Impuls und Unterrichtsgespräch: Unterrichtsvorbereitung für die offene Phase

Silo Unterrichtsvorbereitung, Methode Gespräch

Impuls und Unterrichtsgespräch: Unterrichtsvorbereitung für die offene Phase

Wie sich die offene Gesprächsphase einer Stunde vorbereiten lässt: welcher Impuls trägt, welche Fehlvorstellung wahrscheinlich auftaucht, welche zweite Zugangsform als Ausweichmöglichkeit bereitsteht und wie der Übergang in die schriftliche Sicherung gelingt.

  • 5–8 Min.Dauer eines Einstiegsimpulses, bevor das Gespräch trägt
  • 1 notierteerwartbare Fehlvorstellung je Impuls
  • 2 ZugängeBild- oder Textimpuls plus Ausweichvariante
  • letzte 10 Min.reserviert für die schriftliche Sicherung

Die Unterrichtsvorbereitung für eine offene Gesprächsphase steht und fällt mit drei vorab geklärten Punkten: einem konkreten Einstiegsimpuls, der zum Denken zwingt, ohne die Antwort vorwegzunehmen, einer notierten Fehlvorstellung, mit der zu rechnen ist, und einer zweiten Zugangsform, falls der erste Impuls nicht trägt. Erst wenn zusätzlich feststeht, wie das mündliche Gespräch am Ende schriftlich gesichert wird, ist die offene Phase tatsächlich unterrichtsfertig vorbereitet.

Was einen Impuls für die offene Phase trägt

Ein Impuls, der ein Unterrichtsgespräch eröffnet, muss zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllen: konkret genug sein, damit die Lerngruppe weiß, worüber gesprochen wird, und offen genug, damit tatsächlich mehr als eine Antwort möglich ist. Ein Impuls, der beide Bedingungen nicht erfüllt, endet meist entweder in ratlosem Schweigen oder in einer einzigen richtigen Antwort, nach der das Gespräch faktisch beendet ist.

Für die allgemeine Frage, wie viel Zeit und welches Material eine Stunde insgesamt braucht, unabhängig von der offenen Phase im Speziellen, liefert Unterrichtsvorbereitung: Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau die grundlegende Systematik, in die sich die hier beschriebene Vorbereitung einordnet.

Bewährt haben sich Impulse in Form eines Bildes, eines kurzen Zitats oder einer bewusst zugespitzten Behauptung, an der sich Position beziehen lässt. Eine offene Frage allein, ohne konkretes Material dazu, wirkt auf viele Lerngruppen zu abstrakt, um unmittelbar eine Reaktion auszulösen, während ein Bild oder ein Zitat einen greifbaren Ankerpunkt liefert, an dem sich der erste Gedanke festmachen lässt.

Fünf bis acht Minuten reichen für diesen Einstieg meist aus, bevor das Gespräch entweder von selbst trägt oder erkennbar ins Stocken gerät. Länger sollte der reine Einstieg nicht dauern, weil sonst wertvolle Zeit für das eigentliche Gespräch und die spätere Sicherung fehlt, ohne dass der zusätzliche Zeitaufwand den Impuls selbst wirksamer machen würde.

Den Einstiegsimpuls konkret vorbereiten

Ein Impuls lässt sich nicht im Moment der Stunde selbst erfinden, sondern muss vorab feststehen, einschließlich der genauen Formulierung der ersten Frage dazu. Wer sich erst während der Stunde überlegt, wie der Impuls eingeführt wird, verliert Zeit und wirkt vor der Lerngruppe unsicherer, als es die eigentliche inhaltliche Vorbereitung nötig gemacht hätte.

Bei einer Reihe zu Schule früher und heute eignet sich als Impuls etwa eine historische Fotografie eines Klassenzimmers, die ohne Erklärung gezeigt wird, bevor die erste Frage danach gestellt wird, was auffällt. Wie sich dieser Einstieg konkret in eine einzelne Stunde einbauen lässt, beschreibt Unterrichtsvorbereitung Schule früher und heute: Impuls und Unterrichtsgespräch.

Die erste Frage zu einem Impuls sollte möglichst konkret nach einer Beobachtung fragen, nicht sofort nach einer Bewertung oder Einordnung. Eine Frage nach dem, was zu sehen ist, öffnet das Gespräch niedrigschwellig für alle, während eine sofortige Bewertungsfrage nur jene Schülerinnen und Schüler anspricht, die sich bereits eine Meinung gebildet haben, bevor das Material überhaupt genau betrachtet wurde.

