Geschichtsprojekte und Gedenkmonate in der Sek I: Black History & Hispanic Heritage Month

Geschichte · Projektarbeit · Sekundarstufe I

Geschichtsprojekte und Gedenkmonate in der Sek I: Black History Month, Hispanic Heritage Month und Schulgeschichte

Gedenkmonate wie der Black History Month und der Hispanic Heritage Month bieten Anlässe für Projektwochen, Vertretungsphasen und fächerübergreifende Vorhaben. Diese Seite zeigt, wie Sie solche Anlässe ohne Tokenismus planen, Selbstzeugnisse einbinden, mit Begriffen sorgfältig umgehen und Projektarbeit nachvollziehbar bewerten. Als lokaler Gegenpol dient die Geschichte der eigenen Schule.

FebruarBlack History Month in den USA und Kanada
OktoberBlack History Month in Großbritannien
15.9.–15.10.Hispanic Heritage Month in den USA
4 FächerGeschichte, Deutsch, Kunst und Englisch als Zugänge

Gedenkmonate lassen sich in der Sekundarstufe I sinnvoll nutzen, wenn sie nicht als Kalendertermin, sondern als Frage an den Geschichtsunterricht behandelt werden: Wer erinnert woran, aus welchem Grund und mit welchen Quellen? Der Black History Month fällt in den USA und Kanada in den Februar, in Großbritannien in den Oktober. Der Hispanic Heritage Month läuft in den USA vom 15. September bis zum 15. Oktober. Für Projektwochen, Vertretungsphasen oder fächerübergreifende Vorhaben von Geschichte, Deutsch, Kunst und Englisch eignen sich beide, wenn Selbstzeugnisse im Mittelpunkt stehen und Biografien nicht auf einzelne Symbolfiguren schrumpfen. Ein dritter Zugang liegt vor der Haustür: die Geschichte der eigenen Schule, die sich mit Chronik, Archiv und Zeitzeugengesprächen erforschen lässt. Auf dieser Seite finden Sie Planungsschritte, Hinweise zur Sprache, Vorschläge für Präsentationsformen, ein Bewertungsraster und die passenden Materialien.

Wozu dienen Gedenkmonate im Geschichtsunterricht?

Ein Gedenkmonat ist selbst ein historisches Phänomen. Er entsteht, weil eine Gruppe über lange Zeit nicht oder nur verzerrt in der öffentlichen Erinnerung vorkam und diese Lücke bewusst schließen wollte. Wer den Black History Month unterrichtet, behandelt deshalb zwei Ebenen: die Geschichte Schwarzer Menschen in Nordamerika und Großbritannien und die Geschichte ihrer Sichtbarmachung. Dasselbe gilt für den Hispanic Heritage Month, dessen Name bereits eine Sammelbezeichnung für sehr verschiedene Herkunftsgeschichten ist.

Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 ist diese zweite Ebene gut zugänglich, weil sie vertraute Fragen aufgreift: Warum gibt es einen Tag oder Monat für diese Gruppe? Wer hat ihn eingeführt? Wer fühlt sich dadurch vertreten, wer nicht? Eine Lerngruppe, die diese Fragen stellt, behandelt den Gedenkmonat als Quelle statt als Pflichtprogramm.

Wie viel Zeit der Anlass im Lehrplan bekommt, hängt von den Vorgaben Ihres Bundeslandes und Ihrer Schulform ab. Viele Lehrkräfte nutzen Gedenkmonate nicht als eigene Unterrichtsreihe, sondern als Projektphase neben dem regulären Stoff, etwa vor den Ferien, in einer Projektwoche oder in Vertretungsstunden mit klar abgegrenztem Auftrag. Das spricht für Aufgaben, die ohne lange Vorarbeit funktionieren und trotzdem ein überprüfbares Ergebnis liefern.

Wie vermeiden Sie Tokenismus bei Black History Month und Hispanic Heritage Month?

Tokenismus entsteht, wenn eine Gruppe nur im Anlassmonat vorkommt, auf wenige bekannte Namen reduziert wird und danach wieder aus dem Unterricht verschwindet. Dagegen helfen drei konkrete Entscheidungen in der Planung. Erstens: Ergänzen Sie Gründerfiguren und Preisträger um Alltagsperspektiven, etwa Arbeit, Wohnen, Schule, Musik und Familie. Zweitens: Lassen Sie Menschen selbst sprechen, durch Reden, Briefe, Interviews, Gedichte oder Lieder, statt sie ausschließlich in der dritten Person vorzustellen. Drittens: Verknüpfen Sie das Thema mit dem regulären Stoff, damit es nicht isoliert bleibt.

