa gleich bleibt, obwohl weiter geübt wird und keine neuen Fehlerarten mehr auftauchen.

Übung im Unterricht gegen Übung zu Hause

Übung im Unterricht eignet sich für alles, wofür eine Rückmeldung in dem Moment wichtig ist, in dem der Fehler entsteht. Übung zu Hause eignet sich für alles, was bereits im Unterricht verstanden wurde und jetzt nur noch durch Wiederholung gefestigt werden muss, ohne dass eine unmittelbare Reaktion notwendig wäre.

Bei einer Bildanalyse wie der zu Frida Kahlos Selbstbildnissen, etwa Frida Kahlo – Selbstbildnis und Symbolik, gehört die erste Anwendung eines Analyseverfahrens in den Unterricht, weil typische Fehldeutungen dort direkt korrigiert werden können. Die Übertragung dieses Verfahrens auf ein zweites, ähnliches Bild eignet sich dagegen für zu Hause, weil das Verfahren zu diesem Zeitpunkt bereits sitzt. Der Ablauf für diese Aufteilung ist in Unterrichtsvorbereitung Frida Kahlo – Selbstbildnis und Symbolik beschrieben, einschließlich der Frage, welche Symbole sich für eine eigenständige Übertragung eignen.

Diese Aufteilung funktioniert nur, wenn im Unterricht tatsächlich Zeit für die erste, fehleranfällige Übungsphase eingeplant wird, statt sie aus Zeitgründen zu überspringen und direkt zur Hausaufgabe zu erklären. Fehlt diese erste Phase, trägt die Hausaufgabe Fehler weiter, die im Unterricht hätten korrigiert werden können, und die Korrektur verschiebt sich unnötig auf die nächste Stunde.

Diese Entscheidung lässt sich nicht für ein ganzes Fach pauschal treffen, sondern muss für jedes neue Verfahren einzeln getroffen werden. Ein Verfahren, das dem der vorherigen Stunde sehr ähnlich ist, kann unter Umständen direkt als Hausaufgabe gegeben werden, während ein deutlich neues Verfahren die erste, begleitete Übung im Unterricht braucht, bevor es allein bearbeitet werden kann. Im Zweifel ist die vorsichtigere Entscheidung, die erste Übung noch im Unterricht stattfinden zu lassen, auch wenn das etwas mehr Zeit kostet als erwartet.

Aufgaben, die Rückmeldung erlauben

Eine Übungsaufgabe ist nur so gut wie die Rückmeldung, die sie ermöglicht. Aufgaben, bei denen richtig und falsch klar unterscheidbar sind, erlauben eine schnelle Kontrolle und damit häufigere Übungsdurchgänge. Aufgaben mit offenem Ergebnis brauchen mehr Zeit für die Rückmeldung, dafür aber seltener wiederholt werden müssen, um ihren Zweck zu erfüllen.

Bei der Farbtheorie Georges Seurats, etwa Georges Seurat – Pointillismus und Farbtheorie, lässt sich eine Aufgabe zur Wirkung von Komplementärfarben so gestalten, dass die Klasse ihr eigenes Ergebnis anhand einer vorgegebenen Farbwirkung selbst überprüfen kann, ohne auf eine Korrektur durch die Lehrkraft zu warten. Der Aufbau einer solchen selbstkontrollierbaren Übung ist in Unterrichtsvorbereitung Georges Seurat – Pointillismus und Farbtheorie beschrieben. Eine solche Aufgabe lässt sich mehrfach mit wechselnden Farbpaaren wiederholen, ohne dass jedes Mal eine neue Rückmeldung der Lehrkraft nötig wird.

Nicht jede Aufgabe lässt sich so gestalten, dass sie sich selbst korrigiert, und das muss sie auch nicht. Wichtig ist, bei der Vorbereitung bewusst zu entscheiden, welche Aufgaben diese Eigenschaft brauchen, weil sie mehrfach und selbstständig geübt werden sollen, und welche eine Rückmeldung durch die Lehrkraft ohnehin voraussetzen.