Notiert werden sollte außerdem, an welcher Stelle im Material die spätere Vertiefung ansetzt, damit der Übergang vom offenen Einstieg zum eigentlichen Stundeninhalt nicht improvisiert werden muss. Ohne diese Notiz besteht die Gefahr, dass das Gespräch zwar lebendig verläuft, aber am Ende nicht dort ankommt, wo es für den weiteren Verlauf der Stunde ankommen sollte.

Hilfreich ist zudem eine kurze schriftliche Formulierung der Frage anstelle einer bloß gedanklichen Vorstellung davon. Wer die erste Frage vorab wörtlich notiert, formuliert sie im Unterricht meist präziser, als wenn sie erst im Moment selbst entsteht, und vermeidet dabei eher unbeabsichtigt suggestive Formulierungen, die eine bestimmte Antwort schon vorwegnehmen, bevor die Lerngruppe überhaupt selbst nachgedacht hat.

Erwartbare Fehlvorstellung antizipieren

Ein Impuls, der ein Gespräch eröffnet, provoziert fast immer auch falsche oder verkürzte Vorstellungen, die sich während des Gesprächs äußern. Wird diese Fehlvorstellung bereits bei der Vorbereitung notiert, lässt sie sich im Gespräch gezielt aufgreifen, statt sie zu übergehen oder erst im Nachhinein zu bemerken, dass sie unwidersprochen im Raum stehen blieb.

Bei einer Reihe zur Dramentheorie, etwa Dramentheorie: vom aristotelischen zum epischen Theater, liegt eine naheliegende Fehlvorstellung darin, den Unterschied zwischen beiden Theaterformen allein an der Handlung statt an der Haltung des Publikums festzumachen. Wie sich eine solche Fehlvorstellung im Gesprächsverlauf gezielt aufgreifen lässt, zeigt Vom aristotelischen zum epischen Theater vorbereiten: Impuls und Unterrichtsgespräch.

In der Vorbereitung reicht dafür ein einziger notierter Satz: welche falsche oder verkürzte Vorstellung am wahrscheinlichsten geäußert wird und mit welcher Gegenfrage oder welchem Gegenbeispiel darauf reagiert wird. Mehr als eine Fehlvorstellung vorab zu notieren, überfrachtet die Vorbereitung meist unnötig, weil im tatsächlichen Gesprächsverlauf ohnehin selten mehr als eine zentrale Fehlvorstellung wirklich zur Sprache kommt.

Wichtig ist, die Fehlvorstellung im Gespräch nicht sofort und direkt zu korrigieren, sondern zunächst mit einer Rückfrage zu spiegeln, die zum eigenständigen Weiterdenken anregt. Eine sofortige Korrektur durch die Lehrkraft beendet das Gespräch an dieser Stelle häufig, während eine Rückfrage die Lerngruppe selbst zur Korrektur kommen lässt und den Gesprächscharakter erhält.

Eine zweite Zugangsform bereithalten

Nicht jeder Impuls zieht bei jeder Lerngruppe gleichermaßen. Ein Bild, das in einer Klasse sofort zu lebhaften Wortmeldungen führt, kann in einer anderen Lerngruppe kaum Reaktionen auslösen, ohne dass sich dafür im Voraus zuverlässig vorhersagen lässt, woran das liegen wird.

Deshalb lohnt sich eine zweite, andersartige Zugangsform als Ausweichmöglichkeit, etwa ein kurzer Text oder eine konkrete Fallfrage, falls der erste bildgestützte Impuls nicht trägt. Bei einer Reihe zu Globale Ungleichheit – Unterrichtsreihe Geographie kann das bedeuten, neben einer Karte auch eine konkrete Fallbeschreibung einer einzelnen Familie bereitzuhalten, falls die abstrakte Kartendarstellung allein zu wenig Anknüpfungspunkte bietet. Ein Beispiel für diese doppelte Vorbereitung liefert Unterrichtsvorbereitung Geographie: Globale Ungleichheit — Impuls und Unterrichtsgespräch.

Die zweite Zugangsform muss nicht vollständig ausgearbeitet sein, ein kurzer Vermerk mit Material und erster Frage reicht als Vorbereitung aus. Entscheidend ist, dass sie überhaupt vorliegt, damit im Fall eines stockenden Gesprächs nicht improvisiert werden muss, sondern ein bereits durchdachter zweiter Zugang zur Verfügung steht.

