Fächerübergreifend· Grundschule

Klassensprecher – Was macht ein Klassensprecher?: im Berufsmaturitätsunterricht

von Luca 19.09.2026 1 Min. Lesezeit
Klassensprecher – Was macht ein Klassensprecher? | Sachunterricht Klasse 3/4

Klassensprecher – Was macht ein Klassensprecher? lässt sich im Berufsmaturitätsunterricht nicht als eigenständiges Fachthema unterrichten, wohl aber als Ausgangsmaterial für die interdisziplinäre Projektarbeit, wenn Lernende die ursprünglich einfache Fragestellung zu einer eigenen Untersuchung über Mitbestimmung ausbauen.

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Die interdisziplinäre Projektarbeit braucht ein Thema, keine Fibel

Zur Ausbildung an der Berufsmaturität gehört eine interdisziplinäre Projektarbeit, in der Lernende ein selbst gewähltes Thema über einen längeren Zeitraum bearbeiten. Diese Arbeit verlangt eine eigene Fragestellung, keine vorgefertigte Antwort, und genau hier setzt die Verwendung von Grundschulmaterial an.

Ein Thema wie Klassensprecher, das ursprünglich auf einfache Beschreibung zielt, liefert einen zugänglichen Einstieg in Fragen der Mitbestimmung, die sich für eine interdisziplinäre Projektarbeit zwischen Gesellschaft und Betrieb eignen.

Für Lernende, die selten mit gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten, ist ein niedrigschwelliger Einstieg von Vorteil. Ein Modell, das in der Grundschule erklärt, wie Mitbestimmung in einer Klasse funktioniert, lässt sich ohne grossen Vorlauf verstehen und schafft damit Raum, die eigentliche Arbeitszeit der interdisziplinären Projektarbeit für die eigene, vertiefte Untersuchung zu nutzen, statt sie mit einer aufwendigen Einführung in die Theorie der Mitbestimmung zu verbrauchen.

Klassensprecher-Material als Ausgangspunkt für eigene Fragestellungen

Die Reihe zu Klassensprecher – Was macht ein Klassensprecher? beschreibt Rolle und Aufgaben einfach und anschaulich. Für die Berufsmaturität dient dieses Material nicht als Lernstoff für die Lernenden selbst, sondern als Ausgangsbeispiel, an dem sie das Prinzip der Mitbestimmung erkennen, bevor sie es auf ihren eigenen Betrieb übertragen.

So entsteht aus einer einfachen Beschreibung eine Fragestellung wie: Welche Formen der Mitbestimmung gibt es im eigenen Lehrbetrieb, und wie unterscheiden sie sich vom Modell einer Klasse. Diese Übertragung ist die eigentliche Leistung auf BM-Niveau.

Wichtig ist dabei, dass die Übertragung nicht bei einer blossen Analogie stehen bleibt. Wo eine Klasse einen Klassensprecher wählt, kennt ein Lehrbetrieb oft andere, weniger formalisierte Formen der Mitsprache, etwa über Vorgesetzte oder Teambesprechungen. Gerade dieser Unterschied liefert Lernenden Stoff für eine eigenständige Untersuchung, die über den Vergleich zweier ähnlicher Strukturen hinausgeht und zeigt, dass ein einfaches Ausgangsmodell durchaus komplexe Anschlussfragen aufwerfen kann, sobald man es konsequent und sorgfältig auf die eigene betriebliche Realität überträgt.

Von der Beschreibung zur Untersuchung

Für die Projektarbeit braucht es mehr als eine Gegenüberstellung. Lernende sollten eigene Daten erheben, etwa durch ein kurzes Gespräch mit einer Ansprechperson im Betrieb, und diese Ergebnisse mit dem einfachen Modell aus dem Ausgangsmaterial vergleichen. Erst dieser Schritt macht aus einer Beschreibung eine eigenständige Untersuchung, wie sie die Berufsmaturität verlangt.

Ergänzend lässt sich die Reihe zu Klima und Wetter verstehen heranziehen, wenn die Projektarbeit einen zweiten, naturwissenschaftlichen Fachbereich einbindet, etwa bei einer Fragestellung zu Mitbestimmung im Umgang mit Ressourcen im Betrieb. So lässt sich das ursprünglich einfache Ausgangsmaterial auf zwei unterschiedliche fachliche Richtungen hin öffnen, je nachdem, welchen zweiten Fachbereich die Lernenden wählen.

Die Reihe zu Klassensprecher – Was macht ein Klassensprecher? bleibt dabei über die gesamte Projektarbeit hinweg der Referenzpunkt, an dem sich Lernende orientieren können, wenn die eigene Untersuchung an Komplexität zunimmt und der Anfangspunkt aus dem Blick zu geraten droht.

Die Betreuung der IDPA im BM-Alltag

Wie die interdisziplinäre Projektarbeit an der einzelnen Berufsfachschule organisiert, betreut und bewertet wird, legt die jeweilige Schule fest, und die konkreten Vorgaben unterscheiden sich entsprechend. Die Lehrperson kann jedoch unabhängig davon zu Beginn helfen, aus einem einfachen Ausgangsmaterial eine tragfähige Fragestellung zu formulieren, statt Lernende mit einem leeren Blatt zu konfrontieren.

Einen Überblick über weitere Themen für die Berufsmaturität bietet die Übersicht zum Berufsmaturitätsunterricht neben der beruflichen Grundbildung, während die Materialübersicht für den ABU-Unterricht an Berufsfachschulen verwandte Fragestellungen aus der Allgemeinbildung sammelt. Zum Umgang mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus in einer Lerngruppe gibt ein Beitrag zu Grundkurs und Leistungskurs Orientierung, zur Jahresplanung mit Doppellektionen ein Beitrag zum Umstellen der Jahresplanung.

Häufige Fragen

Kann Grundschulmaterial überhaupt in eine Berufsmaturitätsarbeit einfliessen?

Direkt als Lernstoff nicht, aber als Ausgangsbeispiel durchaus. Ein einfaches Modell wie Klassensprecher hilft, ein abstraktes Prinzip wie Mitbestimmung greifbar zu machen, bevor Lernende es auf die komplexere Situation im eigenen Lehrbetrieb übertragen und daraus eine eigene Fragestellung für die Projektarbeit entwickeln.

Wie viel Zeit sollte für den Einstieg über das Ausgangsmaterial eingeplant werden?

Das hängt vom Gesamtrahmen der Projektarbeit an der jeweiligen Schule ab und lässt sich nicht allgemein beziffern. Sinnvoll ist es, den Einstieg kurz zu halten und den Grossteil der Zeit für die eigene Untersuchung und deren schriftliche Ausarbeitung zu reservieren.

Muss die interdisziplinäre Projektarbeit zwei klar getrennte Fächer verbinden?

Die konkrete Ausgestaltung regelt jede Berufsfachschule selbst. Üblich ist, dass ein gesellschaftliches oder sprachliches Fach mit einem zweiten Fachbereich kombiniert wird, etwa Wirtschaft, Natur oder Technik, je nach gewählter Fragestellung der Lernenden und den genauen Vorgaben der jeweiligen Schule und des Kantons.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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