Wo sich eine Aufgabe nicht selbst kontrollieren lässt, hilft ersatzweise ein kurzer Austausch mit einer Partnerin oder einem Partner, die oder der dieselbe Aufgabe bearbeitet hat. Auch ohne Musterlösung entstehen so erste Hinweise darauf, ob eine Lösung plausibel ist, bevor die eigentliche Rückmeldung durch die Lehrkraft erfolgt und die Übungsphase abgeschlossen wird.

Umgang mit nicht gemachten Hausaufgaben

Eine feste, vorher bekannte Reaktion auf nicht gemachte Hausaufgaben entlastet die Unterrichtsvorbereitung mehr als eine Regel, die jedes Mal neu ausgehandelt wird. Wenn die Klasse weiß, was passiert, wenn eine Aufgabe fehlt, muss die Stunde nicht spontan umgeplant werden, sondern läuft nach einem vorbereiteten Muster weiter.

Bei einem Projekt wie einem Recherche- und Podcastlabor, etwa in Recherche- und Podcastlabor Deutsch Sek II vorbereiten: Differenzierung vorab anlegen beschrieben, wiegt eine fehlende Hausaufgabe schwerer als bei einer reinen Übungsaufgabe, weil das Projekt auf den Ergebnissen mehrerer Personen aufbaut. Für solche Aufgaben lohnt sich eine Rückfalloption, etwa eine kurze Ersatzaufgabe im Unterricht, die eine fehlende Vorarbeit teilweise auffängt, ohne die ganze Gruppe aufzuhalten oder den Ablauf der Stunde für alle anderen zu verzögern.

Bei einer reinen Übungsaufgabe reicht es oft, die fehlende Hausaufgabe kurz zu vermerken und die Klasse trotzdem weiterarbeiten zu lassen, statt die gesamte Stunde auf das Nacharbeiten auszurichten. Wird jede fehlende Hausaufgabe zum Anlass für eine Sonderbehandlung, verschiebt sich die Vorbereitungszeit von der eigentlichen Unterrichtsvorbereitung hin zur Verwaltung von Ausnahmen.

Eine feste Reaktion bedeutet nicht, dass jede fehlende Hausaufgabe gleich behandelt wird. Sie bedeutet, dass die Grundregel vorher feststeht und begründete Ausnahmen die Ausnahme bleiben, statt dass jede einzelne Situation neu verhandelt wird und dadurch Zeit und Aufmerksamkeit bindet, die eigentlich für den Unterricht selbst gedacht war.

Passende Unterrichtsreihen im Katalog

Frida Kahlo – Selbstbildnis und Symbolik
Frida Kahlo – Selbstbildnis und SymbolikDigitaler DownloadZur Reihe
Georges Seurat – Pointillismus und Farbtheorie
Georges Seurat – Pointillismus und FarbtheorieDigitaler DownloadZur Reihe
Gerhard Richter – Zwischen Fotorealismus und Abstraktion
Gerhard Richter – Zwischen Fotorealismus und AbstraktionDigitaler DownloadZur Reihe
Geteilt & alle vier Rechenarten – Division & Textaufgaben | Mathematik Klasse 2/3
Geteilt & alle vier Rechenarten – Division & Textaufgaben | Mathematik Klasse 2/3Digitaler DownloadZur Reihe
Gewichte – wiegen, schätzen & umrechnen | g kg t | Mathematik Klasse 2/3Gittersee: Erinnerung, Archiv und literarische Wahrheit – Recherche- und Podcastlabor Deutsch Sek IIHannah Höch – Dada-CollageHohlmaße & Rechnen mit Größen – Liter & Milliliter | Mathematik Klasse 2/3Ich & Du – Die Entdeckung des Anderen | Buber & Levinas | Religion Oberstufe (Klasse 11–13)Illusionswerkstatt: Op-Art & optische Täuschungen – Muster, Kontrast & Illusion | Kunst Sek I (Kl. 6–9)