Ein Beispiel für die dritte Entscheidung: Wenn in Ihrer Jahresplanung die Kolonialzeit oder die Migration behandelt wird, können Sie den Anlassmonat gezielt davor oder danach legen und auf bereits erarbeitete Begriffe zurückgreifen. Eine thematische Einbettung in die Bürgerrechtsbewegung und in die Geschichte der USA finden Sie auch auf unserer Seite zur US-Geschichte in der Sek I.

Prüfen Sie außerdem die eigene Auswahl: Kommen Frauen, Kinder, Arbeiterinnen und Arbeiter, Menschen außerhalb der großen Städte vor? Gibt es Konflikte innerhalb der Gruppe, oder wirkt sie wie ein einheitlicher Block? Eine Gruppe, die im Unterricht nur Einigkeit zeigt, wird den Lernenden als Klischee im Gedächtnis bleiben, auch wenn das Klischee positiv gemeint ist.

Perspektivität und Selbstzeugnisse: Wer spricht in der Quelle?

Selbstzeugnisse sind der wirksamste Hebel gegen eine Geschichtsschreibung, die über Menschen spricht, statt sie zu Wort kommen zu lassen. Für die Sek I eignen sich kurze Textauszüge, Redepassagen, Liedtexte, Gedichte, Fotografien mit Bildunterschrift der Fotografierten oder Auszüge aus Interviews. Wichtig ist die Auswahl nach Länge und Sprachniveau: Ein Auszug von 80 bis 150 Wörtern lässt sich in einer Doppelstunde gründlich bearbeiten, ein ganzer Essay nicht.

Der Quellenbezug bleibt dabei Pflicht. Jede Quelle erhält dieselben vier Leitfragen: Wer spricht? Zu wem und wann? Mit welcher Absicht? Was wird nicht gesagt? Gerade bei Texten, die für ein Publikum in den USA verfasst wurden, lohnt die Frage, wie sich die Wirkung bei einer Lerngruppe in Deutschland verändert. Die Lernenden erkennen so, dass auch Selbstzeugnisse eine Perspektive haben und nicht automatisch „die Wahrheit“ über eine ganze Gruppe liefern.

Wenn Sie englischsprachige Quellen einsetzen, entscheiden Sie bewusst zwischen Originaltext und Übersetzung. Für heterogene Gruppen bewährt sich ein zweisprachiges Blatt mit Originalauszug links und Arbeitsübersetzung rechts. Das spart Zeit für die inhaltliche Arbeit und macht den Unterschied zwischen Original und Übersetzung selbst zum Thema. Zur Einordnung der englischsprachigen Länder im Geschichtsunterricht passt die Übersicht zu Großbritannien, Kanada und den USA.

Begriffe und Sprache: Selbstbezeichnungen nutzen, Fremdbezeichnungen thematisieren

In historischen Quellen stehen oft Bezeichnungen, die heute als herabwürdigend gelten. Es gibt zwei unterschiedliche Aufgaben: Die Lehrkraft wählt die Sprache des eigenen Unterrichts, und die Lerngruppe lernt, mit Sprache in Quellen umzugehen. Für den eigenen Sprachgebrauch gilt: Verwenden Sie die Selbstbezeichnungen der jeweiligen Gruppe, soweit sie sich feststellen lassen, und erklären Sie, dass diese Bezeichnungen sich im Lauf der Zeit und je nach Region verändern. Gerade bei „Hispanic“, „Latino“ und „Latinx“ gibt es innerhalb der Gruppe selbst unterschiedliche Präferenzen, und genau das ist ein guter Unterrichtsgegenstand.

Für Quellen mit abwertenden Fremdbezeichnungen empfiehlt sich ein fester Umgang, den Sie vor der Arbeit mit der Gruppe vereinbaren. Das Wort wird im Arbeitsblatt in der Quelle belassen oder durch eine Auslassung ersetzt, im Gespräch aber nicht ausgesprochen. Stattdessen sprechen Sie über die Bezeichnung: Wer hat sie benutzt, mit welcher Wirkung, und warum würde man sie heute nicht mehr verwenden? So wird die Fremdbezeichnung als historisches Zeugnis eingeordnet, ohne dass sie im Klassenraum reproduziert wird.