Ob der erste oder der zweite Zugang tatsächlich zum Einsatz kommt, entscheidet sich meist innerhalb der ersten zwei bis drei Minuten nach dem Impuls. Bleibt die Reaktion der Lerngruppe in dieser Zeit spürbar aus, lohnt sich der Wechsel früh, statt am ursprünglichen Impuls festzuhalten, in der Hoffnung, dass sich das Gespräch doch noch von selbst entwickelt.

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Vorbereitung der offenen Gesprächsphase in Schritten

Schritt Was vorbereitet wird Zeitbedarf
Einstiegsimpuls wählen Bild, Zitat oder zugespitzte Behauptung mit erster Frage 5–8 Min. Einsatz in der Stunde
Fehlvorstellung notieren wahrscheinlichste falsche Deutung plus Gegenfrage wenige Minuten Vorbereitungszeit
Zweite Zugangsform bereithalten alternatives Material für den Fall des Nichtziehens kurzer Vermerk, keine volle Ausarbeitung
Anschlussfragen sammeln zwei bis drei mögliche Weiterführungen wenige Minuten Vorbereitungszeit
Übergang zur Sicherung festlegen Form des Tafelbilds oder der Notiz letzte 10 Min. der Stunde

Das Unterrichtsgespräch selbst steuern

Ein Unterrichtsgespräch trägt sich selten von allein, auch wenn der Impuls gut gewählt war. Wartezeit nach einer Frage gehört zu den wirksamsten, zugleich am häufigsten unterschätzten Mitteln: Drei bis fünf Sekunden Stille nach einer Frage erhöhen erfahrungsgemäß die Zahl und die Qualität der Wortmeldungen deutlich gegenüber einer sofortigen zweiten Formulierung derselben Frage.

Bei einer Reihe zu Soziale Ungleichheit – Bildung, Herkunft und Zukunftschancen eignet sich diese Wartezeit besonders, weil das Thema Positionierung verlangt, die nicht jede Schülerin und jeder Schüler ohne kurzen Moment des Nachdenkens formulieren kann. Wie sich ein solches Gespräch konkret aufbauen lässt, beschreibt Unterrichtsvorbereitung Soziale Ungleichheit: Impuls und Unterrichtsgespräch.

Statt jede Wortmeldung sofort zu kommentieren, lässt sich ein Gespräch auch dadurch offenhalten, dass eine Aussage an die übrige Lerngruppe zurückgegeben wird, etwa mit der Frage, wer dem Gesagten zustimmt oder widerspricht. Diese Weitergabe verhindert, dass das Gespräch zu einem reinen Wechsel zwischen einzelnen Wortmeldungen und Lehrkraft wird, statt tatsächlich zwischen den Schülerinnen und Schülern selbst zu verlaufen.

Vorbereitet werden sollte auch eine knappe Liste möglicher Anschlussfragen, falls das Gespräch an einer bestimmten Stelle zu früh abbricht. Zwei bis drei solcher Anschlussfragen genügen meist, mehr würde die eigentliche Offenheit des Gesprächs eher einschränken, weil dann zu viele vorbereitete Fragen nacheinander abgearbeitet werden, statt der tatsächlichen Richtung des Gesprächs zu folgen.

Übergang in die schriftliche Sicherung

Ein mündliches Gespräch, das ohne schriftliche Sicherung endet, hinterlässt selten einen Ertrag, auf den in einer folgenden Stunde zuverlässig zurückgegriffen werden kann. Der Übergang von der offenen Gesprächsphase zur schriftlichen Fixierung sollte deshalb bereits in der Vorbereitung feststehen, nicht erst am Ende der Stunde spontan entschieden werden.

Bei einer Reihe zu Balladen, etwa Balladen lesen und interpretieren vorbereiten: Impuls und Unterrichtsgespräch, bietet sich als Übergang ein gemeinsam erarbeitetes Tafelbild an, das die zentralen Positionen aus dem Gespräch in Stichworten festhält, bevor die Lerngruppe diese Stichworte in eigenen Sätzen in das Heft überträgt.

Für die letzten zehn Minuten einer Stunde sollte dieser Übergang fest eingeplant sein, unabhängig davon, wie lange das Gespräch selbst gedauert hat. Ein Gespräch, das bis zur letzten Minute offen bleibt, liefert zwar möglicherweise eine lebendige Diskussion, aber keine verlässliche schriftliche Grundlage für die folgende Stunde.

