Abitur: Sprache, Denken und Wirklichkeit
Kompaktes Material zum Verhältnis von sprachlichem Zeichen, Vorstellung und Gegenstand.
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Deutsch · Inhaltsfeld Sprache · Sek II / Abitur
Sechs Materialpakete zum Inhaltsfeld Sprache in der gymnasialen Oberstufe. Sie erhalten Reihen und Lernhefte zum Verhältnis von sprachlichem Zeichen, Vorstellung und Gegenstand, zu den Theorien des Erst- und Mehrspracherwerbs sowie zu Dialekten, Soziolekten und ihrer gesellschaftlichen Bewertung.
Kurz gesagt: Das Inhaltsfeld Sprache verlangt im Abitur zweierlei: gesichertes Theoriewissen zu Spracherwerb, Sprachzeichen und Sprachvarietäten sowie die Fähigkeit, dieses Wissen auf Beispiele und aktuelle Sprachdebatten anzuwenden. Die Materialien auf dieser Seite decken Spracherwerbstheorien und Mehrsprachigkeit, das Verhältnis von Sprache, Denken und Wirklichkeit einschließlich der Sprachskepsis sowie Dialekte und Soziolekte ab.
Das Inhaltsfeld Sprache ist der Bereich, in dem Lernende am häufigsten unterschätzen, wie viel begriffliche Genauigkeit gefordert wird. Wer im Abitur über Spracherwerb schreibt, muss die Positionen unterscheiden können: den nativistischen Ansatz mit der Annahme einer angeborenen Grammatikausstattung, die kognitivistische Bindung des Spracherwerbs an die allgemeine Denkentwicklung und die interaktionistische Betonung der Bezugsperson. Werden diese Modelle nur als Namen gelernt, misslingt jede Anwendungsaufgabe – deshalb ist die Verbindung von Theorie und Beispiel hier wichtiger als in jedem anderen Inhaltsfeld.
Der zweite Schwerpunkt ist ebenso anspruchsvoll: Die Frage, ob Sprache das Denken formt oder umgekehrt, führt von Wilhelm von Humboldts Rede von der sprachlichen Weltansicht über die These der sprachlichen Relativität bis zur Sprachskepsis der Moderne. Sie ist nicht abschließend zu beantworten, und genau darin liegt ihr didaktischer Wert: Die Lerngruppe lernt, eine offene Streitfrage mit Argumenten zu bearbeiten, statt eine Lösung zu reproduzieren. Sprachvarietäten wiederum verbinden diese Theorie mit greifbaren Beispielen aus der eigenen Sprachwirklichkeit.
Zu jedem Schwerpunkt finden Sie eine ausgearbeitete Unterrichtsreihe und – wo vorhanden – das passende Lernheft für die Hand der Lernenden.
Kompaktes Material zum Verhältnis von sprachlichem Zeichen, Vorstellung und Gegenstand.
Vollständige Reihe von der Zeichentheorie bis zur Sprachkrise der Moderne.
Material zur Unterscheidung von Standardsprache, Dialekt, Soziolekt und Register.
Reihe zur sozialen Bewertung von Sprechweisen, Prestige und sprachlicher Diskriminierung.
Übersicht zu Chomsky, Watzlawick, Epigenese, Interaktionismus, Strukturalismus und Slobin.
Reihe zu Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb und mehrsprachigem Aufwachsen.
Ein tragfähiger Aufbau beginnt beim Zeichen. Am semiotischen Dreieck aus Zeichen, Vorstellung und Gegenstand lässt sich zeigen, dass Wörter nicht auf Dinge zeigen, sondern auf Begriffe – ein Befund, der sich mit einfachen Beispielen aus der Übersetzung oder mit Wörtern ohne genaue Entsprechung in anderen Sprachen belegen lässt. Darauf aufbauend folgen die Sprachfunktionen, die deutlich machen, dass jede Äußerung zugleich etwas darstellt, etwas über die sprechende Person verrät und beim Gegenüber etwas bewirken soll.
Der zweite Block gilt dem Spracherwerb. Hier empfiehlt sich ein Gruppenpuzzle: Jede Gruppe erarbeitet eine Position, formuliert deren Kernannahme, benennt ein stützendes Beobachtungsargument und eine Schwachstelle. Anschließend werden alle Positionen an demselben Fallbeispiel geprüft, etwa an Übergeneralisierungen wie „gegeht“ in der Kindersprache. Der dritte Block führt zu den Varietäten und zur Sprachskepsis: Nachdem geklärt ist, wie Sprache erworben wird und wie sie auf Wirklichkeit bezogen ist, lässt sich fragen, warum bestimmte Sprechweisen gesellschaftlich abgewertet werden und wo Sprache an ihre Grenze stößt.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| EF | Grundlagen legen | Sprachliches Zeichen, Sprachfunktionen und Ebenen der Sprachbetrachtung |
| Q1 | Theorien erarbeiten | Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb und Mehrsprachigkeit im Vergleich |
| Q2 | Abiturschwerpunkte | Sprachvarietäten, Sprachwandel und Sprachskepsis in Sachtextanalysen |
Weil das Inhaltsfeld stark begriffslastig ist, lohnt sich eine konsequente Doppelung von Theorie und Beleg. Für Lerngruppen, die mit abstrakten Texten Mühe haben, genügen zunächst Positionskarten mit einem Satz zur Kernannahme und einem Beispiel; die Originalauszüge kommen erst danach hinzu. Leistungsstärkere Lernende arbeiten von Beginn an mit Fachtexten und formulieren die Gegenposition selbst. Da die Materialien bearbeitbar sind, können Sie Textumfang und Aufgabenstellung ohne Layoutarbeit anpassen und beide Wege im selben Kurs führen.
