Fotografie und Storyboard im Berufsschulunterricht: Licht, Schatten und Collage

Kunst & Gestaltung · Berufsschule · Foto und Film

Fotografie und Storyboard im Berufsschulunterricht: Licht, Schatten und Collage

Mit Handykamera, Fensterlicht und Papier lassen sich Licht, Bildfolge und Montage prüfbar unterrichten. Diese Seite zeigt an vier Reihen, welche Variable die Klasse verändert und wie sie ihre Aufnahmen kontrolliert.

4 ReihenProduktfoto, Licht, Storyboard, Collage
8 × 45 Min.plus 90 Min. Praxisprüfung
44 Seitenje Reihe in vier A4-PDFs
39,90 €Einzellizenz, Schullizenz 199,50 €

Wie bringt man Fotografie, Licht und Storyboard in der Berufsschule in den Gestaltungsunterricht, ohne Studiotechnik zu brauchen? Mit Aufgaben, bei denen nur eine Bedingung wechselt und das Ergebnis direkt verglichen wird. Die vier Reihen auf dieser Seite arbeiten mit Fensterlicht, Handykamera, Papier und eigenem Bildmaterial. Die Klasse fotografiert einen Becher mit zwei Lichtvarianten, inszeniert eine Papierplastik ruhig und dramatisch, plant einen stummen Kurzclip in vier Bildern und klebt eine Collage aus eigenen Fragmenten. Jede Reihe umfasst acht Stunden zu 45 Minuten und eine Praxisprüfung von 90 Minuten. Alle Titel stehen in der Kollektion Kunst & Gestaltung in der Berufsschule, einen Gesamtüberblick bietet die Seite mit allen 20 Reihen.

Licht ist eine Entscheidung, keine Einstellung

Wer mit Berufsschulklassen fotografiert, hat selten Studiotechnik. Die Reihen setzen deshalb auf Fensterlicht, eine helle Karte und eine Handykamera. Das reicht, um die Grundentscheidungen sichtbar zu machen. Seitliches Licht zeigt eine Rundung als Verlauf von hell nach dunkel, frontales Licht kann Strukturen einebnen. Eine helle Karte auf der Schattenseite wirft Licht zurück und schwächt den Kontrast, ohne dass die Lichtquelle wechselt. Im Produktfoto-Auftrag liegt ein Keramikatelier zugrunde: Ein Foto soll die Form des Bechers beschreiben, ein zweites seine Oberflächenwirkung zeigen.

Die Höhe der Kamera ist die zweite Entscheidung. Von oben wird die Becheröffnung wichtiger, von knapp über Tischhöhe die Silhouette. Ein geeignetes Produktbild beantwortet nach dem Lernheft zuerst die Frage der Kundschaft. Die Kontrolle ist einfach und streng zugleich: Zwei Aufnahmen werden gleich groß nebeneinandergelegt, und die eine geänderte Variable wird beschriftet. Wer mehr als eine Variable verändert hat, kann den Unterschied nicht mehr begründen.

Eigenschatten, Schlagschatten und Lichtgröße

Die Reihe Licht und Schatten inszenieren vertieft das. Der Eigenschatten liegt am Objekt auf der vom Licht abgewandten Seite, der Schlagschatten fällt auf eine andere Fläche, und seine Richtung gibt Hinweise auf die Lichtquelle. Die Lernenden vergleichen die dunkle Seitenfläche und den Bodenschatten getrennt. Die scheinbare Größe der Quelle beeinflusst die Schattenkante: Eine große leuchtende Fläche kann weichere Übergänge erzeugen. Das Lernheft warnt davor, weich mit hell zu verwechseln, denn Helligkeit und Kantenschärfe sind unterschiedliche Beobachtungen.

Typisch ist die Störung, dass das „dramatische“ Foto nur dunkler geworden ist. Die Klasse prüft dann, ob sich Richtung und Größe der Lichtquelle verändert haben oder nur die Belichtung. Für die Planung zeichnen die Lernenden zwei Lichtrichtungen in Draufsicht, verwirklichen beide bei gleichem Ausschnitt und testen den Einfluss der Lichtgröße in einem zweiten Versuch. Der Test mit Dritten läuft ohne Titel: Zwei Fotos werden gezeigt, und die Wahl muss mit zwei sichtbaren Merkmalen begründet werden, nicht mit einer Stimmung.

Storyboard: Bilder planen, bevor gedreht wird

Im Storyboard übt die Klasse, eine Handlung auf vier Bilder zu verdichten. Eine Totale zeigt die Situation, ein Detail macht eine kleine Handlung lesbar. Wer mit einem Detail beginnt, erzeugt Spannung, riskiert aber räumliche Verwirrung. Zuschauende setzen zwei Bilder zu einer Handlung zusammen, und Position, Bewegungsrichtung und Objektzustand helfen dabei. Ändert sich alles auf einmal, wirkt ein einfacher Vorgang wie ein Sprung an einen neuen Ort. Im Auftrag verfolgen die Lernenden den Knopf von Bild zwei bis vier und markieren seine Lage im Rechteck.

Der Test ist handfest: Die Bilder werden ohne Nummern weitergegeben, und die Testperson soll die beabsichtigte Reihenfolge mit sichtbaren Zustandsänderungen begründen. Dauer und Übergänge ergänzt die Klasse erst nach dem Test, etwa vier Bilddauern mit zusammen zwölf Sekunden. Gedreht werden muss nicht, ein Dreh ist optional.