Die schriftliche Sicherung sollte nicht jede Wortmeldung des Gesprächs wiedergeben, sondern eine bewusste Auswahl der Punkte, die für den weiteren Verlauf der Stunde oder Reihe tragfähig sind. Diese Auswahl trifft die Lehrkraft während des Gesprächs selbst, indem bestimmte Aussagen gezielt aufgegriffen und an die Tafel geschrieben werden, während andere im Gespräch bleiben, ohne schriftlich festgehalten zu werden.

Den Impuls für die nächste Parallelklasse dokumentieren

Ein Impuls, der in einer Klasse gut funktioniert hat, lässt sich selten aus dem Gedächtnis heraus identisch in einer Parallelklasse wiederholen, wenn zwischen beiden Einsätzen kein kurzer Vermerk entstanden ist. Ohne diesen Vermerk verschwimmt schnell, welche genaue Formulierung der ersten Frage funktioniert hat und welche Fehlvorstellung tatsächlich aufgetreten ist statt der vorab vermuteten.

Ein knapper Vermerk direkt nach der Stunde reicht dafür aus: ob der erste oder der zweite Zugang zum Einsatz kam, wie lange das Gespräch bis zum ersten tragfähigen Beitrag gebraucht hat und welche Anschlussfrage sich als besonders ergiebig erwiesen hat. Zwei bis drei Sätze genügen, mehr würde in der Praxis ohnehin selten geschrieben und noch seltener später wieder gelesen.

Bei einer Stunde, die mehrfach im gleichen Jahrgang gehalten wird, zahlt sich dieser Vermerk bereits beim zweiten Durchlauf aus, weil sich die Vorbereitungszeit dann auf die Anpassung an die jeweilige Lerngruppe beschränkt, statt den gesamten Impuls erneut von Grund auf zu durchdenken. Über mehrere Jahre summiert sich dieser Effekt zu einer spürbar kürzeren Vorbereitungszeit für wiederkehrende Themen.

Sinnvoll ist außerdem ein kurzer Vermerk dazu, welche Fehlvorstellung sich als hartnäckiger erwiesen hat als erwartet, weil sich solche wiederkehrenden Fehlvorstellungen über mehrere Lerngruppen hinweg oft ähneln. Eine einmal gut vorbereitete Gegenfrage dazu lässt sich dann beim nächsten Einsatz direkt wieder verwenden, statt erneut spontan im Gespräch formuliert werden zu müssen.

Wann sich ein Unterrichtsgespräch nicht eignet

Nicht jede Stunde und nicht jedes Thema verträgt eine ausführliche offene Gesprächsphase. Bei sehr komplexen fachlichen Verfahren, die zunächst systematisch erklärt werden müssen, bevor überhaupt eine sinnvolle Positionierung möglich ist, führt ein zu früh angesetztes Gespräch eher zu Verwirrung als zu Erkenntnis.

Bei einer Reihe zu E.T.A. Hoffmann, etwa Unterrichtsvorbereitung Deutsch: E.T.A. Hoffmann — Impuls und Unterrichtsgespräch, zeigt sich das an Stellen, an denen zunächst ein Grundverständnis der Erzählperspektive vermittelt werden muss, bevor ein offenes Gespräch über deren Wirkung tatsächlich trägt. Ein zu früh angesetzter Impuls würde hier eher Ratlosigkeit erzeugen als eine echte Diskussion.

Auch bei sehr großen Lerngruppen oder in den ersten Wochen mit einer neuen Klasse, in denen noch keine verlässlichen Gesprächsregeln etabliert sind, lohnt sich ein Unterrichtsgespräch in offener Form seltener. Hier trägt häufiger eine engere, stärker gelenkte Form des Austauschs, bei der weniger Raum für Abschweifungen bleibt, bis sich tragfähige Gesprächsgewohnheiten in der Lerngruppe entwickelt haben.

Ein Indiz dafür, dass sich eine offene Gesprächsphase für eine bestimmte Lerngruppe noch nicht eignet, ist ein Muster aus immer denselben wenigen meldenden Schülerinnen und Schülern bei gleichzeitigem Schweigen der übrigen Klasse. In diesem Fall lohnt sich zunächst eine engere Gesprächsform mit festeren Redeanteilen, bevor eine wirklich offene Phase mit größerer Aussicht auf Erfolg eingeplant wird.

Für die reihenweite Perspektive, wie ein Gespräch dieser Art sich sinnvoll in eine mehrwöchige Sequenz einordnet, statt nur eine einzelne Stunde zu betreffen, liefert Unterrichtsreihe auf ein Lernprodukt zulaufen lassen die passende Sichtweise über mehrere Doppelstunden hinweg. Bereits aufgebaute Reihen, in denen sich solche Gesprächsphasen wiederfinden, sind in der Sammlung fertiger Unterrichtsreihen zusammengestellt.