Für die Leistungsbewertung ist im Inhaltsfeld Sprache die materialgestützte Aufgabe zentral. Bewährt haben sich zwei Formate: die Analyse eines sprachwissenschaftlichen Sachtextes mit anschließender Erörterung sowie das materialgestützte Verfassen eines argumentierenden Textes, etwa zu der Frage, ob Dialekte in der Schule gefördert werden sollten oder wie mehrsprachiges Aufwachsen zu bewerten ist. In beiden Fällen entscheidet die Belegqualität: Eine Position gilt erst dann als erarbeitet, wenn sie mit einem sprachlichen Beispiel gestützt ist.
In den Kernlehrplänen der Oberstufe bildet Sprache ein eigenes Inhaltsfeld, das durchgängig von der Einführungs- bis zur Qualifikationsphase bearbeitet wird. Typische Schwerpunkte sind der Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Sprachvarietäten und Sprachwandel sowie das Verhältnis von Sprache, Denken und Wirklichkeit. In mehreren Ländern kommt die Auseinandersetzung mit Sprache in medialen Kontexten hinzu, die sich gut an die Varietätenlehre anschließen lässt.
In der Abiturprüfung erscheint das Inhaltsfeld fast immer über einen Sachtext: einen linguistischen Fachtext, einen Zeitungskommentar zur Sprachentwicklung oder einen Debattenbeitrag zur Mehrsprachigkeit. Verlangt sind dann Analyse der Argumentation, Einordnung in den Theoriezusammenhang und eine eigene begründete Stellungnahme. Wer die Positionen sauber unterscheiden kann und über zwei bis drei belastbare Beispiele verfügt, ist damit gut vorbereitet – genau darauf sind die Aufgaben in den hier angebotenen Reihen ausgerichtet.
Nähe- und Distanzsprachlichkeit (Koch/Oesterreicher)
Sparpaket Sprachwissenschaft Sek II
Sprache in analogen und digitalen Medien
Sprache in Medien und Alltag – Jugendsprache & Werbung
Lernheft: Umbrüche in der Literatur um 1900
Literatur und Macht – Sprache als politisches WerkzeugErwartet wird die Unterscheidung der großen Erklärungsansätze: der nativistische Ansatz mit einer angeborenen Sprachfähigkeit, der behavioristische mit Nachahmung und Verstärkung, der kognitivistische mit der Bindung an die Denkentwicklung sowie der interaktionistische, der die Rolle der Bezugspersonen betont. Hinzu kommen Beobachtungen zu Regelbildung und Übergeneralisierung, die als Argument für oder gegen einzelne Positionen dienen.
Ein Dialekt ist regional gebunden: Er lässt sich auf einer Karte verorten und unterscheidet sich in Lauten, Wortschatz und Grammatik von der Standardsprache. Ein Soziolekt gehört dagegen zu einer sozialen Gruppe – etwa einer Berufsgruppe, einer Szene oder einer Altersgruppe – und ist unabhängig von der Region. Beide sind Varietäten derselben Sprache und keine fehlerhaften Abweichungen.
Sprachskepsis bezeichnet den Zweifel daran, dass Sprache Wirklichkeit und inneres Erleben angemessen abbilden kann. Um 1900 wird dieser Zweifel zu einem eigenen literarischen Thema, am bekanntesten in Hugo von Hofmannsthals fiktivem Brief des Lord Chandos, in dem die Sprache dem Schreibenden im Mund zerfällt. Im Unterricht lässt sich daran gut zeigen, wie ein sprachtheoretisches Problem literarisch gestaltet wird.
Tragfähig sind Argumente, die zwischen Erwerbssituation und gesellschaftlicher Bewertung unterscheiden. Der doppelte Erstspracherwerb verläuft anders als der spätere Zweitspracherwerb, und beide sind nicht zu verwechseln mit der Frage, welches Prestige einer Sprache zugeschrieben wird. Wer diese Ebenen trennt und je ein Beispiel anführt, vermeidet die häufigsten Fehler in der Erörterung.
Zu den Aufgaben gehören Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei Erörterungs- und Beurteilungsaufgaben sind sie als Orientierung angelegt, weil mehrere begründete Positionen vertretbar sind; die Wissensaufgaben zu Theorien und Varietäten sind dagegen eindeutig ausgewiesen.
Das Lernheft bündelt die Positionen zum Spracherwerb in einer Fassung für die Hand der Lernenden und eignet sich damit zur selbstständigen Wiederholung vor Klausur und Abitur. Die Unterrichtsreihe liefert dagegen den Unterrichtsgang mit Aufgaben und Materialien für die Erarbeitung im Kurs.