Herbstexkursion in Natur und Technik: Beobachtung im Freien planen, Plan B im Schulzimmer

Eine Herbstexkursion gelingt, wenn sie aus einer klaren Fragestellung, einem vorbereiteten Protokoll und einem Plan B für schlechtes Wetter besteht. Mit diesen drei Bausteinen lässt sich in zwei bis drei Lektionen draussen beobachten und in zwei weiteren Lektionen im Schulzimmer auswerten. Der Beitrag zeigt Planung, Ablauf und Auswertung für die Sekundarstufe I.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Mit einer Frage statt mit einem Thema beginnen
Exkursionen scheitern oft daran, dass sie ein Thema haben, aber keine Frage. «Wald im Herbst» lädt zum Herumlaufen ein, «Wie viele Baumarten stehen auf diesem Weg, und wie unterscheiden sich ihre Blätter?» gibt eine Aufgabe. Eine gute Frage lässt sich im Gelände beantworten, braucht keine Spezialausrüstung und erlaubt Vergleiche.
Beispiele: Wo liegen mehr Blätter, im Schatten oder in der Sonne? Welche Insekten sitzen an Blüten, die jetzt noch blühen? Wie verändert sich die Bodentemperatur zwischen offener Fläche und Waldrand? Jede dieser Fragen führt zu Messwerten oder klaren Beobachtungen.
Das Protokoll vorbereiten
Ein vorbereitetes Protokoll spart draussen viel Zeit. Es enthält die Fragestellung, eine Tabelle mit Spalten für Ort, Beobachtung und Messwert, eine kleine Skizze und Platz für Auffälligkeiten. Wer das Protokoll im Schulzimmer einführt, sieht, ob die Klasse es versteht, bevor es ernst wird.
Ausserdem lohnt es sich, im Vorfeld Rollen zu verteilen: eine Person misst, eine notiert, eine fotografiert, eine kontrolliert die Zeit. Die Rollen wechseln pro Standort. So arbeitet jede Person aktiv, und das Gelände wird nicht zur Kulisse.
Zeitplan für eine Exkursion von drei Lektionen
Ein bewährter Ablauf:
- Lektion 1, Vorbereitung im Schulzimmer: Frage klären, Protokoll durchgehen, Rollen verteilen, Sicherheitsregeln besprechen.
- Lektion 2 und 3, Exkursion: Weg zum Standort, drei Messstationen mit je 15 Minuten, Rückweg. Zeitpuffer einplanen.
- Lektion 4, Auswertung: Daten zusammentragen, Tabelle und Diagramm erstellen, Fragestellung beantworten.
- Lektion 5, Reflexion: Fehlerquellen sammeln, neue Fragen formulieren, kurze Lernkontrolle.
Plan B bei schlechtem Wetter
Im Herbst fällt Regen häufig aus der Planung. Für diesen Fall hilft eine Alternativversion der gleichen Frage im Schulzimmer oder in der Schulhausumgebung. Mitgebrachte Blätter und Zweige, Fotos vom Schulareal oder Daten, die die Klasse an einem früheren Tag gesammelt hat, ersetzen die Exkursion nicht vollständig, erhalten aber die Fragestellung.
Der Entscheid zwischen Plan A und Plan B sollte spätestens am Vortag fallen. Die Klasse weiss dann, ob sie Regenkleidung mitbringen muss. In kleinen Schulen und dort, wo Klassen den Exkursionsort mit anderen teilen, lässt sich der Termin flexibel tauschen.
Auswertung im Schulzimmer: aus Beobachtungen werden Aussagen
Nach der Exkursion zeigt sich, ob die Fragestellung tragfähig war. Die Klasse trägt die Daten in eine gemeinsame Tabelle ein, berechnet Mittelwerte und zeichnet ein Diagramm. Danach schreibt jede Person drei Sätze: Was zeigt das Diagramm? Wie lässt sich das erklären? Was könnte die Messung verfälscht haben?
Gerade die dritte Frage lohnt sich, weil sie die Klasse zu einer ehrlichen Einschätzung der eigenen Messung führt und die Aussagekraft der Daten klärt. Zu feuchte Hände, ein verrutschtes Thermometer oder ein Standort, der nicht vergleichbar war, sind bessere Lernanlässe als jedes perfekte Ergebnis.
Material und Planung im Kontext des Quartals
Für Beobachtungs- und Bestimmungsaufgaben mit fertigem Protokoll eignet sich FachKomplett Biologie.
Wer chemische Alltagsbeobachtungen wie Bodenproben oder Blattfarbstoffe einbeziehen möchte, findet Reihen in FachKomplett Chemie.
Für Wetter, Pflanzen und Ökosysteme gibt es das XXL-Sparpaket Biologie Sek I mit breiterem Themenspektrum. Der Beitrag Biologie in der Schweiz unterrichten ordnet das Fach bis in die Sekundarstufe II ein.
Hinweise zur Verteilung im Semester gibt der Beitrag Schweizer Schuljahr planen: von der Jahresplanung zur Wochenlektion. Die Übersicht zum Quartal in der Ostschweiz steht auf der Seite Quartal bis Weihnachten in der Ostschweiz, die Einordnung zum Fachbereich auf der Seite Natur und Technik im Zyklus 3.
Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an.
Häufige Fragen
Wie gross sollte eine Gruppe auf der Exkursion sein?
Dreier- bis Vierergruppen mit festen Rollen funktionieren gut. Grössere Gruppen führen dazu, dass einzelne Personen nur zuschauen.
Was brauche ich an Ausrüstung?
Das Protokoll, Schreibunterlage, Thermometer oder Massband je nach Frage, Fotoapparat oder Smartphone und ein Erste-Hilfe-Set. Eine Spezialausrüstung ist für gute Fragen nicht nötig.
Wie bewerte ich die Exkursion?
Am besten über das Protokoll und die kurze schriftliche Auswertung nach einem Raster mit drei Kriterien: Beobachtung, Datenqualität, Deutung. Die Teilnahme selbst wird nicht benotet.
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