Collage mit eigenem Bildmaterial

Die Collage-Reihe nutzt ausschließlich eigenes Material: Frottagen, Papierstücke oder Fotos der Lernenden. Das klärt die Frage nach Bildrechten und zwingt zur eigenen Produktion. In einer Collage erhalten Fragmente durch Nachbarschaft neue Bedeutungen. Eine Hand neben einer Taste wirkt anders als eine Hand, die aus einem Pixelraster herauszuwachsen scheint. Kanten sprechen mit: Ein sauberer Schnitt wirkt präzise und technisch, eine gerissene Kante betont Material und Prozess, aber keine Kante bedeutet automatisch etwas Bestimmtes. Geklebt wird erst nach dem Vergleich zweier fotografierter Fassungen, der verworfene Weg wird beschriftet.

Die Reihen im Überblick

Zuerst das FachKomplett, danach die vier Reihen zu Foto, Licht, Film und Collage.

Reihe Medium und Ausstattung Was verändert wird Kontrolle
Produktfotografie mit Tageslicht Handykamera, Becher, Papier, Fensterlicht, weißer Karton Lichtrichtung und Kamerahöhe, jeweils eine Variable Zwei Aufnahmen gleich groß nebeneinander, geänderte Variable beschriften
Licht und Schatten inszenieren LED-Leuchte oder Fenster, Papierkörper, Karton, Kamera Lichtrichtung und Lichtgröße bei gleichem Ausschnitt Zwei Fotos ohne Titel, Wahl mit zwei sichtbaren Merkmalen begründen
Storyboard für einen Kurzclip Vier 16:9-Felder, Papier, Fineliner, Dreh optional Einstellungsgröße und Anschluss zwischen den Bildern Bilder ohne Nummern auslegen, Reihenfolge begründen lassen
Collage für ein Kulturheft Eigene Frottagen, Papierstücke oder Fotos, Schere, Kleber Nachbarschaft und Kanten der Fragmente Zwei Fassungen fotografieren, erst nach dem Vergleich kleben

Was die vier Reihen gemeinsam haben

  • Einfache AusstattungHandykamera, Fenster oder LED-Leuchte, Papier und Karton. Alternative: Kamera in Partnerarbeit.
  • Eine Variable pro VersuchDer Vergleich bleibt aussagekräftig, weil nur eine Bedingung wechselt.
  • A/B-BildstudienKonstruierte Lehrgrafiken statt Fremdfotos, mit Untersuchungsfrage.
  • Test mit DrittenOhne Titel, ohne Nummern oder ohne Erklärung, Beobachtung vor Deutung.
  • Praxisprüfung90 Minuten mit neuem Auftrag, 40 Punkte, Erwartungshorizont.
  • FallwerkstattVier Seiten für Förderung oder Vertiefung mit Diagnose, neuer Bedingung und Urteilsrunde.

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Häufige Fragen

Brauchen die Klassen eine Kamera oder Studiotechnik?

Nein. Eine Handykamera reicht, dazu Fensterlicht oder eine LED-Leuchte und eine helle Karte aus weißem Karton. Wo nicht jede Person ein Gerät hat, arbeitet die Kamera in Partnerarbeit. Das Storyboard kommt ganz ohne Dreh aus, Skizzen dienen bei der Lichtreihe als Vorplanung.

Dürfen die Lernenden fremde Bilder für die Collage verwenden?

Die Reihe sieht ausschließlich eigenes Bildmaterial vor, also eigene Frottagen, Papierstücke oder Fotos. Die Bildstudien in den Heften sind eigens konstruierte Lehrgrafiken und keine Fremdfotos, das Titelbild ist eine KI-Illustration.

Wie bewerte ich Fotos, wenn ich selbst nicht fotografiere?

Bewertet werden nicht Technik und Geschmack, sondern nachvollziehbare Entscheidungen. Bei der Produktfotografie sind es Forminformation, gezielte Lichtführung und eine nachvollziehbare Bildserie, bei der Lichtreihe unterscheidbare Schattenwirkung, kontrollierter Vergleich und ein nachvollziehbarer Lichtplan. Das Punkteraster der Praxisprüfung umfasst 40 Punkte.

Eignen sich die Reihen für Berufe ohne Medienbezug?

Ja. Die Aufträge nennen Berufsfelder wie E-Commerce, Handwerk, Medien, Handel, Kultur oder Bühne, sind aber fiktiv. Das Produktfoto eines Bechers oder der Lichtplan für ein Schaufenster ist für Verkauf und Dekoration ebenso brauchbar wie für Mediengestaltung.

Passen die Reihen zum Lehrplan meines Bundeslandes?

Die Reihen sind keinem einzelnen Landeslehrplan verbindlich zugeordnet und nennen keine Lernfeldnummern. Falls etwas nicht zu Ihren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen das Material für Sie an.

Was kosten die Reihen, und gibt es ein Paket?

Jede Reihe kostet 39,90 € als Einzellizenz und 199,50 € als Schullizenz. Das FachKomplett mit allen 20 Reihen beginnt bei 99,90 €, einzeln würden die 20 Reihen zusammen 798,00 € kosten.