Was die offene Gesprächsphase vorab trägt

  • Ein konkreter Einstiegsimpuls mit fest formulierter erster Frage.
  • Eine notierte, wahrscheinliche Fehlvorstellung samt vorbereiteter Gegenfrage.
  • Eine zweite, andersartige Zugangsform als Ausweichmöglichkeit.
  • Bewusst eingeplante Wartezeit nach jeder gestellten Frage.
  • Zwei bis drei vorbereitete Anschlussfragen für den Fall eines stockenden Gesprächs.
  • Ein fest eingeplanter Zeitpunkt für den Übergang in die schriftliche Sicherung.
  • Eine bewusste Auswahl der zu sichernden Gesprächsergebnisse statt vollständiger Wiedergabe.
  • Eine realistische Einschätzung, ob das Thema für ein offenes Gespräch bereits reif ist.

Wer die offene Gesprächsphase einer Stunde vorbereiten will, findet in den vier vorgestellten Materialien Beispiele für Impuls, erwartbare Fehlvorstellung und Übergang in die schriftliche Sicherung.

Häufige Fragen

Woran erkennt man einen guten Einstiegsimpuls für ein Unterrichtsgespräch?

Ein guter Impuls ist konkret genug, damit klar ist, worüber gesprochen wird, aber offen genug, damit mehr als eine Antwort möglich bleibt. Bewährt haben sich ein Bild, ein Zitat oder eine zugespitzte Behauptung mit einer ersten, auf Beobachtung statt sofortiger Bewertung zielenden Frage. Fünf bis acht Minuten reichen meist, bevor sich zeigt, ob das Gespräch trägt.

Warum sollte man eine erwartbare Fehlvorstellung vorab notieren?

Ein Impuls provoziert fast immer auch falsche oder verkürzte Vorstellungen. Wird die wahrscheinlichste davon vorab notiert, lässt sie sich im Gespräch gezielt mit einer Rückfrage aufgreifen, statt sie zu übersehen oder sofort direkt zu korrigieren. Eine sofortige Korrektur beendet das Gespräch meist an dieser Stelle, während eine Rückfrage die Lerngruppe selbst zur Korrektur führt.

Wann braucht man eine zweite Zugangsform für den gleichen Impuls?

Nicht jeder Impuls zieht bei jeder Lerngruppe gleichermaßen. Eine zweite, andersartige Zugangsform, etwa ein kurzer Text statt eines Bildes, dient als Ausweichmöglichkeit, falls der erste Impuls innerhalb der ersten zwei bis drei Minuten erkennbar nicht trägt. Sie muss nicht vollständig ausgearbeitet sein, ein Vermerk mit Material und erster Frage genügt als Vorbereitung.

Wie steuert man ein Unterrichtsgespräch, ohne es zu sehr zu lenken?

Wartezeit nach einer Frage von drei bis fünf Sekunden erhöht Zahl und Qualität der Wortmeldungen deutlich. Eine Aussage lässt sich zudem an die übrige Lerngruppe zurückgeben, statt sie sofort selbst zu kommentieren, damit das Gespräch zwischen den Schülerinnen und Schülern verläuft. Zwei bis drei vorbereitete Anschlussfragen helfen, falls das Gespräch an einer Stelle vorzeitig abbricht.

Wie gelingt der Übergang von der Gesprächsphase zur schriftlichen Sicherung?

Der Übergang sollte bereits in der Vorbereitung feststehen, meist über ein gemeinsam erarbeitetes Tafelbild, das zentrale Positionen aus dem Gespräch in Stichworten festhält. Die letzten zehn Minuten der Stunde sollten dafür fest eingeplant sein. Gesichert wird eine bewusste Auswahl tragfähiger Punkte, nicht jede einzelne Wortmeldung aus dem gesamten Gespräch.

Wann eignet sich ein offenes Unterrichtsgespräch nicht?

Bei komplexen fachlichen Verfahren, die zunächst systematisch erklärt werden müssen, führt ein zu früh angesetztes Gespräch eher zu Verwirrung als zu Erkenntnis. Auch bei sehr großen Lerngruppen oder in den ersten Wochen mit einer neuen Klasse ohne etablierte Gesprächsregeln trägt häufig eine engere, stärker gelenkte Austauschform besser, bis sich tragfähige Gesprächsgewohnheiten entwickelt haben.