Übungsformen nach Zweck

Zweck der Übung Wo sie stattfindet Aufgabenform
Erste Anwendung eines neuen Verfahrens Im Unterricht Mit direkter Rückmeldung durch die Lehrkraft
Festigung bereits verstandenen Stoffs Zu Hause Selbstständig, ohne sofortige Rückmeldung
Automatisierung eines Rechenverfahrens Im Unterricht und zu Hause verteilt Viele kurze, gleichartige Aufgaben
Verständnis eines neuen Zusammenhangs Im Unterricht Wenige Aufgaben mit unterschiedlichen Blickwinkeln
Selbstkontrolle bei sicherem Stoff Zu Hause oder in offener Übungsphase Aufgaben mit vorgegebenem Vergleichsergebnis

Automatisierung gegen Verständnis

Automatisierung und Verständnis stehen nicht im Widerspruch, verlangen aber unterschiedliche Übungsformen. Verständnis entsteht meist durch wenige, aber gut durchdachte Aufgaben, die einen Zusammenhang aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Automatisierung entsteht durch viele kurze Wiederholungen desselben Musters, die keine neue gedankliche Anstrengung mehr verlangen, sobald das Verfahren einmal verstanden wurde.

Bei der Division und den vier Grundrechenarten, etwa Geteilt & alle vier Rechenarten – Division & Textaufgaben, zeigt sich diese Reihenfolge besonders klar: Das Verfahren der Division wird zunächst an wenigen Aufgaben mit Textbezug verstanden, bevor es in vielen kurzen Rechenaufgaben automatisiert wird. Wird die Reihenfolge vertauscht und zuerst automatisiert, ohne dass das Verfahren verstanden wurde, entstehen Fehler, die sich durch Übung allein nicht mehr beheben lassen, weil sie im automatisierten Ablauf selbst stecken.

Ein Anzeichen für eine zu früh einsetzende Automatisierung ist, wenn eine Textaufgabe zum selben Thema deutlich schlechter gelöst wird als die reine Rechenaufgabe. Das deutet darauf hin, dass das Verfahren zwar geübt, aber der zugrunde liegende Zusammenhang nicht ausreichend verstanden wurde, bevor die Übungsphase begann.

Dieses Muster überträgt sich auf viele andere Fächer und Themen, in denen ein Verfahren zunächst verstanden und danach automatisiert werden muss. Die konkrete Reihenfolge unterscheidet sich von Fach zu Fach und von Thema zu Thema, das zugrunde liegende Prinzip bleibt jedoch gleich: Verständnis zuerst, Wiederholung danach, nicht umgekehrt.

Differenzierung bei Übungsaufgaben

Eine Lerngruppe übt selten in einheitlichem Tempo. Wer eine Übungsphase ohne Differenzierung plant, riskiert, dass ein Teil der Klasse unterfordert wartet, während ein anderer Teil noch an der ersten Aufgabe arbeitet. Zwei Anspruchsstufen derselben Übung, vorbereitet statt spontan improvisiert, fangen diesen Unterschied ab, ohne die Übungsphase organisatorisch zu verkomplizieren.

Bei einer Bildbetrachtung wie der zu Gerhard Richters Werk, etwa Gerhard Richter – Zwischen Fotorealismus und Abstraktion, lässt sich eine Übungsaufgabe zur Bildbeschreibung so anlegen, dass eine Fassung mit Formulierungshilfen und eine offenere Fassung ohne diese Hilfen parallel bereitliegen, je nachdem, wie sicher eine Person im Umgang mit Fachbegriffen bereits ist. Der Aufbau dieser Differenzierung ist in Gerhard Richter vorbereiten: Differenzierung vorab anlegen beschrieben, einschließlich einer Liste möglicher Formulierungshilfen für die einfachere Fassung.