Hilfreich ist ein kurzes Glossar am Rand des Arbeitsblatts, das Schlüsselbegriffe wie Segregation, Diskriminierung, Migration und Identität knapp definiert. Lassen Sie die Lernenden die Definitionen am Ende der Einheit selbst überarbeiten. Dann sehen sie, was sich an ihrem Verständnis verändert hat.

Welche Projektabläufe passen in eine Projektwoche oder Vertretungsphase?

Ein Projekt braucht einen klaren Rahmen mit Zeitbudget. Als Richtwert hat sich für fünf Tage mit je zwei Doppelstunden folgender Ablauf bewährt: Tag 1 Einstieg und Leitfrage, Tag 2 Quellenarbeit in Gruppen, Tag 3 Recherche und Gestaltung, Tag 4 Fertigstellung und Probe der Präsentation, Tag 5 Präsentation und Auswertung. Für eine einzelne Vertretungsstunde reicht ein abgeschlossener Auftrag mit einer Quelle, drei Fragen und einer schriftlichen Kurzantwort.

Planen Sie in jedem Fall einen Puffer von etwa einem Fünftel der Zeit ein. Recherche und Gestaltung dauern in der Praxis länger als gedacht, und eine gehetzte Präsentation hinterlässt weniger Lerneffekt als eine gut vorbereitete kleinere.

Fächerübergreifende Projekte funktionieren am besten, wenn jedes Fach eine klare Aufgabe übernimmt: Geschichte liefert die Quellenarbeit und die Einordnung, Deutsch die Textanalyse und das Schreiben, Kunst die gestalterische Umsetzung, Englisch die Arbeit am Originaltext. Sprechen Sie vorab mit den beteiligten Kolleginnen und Kollegen ab, wer welche Leistung bewertet, damit am Ende nicht dieselbe Arbeit doppelt benotet wird. Wie sich die Planung eines Gedenkanlasses konkret gestalten lässt, beschreibt auch unser Blogbeitrag Gedenktage im Geschichtsunterricht gestalten.

Material für Gedenkmonate und Schulgeschichte

Die folgenden vier Materialien decken die drei Zugänge dieser Seite ab. Die Angaben zum Inhalt entsprechen den Produktbeschreibungen; Einzelheiten sehen Sie jeweils in der Produktansicht.

SchulgeschichteSek I · Lokales Projekt Unterrichtsmaterial Unterrichtsmaterial „Die Geschichte unserer Schule entdecken“ - Geschichte SEK I

Projektwoche

Unterrichtsmaterial „Die Geschichte unserer Schule entdecken“ - Geschichte SEK I

Passt, wenn die Lerngruppe selbst forschen soll: Laut Beschreibung enthält das Material Arbeitsaufträge zur Recherche im Schularchiv, zu Interviews mit langjährigen Lehrkräften und zur Analyse von Chroniken, dazu die Gestaltung von Postern und Zeitleisten. Ein Gruppenpuzzle und eine historische Schnitzeljagd mit Karten und Stationen gehören ebenfalls dazu.

Digitaler DownloadZum Material

Wie bewerten Sie Projektarbeit nachvollziehbar?

Projektarbeit wird oft intuitiv bewertet, was bei Gruppenprodukten schnell zu Konflikten führt. Legen Sie deshalb vor Projektbeginn schriftlich fest, was bewertet wird und mit welchem Gewicht. Trennen Sie dabei den Prozess vom Produkt und die Gruppenleistung von der Einzelleistung. Das folgende Raster ist ein Vorschlag, den Sie an die Bewertungsvorgaben Ihrer Schule anpassen müssen.

Für die Einzelleistung eignet sich ein kurzer schriftlicher Beitrag, etwa eine Quellenanalyse von einer Seite oder ein Reflexionstext darüber, was sich im Lauf des Projekts verändert hat. So lässt sich die individuelle Leistung auch dann bewerten, wenn die Gruppe ein gemeinsames Poster oder einen Vortrag abgibt.

Bereich Beobachtbare Kriterien Richtwert Gewichtung
Quellenarbeit Quelle korrekt eingeordnet, Perspektive benannt, Zitate belegt 30 %
Inhalt Leitfrage beantwortet, Aussagen sachlich richtig, Vielfalt statt Klischee 25 %
Präsentation Verständlich, strukturiert, Medien passend eingesetzt 20 %
Zusammenarbeit Aufgaben verteilt, Absprachen eingehalten, Prozess dokumentiert 15 %
Sprache Begriffe sensibel verwendet, Fachsprache angemessen 10 %

Die Prozentwerte sind ein Vorschlag zur Orientierung und keine Vorgabe aus dem Lehrplan. Geben Sie das Raster den Lernenden zu Beginn aus, damit sie ihre Arbeit daran ausrichten können. Eine kurze Selbsteinschätzung am Ende, die Sie mit Ihrer eigenen Beobachtung abgleichen, schafft zusätzlich Transparenz.

Welche Präsentationsformen passen zu welchem Lernziel?

Die Präsentationsform sollte zum Lernziel passen, auch wenn die Gruppe eine andere Form bevorzugt. Ein Plakat eignet sich für Zeitleisten und Überblicke, ein Vortrag für zusammenhängende Argumentation, eine Collage für Bild-Text-Kombinationen, eine szenische Darstellung für Perspektivwechsel. Bei szenischen Darstellungen gilt eine Regel: Niemand spielt eine Person, die Diskriminierung erfährt, in einer Weise, die Mitschülerinnen und Mitschüler verletzen könnte. Besprechen Sie den Rahmen vorher und lassen Sie auch Beobachterrollen zu.

Eine Galerie mit Stationen, durch die andere Klassen oder Eltern gehen, motiviert die Lernenden zusätzlich, weil das Publikum echt ist. Planen Sie dafür aber Aufbau und Abbau fest ein. Digitale Formate wie Präsentationen oder kurze Audiobeiträge sind sinnvoll, wenn die Geräteausstattung geklärt ist; andernfalls kostet die Technik Zeit, die der Quellenarbeit fehlt.

Schulgeschichte als lokales Projekt bietet eine Besonderheit: Hier sind die Quellen oft physisch vorhanden. Die Chronik liegt im Sekretariat, Fotos hängen im Flur, ehemalige Lehrkräfte leben in der Nähe. Das erlaubt Formen wie Ausstellung, Zeitleiste im Schulflur oder Schnitzeljagd durch das Gebäude. Einen ersten Einstieg über die Schulchronik beschreibt der Beitrag Schulchronik als erste Quelle.

Datenschutz bei der Schulgeschichte: Was ist zu beachten?

Sobald Namen, Fotos oder Erinnerungen lebender Personen im Spiel sind, gelten die Regeln des Datenschutzes. Das betrifft ehemalige Schülerinnen und Schüler auf alten Klassenfotos ebenso wie Lehrkräfte in Interviews. Klären Sie vor Projektbeginn mit der Schulleitung, wer in Ihrer Schule für Datenschutzfragen zuständig ist, und halten Sie sich an deren Vorgaben. Konkrete rechtliche Bewertungen können wir nicht ersetzen.

Praktisch bewährt haben sich folgende Schritte: Interviews nur mit schriftlicher Einwilligung führen, Aufnahmen nach der Auswertung löschen oder nur mit Zustimmung aufbewahren, Fotos aus dem Archiv nur dann öffentlich zeigen, wenn die Rechte geklärt sind, und bei Veröffentlichungen im Schulgebäude oder im Netz die Abgebildeten oder deren Nachkommen berücksichtigen. Bei Fotos jüngeren Datums sollten Sie im Zweifel auf Namensnennungen verzichten.

Ein weiterer Punkt betrifft die Inhalte selbst. Schulchroniken enthalten teils Einträge aus der Zeit des Nationalsozialismus oder über Disziplinarmaßnahmen, die belastend sein können. Prüfen Sie Archivmaterial vorab, bevor Sie es an Gruppen weitergeben, und besprechen Sie auffällige Stellen gemeinsam. Gerade dort zeigt sich der Wert der Schulgeschichte als Quelle: Sie macht sichtbar, dass die eigene Einrichtung Teil der großen Geschichte war.