Dieselbe Logik gilt für Rechenübungen: Eine zweite, etwas anspruchsvollere Fassung derselben Aufgabe, etwa mit größeren Zahlen oder einem zusätzlichen Rechenschritt, hält schnellere Lernende beschäftigt, ohne dass die Übungsphase für alle anderen unterbrochen werden muss. Der Aufbau einer solchen zweistufigen Übung ist in Unterrichtsvorbereitung Geteilt und alle vier Rechenarten: Differenzierung vorab anlegen beschrieben.

Differenzierung bei Übungsaufgaben lohnt sich besonders dann, wenn eine Lerngruppe über einen längeren Zeitraum gemeinsam unterrichtet wird und sich Tempounterschiede bereits aus vorherigen Stunden abzeichnen. Wo diese Unterschiede noch unbekannt sind, reicht zunächst eine einzelne, mittelschwere Fassung der Aufgabe, aus der sich die Differenzierung erst in der zweiten oder dritten gemeinsamen Stunde ableiten lässt.

Die Übungsphase selbst vorbereiten

Eine Übungsphase braucht in der Vorbereitung eine eigene, feste Zeitspanne, statt sich aus der Zeit zu speisen, die nach der Erarbeitung zufällig noch übrig ist. Wird die Übungszeit vorab festgelegt, lässt sich auch besser einschätzen, wie viele Aufgaben in dieser Zeit realistisch bearbeitet werden können, statt am Ende der Stunde mit halb bearbeiteten Aufgaben abzubrechen.

Diese Seite betrifft die Übungs- und Hausaufgabenplanung innerhalb eines einzelnen Themas oder einer einzelnen Stunde. Für die Frage, wie Wiederholung über mehrere Unterrichtsreihen hinweg verteilt und mit früherem Stoff verknüpft wird, liefert Wiederholung über Unterrichtsreihen hinweg: Wissen vernetzen die passende Perspektive, mit einem deutlich längeren Zeithorizont als die einzelne Übungsphase. Beide Perspektiven ergänzen sich: Die eine sorgt dafür, dass ein einzelnes Thema tatsächlich sitzt, die andere dafür, dass es auch Wochen später noch abrufbar bleibt.

Eine Übersicht bereits fertig aufgebauter Reihen, in denen Übungs- und Differenzierungsaufgaben von Anfang an mitgeplant sind, bietet die Sammlung fertiger Unterrichtsreihen. Wer eine eigene Übungsphase plant, findet dort Beispiele dafür, wie sich Automatisierung und Verständnis innerhalb einer einzelnen Stunde sinnvoll aufteilen lassen.

Am Ende lohnt sich außerdem ein kurzer Rückblick nach der Stunde: Welche Übungsaufgabe hat funktioniert, welche wurde kaum genutzt, und wo hätte eine zusätzliche Anspruchsstufe gefehlt. Diese kurze Auswertung braucht nur wenige Minuten, verbessert die Übungsplanung für dasselbe Thema im nächsten Jahr aber deutlich stärker als eine rein intuitive Erinnerung an eine einzelne, vielleicht untypische Stunde.

Was eine Übungs- und Hausaufgabenplanung trägt

  • Eine Einschätzung vorab, ob ein Thema Automatisierung oder vor allem Verständnis braucht.
  • Eine feste Zeitspanne für Übung innerhalb der Stunde statt bloß der verbleibenden Restzeit.
  • Aufgaben mit klarer Rückmeldung für die erste, fehleranfällige Übungsphase im Unterricht.
  • Selbstkontrollierbare Aufgaben für Übung, die zu Hause ohne Aufsicht stattfindet.
  • Eine feste, vorher bekannte Reaktion auf nicht gemachte Hausaufgaben.
  • Eine Rückfalloption für Aufgaben, auf deren Ergebnis eine ganze Gruppe angewiesen ist.
  • Zwei Anspruchsstufen je Übungsaufgabe, vorbereitet statt spontan improvisiert.
  • Ein Blick darauf, ob eine Textaufgabe zum selben Thema deutlich schlechter gelingt als die reine Rechenaufgabe.