Was diese Seite bereitstellt

  • PlanungProjektablauf mit Zeitbudget für Projektwoche und Vertretungsstunde
  • QuellenarbeitLeitfragen für Selbstzeugnisse und Perspektivität
  • SpracheUmgang mit Selbst- und Fremdbezeichnungen
  • BewertungRaster für Quellenarbeit, Inhalt, Präsentation und Zusammenarbeit
  • FächerverbundAufgabenverteilung zwischen Geschichte, Deutsch, Kunst und Englisch
  • SchulgeschichteHinweise zu Archiv, Interviews und Datenschutz

Weiterlesen

Vertiefende Beiträge und Seiten zu den Themen dieser Übersicht finden Sie hier.

Häufige Fragen

Wann findet der Black History Month statt?

In den USA und Kanada wird der Black History Month im Februar begangen, in Großbritannien im Oktober. Für den Unterricht in Deutschland ist der Kalender allerdings kein Zwang: Sie können das Thema in jeder Phase des Schuljahres behandeln, solange Sie den Anlass selbst erklären. Wer die Reihe im Oktober oder Februar legt, kann die aktuellen Veranstaltungen und Berichte im Herkunftsland als zusätzliche Quellen nutzen. Wer sie zu einem anderen Zeitpunkt einsetzt, sollte begründen, warum der Anlass trotzdem zum Stoff passt.

Wann ist der Hispanic Heritage Month?

Der Hispanic Heritage Month läuft in den USA vom 15. September bis zum 15. Oktober. Der Zeitraum beginnt mitten im September, weil mehrere lateinamerikanische Länder um den 15. September ihre Unabhängigkeit feiern. Für den Unterricht lohnt sich der Hinweis auf die Sammelbezeichnung: Die Menschen, die damit gemeint sind, stammen aus sehr unterschiedlichen Ländern und Geschichten. Das lässt sich gut als Einstiegsfrage nutzen, bevor einzelne Biografien erarbeitet werden.

Wie vermeide ich Tokenismus im Unterricht?

Vermeiden Sie, dass eine Gruppe nur im Anlassmonat vorkommt und nur über wenige bekannte Namen erscheint. Wählen Sie Alltagsperspektiven neben bekannten Figuren, lassen Sie Selbstzeugnisse sprechen und verbinden Sie das Thema mit dem regulären Stoff. Fragen Sie sich bei jeder Einheit, ob Konflikte und Unterschiede innerhalb der Gruppe sichtbar werden. Planen Sie außerdem Rückbezüge in späteren Stunden ein, damit das Thema nicht nach dem Projekt endet.

Wie gehe ich mit abwertenden Begriffen in Quellen um?

Verwenden Sie in Ihrem eigenen Unterricht die Selbstbezeichnungen der jeweiligen Gruppe. Bei Quellen mit herabwürdigenden Fremdbezeichnungen vereinbaren Sie vorher einen festen Umgang: Das Wort bleibt im Arbeitsblatt als Zitat sichtbar oder wird ausgelassen, im Gespräch sprechen Sie es aber nicht aus. Stattdessen ordnen Sie die Bezeichnung historisch ein und fragen, wer sie benutzt hat und welche Wirkung sie hatte. Informieren Sie die Lerngruppe vorab über dieses Vorgehen.

Passt das Material zum Lehrplan meines Bundeslandes?

Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an. Das Material ist nicht ministeriell geprüft. Lehrpläne unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform stark, und Gedenkmonate sind meist nicht ausdrücklich genannt. Prüfen Sie deshalb anhand der Vorgaben Ihres Bundeslandes, an welcher Stelle das Thema in Ihre Jahresplanung passt. Mehr zur Garantie steht auf der Seite stifo-Garantie.

Wie bewerte ich ein fächerübergreifendes Projekt?

Trennen Sie Prozess und Produkt sowie Gruppen- und Einzelleistung. Legen Sie die Kriterien vor Beginn schriftlich fest und geben Sie sie den Lernenden aus. Bewährt haben sich Quellenarbeit, Inhalt, Präsentation, Zusammenarbeit und Sprache als Bereiche, ergänzt um einen kurzen Einzelbeitrag, etwa eine Quellenanalyse oder einen Reflexionstext. Stimmen Sie sich mit den beteiligten Fächern ab, wer welche Leistung bewertet, damit nichts doppelt oder gar nicht in die Note einfließt.