Wer Übung und Hausaufgabe innerhalb der eigenen Unterrichtsvorbereitung gezielt trennt, profitiert von Material, das beide Übungsformen bereits vorsieht, wie es die vier vorgestellten Reihen exemplarisch zeigen.

Häufige Fragen

Woran erkennt man, ob ein Thema mehr Automatisierung oder mehr Verständnis braucht?

Entscheidend ist, ob ein Fehler später unbemerkt in einem automatisierten Ablauf steckenbleiben würde oder ob er an anderer Stelle noch auffällt und korrigiert werden kann. Im ersten Fall lohnt sich mehr Wiederholung, im zweiten reicht eine punktuelle, aber genauere Übung mit Rückmeldung, bevor zur nächsten Aufgabe übergegangen wird. Ein Rückgang der Fehlerquote über mehrere Durchgänge zeigt an, wann genug geübt wurde.

Welche Übung gehört in den Unterricht und welche nach Hause?

In den Unterricht gehört die erste Anwendung eines neuen Verfahrens, weil typische Fehler dort direkt korrigiert werden können. Nach Hause gehört Übung, die bereits verstandenen Stoff festigt und keine unmittelbare Rückmeldung mehr braucht. Wird diese Reihenfolge vertauscht, trägt die Hausaufgabe Fehler weiter, die im Unterricht hätten behoben werden können, und diese Fehler zeigen sich oft erst in der nächsten Überprüfung.

Wie gestaltet man Übungsaufgaben, die Rückmeldung ohne die Lehrkraft erlauben?

Eine Aufgabe erlaubt Selbstkontrolle, wenn ein vorgegebenes Vergleichsergebnis oder ein klares Richtig-falsch-Kriterium vorliegt, anhand dessen die eigene Lösung überprüft werden kann. Nicht jede Aufgabe muss diese Eigenschaft haben; wichtig ist, bei der Vorbereitung bewusst zu entscheiden, welche Aufgaben mehrfach selbstständig geübt werden sollen und welche ohnehin eine Rückmeldung durch die Lehrkraft voraussetzen.

Wie geht man mit regelmäßig nicht gemachten Hausaufgaben um?

Eine feste, vorher bekannte Reaktion entlastet die Vorbereitung mehr als eine spontane Entscheidung in jeder einzelnen Stunde. Bei reinen Übungsaufgaben reicht oft ein kurzer Vermerk, bei Aufgaben, auf denen eine Gruppenarbeit aufbaut, lohnt sich eine vorbereitete Ersatzaufgabe, die eine fehlende Vorarbeit teilweise auffängt, ohne die gesamte Gruppe aufzuhalten oder die Stunde umzuplanen.

Warum führt zu frühe Automatisierung manchmal zu Fehlern?

Wird ein Verfahren automatisiert, bevor der zugrunde liegende Zusammenhang verstanden wurde, setzen sich Fehler im automatisierten Ablauf fest und lassen sich durch weitere Übung allein kaum noch korrigieren. Ein Hinweis darauf ist, wenn eine Textaufgabe zum selben Thema deutlich schlechter gelöst wird als die reine Rechenaufgabe, obwohl beide dasselbe Verfahren voraussetzen.

Wie differenziert man eine Übungsphase im Unterricht, ohne sie organisatorisch stark zu verkomplizieren?

Zwei vorbereitete Anspruchsstufen derselben Aufgabe reichen meist aus: eine Fassung mit zusätzlichen Hilfen für unsicherere Lernende und eine offenere oder anspruchsvollere Fassung für schnellere. Beide liegen von Beginn der Übungsphase an bereit, statt erst während der Stunde spontan improvisiert zu werden, wenn die ersten Unterschiede im Tempo bereits sichtbar sind.